Wie das Blatt schreibt, wurden 2010, dem schlimmsten Jahr seit der US-Invasion von 2001, in Afghanistan 2777 Zivilisten sowie 711 Soldaten des Landes und der ausländischen Streitkräfte getötet. Nur in Sao Paulo, nicht in ganz Brasilien, seien indessen immerhin weit über 1000 Menschen getötet worden. (Sao Paulo hat über elf Millionen Einwohner, Afghanistan 28,9 Millionen) In Afghanistan gebe es anders als in Sao Paulo Bombardements, Gefechte mit Panzern , anderen schweren Waffen. Wenn betont werde, daß die sozialen Kontraste in Sao Paulo abnähmen – wie könne man dann erklären, daß dann nicht auch die Gewalt zurückgehe – sofern die Theorie gelte, daß die Kriminalität auf soziale Faktoren zurückzuführen sei? Falls dies einmal so gewesen sein sollte – heute gelte es nicht mehr. Heute dominiere das Drogen-Business, welches fast alle anderen kriminellen Aktivitäten kontaminiere. Laut Folha de Sao Paulo sei der Vergleich der Megacity mit Afghanistan schockierend, aber keineswegs unverhältnismäßig. Dieser Vergleich erweise sich noch zwingender, wenn man bedenke, daß die Mordrate in Rest-Brasilien etwa doppelt so hoch sei wie in Sao Paulo.

Deutsche Soldaten vor Abflug nach Afghanistan – Kosten für den Steuerzahler wurden nicht genannt.
2016, Olympische Sommerspiele und Bundeswehr, Theater. “Wir kämpfen für die Freiheit. Und um Medaillen.”
Mord an Schweizer Max Kempf(69): http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/29/brasilien-mord-an-schweizer-max-kempf69-bei-sao-paulo-laut-polizei-drei-verdachtige-gefast-152124-jahre-alt-teil-des-raubguts-gefunden/
Lulas Wohnort Sao Bernardo do Campo liegt 28 Kilometer von Sao Paulo entfernt.
Lulas Wahlversprechen zur öffentlichen Sicherheit: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/25/fur-901-prozent-der-brasilianer-nimmt-die-gewalt-im-land-zu-laut-uno-studie-mehr-sicherheit-gehorte-zu-lulas-wahlversprechen/

Angeli, größte brasilianische Qualitätszeitung “Folha de Sao Paulo” Ende Oktober 2012 politisch unkorrekt zur Gewaltkultur in Lateinamerikas größter Demokratie:”Ja, wir überfallen, vergewaltigen und morden. Das hat einen Superspaß gemacht.”
„Säuberungen“ in Slums:
Statistisch alle 9 Minuten, 48 Sekunden ein Mord in Brasilien, laut neuer Studie.
Wie Lula im Dez. 2012 in Berlin sagte, lebt Lateinamerika derzeit in einer Ära von „Frieden und Fortschritt“. (a „era de paz e progresso“ que a América Latina está vivendo na atualidade)
Das Blatt nahm als Anlaß der Analyse den Fall eines Ehepaares – der Mann ist derzeit im Afghanistaneinsatz, während die Frau solange auf einer US-Militärbasis in Deutschland wohnt. Beide werden nach Einsatzende wieder nach Brasilien zurückkehren. Wie es hieß, mache sich die Ehefrau größere Sorgen um die Gewalt in Brasilien, wo das Paar künftig wohnen müsse, als um die Präsenz ihres Mannes im Afghanistankrieg.

Ausriß.
Im mitteleuropäischen Mainstream wird die bedrückende Gewaltsituation Brasiliens gewöhnlich heruntergespielt, wird auf Vergleiche zu Kriegsländern verzichtet – während Brasiliens Qualitätsmedien regelmäßig die inländischen Opferzahlen mit denen von aktuellen Konfliktherden vergleichen. Häufig dient der Vietnamkrieg als Vergleichsmaßstab.
Pro Jahr werden in Lateinamerikas größter Demokratie laut Expertenangaben weit über 50000 Menschen ermordet.

Zeitungsausriß – Rio de Janeiro.

Ausriß, Rio-Lokalzeitung, Scheiterhaufen-Opfer, 7.11.2012. http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/668242/
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/
Fotoserie – jüngstes Blutbad von Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/
Brasiliens Kindersoldaten: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/brasiliens-kindersoldaten-junge-kinder-mit-waffen-die-einfach-anderre-kinder-erschossen-haben-die-sie-gerade-mal-schief-angeschaut-habenlesermail/
tags: brasilien – verkehrstote
Wie es in einer Fachanalyse hieß, sei daher erstmals mit etwa 60000 Verkehrstoten 2012 zu rechnen. Im Vietnamkrieg seien in zehn Jahren rund 50000 US-Soldaten umgekommen. Die brasilianische Regierung gebe stets viel geringere Verkehrstoten-Zahlen an, weil nur die am Unfallort Gestorbenen registriert würden, nicht jedoch die in Hospitäler eingelieferten Verletzten, die erst dort gestorben seien.
Frankfurter Buchmesse 2013 – Gastland Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2012/10/17/frankfurter-buchmesse-2013-gastland-brasilien-literatur-und-landesrealitaet-keinerlei-veranstalterhinweis-auf-gravierende-menschenrechtslage-auf-daten-und-fakten-von-amnesty-international-und-bras/
Neoliberale Herzenskälte in Mitteleuropa – Hintergrundtext:
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