<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Agrotreibstoffe</title>
	<atom:link href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/agrotreibstoffe/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.hart-brasilientexte.de</link>
	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
	<lastBuildDate>Sun, 26 Feb 2023 11:57:53 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=4.1.42</generator>
	<item>
		<title>Rio+20. ARD-Monitor:&#8220;Versklavt und vertrieben. Die Verlierer des Biosprit-Booms&#8220;. TV-Film anklicken. Die Rolle der deutschen Banken in Brasiliens Zuckerrohrbranche. Warum Lula-Rousseff soviel Lob aus Europa bekommen. Wirtschaft und Ethik, fehlende Positionierungen von Merkel, Gauck etc&#8230;</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/02/monitorversklavt-und-vertrieben-die-verlierer-des-biosprit-booms-die-rolle-der-deutschen-banken-warum-lula-rousseff-soviel-lob-aus-europa-bekommen/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/02/monitorversklavt-und-vertrieben-die-verlierer-des-biosprit-booms-die-rolle-der-deutschen-banken-warum-lula-rousseff-soviel-lob-aus-europa-bekommen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 18:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Dilma Rousseff]]></category>
		<category><![CDATA[Ethanol]]></category>
		<category><![CDATA[Lula]]></category>
		<category><![CDATA[Zuckerrohr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/02/monitorversklavt-und-vertrieben-die-verlierer-des-biosprit-booms-die-rolle-der-deutschen-banken-warum-lula-rousseff-soviel-lob-aus-europa-bekommen/</guid>
		<description><![CDATA[http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2008/0612/biosprit.php5 http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/dieser-weltmarkt-heute-will-garnicht-wissen-ob-das-zuckerrohr-von-sklavenarbeitern-geerntet-wurde-ob-man-die-plantagen-umweltfeindlich-abfackelte-mario-mantovani-prasident-der-renommierten-umw/ http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/02/das-dieser-boom-auf-kosten-des-amazonas-regenwaldes-gehthalten-die-experten-fur-ausgeschlossen-das-handelsblatt-uber-eine-experten-diskussion-uber-zuckerrohr-ethanol-am-rande-der-deutsch-bra/ HSBC, Finanznachrichten: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/01/anlegerfernsehen-die-sicht-der-anderen-auf-brasilien-anklicken/ http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/28/multis-der-ersten-welt-verlagern-produktion-zunehmend-nach-brasilien-melden-landesmedien-billigstlohne-soziale-minimalstandards-und-zahme-gewerkschaften-sind-hauptvorteil-multis-aus-deutschland/ hhttp://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/02/brasiliens-rousseff-regierung-will-etwa-50-atomkraftwerke-bauen-anti-atom-filmfestival-in-rio-de-janeiro-und-sao-paulo-von-norbert-suchanek-organisiert/ “Biosprit” und die Selbstverbrennung von Francelmo  2005 verbrennt sich Francisco Anselmo de Barros, genannt Francelmo, selbst, um ein Zeichen gegen die immer brutalere Umwelt-und Naturvernichtung in Brasilien zu setzen. Francelmo ist einer der wichtigsten, bekanntesten Umweltaktivisten des Tropenlandes. Direkter Anlaß seines Protests ist die Ausweitung der Ethanolproduktion [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2008/0612/biosprit.php5">http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2008/0612/biosprit.php5</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/02/canabrand4.JPG" alt="canabrand4.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/dieser-weltmarkt-heute-will-garnicht-wissen-ob-das-zuckerrohr-von-sklavenarbeitern-geerntet-wurde-ob-man-die-plantagen-umweltfeindlich-abfackelte-mario-mantovani-prasident-der-renommierten-umw/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/dieser-weltmarkt-heute-will-garnicht-wissen-ob-das-zuckerrohr-von-sklavenarbeitern-geerntet-wurde-ob-man-die-plantagen-umweltfeindlich-abfackelte-mario-mantovani-prasident-der-renommierten-umw/</a></p>
<p>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/02/das-dieser-boom-auf-kosten-des-amazonas-regenwaldes-gehthalten-die-experten-fur-ausgeschlossen-das-handelsblatt-uber-eine-experten-diskussion-uber-zuckerrohr-ethanol-am-rande-der-deutsch-bra/</p>
<p><strong>HSBC, Finanznachrichten:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/01/anlegerfernsehen-die-sicht-der-anderen-auf-brasilien-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/01/anlegerfernsehen-die-sicht-der-anderen-auf-brasilien-anklicken/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/28/multis-der-ersten-welt-verlagern-produktion-zunehmend-nach-brasilien-melden-landesmedien-billigstlohne-soziale-minimalstandards-und-zahme-gewerkschaften-sind-hauptvorteil-multis-aus-deutschland/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/28/multis-der-ersten-welt-verlagern-produktion-zunehmend-nach-brasilien-melden-landesmedien-billigstlohne-soziale-minimalstandards-und-zahme-gewerkschaften-sind-hauptvorteil-multis-aus-deutschland/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/02/brasiliens-rousseff-regierung-will-etwa-50-atomkraftwerke-bauen-anti-atom-filmfestival-in-rio-de-janeiro-und-sao-paulo-von-norbert-suchanek-organisiert/">hhttp://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/02/brasiliens-rousseff-regierung-will-etwa-50-atomkraftwerke-bauen-anti-atom-filmfestival-in-rio-de-janeiro-und-sao-paulo-von-norbert-suchanek-organisiert/</a></p>
<p><strong>“Biosprit” und die Selbstverbrennung von Francelmo </strong></p>
<p><span id="more-8466"></span></p>
<p><strong>2005 verbrennt sich Francisco Anselmo de Barros, genannt Francelmo, selbst, um ein Zeichen gegen die immer brutalere Umwelt-und Naturvernichtung in Brasilien zu setzen. Francelmo ist einer der wichtigsten, bekanntesten Umweltaktivisten des Tropenlandes. Direkter Anlaß seines Protests ist die Ausweitung der Ethanolproduktion auf Kosten der Natur.Unter der Lula-Regierung erklärt Francelmo, „in Umweltfragen werden wir heute hintergangen durch Interessen schlechter Politiker, schlechter Unternehmer. In Bezug auf Brasilien sehen wir, wie das Schiff untergeht – doch niemand sagt etwas dagegen. In den Süden werden genmanipulierte Pflanzen eingeschmuggelt – und die Regierung unterstützt das. Brandrodungen in Amazonien – die Regierung ist unempfindlich, gleichmütig.  Es gibt Leute mit Landbesitz so groß wie ein Teilstaat – und es gibt die Landlosen. Der Rio Sao Francisco wird umgeleitet, statt ihn zu revitalisieren.“</strong><strong> Brasiliens Umweltministerin Marina Silva gehört einer großen Wunderheilersekte an – die Resultate von Silvas Politik sieht, spürt man in Amazonien genauso wie in Sao Paulo. </strong><strong>Europäische Alibi-Umwelt-und Menschenrechtsorganisationen, die der Öffentlichkeit vorgaukeln sollen, daß sich jemand für Natur und Bürgerrechte engagiert, belassen es wie im Falle der Selbstverbrennung Francelmos gewöhnlich bei Alibi-Erklärungen – echte, wirksame Aktionen werden, weil unerwünscht, unterlassen. Wie es um Deutschlands Natur, die biologische Vielfalt, die Artenentwicklung und den Schutz der Landschaften dank des „Engagements“ dieser teils hoch gesponserten Alibi-Organisationen steht, zeigen die Fakten überdeutlich. </strong><strong>Und daher ist auch Francelmo in Europa so gut wie unbekannt, wird sein Name, sein Protest in der Diskussion um „Todes-Sprit“ (Frei Betto) nur selten erwähnt. „Menschen ernähren, nicht Autos“, fordern hunderte Umweltgruppen Lateinamerikas, zudem einen EU-Verzicht auf Agrotreibstoffe wie Ethanol.  Doch Wirtschaftsinteressen von Minoritäten setzen sich durch – mehr Autos, mehr Agrotreibstoffe statt Schutz von Umwelt und Gesundheit.</strong></p>
<p><strong>Francelmo setzte sich auch für den bedrohten Nordost-Strom Rio Sao Francisco ein – 2005, im Jahr der Selbstverbrennung, startet dort Bischof Luiz Flavio Cappio seinen ersten Hungerstreik gegen jenes gigantische Umleitungsprojekt der Regierung.</strong></p>
<p><!--more--></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1375344/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1375344/</a></p>
<p><a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/210563/">http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/210563/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/28/lulas-einkommen-allein-als-ehrenprasident-der-arbeiterpartei-aufschlusreich-ist-der-vergleich-mit-dem-brasilianischen-mindestlohn-den-satzen-von-bolsa-familia-den-arbeiter-durchschnittslohnen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/28/lulas-einkommen-allein-als-ehrenprasident-der-arbeiterpartei-aufschlusreich-ist-der-vergleich-mit-dem-brasilianischen-mindestlohn-den-satzen-von-bolsa-familia-den-arbeiter-durchschnittslohnen/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/27/brasiliens-neue-menschenrechtsministerin-maria-do-rosario-definiert-das-tropenland-als-folterstaat-laut-landesmedieno-brasil-reconhece-a-existencia-e-a-presenca-da-tortura/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/27/brasiliens-neue-menschenrechtsministerin-maria-do-rosario-definiert-das-tropenland-als-folterstaat-laut-landesmedieno-brasil-reconhece-a-existencia-e-a-presenca-da-tortura/</a></p>
<p><!-- [if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!-- [if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p>Brasiliens Kirche appelliert an Europas Christen: Schweigt nicht zu diesen Zuständen hier. Hintergrund von 2008</p>
<p>Sklavenarbeit, Umweltvernichtung, teure Nahrungsmittel und Misere in Brasilien – für volle Auto-Tanks in europäischen Staaten wie Deutschland? Die katholische Kirche des Tropenlandes hat jetzt an die deutschen Gläubigen appelliert, zu den unmenschlichen Bedingungen bei der Erzeugung des Kraftstoffs Ethanol aus Zuckerrohr nicht zu schweigen. Padre Antonio Garcia Peres, Generalsekretär der brasilianischen Wanderarbeiter-Seelsorge, sagte, die deutschen Kirchen müßten die Öffentlichkeit über die gravierenden Hintergründe und Folgen der Ethanolproduktion aufklären, vor allem brutale Menschenrechtsverletzungen  sowie Umweltzerstörung anprangern. Padre Peres lebt, arbeitet seit vielen Jahren nahe der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo mitten in einer traditionellen Landwirtschaftsregion. „Die Böden im Teilstaat Sao Paulo zählen zu den fruchtbarsten der Erde – deshalb wurden hier früher alle wichtigen Grundnahrungsmittel, von Bohnen bis Reis, Getreide aller Art, angebaut. Wenn ich mich jetzt umschaue – ein wahrer Ozean von Zuckerrohr zur Ethanolerzeugung. Es ist der reine Wahnsinn – pure Geld-und Profitgier hat diesen absolut verrückten Ethanolboom ausgelöst, das muß man entlarven!“ Durch die Ethanolproduktion werde die Nahrungserzeugung stark reduziert, erhöhten sich die Lebensmittelpreise. In Sao Paulo, Brasiliens größter Stadt, seien schwarze Bohnen, ein wichtiges, sehr nährstoffhaltiges Grundnahrungsmittel im Lande, in den letzten zwölf Monaten um 168 Prozent verteuert worden. Mit  zunehmenden Ethanolexporten  auch nach Deutschland  werde all diese negative Entwicklung weiter forciert.</p>
<p>Ist das die einsame Position eines Provinzpadres, der die Welt, die neuen Zeiten nicht mehr versteht? Schließlich rühmt auch Deutschlands Wirtschaft jenes Ethanol als „Biosprit“, als sauber, umweltfreundlich, fortschrittlich. Padre Peres ist längst gefragter Experte, reist häufig in europäische Länder, wird von Nichtregierungsorganisationen ebenso wie von der UNO regelmäßig konsultiert. Nicht zufällig nennt diese die Erzeugung von Agro-Treibstoffen sogar „ein Verbrechen gegen die Menschheit“ – Lateinamerika werde ebenfalls von der neuen, weltweiten Hunger-und Nahrungsmittelkrise erfaßt.  Padre Peres hat die gesamte Bischofskonferenz Brasiliens hinter sich, arbeitet eng mit kirchlichen, nicht-kirchlichen Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten zusammen. Und beruft sich stets auf Jesus Christus: „Er hat uns gelehrt, brüderlich zu handeln, für christliche Werte zu kämpfen. Kirche darf nicht heißen, nur Gottesdienste zu zelebrieren, eine leere Spiritualität zu predigen. Echter Glaube zeigt sich in der täglichen Praxis! Deshalb darf die Kirche jetzt Jesus Christus nicht verraten, darf nicht mithelfen, diese unerträglichen Zustände zu verstecken oder zu bemänteln, sondern muß ganz im Sinne von Jesus klar Position beziehen, muß informieren und hinterfragen, hat dort in Deutschland jetzt eine ganz wichtige Rolle.“ Vor dem Hintergrund der Nahrungskrise müßten die Kirchen zudem ein weltweites Netz der Solidarität knüpfen, auf die Einhaltung der Menschenrechte dringen. „Die Wohnlager der Zuckerrohrarbeiter erinnern mich an deutsche KZs – nur durch abstoßendes, inhumanes Sozialdumping sind brasilianisches Ethanol, brasilianischer Zucker auf dem Weltmarkt so billig!“</p>
<p>Padre Peres beobachtet, wie nicht nur im Teilstaate Sao Paulo mit seinen deutschen Auto-Multis von VW bis Mercedes-Benz europäische, darunter deutsche Investoren Milliarden Euro in die Ethanolerzeugung stecken. „Pflegt man in Deutschland nicht diesen wunderschönen Diskurs von der sozialen Verpflichtung des Eigentums, vom Wert des human factor – vergißt das aber in Brasilien?“, fragt er ironisch. Und richtet auch an die Investoren einen Appell:“Sie dürfen nicht nur auf rasche Superprofite schauen, sondern müssen hier beim Respektieren von Menschenrechtsnormen und Sozialstandards ein Beispiel geben! Mit Menschenleben darf man nicht spielen – Investoren sollten sich nicht zu Komplizen skandalöser Zustände machen!“</p>
<p>Brasilien ist die zehntgrößte Wirtschaftsnation, Sao Paulo ihr reichster , ökonomisch führender Teilstaat. „Und dennoch verdeckte Sklaverei, viele Arbeiter sterben vor Erschöpfung!“ Kaum zu fassen, aber Zuckerrohrarbeiter auf den endlosen Plantagen verdienen monatlich allerhöchstens umgerechnet etwa 300 Euro. Wer als Zuckerrohrschneider mit dem schweren Haumesser pro Tag nicht mindestens acht Tonnen schafft, fliegt raus. Immer mehr Arbeiter nehmen deshalb harte Drogen wie Crack, um durchzuhalten, die körperlichen Schmerzen zu ertragen. „Das sind bitterarme, häufig schlecht ernährte Wanderarbeiter aus dem tausende Kilometer entfernten Nordosten – man braucht sich nur vorzustellen, wie die am Ende des Arbeitstages aussehen – fix und fertig!“ Unter den Zuckerrohrplantagen liegt das bis Argentinien reichende, weltgrößte Süßwasservorkommen. „Das wird durch den massiven Pestizideinsatz kontaminiert.“</p>
<p>Über dreitausend Kilometer von Padre Peres entfernt, fordert in Amazonien der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler sogar einen Stopp für weitere Zuckerrohrplantagen, kritisiert den Ethanolboom ebenfalls scharf. „Wer im Weg ist, wird erschossen“, sagt Kräutler zu den vielen Morden an Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten, die sich den Vernichtern der Schöpfung in den Weg stellten. Der Bischof selbst überlebte Attentate, ist von Mord bedroht, wird rund um die Uhr durch Polizisten bewacht. Daß man in Europa meist so gleichgültig gegenüber den Zuständen in Lateinamerika ist, erbittert ihn. „Es ist kurzsichtig zu sagen, damit habe ich nichts zu tun! Wir sind in einer einzigen Welt. Wir tragen auch Verantwortung für andere Teile der Welt und die Menschen, die dort leben. Gerechtigkeit heißt, daß wir uns gerade für diese Völker, die heute im Abseits stehen, einsetzen – und das ist auch Aufgabe der Kirche. Profitgier zerstört Amazonien!“</p>
<p>Aber was stimmt denn nun? Deutsche Politiker, deutsche Wirtschaftsexperten sagen doch immer, die Ethanolproduktion schädige Brasiliens Regenwälder nicht, in Amazonien wachse gar kein Zuckerrohr, nur viel weiter südlich – und Brasiliens Staatschef Lula sagt das auch. Der französische Menschenrechtsanwalt und Franziskaner Xavier Plassat, der in Brasilien die Anti-Sklaverei-Aktionen der Bischofskonferenz leitet, widerspricht  diesen „Experten“ und auch Lula:“Das ist die Unwahrheit. Lula sagte all dies in Europa just an dem Tag, als auf einer Zuckerrohrplantage in Amazonien über eintausend Sklavenarbeiter befreit worden sind! Ein alter Hut, daß in vier Amazonas-Teilstaaten seit Jahren Zuckerrohr angebaut wird!“</p>
<p>Moment mal: Sagen nicht Lula, seine zu einer Wunderheilersekte zählende Umweltministerin Marina Silva, zudem europäische Politiker nicht immer, Ethanol-Treibstoff werde nachhaltig erzeugt, europäische Nachhaltigkeitskriterien für den Ethanol-Import würden bereits erfüllt? „Allein der massive Einsatz von Sklavenarbeitern bei der Ethanolerzeugung beweist, daß von Nachhaltigkeit keine Rede sein kann“, betont Padre Antonio Canuto, Generalsekretär der bischöflichen Landpastoral (CPT). „Wenn unsere Ministerin Marina Silva der deutschen Seite erklärt, daß die Ethanolproduktion weder zu Lasten des Regenwaldes noch der Nahrungserzeugung gehe, sagt sie nicht die Wahrheit!“ Roberto Malvezzi, Umweltexperte der Bischofskonferenz und Misereor-Partner, ist gerade von einer Vortragsreise durch Deutschland zurückgekehrt, stimmt im Interview Padre Canuto zu, weist auf die grauenhafte Ausbeutung ungezählter Sklavenarbeiter. „Der Zuckerrohranbau zerstört nicht nur Amazonien, sondern auch unsere wertvollen Savannenregionen und das Pantanal!“ In dieses tierreichste Feuchtgebiet der Erde reisen auch viele europäische Touristen – manche bemerken, wie man auch das zerstört. Dort hatte sich bereits 2005 der bekannte brasilianische Umweltaktivist Francisco Barros aus Protest gegen die forcierte naturvernichtende Ethanolproduktion selbst verbrannt.</p>
<p>Hintergrund:</p>
<h1>Fünf Schritte zurück</h1>
<h2>NGOs protestieren gegen die Schlußdokumente der &#8222;Rio + 5&#8243;-Konferenz</h2>
<p><strong>Vom 13.-19.3. tagte der Earth Council unter dem Titel &#8222;Rio+5&#8243; in Rio de Janeiro. Eingeladen waren dazu VertreterInnen von NGOs, Privatwirtschaft, Gewerkschaften, Frauen, indigenen Völkern, Landwirtschaft, Wissenschaft sowie von Regierungen und UN-Organisationen. Die Konferenz diente der Vorbereitung der Sondergeneralversammlung der UNO, die im Juni 1997 in New York stattfinden und die Umsetzung der Rio-Beschlüsse von 1992 unter die Lupe nehmen wird.</strong></p>
<p><strong>Am Ende der internationalen Konferenz, die eine Woche lang am Zuckerhut über Fortschritte und Rückschläge seit dem UN-Umweltgipfel von 1992 beriet, kam es zum Eklat: Vor Weltbankberater Maurice Strong, der die damalige wie die jetzige Veranstaltung leitete, protestierten NGO-VertreterInnen lautstark gegen die Schlußdokumente und zerrissen sie.<br />
Die Papiere enthielten die offiziellen Empfehlungen für die Vereinten Nationen &#8211; erarbeitet in einjährigen Konsultationen mit Regierungen, Unternehmen, Banken, Experten und den NGOs und verfeinert auf der &#8222;Rio+5&#8243;-Konferenz. Die regierungsunabhängigen Organisationen und selbst der Vertreter der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika betonten, die Empfehlungen seien zu allgemein, zudem oberflächlich und die hochinteressanten Workshop-Resultate von &#8222;Rio+5&#8243; habe man schlichtweg unterschlagen.<br />
Liszt Vieira, Präsident des Instituts für Ökologie und Entwicklung und einer der führenden Unweltexperten Brasiliens kommentierte: &#8222;Die Kritik am Welthandel, an Marktwirtschaft, Globalisierung und zerstörerischer Landwirtschaft tauchte in den Schlußdokumenten nicht mehr auf. In den Workshops dominierten die Positionen der Zivilgesellschaft und der NGOs &#8211; in den Empfehlungen dagegen jene von Maurice Strong, den Regierungen und Unternehmern. `Rio+5` endete schlecht.&#8220; Laut Vieira mußte Strong jedoch nachgeben und die Dokumente zurückziehen, was für die gewachsene Stärke der Zivilgesellschaft und der regierungsunabhängigen Organisationen spreche.</strong></p>
<p>Ignoranz der Presse</p>
<p>Auf dem Gipfel 1992 standen Staatschefs und Minister im Rampenlicht &#8211; aus ihren Versprechen und Absichtserklärungen schlossen viele, daß auf dem Erdball nun unwiderruflich die Ära der nachhaltigen Entwicklung begonnen habe. Selbst Strong mußte nunmehr auf der &#8222;Rio+5&#8243;-Konferenz einräumen, daß die Regierungen im Gegensatz zu den NGOs ihre Zusagen von damals nicht einhielten. So steht Gastgeberland Brasilien weiterhin an der Spitze der waldvernichtenden Staaten. <strong><br />
Die internationalen NGOs veranstalteten 1992 etwa dreißig Kilomenter vom eigentlichen Umweltgipfel entfernt, ihren Alternativgipfel &#8222;Global Forum&#8220;, wurden von den Medien belächelt, kaum ernstgenommen. Auf der &#8222;Rio + 5&#8243;-Konferenz waren die &#8222;Regierungsunabhängigen&#8220; stark vertreten, sie mußten daher gehört werden. Indessen fuhren die großen privaten Weltmedien ebenso wie die Presse Brasiliens einen sehr ähnlichen Kurs wie 1992: Gerade bei den komplexen Diskussionen und der Vorstellung der Workshopberichte waren ReporterInnen und marktbeherrschende internationale Nachrichtenagenturen nicht präsent, wurde somit nichts übermittelt. Damit entstand auch bei der europäischen Presse der Eindruck, &#8222;Rio+5&#8243; sei ein unwichtiges, uninteressantes Ereignis. Volle Pressekkonferenzen hatten nur Prominente wie Michail Gorbatschow oder Weltbankpräsident James Wolfensohn, die indessen nur hinlänglich Bekanntes äußerten.</strong></p>
<p>Der Gang in die falsche Richtung</p>
<p>Die Standpunkte der NGOs lassen sich wie folgt zusammenfassen: Umweltschonende, nachhaltige Entwicklung auf dem Erdball wird ihrer Ansicht nach durch die heute vorherrschenden globalen Wirtschaftsstrukturen keineswegs gefördert, sondern vielmehr verhindert. In der Dritten Welt getätigte Investitionen bedeuteten eine Art neuer Kolonialisierung und schafften vor Ort ein Machtungleichgewicht. Dies insbesondere dadurch, daß sich die Industrien über die lokale Bevölkerung hinwegsetzten und die multinationalen Unternehmen über ihre weltweiten Aktivitäten nicht ausreichend Rechenschaft ablegten. <strong><br />
Zwar würden die regierungsunabhängigen Organisationen mittlerweile von Regierungen und der Wirtschaft tatsächlich mehr konsultiert, doch ihre Vorschläge und Projektideen dann oft nicht im geringsten berücksichtigt. Globale Entscheidungen, wie beispielsweise die durch die Welthandelsorganisation (WHO) getroffenen, führten in die falsche Richtung: Den Lebens-, Konsum-, und Produktionsstil des Nordens zu globalisieren sei ökologisch nicht tragbar. Pervers sei deshalb, von den Ländern des Südens zu verlangen, ihn zu kopieren &#8211; letztlich nur mit dem Zweck, dem Norden neue Absatzmärkte zu verschaffen. Den Regierungen fehle es schließlich am politischen Willen und Interesse, das ökologisch Notwendige zu tun.<br />
Als Beweis letzterer These diente zuletzt eine Äußerung des bei den Regierungen der Ersten Welt hochangesehenen brasilianischen Staatschefs Fernando Henrique Cardoso: Vor den über 500 KonferenzteilnehmerInnen erklärte er, man sei durch Satellitenaufnahmen über Abholzung und Brandrodung in Amazonien detailliert informiert. Indessen sehe sich die brasilianische Regierung einfach nicht in der Lage, diese zu stoppen. Der Umweltaktivist Vieira bemerkte dazu nur, diese Äußerung werde Cardoso noch &#8222;teuer zu stehen kommen&#8220;.<br />
Denn nicht nur Brasiliens NGOs halten Cardosos Argument für unsinnig, wonach in den Amazonasregionen der Staat fast nicht präsent sei und die Kontrollinstanzen unfähig seien, den Gesetzen Achtung zu verschaffen. Vielmehr sind in den betreffenden Teilstaaten politische Bündnispartner des Staatschefs am Ruder, die Interessen von Großgrundbesitzern und Holzfirmen vertreten. An Streitkräften, Polizei und Justiz, Umweltschutzbehörden sowie an Finanzmitteln fehlt es nicht. Brasilien ist schließlich die zehntgrößte Wirtschaftsnation und das Land gilt bei Investoren als großer Wachstumsmarkt &#8211; deutsche multinationale Unternehmen erbringen etwa 15 Prozent der gesamten Industrieproduktion.</strong></p>
<p>Draußen das Terrorregime</p>
<p>Im noblen Sheraton-Hotel machte sich die Konferenz im Umweltkontext auch für die Menschenrechte stark. Nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte seien untrennbar miteinander verbunden. Draußen, in den angrenzenden Slums, wurden sie unterdessen auf barbarische Weise verletzt: Todesschwadrone und das organisierte Verbrechen hielten ihr Terrorregime aufrecht. An jedem Konferenztag berichteten die Zeitungen darüber &#8211; zum Teil mit Großfotos über Geköpfte und lebendig Verbrannte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/02/monitorversklavt-und-vertrieben-die-verlierer-des-biosprit-booms-die-rolle-der-deutschen-banken-warum-lula-rousseff-soviel-lob-aus-europa-bekommen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Uraltbekanntes in neuer Studie über Amazonas-Regenwaldzerstörung durch Agrotreibstoff-Förderung. Mechanismen seit mehreren Jahren bestens bekannt, auch von Brasiliens Kirche permanent angeprangert. John-Stanmeyer-Fotos über gelegte Urwaldbrände.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/uraltbekanntes-in-neuer-studie-uber-amazonas-regenwaldzerstorung-durch-agrotreibstoff-forderung-mechanismen-seit-mehreren-jahren-bestens-bekannt-auch-von-brasiliens-kirche-permanent-angeprangert/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/uraltbekanntes-in-neuer-studie-uber-amazonas-regenwaldzerstorung-durch-agrotreibstoff-forderung-mechanismen-seit-mehreren-jahren-bestens-bekannt-auch-von-brasiliens-kirche-permanent-angeprangert/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 12:09:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[CPT]]></category>
		<category><![CDATA[Ethanol]]></category>
		<category><![CDATA[John Stanmeyer]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Mantovani]]></category>
		<category><![CDATA[Regenwaldvernichtung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/uraltbekanntes-in-neuer-studie-uber-amazonas-regenwaldzerstorung-durch-agrotreibstoff-forderung-mechanismen-seit-mehreren-jahren-bestens-bekannt-auch-von-brasiliens-kirche-permanent-angeprangert/</guid>
		<description><![CDATA[http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-02/studie-biosprit-urwald http://www.pnas.org/content/early/2010/02/02/0907318107.abstract Bischöfliche Bodenpastoral CPT bereits 2008: &#8222;Der CPT-Generalsekretär, Priester Antonio Canuto, sagte in Goiania, die Herstellung von Ethanol fördere die Amazonas-Zerstörung und senke die Lebensmittelproduktion. &#8222;Es gibt kein Umweltbewußtsein in Brasilien &#8211; die Kultur des Landes ist Zerstörung.&#8220; Mario Mantovani, SOS Atlantica &#8222;Öko&#8220;-Abfackeln von Zuckerrohrblättern &#8211; Feuer greift auf Wald und Buschland über. http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-02/studie-biosprit-urwald">http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2010-02/studie-biosprit-urwald</a></p>
<p><a href="http://www.pnas.org/content/early/2010/02/02/0907318107.abstract">http://www.pnas.org/content/early/2010/02/02/0907318107.abstract</a></p>
<p><strong>Bischöfliche Bodenpastoral CPT bereits 2008: &#8222;Der CPT-Generalsekretär, Priester Antonio Canuto, sagte in Goiania, die Herstellung von Ethanol fördere die Amazonas-Zerstörung und senke die Lebensmittelproduktion. </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/02/mantovanimario.JPG" alt="mantovanimario.JPG" /></p>
<p><strong>&#8222;Es gibt kein Umweltbewußtsein in Brasilien &#8211; die Kultur des Landes ist Zerstörung.&#8220; Mario Mantovani, SOS Atlantica</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/01/canabrand3.JPG" alt="canabrand3.JPG" /></p>
<p><strong>&#8222;Öko&#8220;-Abfackeln von Zuckerrohrblättern &#8211; Feuer greift auf Wald und Buschland über.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/</a></p>
<p><span id="more-4611"></span></p>
<p><strong>Wenn Brasiliens Umweltministerin Marina Silva gegenüber ihrem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel in Brasilia indessen erkläre, daß die Ethanolerzeugung weder zu Lasten des Regenwaldes noch der Nahrungsmittelherstellung gehe, sage die Ministerin nicht die Wahrheit. Verschiedene neue Studien, so Priester Canuto, belegten eindeutig, daß in Amazonien immer mehr Zuckerrohr zur Agrotreibstoffproduktion angebaut werde. In den südlicheren Landesteilen werde auf früheren Weideflächen massiv Zuckerrohr gepflanzt, sodaß sich die Viehzucht nach Amazonien verlagere. Auch dadurch habe sich die illegale Abholzung stark beschleunigt.&#8220;</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/29/agrotreibstoff-auserungen-der-umweltminister-deutschlands-und-brasiliens-laut-bischoflicher-bodenpastoralcpt-komplett-falsch-massiver-einsatz-von-sklavenarbeitern-verstost-gegen-nachhaltigkeits/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/29/agrotreibstoff-auserungen-der-umweltminister-deutschlands-und-brasiliens-laut-bischoflicher-bodenpastoralcpt-komplett-falsch-massiver-einsatz-von-sklavenarbeitern-verstost-gegen-nachhaltigkeits/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/17/ethanol-treibstoffproduktion-aus-zuckerrohr-zerstort-amazonien-verletzt-menschenrechte-gravierend-neues-dossier-der-bischoflichen-bodenpastoralcpt-und-rede-social/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/17/ethanol-treibstoffproduktion-aus-zuckerrohr-zerstort-amazonien-verletzt-menschenrechte-gravierend-neues-dossier-der-bischoflichen-bodenpastoralcpt-und-rede-social/</a></p>
<p><!--adsense--></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/19/aus-aktuellem-anlas-der-bundestagsanhorung-uber-biomasse-eine-neue-analyse-des-brasilianischen-befreiungstheologen-und-dominikaners-frei-bettobiotreibstoff-ist-todes-sprit/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/19/aus-aktuellem-anlas-der-bundestagsanhorung-uber-biomasse-eine-neue-analyse-des-brasilianischen-befreiungstheologen-und-dominikaners-frei-bettobiotreibstoff-ist-todes-sprit/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/17/bio-treibstoff-ist-todes-sprit-aus-aktuellem-anlas-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-frei-betto-der-text-von-2007-hatte-sogar-in-mitteleuropaischen-parlamenten-fur-plenardiskussionen-ge/#more-1249">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/17/bio-treibstoff-ist-todes-sprit-aus-aktuellem-anlas-brasiliens-wichtigster-befreiungstheologe-frei-betto-der-text-von-2007-hatte-sogar-in-mitteleuropaischen-parlamenten-fur-plenardiskussionen-ge/#more-1249</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/index.php?s=Frei+Betto+Todes-Sprit">http://www.hart-brasilientexte.de/index.php?s=Frei+Betto+Todes-Sprit</a></p>
<p><strong>Mario Mantovani:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/24/es-gibt-kein-umweltbewustsein-in-brasilien-die-kultur-des-landes-ist-zerstorung-mario-mantovani-umweltexperte-nao-ha-consciencia-ecologica-no-pais-a-cultura-do-brasil-e-de-degradacao/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/24/es-gibt-kein-umweltbewustsein-in-brasilien-die-kultur-des-landes-ist-zerstorung-mario-mantovani-umweltexperte-nao-ha-consciencia-ecologica-no-pais-a-cultura-do-brasil-e-de-degradacao/</a></p>
<p><strong>John-Stanmeyer-Fotos:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/08/john-stanmeyer-fotos-von-brandrodungen-in-brasilien-anklicken-warum-die-lula-regierung-alles-richtig-macht-siehe-weltwirtschaftsforum-davos-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/08/john-stanmeyer-fotos-von-brandrodungen-in-brasilien-anklicken-warum-die-lula-regierung-alles-richtig-macht-siehe-weltwirtschaftsforum-davos-2010/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/07/amazonas-musiktheater-in-drei-teilen-munchner-biennale-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/07/amazonas-musiktheater-in-drei-teilen-munchner-biennale-2010/</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/09/uraltbekanntes-in-neuer-studie-uber-amazonas-regenwaldzerstorung-durch-agrotreibstoff-forderung-mechanismen-seit-mehreren-jahren-bestens-bekannt-auch-von-brasiliens-kirche-permanent-angeprangert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8222;Greenwashing für Biosprit aufgedeckt&#8220;. Befreiungstheologe Frei Betto zu &#8222;Todessprit&#8220;. Deutsch-brasilianische Atomkooperation und Bundestagsparteien. Brasilien plant über 50 AKW.  Günter Nooke. &#8222;Biosprit&#8220; vergiftet Luft mehr als Benzin bei Flex-Autos, laut Studie.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/13/greenwashing-fur-biosprit-aufgedeckt-befreiungstheologe-frei-betto-zu-todessprit/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/13/greenwashing-fur-biosprit-aufgedeckt-befreiungstheologe-frei-betto-zu-todessprit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 14:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[]]></category>
		<category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Ethanol]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Betto]]></category>
		<category><![CDATA[Lula]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Trittin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/13/greenwashing-fur-biosprit-aufgedeckt-befreiungstheologe-frei-betto-zu-todessprit/</guid>
		<description><![CDATA[Heise-Text über Greenwashing: http://www.heise.de/tp/blogs/2/141952 Zuckerrohrtreibstoff Ethanol  umweltfreundlich? http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/17/alkohol-sprit-vergiftet-luft-viel-starker-als-benzin-bei-flex-autos-laut-neuen-studien-achtmal-mehr-ozon-bildende-stoffe-ausgestosen-bio-sprit-ist-todes-spritfrei-betto/ Abbrennen von Zuckerrohrblättern vor der Ernte des Rohrschafts &#8211; Region Penedo, Nordostbrasilien 2011.  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/ Flugaffären: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/13/wie-okologisch-tickt-umweltminister-gabriel-wirklichdie-trittin-kunast-flugaffare/ Hintergrund: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/bioenergien-sind-bio-oder-bio-treibstoff-ist-todessprit1/#more-57 http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/biosprit-macht-hunger-inkota-netzwerk-contra-bundesumweltminister-gabriel/#more-353 http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/angela-merkel-verlangert-zweifelhaftes-atomabkommen-mit-brasilien-kritisiert-hannoversche-allgemeine/#more-530 Menschenrechtslage beim &#8222;strategischen Partner&#8220; Brasilien: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/ http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/15/lula-regierung-plant-uber-50-atomkraftwerke/ &#8222;Grüner Rezzo Schlauch berät Atomkonzern&#8220;:http://www.i-st.net/~buendnis/x_jo/msg00121.html http://www.energieverbraucher.de/de/Umwelt-Politik/Politik/Deutschland/Machtkartell-der-Energiewirtschaft__1404/ContentDetail__5074/ http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/11/im-naturschutz-brachte-die-wende-einen-ruckfall-in-die-steinzeit-dr-michael-stubbe-universitat-halle-wende-ziele-wende-resultate-in-der-natur/ http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/05/lulas-vielgelobte-umweltpolitik-brasilianische-und-internationale-ngo-kritisieren-demontage-des-umweltschutzes-o-luto-dos-ambientalistas/ Auf der Weltrangliste jener Länder mit der größten Zahl bedrohter Vogelarten steht Brasilien [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heise-Text über Greenwashing:</strong> <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/2/141952">http://www.heise.de/tp/blogs/2/141952</a></p>
<p><strong>Zuckerrohrtreibstoff Ethanol  umweltfreundlich?</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/17/alkohol-sprit-vergiftet-luft-viel-starker-als-benzin-bei-flex-autos-laut-neuen-studien-achtmal-mehr-ozon-bildende-stoffe-ausgestosen-bio-sprit-ist-todes-spritfrei-betto/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/17/alkohol-sprit-vergiftet-luft-viel-starker-als-benzin-bei-flex-autos-laut-neuen-studien-achtmal-mehr-ozon-bildende-stoffe-ausgestosen-bio-sprit-ist-todes-spritfrei-betto/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/01/canabrand1.JPG" alt="canabrand1.JPG" /></p>
<p>Abbrennen von Zuckerrohrblättern vor der Ernte des Rohrschafts &#8211; Region Penedo, Nordostbrasilien 2011.  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/</a></p>
<p><strong>Flugaffären:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/13/wie-okologisch-tickt-umweltminister-gabriel-wirklichdie-trittin-kunast-flugaffare/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/13/wie-okologisch-tickt-umweltminister-gabriel-wirklichdie-trittin-kunast-flugaffare/</a></p>
<p><strong>Hintergrund:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/bioenergien-sind-bio-oder-bio-treibstoff-ist-todessprit1/#more-57">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/bioenergien-sind-bio-oder-bio-treibstoff-ist-todessprit1/#more-57</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/biosprit-macht-hunger-inkota-netzwerk-contra-bundesumweltminister-gabriel/#more-353">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/biosprit-macht-hunger-inkota-netzwerk-contra-bundesumweltminister-gabriel/#more-353</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/angela-merkel-verlangert-zweifelhaftes-atomabkommen-mit-brasilien-kritisiert-hannoversche-allgemeine/#more-530">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/20/angela-merkel-verlangert-zweifelhaftes-atomabkommen-mit-brasilien-kritisiert-hannoversche-allgemeine/#more-530</a></p>
<p><strong>Menschenrechtslage beim &#8222;strategischen Partner&#8220; Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/15/lula-regierung-plant-uber-50-atomkraftwerke/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/09/15/lula-regierung-plant-uber-50-atomkraftwerke/</a></p>
<p><strong>&#8222;Grüner Rezzo Schlauch berät Atomkonzern&#8220;:</strong><a href="http://www.i-st.net/~buendnis/x_jo/msg00121.html">http://www.i-st.net/~buendnis/x_jo/msg00121.html</a></p>
<p><a href="http://www.energieverbraucher.de/de/Umwelt-Politik/Politik/Deutschland/Machtkartell-der-Energiewirtschaft__1404/ContentDetail__5074/">http://www.energieverbraucher.de/de/Umwelt-Politik/Politik/Deutschland/Machtkartell-der-Energiewirtschaft__1404/ContentDetail__5074/</a></p>
<p><span id="more-2609"></span></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/11/im-naturschutz-brachte-die-wende-einen-ruckfall-in-die-steinzeit-dr-michael-stubbe-universitat-halle-wende-ziele-wende-resultate-in-der-natur/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/11/im-naturschutz-brachte-die-wende-einen-ruckfall-in-die-steinzeit-dr-michael-stubbe-universitat-halle-wende-ziele-wende-resultate-in-der-natur/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/05/lulas-vielgelobte-umweltpolitik-brasilianische-und-internationale-ngo-kritisieren-demontage-des-umweltschutzes-o-luto-dos-ambientalistas/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/05/lulas-vielgelobte-umweltpolitik-brasilianische-und-internationale-ngo-kritisieren-demontage-des-umweltschutzes-o-luto-dos-ambientalistas/</a></p>
<p><strong>Auf der Weltrangliste jener Länder mit der größten Zahl bedrohter Vogelarten steht Brasilien an erster Stelle, meldet das brasilianische Nachrichtenmagazin &#8222;Veja&#8220; &#8211; Hinweis auf die unter Lula und seiner langjährigen Umweltministerin Marina Silva betriebenen Umweltpolitik.</strong></p>
<p><a href="http://www.amnesty.de/journal/2009/juni/kolumne-kopf-unter-wasser">http://www.amnesty.de/journal/2009/juni/kolumne-kopf-unter-wasser</a></p>
<p><strong>Krieg und Umweltvernichtung in Europa:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/24/es-begann-mit-einer-luge-wdr-film-uber-den-krieg-gegen-jugoslawien/</a></p>
<p><strong>&#8222;Wer nicht täuschen kann, soll nicht Politiker werden.&#8220; Konrad Adenauer, zitiert nach Weimarer Taschenbuchverlag.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/09/freiburgspruchwesbrot.jpg" alt="freiburgspruchwesbrot.jpg" /></p>
<p><strong>Brasiliens Amazonas-Staudammprojekte und die angeblich saubere Energie aus Wasserkraft:</strong><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1480331/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1480331/</a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1081848/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1081848/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1375344/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1375344/</strong></a></p>
<p><!--more--></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/brasiliens-amazonas-staudammprojekt-belo-monte-protestvideo-von-schauspielern-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/brasiliens-amazonas-staudammprojekt-belo-monte-protestvideo-von-schauspielern-anklicken/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/12/brasiliens-massive-brandrodungen-wie-jedes-jahr-nasa-foto-zeigt-das-ausmas-anklicken-viel-lob-fur-brasilias-regierungspolitik-aus-europa/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/10/12/brasiliens-massive-brandrodungen-wie-jedes-jahr-nasa-foto-zeigt-das-ausmas-anklicken-viel-lob-fur-brasilias-regierungspolitik-aus-europa/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/06/uber-die-halfte-der-brasilianischen-savannenwaldercerrado-bereits-abgeholzt-in-der-amtszeit-von-umweltministerin-marina-silva-rund-100000-quadratkilometer-zerstort/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/06/uber-die-halfte-der-brasilianischen-savannenwaldercerrado-bereits-abgeholzt-in-der-amtszeit-von-umweltministerin-marina-silva-rund-100000-quadratkilometer-zerstort/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/19/rindfleischexport-in-die-eu-fordert-amazonasvernichtung-laut-umweltexperten-weiter-kein-thema-beim-eu-lateinamerika-gipfel-in-madrid-sklavenarbeit-als-starker-kostensenkungsfaktor-ebenfalls-ausgek/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/19/rindfleischexport-in-die-eu-fordert-amazonasvernichtung-laut-umweltexperten-weiter-kein-thema-beim-eu-lateinamerika-gipfel-in-madrid-sklavenarbeit-als-starker-kostensenkungsfaktor-ebenfalls-ausgek/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/30/holzfirmen-spenden-an-lulas-arbeiterpartei-pt-im-gegenzug-illegale-abholzung-in-amazonien-erlaubt-laut-veja/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/30/holzfirmen-spenden-an-lulas-arbeiterpartei-pt-im-gegenzug-illegale-abholzung-in-amazonien-erlaubt-laut-veja/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1247712/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1247712/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/09/aktiver-klimaschutz-in-brasilien-vielgelobt-in-europa-neue-daten-zum-abbrennen-von-zuckerrohrplantagen-allein-im-nordosten-des-teilstaat-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/09/aktiver-klimaschutz-in-brasilien-vielgelobt-in-europa-neue-daten-zum-abbrennen-von-zuckerrohrplantagen-allein-im-nordosten-des-teilstaat-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/05/philipfearnside1.jpg" alt="philipfearnside1.jpg" /></p>
<p><strong>Belo-Monte-Kritiker Philip Fearnside, Biologe. Viele Fearnside-Texte, anklicken:<a href="http://philip.inpa.gov.br/publ_livres/lista%20aberta.htm">http://philip.inpa.gov.br/publ_livres/lista%20aberta.htm</a></strong></p>
<p><strong>“Alles organische Material, Kohlenstoff im Boden, Bäume und Wasserpflanzen zersetzen sich auf dem Grund des Stausees – das Wasser dort ist also unter hohem Druck stark methanhaltig. Die Turbinen bekommen ihr Wasser von dort – ebenso der Sicherheitsablauf für überschüssiges Wasser, das dann wie aus einer Badewanne nach unten abfließt. Die Wassermassen treiben unter hohem Druck die Turbinen – und gelangen dann plötzlich an die freie Atmosphäre. Die im Wasser gebundenen Gase, darunter Methan, zischen in Bläschen heraus – deshalb mein Vergleich mit der Colaflasche. Und so wird der Treibhauseffekt gefördert. In Amazonien wirken Wasserkraftwerke häufig schädlicher, negativer, als die zur Elektrizitätsgewinnung verbrannten fossilen Energieträger.“ (Fearnside im Website-Interview)</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/erneut-zwei-abholzungsgegner-amazoniens-ermordet-fall-mit-der-liquidierung-der-nordamerikanischen-umweltaktivistin-dorothy-stang-von-2005-verglichen-morde-wiederum-im-amazonas-teilstaat-para/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/24/erneut-zwei-abholzungsgegner-amazoniens-ermordet-fall-mit-der-liquidierung-der-nordamerikanischen-umweltaktivistin-dorothy-stang-von-2005-verglichen-morde-wiederum-im-amazonas-teilstaat-para/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/21/brasilien-will-abholzung-stoppen-stuttgarter-nachrichten-was-seit-jahrhunderten-bekanntermasen-noch-nie-gelangmedienqualitat-heute/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/21/brasilien-will-abholzung-stoppen-stuttgarter-nachrichten-was-seit-jahrhunderten-bekanntermasen-noch-nie-gelangmedienqualitat-heute/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/19/lulas-erbe-voraussehbarer-skandal-um-stark-gestiegene-illegale-amazonasvernichtung-und-den-machtigsten-minister-der-neuen-rousseff-regierung-antonio-palocci-machen-in-brasilien-schlagzeilen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/19/lulas-erbe-voraussehbarer-skandal-um-stark-gestiegene-illegale-amazonasvernichtung-und-den-machtigsten-minister-der-neuen-rousseff-regierung-antonio-palocci-machen-in-brasilien-schlagzeilen/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/amazonas-abholzung-nimmt-unter-rousseff-regierung-stark-zu-laut-satellitenmessungen-prasidentin-rousseffs-schlechter-start/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/05/18/amazonas-abholzung-nimmt-unter-rousseff-regierung-stark-zu-laut-satellitenmessungen-prasidentin-rousseffs-schlechter-start/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/brasiliens-umweltschutz-nur-075-prozent-der-busgelder-fur-umweltverbrechen-umweltvergehen-wurden-unter-lula-rousseff-zwischen-2005-und-2010-tatsachlich-entrichtet/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/brasiliens-umweltschutz-nur-075-prozent-der-busgelder-fur-umweltverbrechen-umweltvergehen-wurden-unter-lula-rousseff-zwischen-2005-und-2010-tatsachlich-entrichtet/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/wird-uralt-kritik-von-greenpeace-in-europa-nach-lula-abgang-endlich-wahrgenommen-perverse-kooperation-zwischen-viehindustrie-und-lula-regierung-resultiert-in-mehr-abholzung-sklavenarbeit-und-invas/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/05/wird-uralt-kritik-von-greenpeace-in-europa-nach-lula-abgang-endlich-wahrgenommen-perverse-kooperation-zwischen-viehindustrie-und-lula-regierung-resultiert-in-mehr-abholzung-sklavenarbeit-und-invas/</strong></a></p>
<p><strong>Enorme Regierungspropaganda einst um G-7-Pilotprojekt zum Schutz der brasilianischen Regenwälder &#8211; das Resultat aus brasilianischer Expertensicht:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/das-ergebnis-war-bedeutungslos-fabio-feldmann-judischer-umweltexperte-brasiliens-zum-g-7-pilotprojekt-zum-schutz-der-brasilianischen-regenwalder-hauptfinanzier-deutschland/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/das-ergebnis-war-bedeutungslos-fabio-feldmann-judischer-umweltexperte-brasiliens-zum-g-7-pilotprojekt-zum-schutz-der-brasilianischen-regenwalder-hauptfinanzier-deutschland/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/24/es-gibt-kein-umweltbewustsein-in-brasilien-die-kultur-des-landes-ist-zerstorung-mario-mantovani-umweltexperte-nao-ha-consciencia-ecologica-no-pais-a-cultura-do-brasil-e-de-degradacao/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/05/24/es-gibt-kein-umweltbewustsein-in-brasilien-die-kultur-des-landes-ist-zerstorung-mario-mantovani-umweltexperte-nao-ha-consciencia-ecologica-no-pais-a-cultura-do-brasil-e-de-degradacao/</strong></a></p>
<h1>Brasiliens umstrittene Wasserkraftwerke(2011)</h1>
<p><strong>Was stimmt denn nun? Bis heute wird das Tropenland von europäischen Öko-Parteien, Umweltorganisationen wie Germanwatch sowie vielen Medien heftig gelobt, weil es den Strombedarf zu etwa 80 Prozent aus Wasserkraftwerken decke. Das sei sehr klima- und umweltfreundlich, es gebe keinerlei schädliche Emissionen, der Strom sei sauber. Beim Klimaschutz habe Brasilien die Nase vorn, hieß es in Kopenhagen. Doch dann kommt so ein schnauzbärtiger Öko-Ami wie Philip Fearnside daher, der als Biologe auch noch für ein brasilianisches Regierungsinstitut arbeitet, und sagt bereits seit 1995, alles Mumpitz – das Gegenteil sei richtig.</strong></p>
<p><strong>Die Bilder könnten ja nicht gegensätzlicher sein: Hier grausig rauchende Schlote von Kohlekraftwerken, dort dagegen die Idylle von Stauseen, in denen fröhliche Kinder baden und Touristendampfer sowie Segelboote unterwegs sind. Aber so einer wie Fearnside will uns weismachen, richtig schlimm seien die Staudämme besonders in Amazonien, schlimmer als die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke. Der geplante Staudamm von Belo Monte am Rio Xingú gar werde eine regelrechte Treibhausgas-Fabrik. Komischerweise behaupten so etwas auch andere Wissenschaftler Brasiliens – aber man muss nach ihnen regelrecht suchen, weil in der öffentlichen Meinung die Wasserkraft-Bewunderer dominieren.<br />
Dr. Sergio Pacca von der Bundesuniversität in Sao Paulo ist jedenfalls so ein Quertreiber, der Wasserkraftwerke auch als extrem klimafeindliche Methan-Schleudern kritisiert. Giftiges Methan entstehe im Staubecken – durch Zersetzung organischer Materie mittels Mikroorganismen unter Ausschluss von Sauerstoff, bekommt man von Pacca zu hören. „Je höher die Temperatur, umso schneller läuft der Prozess ab. In tropischen Ländern vermehren sich die Mikroorganismen rascher und bilden entsprechend mehr Methangas als in den kühleren Ländern. Bei einem neuen Staubecken wird die dortige reiche Biomasse überflutet – Basis der Methanproduktion.“ Selbst wenn die teilweise noch vorhandenen Urwälder vorher abgeholzt worden seien, bleibe noch viel Wurzelwerk im Boden. Und das entstehende Methan, so Pacca, werde an die Atmosphäre abgegeben, trage sehr stark zum Treibhauseffekt bei.<br />
Darauf muss man erstmal kommen, zumal das klimaschädliche Potenzial einer Tonne Methangas laut neueren Studien 34-mal größer als das einer Tonne Kohlendioxid ist, über das gewöhnlich immer geredet wird. „Selbst kleinere Mengen Methan müssen daher beim globalen Klimawandel wichtig genommen werden“, so Sergio Pacca. Es sei einfach nicht haltbar, Wasserkraftwerke mit anderen Energietechnologien zu vergleichen, ohne den Methan-Faktor zu berücksichtigen. Doch genau dies geschiehe.<br />
Würden nicht Indianerstämme aus ihrem Lebensraum vertrieben, wäre Belo Monte eigentlich gar nicht so schlecht, ist auch in Deutschland zu hören – Brasilien wollw sich ja schließlich entwickeln, wirtschaftlich wachsen, habe ein Recht darauf. Leute wie Pacca oder gar Fearnside, der Amazoniens Stauwerke seit Jahrzehnten vor Ort am intensivsten beforscht, kommen mit ihren Einwänden da nie vor, was stutzig macht. In Brasilien wird Fearnside auch von Regierungsstellen kräftig beharkt, weil er Belo Monte ablehnt, das immerhin auch Ex-Präsident Lula und seine Amtsnachfolgerin Dilma Rousseff unbedingt durchziehen wollen.<br />
Fragt man den Biologen in der drückend heißen Amazonasmetropole Manaus, etwa 4.000 Kilometer nördlich von Sao Paulo, wie das eigentlich funktioniert – er als Ausländer am staatlichen Nationalinstitut für Amazonasstudien/INPE, aber in scharfer Gegnerschaft zu Brasilias gigantomanischen Wasserkraftprojekten – kommt als Antwort nur ein kurzes ironisches Lachen. Vielleicht kann man einem wie Fearnside schlecht an den Karren fahren – der Mann bekam den UN-Umweltpreis „Global 500“, dazu den brasilianischen Öko-Nationalpreis.Darüber hinaus gehört Fearnside zur Akademie der Wissenschaften Brasiliens und ist weltweit einer der führenden Experten für Klimaerwärmung. „Unter jenen, die die Erlaubnis für alle derzeit im Bau befindlichen Amazonas-Wasserkraftwerke erteilten, gibt es welche, die alles bestreiten, was ich sage. Ich zitiere sie natürlich ausführlich.“<br />
Spricht man Fearnside auf das überschwängliche Kopenhagen-Lob für Brasilias Klimaschutzpolitik an, kommt noch so ein ironisches Lachen. „Zwar gibt es viele Studien wie die von mir über den Methan-Sachverhalt, doch wird in der Presse und in politischen Reden so oft wiederholt, dass diese Energie sauber sei, dass die Leute schließlich nur dies gehört haben und sich daher nicht weiter in die Sachlage vertiefen. Doch an den Fakten über die klimaschädlichen Emissionen ändert das nichts.“<br />
Fearnside nutzt gerne anschauliche Beispiele – wie den Hinweis auf das beim Öffnen einer Colaflasche zischend entweichende Gas. „Alles organische Material, Kohlenstoff im Boden, Bäume und Wasserpflanzen zersetzen sich auf dem Grund des Stausees – das Wasser dort ist also unter hohem Druck stark methanhaltig und gelangt schließlich in die Turbinen der Wasserkraftwerke, wo ebenfalls noch hohe Drücke herrschen. Aber danach gelangen die Wassermassen dann an die freie Atmosphäre. Die im Wasser gebundenen Gase, darunter Methan, zischen in Bläschen heraus – deshalb mein Vergleich mit der Colaflasche. Und die Sicherheitsabläufe der Stauseen wirken auf ähnliche Weise. So wird der Treibhauseffekt erheblich befördert. In Amazonien wirken Wasserkraftwerke im Endeffekt häufig schädlicher, negativer, als die zur Elektrizitätsgewinnung verbrannten fossilen Energieträger.“ Die bereits in Amazonien existierenden Wasserkraftwerke produzierten daher keineswegs saubere Energie, seien in Bezug auf den Klimaschutz keineswegs nützlich. Belo Monte treibe es auf die Spitze. „Vier Monate im Jahr kann man wegen tiefen Wasserstands keine einzige Turbine betreiben, da entsteht dann ein Schlammbecken von 3.500 Quadratkilometern, wo üppig Pflanzen wachsen, die später zu Methan zersetzt werden. Doch in amtlichen Umweltgutachten für Brasiliens Wasserkraftwerke wird stets nur der geringe Gasaustritt über die Wasseroberfläche berücksichtigt, nicht der über Turbinen und Sicherheitsabläufe.<br />
Ebenfalls in Manaus forscht André Muggiati von Greenpeace und kann ebenso wenig Gründe für soviel deutsches Lob an Brasilias Klimaschutzpolitik entdecken. „Die Abholzung ist Hauptursache der Treibhausgase aus Brasilien. Das Land ist daher der viertgrößte Luftvergifter der Welt – nach Indonesien, China und den USA.“ Und für den brasilianischen Umweltexperten Dr. Fabio Olmos ist jene Germanwatch-Statistik, die Brasilien an vorderste Stelle rückt, eine „unehrliche Form, die Situation darzustellen. Es ist unverständlich, wieso jemand diese Germanwatch-Statistik überhaupt für bare Münze nimmt.“<br />
Inzwischen haben Brasiliens Umweltschützer zusätzliche altbekannte Sorgen, weil seit dem Start der Rousseff-Regierung gleich eine ganze Serie systemkritischer Öko-Aktivisten ermordet worden ist – allein fünf im April bei Curitiba, drei im Juni in Amazonien. Auch ein Menschenrechtsanwalt wurde erschossen. Entsprechend stark ist das Klima der Einschüchterung und Angst. Brasiliens neue Menschenrechtsministerin Maria do Rosario räumte ein, dass auch in Amazonien Todesschwadronen aktiv sind, zu denen bekanntlich Staatsangestellte gehören. Laut Landgewerkschaftsangaben wurden in den letzten Jahren, also unter der Lula-Regierung, nach 17 derartigen Morden nicht einmal Ermittlungsverfahren durch die Bundespolizei eingeleitet.<br />
Indessen erhält die Rousseff-Regierung – ebenso wie die Vorgängerregierung – aus Europa, darunter Deutschland, sehr viel Lob und wird ausdrücklich als modern und progressiv eingestuft. Das wird wohl mit dem neoliberalen Wertewandel zusammenhängen. Auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung rangiert Brasilien jedenfalls nur auf Platz 73, und die UNO-Bildungsstatistik verzeichnet das Tropenland gar erst an 93. Stelle. Aufschlussreich ist da, welche Länder bessere Plätze belegen: Iran (89), Saudi-Arabien (84), Botswana (81), Libyen (66), Bolivien (61), Bahrein (49), Argentinien (40) Kuba (16).</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/13/greenwashing-fur-biosprit-aufgedeckt-befreiungstheologe-frei-betto-zu-todessprit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angela Merkel im brasilianischen Fernsehen:&#8220;Wir kaufen kein billiges, unter unmenschlichen Bedingungen erzeugtes Ethanol.&#8220;</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/15/angela-merkel-im-brasilianischen-fernsehenwir-kaufen-kein-billiges-unter-unmenschlichen-bedingungen-erzeugtes-ethanol/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/15/angela-merkel-im-brasilianischen-fernsehenwir-kaufen-kein-billiges-unter-unmenschlichen-bedingungen-erzeugtes-ethanol/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 May 2008 13:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Abholzung]]></category>
		<category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Amazonien]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Ethanol]]></category>
		<category><![CDATA[Hunger]]></category>
		<category><![CDATA[Sklavenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[William Waack]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/15/angela-merkel-im-brasilianischen-fernsehenwir-kaufen-kein-billiges-unter-unmenschlichen-bedingungen-erzeugtes-ethanol/</guid>
		<description><![CDATA[Versteckt in einem wenig gesehenen,Â mitternächtlichen Â Informationsprogramm von TV Globo, wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihrer Brasilienreise von dem investigativen, sozialkritischen Reporter William Waack im Interview auf ansonsten unerwähnte Tatbestände direkt angesprochen. William Waack:&#8220;Die Reise von Angela Merkel nach Brasilien ist eine Übung in politischem Ausgleich.Â Die KanzlerinÂ vermeidet Kritik am Agro-Treibstoff-Programm Brasiliens, welches sie selbst positiv findet [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Versteckt in einem wenig gesehenen,Â mitternächtlichen Â Informationsprogramm von TV Globo, wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihrer Brasilienreise von dem investigativen, sozialkritischen Reporter William Waack im Interview auf ansonsten unerwähnte Tatbestände direkt angesprochen. William Waack:&#8220;Die Reise von Angela Merkel nach Brasilien ist eine Übung in politischem Ausgleich.Â Die KanzlerinÂ vermeidet Kritik am Agro-Treibstoff-Programm Brasiliens, welches sie selbst positiv findet und das der Stolz Präsident Lulas ist. Aber sie kann auch nicht Kritiken aus Deutschland und Europa ignorieren, die die Produktion von Ethanol mit Sklavenarbeit, die Agrotreibstoffe mit dem Hunger in der Welt und der Abholzung Amazoniens assoziieren.&#8220;</p>
<p><span id="more-517"></span>Â Der Schlüsselbegriff &#8222;Sklavenarbeit&#8220; kommt in der gewöhnlich scharf abgestimmten Hofberichterstattung des handverlesenen Medientrosses über die Merkel-Reise nicht vor. Aus der Antwort Angela Merkels laut TV-Globo-Übersetzung: &#8222;Ich habe mich informiert und tatsächlich sind die Arbeitsbedingungen solcherart, daß wir Fragen stellen müssen. Diese Probleme werden ja von Gewerkschaften, der Kirche, durch Umweltorganisationen aufgeworfen. Aber das bedeutet nicht, daß man keine Agrotreibstoffe produzieren soll. Es bedeutet aber, daß wirÂ  über die Bedingungen reden müssen, unter denen diese Agrotreibstoffe hergestellt werden&#8230;Wir können nicht billiges Ethanol kaufen, das zu schrecklichen, unmenschlichen Löhnen oder um den Preis der GesundheitÂ der ArbeitskräfteÂ erzeugt wird.&#8220;</p>
<p>William Waack:&#8220;Die Abholzung Amazoniens macht Brasilien in den internationalen Klima-Verhandlungen angreifbar.&#8220; Angela Merkel:&#8220;Wenn Brasilien viel Wald zerstört, hat das die Zunahme der CO2-Emissionen als Folge. In diesem Sinne gibt es eine gegenseitige Verantwortung, über die wir kooperativ reden müssen.&#8220;</p>
<p><!--adsense--></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/15/angela-merkel-im-brasilianischen-fernsehenwir-kaufen-kein-billiges-unter-unmenschlichen-bedingungen-erzeugtes-ethanol/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8222;Biosprit macht Hunger&#8220; &#8211; INKOTA-Netzwerk contra Bundesumweltminister Gabriel. Hintergrund CDU und Grüne. Marina Silva und &#8222;Biosprit&#8220;.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/biosprit-macht-hunger-inkota-netzwerk-contra-bundesumweltminister-gabriel/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/biosprit-macht-hunger-inkota-netzwerk-contra-bundesumweltminister-gabriel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 12:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[]]></category>
		<category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Ethanol]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Betto]]></category>
		<category><![CDATA[INKOTA]]></category>
		<category><![CDATA[Nahrungsmittelpreise]]></category>
		<category><![CDATA[Trittin]]></category>
		<category><![CDATA[Zuckerrohr]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/biosprit-macht-hunger-inkota-netzwerk-contra-bundesumweltminister-gabriel/</guid>
		<description><![CDATA[Befreiungstheologe Frei Betto &#8211; &#8222;Bio-Treibstoff&#8220; ist Todes-Sprit Angesichts der aktuellen internationalen Nahrungsmittelkrise fordert INKOTA von Bundesumweltminister Gabriel einen sofortigen Kurswechsel in der Biospritpolitik Berlin, 15. April 2008 &#8211; Mit der Aktion „Biosprit macht Hunger” protestiert das INKOTA-netzwerk gegen die starre Haltung von Bundesumweltminister Gabriel, der an der Ausweitung der Biokraftstoffnutzung festhält. Weltweit gibt es immer [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Befreiungstheologe Frei Betto &#8211; &#8222;Bio-Treibstoff&#8220; ist Todes-Sprit</strong></p>
<p>Angesichts der aktuellen internationalen Nahrungsmittelkrise fordert INKOTA<br />
von Bundesumweltminister Gabriel einen sofortigen Kurswechsel in der<br />
Biospritpolitik</p>
<p><span id="more-353"></span></p>
<p>Berlin, 15. April 2008 &#8211; Mit der Aktion „Biosprit macht Hunger” protestiert<br />
das INKOTA-netzwerk gegen die starre Haltung von Bundesumweltminister<br />
Gabriel, der an der Ausweitung der Biokraftstoffnutzung festhält. Weltweit<br />
gibt es immer mehr Belege dafür, dass die Förderung der<br />
Agrokraftstoffproduktion nicht nur aus umweltpolitischen Erwägungen höchst<br />
zweifelhaft ist, sondern auch in erheblichem Maße für die aktuelle globale<br />
Hungerkrise aufgrund von Nahrungsmittelpreissteigerungen verantwortlich ist.<br />
Doch Gabriel schwört weiterhin, dass dies alles nichts mit seiner<br />
Biospritpolitik zu tun habe und will die Zwangsbeimischung von Biodiesel in<br />
den nächsten Jahren weiter erhöhen. Mit Protestpostkarten und<br />
Großbanner-Aktionen will INKOTA den Umweltminister zum Kurswechsel bewegen.</p>
<p>Internationale Hilfswerke, UN-Organisationen und nun auch IWF und Weltbank<br />
schlagen Alarm: In den letzten Monaten sind die Nahrungsmittelpreise<br />
explodiert und die weltweiten Vorräte an Mais, Reis und Weizen weitgehend<br />
dahingeschwunden. Eine neue Hungerkatastrophe bahnt sich an. Experten sind<br />
sich einig, dass neben klimabedingten Ernteausfällen und gestiegener<br />
Futtermittelnachfrage der forcierte Anbau von Pflanzen für Kraftstoffe eine<br />
wichtige Ursache dafür ist, da er in direkter Konkurrenz zur<br />
Nahrungsmittelproduktion steht. Seit 2005 sind die Nahrungsmittelpreise<br />
insgesamt um rund 83 Prozent gestiegen. Je nach Land sind 30 bis 70 Prozent<br />
dieser Teuerung auf die Herstellung von Bioethanol oder Biodiesel<br />
zurückzuführen, wie das Bundesentwicklungshilfeministerium unter Berufung<br />
auf das International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington<br />
am Montag erklärte.</p>
<p>„Für die 1,2 Milliarden Menschen, die schon heute mit weniger als einem<br />
US-Dollar auskommen müssen, ist das eine Katastrophe”, so Arndt von<br />
Massenbach, Geschäftsführer des INKOTA-netzwerks. „Die Hungeraufstände in<br />
Nigeria, Indien, Ã„gypten oder jüngst in Haiti wären erst der Anfang, wenn<br />
immer mehr Grundnahrungsmittel in unseren Autotanks verschwinden.”</p>
<p>Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hält jedoch ungeachtet aller Warnungen<br />
an seinen ehrgeizigen Biospritzielen fest. Zwar musste er Anfang April die<br />
für 2009 geplante Verdopplung des Ethanolanteils im Normal- und Superbenzin<br />
auf Druck der Autofahrerlobby stoppen, da ältere Fahrzeuge dieses Gemisch<br />
nicht vertragen. Der Biodieselanteil soll aber weiter steigen, ebenso wie<br />
die Verwendung reiner Pflanzenkraftstoffe. Bis zum Jahr 2020 sollen 12 bis<br />
15 Prozent des gesamten Kraftstoffverbrauchs mit Agrosprit gedeckt werden.<br />
Damit geht die Bundesregierung sogar noch über das Ziel der Europäischen<br />
Union hinaus, die einen Beimischungsanteil von 10 Prozent bis 2020 plant.<br />
Diese Ziele können nur mit Hilfe von Importen aus Entwicklungsländern<br />
erreicht werden.</p>
<p>„Gabriel verschließt die Augen vor den dramatischen Folgen für Millionen von<br />
Menschen in den Anbauländern der Energiepflanzen in Asien, Afrika und<br />
Lateinamerika”, kritisiert INKOTA-Campaignerin Evelyn Bahn und fordert „Die<br />
Quote muss weg! Die Politik der zwangsweisen Beimischung gefährdet weltweit<br />
die Ernährungssicherheit.”</p>
<p>„Auch klimapolitisch macht die Biospritpolitik der Bundesregierung keinen<br />
Sinn”, ergänzt von Massenbach. Studien belegen, dass Agrokraftstoffe keinen<br />
effektiven Beitrag zum Klimawandel leisten. Oft ist die Klimabilanz des<br />
Biosprits durch die Abholzung von Regenwäldern, den klimaschädlichen Einsatz<br />
von Düngemitteln und lange Transportwege sogar negativ. „Nachhaltiger<br />
Klimaschutz muss anders aussehen”, fordert Bahn. „Die Förderung des<br />
öffentlichen Personennahverkehrs und eine Steigerung der Energieeffizienz im<br />
Mobilitätsbereich bieten weitaus größere Potenziale im Kampf gegen den<br />
Klimawandel”.</p>
<p>In den kommenden Monaten will INKOTA mit der Aktion „Biosprit macht Hunger”<br />
Druck für einen Kurswechsel in der Biospritpolitik der Bundesregierung<br />
machen. Öffentliche Banner drops mit riesigen Transparenten mit dem<br />
Aktionsmotto werden auf die Problematik aufmerksam machen. Bürger können<br />
sich mit Protestpostkarten direkt an Gabriel wenden und ihn auffordern, sich<br />
für die Rücknahme sämtlicher Beimischungsziele und ein sofortiges Moratorium<br />
sämtlicher Importe von Agrokraftstoffen auf EU-Ebene einzusetzen.</p>
<p>Marina Silva:</p>
<p align="center"><strong>AGROKRAFTSTOFFE</strong></p>
<p align="center"><strong>Marina Silva übernimmt Propaganda der Zuckerrohr-Ethanolindustrie</strong></p>
<p align="center"><strong>(Übersetzung: Christian Russeau, FDCL-Berlin)</strong></p>
<p>Sáo Paulo, 06/05/2008 &#8211; Während des Brasilienbesuchs des bundesdeutschen Umweltministers, Sigmar Gabriel, stimmte letzte Woche die Umweltministerin, Marina Silva, in den Chor von Präsident Lula ein, indem sie in Bezug auf Agrokraftstoffe behauptete, ”Brasilien verfügt in der Produktion schon jetzt über Umwelt- und Sozialkriterien und müsse diese nur ”publik machen. Nach Ansicht der in der Arbeitsgruppe Energie des Brasilianischen Forums von Nichtregierungsorganisationen und Sozialen Bewegungen für Umwelt und Entwicklung (FBOMS) versammelten Organisationen und Bewegungen sind solche vermeintlich in Brasilien angewandten oder von der Regierung definierten und in der Praxis umgesetzten Kriterien der Gesellschaft nicht bekannt. Für die Organisationen verschärft die weltweite Ausweitung des Ethanolmarktes die bereits existenten Probleme in Brasilien, dies sowohl in Bezug auf die sozialen Auswirkungen als auch in Bezug auf die Impakte auf die Biodiversität.</p>
<p><strong>Hintergrund CDU und Grüne:</strong></p>
<h2>Trittin und der ”BiospritÂ <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=212" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><strong>”Ganz wie ein Industrielobbyist argumentiert hingegen der frühere grüne<br />
Umweltminister Jürgen Trittin, der seine politische Karriere einst bei der<br />
Anti-Atom-Bewegung begonnen hatte.</strong> Er versucht in der umweltbewegten<br />
Zeitschrift politische ökologie die Bedenken gegen die<br />
”Biotreibstoffproduktion in Ländern des Südens klein zu reden: sie könne<br />
”neue Einkommensmöglichkeiten schaffen und so ”volle Tanks und volle Mägen<br />
ermöglichen.</p>
<p>Mit stärkerer Mechanisierung des Anbaus lasse sich die<br />
”Energieausbeute noch weiter steigern, Ziel ist schließlich, die<br />
”individuelle Mobilität der Weltbevölkerung weiter zu gewährleisten.<br />
Mögliche ökologische und soziale Probleme ließen sich durch den ”Königsweg<br />
Zertifizierung in den Griff bekommen.</p>
<p>Aus Zeitschrift iz3w, Freiburg</p>
<h2>”Bioenergien sind bio oder ”Bio-Treibstoff ist Todessprit(1)Â <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=57" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Jürgen Trittin und Bärbel Höhn warenÂ 2007 in Brasilien, um sich u.a. über die Ethanolproduktion zu informieren. Jetzt hat Bärbel Höhn ihr Traktat „Bioenergien sind bio” veröffentlicht, dessen Argumentation in vielen Punkten jener der scharf neoliberalen Regierung von Staatschef Lula mit seiner sehr speziellen Sozial-, Umwelt-und Menschenrechtspolitik(Folter, moderne Scheiterhaufen, Slumdiktatur, Einkommenskontraste, Lepra, Urwaldvernichtung, Bildungskatastrophe, Analphabetismus etc.) gleicht. Was in der Argumentationskette von Lula fehlt, fehlt auch in der von Bärbel Höhn.<br />
Anti-neoliberale Persönlichkeiten wie Frei Betto („Bio-Treibstoff ist Todes-Sprit”), hunderte Umweltgruppen ganz Lateinamerikas(„Menschen ernähren, nicht Autos”) liefern beinahe täglich neue Fakten, Berichte, Positionen und Studien, die den Höhn-und Lula-Traktaten widersprechen. „Wir brauchen aber auch die Biokraftstoffe, das sagen uns alle wissenschaftlichen Studien”, meint Bärbel Höhn. Sind es tatsächlich „alle” “ oder gibt es Studien, die just das Gegenteil beweisen?</p>
<p>Frei Betto nennt die Herstellung von Agrotreibstoffen angesichts des Hungers in der Welt unverantwortlich und unmenschlich “ nicht wenige Studien belegen dies klipp und klar.<br />
Bärbel Höhn sieht es so: Das andere große Konfliktthema “ „volle Tanks” oder „volle Teller” “ existiere aber nur bedingt und werde erst mittel-und langfristig relevant. Man muß Bärbel Höhn für diese Klarstellung dankbar sein, um die Grünen im politischen Spektrum präziser einordnen zu können. Schließlich handelt es sich um die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei, zuständig für Umwelt, Energie, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Tierschutz, Bauen und Verkehr.<br />
„Zuckerrohr verdrängt Urwald, Raps den Weizen “ der Anbau pflanzlicher Energieträger kommt in Verruf. Doch statt ihn zu verdammen, muß er ökologisch gestaltet werden.” Als die Grünen noch den Bundesumweltminister stellten, ließ sich detailliert beobachten, was sie unter „ökologischer Gestaltung” in diesem Gesellschaftssystem verstehen. Artenvernichtung wurde forciert, Landschaft zerstört und versiegelt, Ressourcenverschwendung auf die Spitze getrieben, der Individualverkehr auf Kosten umweltfreundlicher Transportformen nach Kräften gefördert.</p>
<p><strong>Hintergrund von 2007:</strong></p>
<p><font face="Verdana"><strong>Frei Betto: „Bio-Treibstoff” ist Todes-Sprit<br />
</strong>Die deutsche Wirtschaft, deren Handlanger in Regierung und Medien trommeln für sogenannten Biosprit, deutsches Kapital fließt bereits reichlich in Brasiliens Ethanolproduktion, die auf Zuckerrohr basiert. Doch jetzt hat der bekannte brasilianische Dominikanerbruder und Befreiungstheologe Frei Betto angesichts des Hungers in der Welt die Herstellung von Agrotreibstoffen als unverantwortlich und unmenschlich verurteilt “ sein Protest findet sogar in europäischen Parlamenten viel Gehör. In einem Text mit dem Titel &#8222;Necrocombustiveis”, Treibstoffe des Todes, klagt Frei Betto an, daß der Boom bei fälschlicherweise als Biosprit bezeichneten Produkten bereits weltweit einen deutlichen Preisanstieg bei Lebensmitteln provoziere, darunter in Europa, in China, Indien und den USA. Der in Brasilien viel gelesene Zeitungskolumnist, dazu Bestsellerautor mit Millionenauflagen, hat im Exklusivinterview seine Argumente bekräftigt. In dem Tropenland, das unter Staatschef Lula die Herstellung von Ethanol aus Zuckerrohr heftig fördere, habe die Bevölkerung im ersten HalbjahrÂ 2007 für Nahrungsmittel dreimal soviel ausgeben müssen wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst Frischmilch kostet derzeit deutlich mehr als in den deutschen Supermärkten. Die Preissprünge sind brutal “ und für Bezieher des Mindestlohns von umgerechnet 140 Euro, für Empfänger der weit niedrigeren staatlichen Hungerhilfe nicht zu verkraften. Die brasilianischen Großfarmer indessen, so Frei Betto, stürzten sich geradezu auf das neue &#8222;Gold&#8220; namens Zuckerrohr und ließen den Anbau traditioneller Agrarprodukte beiseite. Dies wirke sich nicht anders als in den USA natürlich auf die Lebensmittelpreise aus. Fidel Castro habe mit seiner entsprechenden Kritik völlig Recht. In der ganzen Welt gebe es etwa 800 Millionen Autos &#8211; die gleiche Zahl von Menschen leide unter chronischer Unterernährung. „Also werden wir jetzt Autos füttern und dafür Menschen in den Hunger schicken. Statt Biotreibstoff haben wir Todes-Sprit “ also Treibstoffe, die Tod bringen.”<br />
Der Befreiungstheologe nennt beunruhigend und zugleich aufschlußreich, daß dennoch keine der jetzt von den Agrartreibstoffen so begeisterten Regierungen, ob in Europa, Brasilien oder den USA, das jetzige Modell des Individualverkehrs in Frage stelle. &#8222;So, als ob die Profite der Automobilindustrie tabu, unangreifbar wären.&#8220; Diese Regierungen sorgten sich nicht um einen effizienten und ökologisch vertretbaren Massentransport. Brasilien, so fordert er, dürfe sich nicht in eine „immense Zuckerrohrplantage in ausländischer Hand” verwandeln. Frei Betto erinnert dabei an den jüngsten Besuch von George Bush in Brasilien, die mit Lula vereinbarte Ethanol-Kooperation. „Sehr problematisch ist, daß die USA zunehmend brasilianischen Zuckerrohr-Sprit importieren wollen und unser Land als eine Art agrarischer Rohstoffreserve fürs Betanken nordamerikanischer Autos ansehen.”<br />
Die EU will offenbar nachziehen, hat mit Brasilia dafür eine strategische Partnerschaft vereinbart.<br />
Unterdessen streitet die Lula-Regierung immer wieder ab, daß der Ethanolboom die Nahrungsmittelerzeugung schädige und sogar die Urwaldvernichtung in Amazonien zusätzlich stimuliere. Lula selbst erklärte bei der EU in Brüssel, Amazonien eigne sich überhaupt nicht für den Zuckerrohranbau. Sein Landwirtschaftsministerium verbot gar, dort Plantagen anzulegen. Kurios, daß ähnlich wie im Präsidentschaftswahlkampf von 2002 solche Lula-Sprüche von einer regierungshörigen europäischen Journaille immer noch ernst genommen und verbreitet werden.<br />
Frei Betto war zwei Jahre lang Lulas Berater im Präsidentenpalast, gab den Posten wegen Unzufriedenheit mit der strikt neoliberalen Politik, den ungezählten Korruptionsskandalen ab, schrieb über diese Zeit zwei aufschlußreiche Bestseller. Lula widerlegt er jetzt problemlos sogar mit offiziellen Angaben: „In Amazonien werden 2007 rund 17,6 Millionen Tonnen Zuckerrohr geerntet “ bis 2008 steigt die Produktion auf 19,3 Millionen Tonnen.” Der zuständige Greenpeace-Experte in Amazonien, Paulo Adario, drückt es höflich aus:”Lula demonstriert völlige Unkenntnis der brasilianischen Realität.”<br />
Daß Zuckerrohrfelder sich bis zum Horizont jetzt dort ausbreiten, wo zuvor Getreide und Mais angebaut wurden, haben sogar Experten des Landwirtschaftsministeriums gegenüber Qualitätsmedien bestätigt, deren Informationen in einem Land funktioneller Analphabeten jedoch nur von einer kleinen Minderheit wahrgenommen werden, die Regierungs-PR also nicht stören.<br />
Frei Betto erinnert zudem daran, daß der Zuckerrohranbau in Brasilien seit der Kolonialzeit auf extremer Ausbeutung, Umweltvernichtung und Abzweigung öffentlicher Gelder beruht. Die Lula-Regierung habe dieses Jahr Großfarmen wegen Sklavenarbeit bestraft. Diese sei indessen weiterhin häufig. „Sklavenarbeit, Halbsklaverei, überhaupt gesetzwidrige Arbeitsverhältnisse “ das gibt es alles bei den Zuckerrohrunternehmern noch mehr als genug.” Im Juli wurden auf einer solchen Farm in Amazonien 1108 Sklavenarbeiter entdeckt, befreit. „Um 1850 hat ein Sklave auf den Zuckerrohrplantagen für fünfzehn bis zwanzig Jahre geschuftet &#8211; heute sind es wegen des exzessiven Arbeitspensums nur noch durchschnittlich zwölf Jahre.”<br />
Roberto Malvezzi, Umweltfachmann der brasilianischen Bischofskonferenz:”Ethanol aus Zuckerrohr ist kein sauberer Kraftstoff. Immer wieder brechen Arbeiter auf den Feldern an Überanstrengung tot zusammen. Um die Anbauflächen zu erweitern, vertreibt das exportorientierte Agrobusiness Indiostämme und Kleinbauern sogar durch Terror und Mord. Hinter moderner Fassade verstecken Großfirmen nur zu oft Sklavenarbeit. Zuckerrohr ist eine umweltschädliche Monokultur!” Durch abstoßendes, inhumanes Sozialdumping, so die katholische Migrantenseelsorge, seien brasilianischer Zucker und Ethanol auf dem Weltmarkt so billig. „Die Wohnlager erinnern mich an deutsche KZs”, sagt Migranten-Padre Antonio Garcia Peres in Guaribas bei Sao Paulo, „doch die Profite der Unternehmer sind astronomisch hoch!” Peres informierte kürzlich auch eine eigens angereiste Delegation des bayrischen Landtags. „Den Verbrauchern in Ländern wie Deutschland ist all dies gewöhnlich überhaupt nicht bekannt.”<br />
Der Boom beim Zuckerrohranbau bewirkt laut Frei Betto zudem eine gewaltige Binnenwanderung, Slumwachstum, die Zunahme von Morden und Rauschgifthandel sowie Kinderprostitution. Weil sich der Sojaanbau im Südosten Brasiliens durch die Ethanolproduktion verringere, würden eben die Sojaflächen in Amazonien stark ausgeweitet. Und dies bedeute rücksichtslose Urwaldzerstörung. Frei Betto fordert die Lula-Regierung auf, sich um die Hungernden des Tropenlandes zu kümmern, anstatt die Zuckerrohrunternehmer reich zu machen. Nicht zufällig titelt die Qualitätszeitung „O Globo” in Rio de Janeiro:”Ethanol “ das Geschäft für Reiche und Berühmte”.<br />
Um ein Zeichen zu setzen, die Weltöffentlichkeit zu warnen, hatte sich letztes Jahr Francisco de Barros, einer der angesehensten Umweltschützer Brasiliens, aus Protest gegen neue umweltvergiftende Ethanolfabriken selbst verbrannt.<br />
Frei Betto, Roberto Malvezzi und Antonio Garcia Peres kennen die Zustände genau, sind vor Ort. Im fernen Deutschland äußert sich, man ahnte es schon, Franz Alt mit einem Text namens „Brasilianische Kirche gegen Biosprit” zu der Problematik:”Diese Kritik trifft nach meiner Erfahrung für manche Gegenden Brasiliens zu “ nicht aber für das ganze Land. Diese hier kritisierten Fehler sind jedoch vermeidbar. Der Anbau von Bioenergie muß nicht als Monokultur erfolgen und selbstverständlich können soziale Standards eingehalten werden “ auch in Brasilien. In Deutschland und in den meisten Ländern der Welt bedeutet Bioenergie eine große Chance für die Landwirtschaft “ auch eine soziale Chance für Hunderttausende Arbeitsplätze “ langfristig.”</font></p>
<p><!--adsense--></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/16/biosprit-macht-hunger-inkota-netzwerk-contra-bundesumweltminister-gabriel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bittersüße Ernte. Die Ethanol-Hausse verwüstet Brasiliens Biodiversität. Marina Silva.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/17/biitersuse-ernte-die-ethanol-hausse-verwustet-brasiliens-biodiversitat/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/17/biitersuse-ernte-die-ethanol-hausse-verwustet-brasiliens-biodiversitat/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2008 14:16:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[AmazonaszerstÃ¶rung]]></category>
		<category><![CDATA[Ethanol]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Suchanek]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/17/biitersuse-ernte-die-ethanol-hausse-verwustet-brasiliens-biodiversitat/</guid>
		<description><![CDATA[Deutschlands &#8222;Biosprit&#8220;-Unternehmen in der Krise &#8211; Pleiten und Produktionsstopp. &#8222;Eine unrentable Branche wird künstlich am Leben erhalten&#8220;(natürlich wie immer mit dem Geld des Steuerzahlers)- eine aktuelle Analyse: http://www.n-tv.de/937922.html?240320080933 Von Umweltjournalist Norbert Suchanek: Seit Jahren gibt es kein Halten: Die Zerstörung des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes schreitet weiter voran. Neben Aluminium- und Stahlindustrie, Rindfleisch und Sojaproduzenten tritt jetzt [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Deutschlands &#8222;Biosprit&#8220;-Unternehmen in der Krise &#8211; Pleiten und Produktionsstopp. &#8222;Eine unrentable Branche wird künstlich am Leben erhalten&#8220;(natürlich wie immer mit dem Geld des Steuerzahlers)- eine aktuelle Analyse: <a href="http://www.n-tv.de/937922.html?240320080933">http://www.n-tv.de/937922.html?240320080933</a></strong></p>
<p><strong>Von Umweltjournalist Norbert Suchanek:</strong> Seit Jahren gibt es kein Halten: Die Zerstörung des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes schreitet weiter voran. Neben Aluminium- und Stahlindustrie, Rindfleisch und Sojaproduzenten tritt jetzt auch die Agrarspritbranche zu einer neuen Zerstörungsorgie an.</p>
<h2 class="beitrags-titel">Anti-Umwelt-Partei “DIE GRÜNEN” – erfolglose Spitzenleute (Jamaika) müssen 2018 gehen…(Peter, Özdemir…):<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2018/01/08/anti-umwelt-partei-die-gruenen-erfolglose-spitzenleute-muessen-2018-gehen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2018/01/08/anti-umwelt-partei-die-gruenen-erfolglose-spitzenleute-muessen-2018-gehen/</a></h2>
<p><span id="more-222"></span></p>
<p>„Wenn die Ölpreise weiter steigen, wird die Ethanolproduktion im Amazonas explodieren”, warnte Mitte Januar Carlos Nobre, Wissenschaftler am Nationalen Weltraum-Forschungsinstitut Brasiliens, nach Auswertung von Satellitenbildern. Und die Daten geben ihm Recht, stieg doch die monatliche Zerstörungsrate von 234 Quadratkilometern Regenwald im August 2007 auf 948 Quadratkilometer im vergangenen Dezember. Nur einer will von dieser dramatischen Entwicklung wenig wissen: Brasiliens Präsident Luiz InÃ¡cio Lula da Silva.<br />
„Wenn Amazonien zum Zuckerrohranbau taugen würde, dann hätten die Portugiesen, die Zuckerrohr vor vielen Jahrhunderten in Brasilien einführten, längst mit Amazonien Schluss gemacht”, sagte der Präsident im letzten Sommer zu den Ministern der Europäischen Union während eines internationalen Agrartreibstoffkongresses in Brüssel. Und sein Landwirtschaftsminister Reinhold Stephanes versicherte: „Es existiert kein Zuckerrohr in Amazonien, Wir wissen von keinem einzigen Projekt in der Region.” Doch nur einen Tag nach Lulas Aussage berichtete die Tageszeitung DiÃ¡rio do ParÃ¡, dass die Polizei über 1000 wie Sklaven gehaltene Feldarbeiter befreit hat, die auf einer fast 12000 Hektar großen Zuckerrohrplantage nahe der Stadt UlianÃ³polis im Amazonas-Staat ParÃ¡ schuften mussten.<br />
„Es ist eine Lüge zu behaupten, dass sich Zuckerrohr nicht an das amazonische Klima anpassen könnte”, erwidert auch der Fachmann Sérgio Nunomura vom Nationalen Amazonas-Forschungsinstitut (Inpa) und fügt hinzu, dass es selbst im Bundesstaat Amazonas bereits Zuckerrohrplantagen gibt. Nach offiziellen Daten des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums wird sich die Zuckerrohrernte in den Amazonasstaaten Maranháo, Mato Grosso, ParÃ¡, Tocantins und Amazonas in der diesjährigen Saison von 17 auf 19,3 Millionen Tonnen erhöhen.<br />
Hauptgrund der raschen Expansion von Zuckerrohr am Amazonas ist die globale Nachfrage nach dem vermeintlich Klima schonenden Agrarsprit. Hohe Investitionen aus aller Welt schüren die Hausse. So kündigte die Brazilian Renewable Energy Company den Bau ihrer ersten Ethanolfabrik in Mato Grosso an, weil die Region fruchtbare Böden und eine Maschinen gerechte Topographie habe. Bis 2009 will das Unternehmen insgesamt zehn große Ethanolfabriken auf Basis von Zuckerrohr in Brasilien errichten und investiert hierfür 2,2 Milliarden US-Dollar, die unter anderem von Ex-Weltbank-Präsident James Wolfensohn, dem AOL-Mitbegründer Steve Case sowie dem Filmproduzenten Steven Bing stammen.<br />
Im Süden von ParÃ¡ hat wiederum der Millionär Daniel Dantas seine Claims abgesteckt, um eine der größten Zuckerrohrplantagen des Landes inklusive Fabrik zum Ethanolexport zu errichten. Und auch der nordamazonische Bundesstaat Roraima ist vom Agrarspritboom bedroht. Das Unternehmen Biocapital will von dort Ethanol über das Nachbarland Guyana zollfrei in die USA verschiffen. Brasiliens Regierung forciert diese Exportpläne, in dem sie gerade eine Straße zu den Häfen Guyanas erweitert. Roraimas Klima und Böden seien ideal für Zuckerrohr, erklärte vergangenen September Alvaro Callegari, Landwirtschaftsminister von Roraima. Dafür solle kein Regenwaldbaum für die Zuckerrohrplantagen gefällt werden, versicherte er. Die vorgesehenen Flächen seien ausschließlich bisher für Rinderzucht genutzte Naturgrasgebiete und Savannen, der so genannte Cerrado.</p>
<p>Neben dem weltweit bekannten Regenwald werden damit noch andere einzigartige Ökosysteme vernichtet &#8211; vor allem der Cerrado, den Biologen inzwischen als das artenreichste Savannenökosystem der Erde geadelt haben: Obwohl wenig untersucht, wurden hier bereits über 10000 Pflanzenarten identifiziert, von denen 4400 endemisch sind. Daneben ist es reich an großen Tierarten wie Jaguar, Mähnenwolf oder Ameisenbär, weshalb der Cerrado auch als Lateinamerikas Serengeti bezeichnet wird. Zudem ist er Heimat Dutzender indigener Völker und bietet zugewanderten traditionellen Bevölkerungsgruppen Lebensraum und Existenzgrundlage.<br />
„Im Cerrado”, sagt der Geograf Klemens Laschefski von der brasilianischen Bundesuniversität in Minas Gerais, „leben Menschen, die in den Statistiken und der Politik nicht wahrgenommen werden, weil sie nicht zur Wirtschaftskraft beitragen. Es gibt die Illusion, dass dieses Gebiet ökologisch nicht wertvoll sowie sozial untergenutzt ist.” Dies sei eine alte Ideologie, mit der schon das Vordringen in den Amazonas begründet wurde &#8211; paradoxerweise werde nun die Erschließung des Cerrados mit der Rettung Amazoniens begründet, so Laschefski. So litt dieses Trockenwald-Ökosystem am stärksten unter der industriellen und oft gewalttätigen Agrarexpansion während der vergangen 30 Jahre: Weite Teile des Cerrado wichen Sojaplantagen und Rinderweiden, wurden rücksichtslos abgeholzt und als Holzkohle in brasilianischen Stahlwerken verfeuert. Die Schätzungen über den Zerstörungsgrad reichen von 40 bis über 60 Prozent &#8211; und jetzt kommt der Ethanolfluch hinzu.<br />
<strong>„Die Umweltministerin Marina Silva behauptet immer, die Expansion der landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Ethanolproduktion werde auf bereits degradierten Gebieten geschehen”, kritisiert der erfahrene Journalist und Koordinator des Umweltinformationsplattform EcoDebate, Henrique Cortez. „Tatsache aber ist, dass die Agrarfront voranschreitet, ohne so genannte degradierte Flächen zu nutzen. Warum? Weil die Wiederherstellung von degradierten Flächen teuer ist und viel Zeit beansprucht.” Es sei schlichtweg billiger und einfacher für die Agrarindustrie den Cerrado abzuholzen und die Agrarfront weiter nach Amazonien zu treiben.</strong> Davon unbekümmert spricht Eduardo Pereira de Carvalho, der Präsident von Sáo Paulos Union der Zuckerrohrindustrie, von rund 100 Millionen Hektar Land, die in den nächsten 15 Jahren in Zuckerrohrmonokulturen umgewandelt werden könnten.<br />
„In unseren Feldstudien haben wir festgestellt, dass die Viehfarmer im Cerrado ihr Land an die Zuckerrohrproduzenten verkaufen und den Erlös in neue Viehweiden in Amazonien investieren”, erläutert Laschefski. „Der Raubbau am Amazonas geht also weiter und wird durch die Erschließung des Cerrados verschärft. In manchen Gebieten wandert der ganze Sektor der Milchwirtschaft inklusive der Verarbeitungsbetriebe in Richtung Amazonien.”</p>
<p>Bislang war der Bundesstaat Sáo Paulo Landesmeister in der Ethanolproduktion. Doch die Zukunft des brasilianischen Agrarsprits liegt nach Meinung von Milliardären wie George Soros in Mato Grosso do Sul. Denn für die Ausweitung des Zuckerrohranbaus verfügt der Bundesstaat, der international aufgrund des größten Süßwasserfeuchtgebiets der Erde, dem Pantanal, bekannt ist, über drei wichtige Voraussetzungen: Billige, relativ fruchtbare und ebene Böden, gute klimatische Bedingungen und ausreichend Wasser. Soros lässt gerade Zuckerrohrmonokulturen auf 150000 Hektar anpflanzen und neue Ethanolfabriken bauen. Angestrebte Verarbeitungskapazität: Elf Millionen Tonnen Zuckerrohr pro Jahr.<br />
Insgesamt rechnete die Regierung des Bundesstaates 2007 mit Investitionen von rund zwei Milliarden US-Dollar und einer Ausweitung des Zuckerrohranbaus auf 710500 Hektar in den nächsten beiden Jahren sowie mit wenigstens 31 neuen Ethanolfabriken. Die Zuckerrohrproduktion Mato Grosso do Suls soll nach Meinung der Regierung bis 2012 um 620 Prozent steigen. Auch der Pantanal ist durch den Ethanolwahn bedroht &#8211; trotz Lulas Beteuerungen, das Feuchtgebiet nicht zu opfern.</p>
<p>An dessem Rande vollzieht sich aber noch eine weitere Tragödie, von der die letzten indigenen Völker Mato Grosso du Suls betroffen sind. Laut vorläufiger Statistik des Indianermissionsrats CIMI wurden 2007 in ganz Brasilien 76 Indigene umgebracht &#8211; 48 davon in Mato Grosso do Sul. Hauptursache: der Kampf um Land.<br />
„Das Agrobusiness behauptet, es wolle Zuckerrohr nur auf degradierten Flächen Mato Grosso do Suls anpflanzen. Aber mit der Perspektive ständig steigender Profite haben sie ihre Ansicht geändert und kämpfen nun um die besten Flächen der Region, die Gebiete der Guarani-KaiowÃ¡”, erläutert Egon Heck, CIMI-Koordinator von Mato Grosso do Sul. „Auf den weniger produktiven Böden kann man 70 bis 80 Tonnen Zuckerrohr je Hektar erzielen, aber auf jenen der Guarani-KaiowÃ¡ bis zu 120 Tonnen je Hektar.” Die Guarani-KaiowÃ¡ sind schlicht ein unliebsames Hindernis, das es zu beseitigen gelte, so Heck. Große Konzerne kauften strategisch wichtige Flächen auf, um die Naturressourcen des Landes &#8211; darunter Wasser &#8211; zu kontrollieren.<br />
Unabhängig vom Wasserbedarf auf dem Feld benötigen auch Ethanolfabriken das kostbare Nass: drei bis fünf Liter je Liter Alkohol. Der vom Ethanolwahn und seinem Durst auf Wasser angeheizte Konflikt ist auch entscheidend im Streit um die von der Regierung Lula durchgepeitschte, mindestens zwei Milliarden teure Teilumleitung des Rio Sáo Francisco im Nordosten Brasiliens. Zu den Hauptprofiteuren des Projektes zählen die Zuckerbarone des Nordostens, die in freudiger Erwartung ihre Plantagen erweitern.<br />
Leidtragende sind neben Kleinbauernfamilien, die Ã„cker und Häuser räumen mussten, rund 9000 TumbalalÃ¡- und TrukÃ¡-Indianer. Der Schamane der TrukÃ¡-Gemeinde von CabrobÃ³, AntÃ´nio Cirilo de SÃ¡, klagt: „Seit dem Bau des Sobradinho-Staudammes haben wir unsere fruchtbaren Felder an den Ufern des Sáo Francisco verloren und die Fische im Fluss wurden weniger.” Die Teilumleitung und das Absenken des Flusses werde noch mehr Hunger bringen sowie das Fischen und den Reisanbau weiter erschweren.<br />
Auch der Vizepräsident der Vereinigung der Fischer im Bundesstaat Alagoas, Antonio Gomes dos Santos, kritisiert das Lula-Projekt: „Ich bin gegen den Zuckerrohranbau vor allem in den Wassereinzugsgebieten der Flüsse und Lagunen, weil es schon zu viel Zuckerrohr gibt. Wir brauchen diese Gebiete, um Nahrungsmittel wie Reis, Mais, Bohnen, Kartoffeln anzubauen. Zuckerrohr bringt keine Arbeitsplätze. Was den Gemeinden Jobs gibt, ist die traditionelle Flussfischerei.”<br />
„Brasilien besitzt sechs große Biome: Amazonien, Pantanal, Cerrado, Caatinga, Mata AtlÃ¢ntica und Pampa. Eines davon wurde bereits durch Zuckerrohr vernichtet &#8211; die Mata AtlÃ¢ntica, der Atlantische Regenwald”, fasst Roberto Malvezzi, der Koordinator der pastoralen Landkommission, traurig zusammen. „Heute bestimmt Zuckerrohr den Staat Sáo Paulo. Und es will den Cerrado, das Pantanal und in einer perversen Form der Bewässerung die besten Böden der Caatinga übernehmen. Das Volk verdurstet, aber das Zuckerrohr bekommt Wasser im Überfluss.”</p>
<p><!--adsense--></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/17/biitersuse-ernte-die-ethanol-hausse-verwustet-brasiliens-biodiversitat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8222;Bioenergien sind bio&#8220; oder &#8222;Bio-Treibstoff ist Todessprit&#8220;(1)</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/bioenergien-sind-bio-oder-bio-treibstoff-ist-todessprit1/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/bioenergien-sind-bio-oder-bio-treibstoff-ist-todessprit1/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 13:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrotreibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[BÃ¤rbel HÃ¶hn]]></category>
		<category><![CDATA[Ethanol]]></category>
		<category><![CDATA[Frei Betto]]></category>
		<category><![CDATA[JÃ¼rgen Trittin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/bioenergien-sind-bio-oder-bio-treibstoff-ist-todessprit1/</guid>
		<description><![CDATA[Jürgen Trittin und Bärbel Höhn warenÂ 2007 in Brasilien, um sich u.a. über die Ethanolproduktion zu informieren. Jetzt hat Bärbel Höhn ihr Traktat „Bioenergien sind bio” veröffentlicht, dessen Argumentation in vielen Punkten jener der scharf neoliberalen Regierung von Staatschef Lula mit seiner sehr speziellen Sozial-, Umwelt-und Menschenrechtspolitik(Folter, moderne Scheiterhaufen, Slumdiktatur, Einkommenskontraste, Lepra, Urwaldvernichtung, Bildungskatastrophe, Analphabetismus etc.) [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Jürgen Trittin und Bärbel Höhn warenÂ 2007 in Brasilien, um sich u.a. über die Ethanolproduktion zu informieren. Jetzt hat Bärbel Höhn ihr Traktat „Bioenergien sind bio” veröffentlicht, dessen Argumentation in vielen Punkten jener der scharf neoliberalen Regierung von Staatschef Lula mit seiner sehr speziellen Sozial-, Umwelt-und Menschenrechtspolitik(Folter, moderne Scheiterhaufen, Slumdiktatur, Einkommenskontraste, Lepra, Urwaldvernichtung, Bildungskatastrophe, Analphabetismus etc.) gleicht. Was in der Argumentationskette von Lula fehlt, fehlt auch in der von Bärbel Höhn.</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/01/canabrand1.JPG" alt="canabrand1.JPG" /><br />
<a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/06/was-heute-als-bio-und-oko-bejubelt-wird-ubliches-abbrennen-von-zuckerrohrblattern-kurz-vor-der-ernte-des-rohrschafts-schauplatz-penedo-am-rio-sao-francisco-nordost-teilstaat-alagoas-janua/</a></p>
<p>Anti-neoliberale Persönlichkeiten wie Frei Betto („Bio-Treibstoff ist Todes-Sprit”), hunderte Umweltgruppen ganz Lateinamerikas(„Menschen ernähren, nicht Autos”) liefern beinahe täglich neue Fakten, Berichte, Positionen und Studien, die den Höhn-und Lula-Traktaten widersprechen. „Wir brauchen aber auch die Biokraftstoffe, das sagen uns alle wissenschaftlichen Studien”, meint Bärbel Höhn. Sind es tatsächlich „alle” “ oder gibt es Studien, die just das Gegenteil beweisen?</p>
<p><span id="more-57"></span><br />
Frei Betto nennt die Herstellung von Agrotreibstoffen angesichts des Hungers in der Welt unverantwortlich und unmenschlich “ nicht wenige Studien belegen dies klipp und klar.<br />
Bärbel Höhn sieht es so: Das andere große Konfliktthema “ „volle Tanks” oder „volle Teller” “ existiere aber nur bedingt und werde erst mittel-und langfristig relevant. Man muß Bärbel Höhn für diese Klarstellung dankbar sein, um die Grünen im politischen Spektrum präziser einordnen zu können. Schließlich handelt es sich um die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei, zuständig für Umwelt, Energie, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Tierschutz, Bauen und Verkehr.<br />
„Zuckerrohr verdrängt Urwald, Raps den Weizen “ der Anbau pflanzlicher Energieträger kommt in Verruf. Doch statt ihn zu verdammen, muß er ökologisch gestaltet werden.” Als die Grünen noch den Bundesumweltminister stellten, ließ sich detailliert beobachten, was sie unter „ökologischer Gestaltung” in diesem Gesellschaftssystem verstehen. Artenvernichtung wurde forciert, Landschaft zerstört und versiegelt, Ressourcenverschwendung auf die Spitze getrieben, der Individualverkehr auf Kosten umweltfreundlicher, nachhaltigerÂ Transportformen nach Kräften gefördert. Soja als Tierfutter auf dem Seeweg über mehr als 10000 Kilometer(nicht mitgerechnet die mehreren tausend LKW-Kilometer zu den brasilianischen Häfen)Â massenhaft nach Deutschland zu importieren, fällt offenbar ebenfalls unter grüne Nachhaltigkeitskriterien. Die Folgen des exportorientierten Sojaanbaus für Brasiliens Natur sind hinreichend bekannt.</p>
<p>Unvergessen ist die Trittin-Künast-Flugaffäre von 2003, Brasilien betreffend. Laut deutschen Medienangaben sollte damals eine vor allem für Kurzstreckenflüge geeignete Challenger-Regierungsmaschine l e e r nach Brasilien fliegen und dort dann den Delegationen der Minister für ihre, vom Â«SpiegelÂ» als eher privat dargestellten Ausflüge zur Verfügung stehen. Nach Bekanntwerden der Spiegel-Recherche, hieß es, habe man den Flug gestoppt und die schon auf den Kanaren angekommene Maschine zurückgerufen.<br />
Das Nachrichtenmagazin habe unterstellt, dass die Minister das teure Gerät bestellten, obwohl sie von weit billigeren Alternativen vor Ort wussten. Der Leerflug sei bei der Luftwaffe als Trainingsflug angemeldet worden. (nz)<br />
„Eine Challenger-Maschine der Bundeswehr”, so Der Spiegel, „sollte den Grünen für ein bisschen Luxus sorgen. Auf getrennten Wegen, aber auf jeden Fall bequem, sollten die beiden Minister exotische Ziele im fernen Brasilien ansteuern: Hin- und Rückflug in Komfortsesseln der Lufthansa, die kleinen Trips innerhalb des Amazonasstaats in Leder-Fauteuils eines Challenger-Jets der deutschen Luftwaffe&#8230;.Bereits am Mittwoch hatten die Büroleiter der beiden Minister einen deutlichen Hinweis aus dem Hause von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) erhalten: Der SPIEGEL recherchiere die Kosten des Challenger-Einsatzes, die Ressorts sollten lieber noch einmal nachdenken &#8211; auch über die potenziellen Schlagzeilen.<br />
Der Aufwand wäre in der Tat beträchtlich. Allein der 20 000-Kilometer-Rundflug Köln-Sáo Paulo-Köln hätte die Atmosphäre mit den Abgasen von bis zu 20 Tonnen Kerosinverbrauch belastet &#8211; und die Staatskasse mit Ausgaben von rund 250 000 Euro.<br />
Vergleichbare Chartermaschinen wie ein Learjet sind in Brasilien für weniger als 48 000 Euro pro Woche zu mieten. Zwischen Sáo Paulo und Rio de Janeiro, einem der ministeriellen Reiseziele, verkehrt alle Dreiviertelstunde ein Linienflug zum Schnäppchen-Preis von rund 200 Euro.<br />
So gerieten die grünen Ressortleiter in Erklärungsnot&#8230;<br />
Beamte des Agrarressorts hatten vor Wochen immerhin &#8222;alternativ&#8220; innerbrasilianische Linienflüge herausgesucht &#8211; fanden aber nichts dabei, die Challenger zu buchen.”</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/11/im-naturschutz-brachte-die-wende-einen-ruckfall-in-die-steinzeit-dr-michael-stubbe-universitat-halle-wende-ziele-wende-resultate-in-der-natur/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/11/im-naturschutz-brachte-die-wende-einen-ruckfall-in-die-steinzeit-dr-michael-stubbe-universitat-halle-wende-ziele-wende-resultate-in-der-natur/</a></p>
<p><!--adsense--></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/bioenergien-sind-bio-oder-bio-treibstoff-ist-todessprit1/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
