Offenbar vor dem Hintergrund starker Preissteigerungen bei Grundnahrungsmitteln hat die Weltbank laut brasilianischen Presseberichten Ländern wie Brasilien empfohlen, die Armutsgrenze auf ein Tageseinkommen von zwei Dollar anzuheben. Wie es hieß, würde sich dadurch die Zahl der Armen in Lateinamerika auf 98 Millionen erhöhen und damit mehr als verdoppeln - entsprechend höher wäre dann natürlich auch die Zahl der Verelendeten.
Regierungsunabhängige Experten, darunter aus der katholischen Kirche Brasiliens, hatten in den letzten Jahren immer wieder offizielle Daten über eine deutliche Armutsverringerung und erhebliche Kaufkraftzuwächse der Unterschicht sowie  über zurückgehende  Einkommensunterschiede als realitätsfremd bewertet. Entsprechende Studien verglichen lediglich die Arbeitseinkommen der Besser-und Schlechterverdienenden. Bewußt würden indessen nicht die Zusatzeinkommen der Besserverdienenden aus Spekulationsgewinnen, Geldanlagen, Vermietungen oder Pachten - generell Kapitaleinkommen - berücksichtigt. Täte man dies, würde eine Zunahme der sozialen Ungleichheit konstatiert. Wie die US-Investmentbank  Merrill  Lynch 2008 im jährlichen Welt-Reichtumsbericht mitteilte, stieg 2007 die Zahl der brasilianischen Dollar-Millionäre um 23000 auf 143000.
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