Tim Cahill, Londoner Brasilienexperte von Amnesty International im Website-Interview: Bei den wenigen von der Polizei besetzten Vorzeige-Slums von Rio de Janeiro handele es sich lediglich um ”Inseln, während in den restlichen weit über 1000 Favelas die Menschen weiterhin unter Gewalt und Diskriminierung litten.
Wie die deutschsprachige Tourismuspropaganda auf ganzseitigen Anzeigen, sogar in „Nachrichtenmagazinen“, die Situation in Brasilien bewertet:
”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es selbst.“
Dem stehen indessen offizielle Reisewarnungen Deutschlands und der Schweiz gegenüber. Zudem existieren die bekannten schwärmerischen Einschätzungen von Mitteleuropäern, die Brasilien als Projektionsfläche für sozialromantische Träume nutzen, und auch die brasilianische Auslandspropaganda. Was stimmt denn nun?
Fußball-WM-Hit „Rap das Armas“: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/01/hit-der-fusball-wm-in-sudafrika-rap-das-armas-aus-rio-de-janeiro-musik-des-berlinale-gewinners-tropa-de-elite-anklicken-zeitgeist/
„Leicht und unbeschwert“ ist also laut unwidersprochener Tourismuspropaganda das Leben in den Scheiterhaufenslums der Zuckerhutmetropole Rio de Janeiro? Im Unterschied zu den Tourismus-Businessleuten und einschlägigen Politikern gibt es indessen selbst brasilianische Künstler, darunter den Fotografen Rogerio Reis aus Rio, die abweichend vom Mainstream Minderheitspositionen vertreten und eher wie Rufer in der Wüste wirken: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/07/rogerio-reis-microwaves-microondas-fotoinstallation-uber-scheiterhaufen-brasiliens-vom-maison-de-la-europeenne-de-la-photographie-in-paris-angekauft/
