Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Doping in Ost-und Westdeutschland – die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu Uraltbekanntem, gezielter Klischeebildung und Manipulation. “Jeder Insider weiß, dass auch in der BRD in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren in einigen Sportarten nahezu flächendeckend gedopt wurde. Ich will auch heute nicht ausschließen, dass weiter gedopt wird.” Experte Helmut Digl. Wer bisher diese Infos bewußt verschwieg – überall nachzulesen.

Deutsche Evi Stachenbacher-Stehle in Sotschi bei Doping ertappt – übliche Ausflüchte:  http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/sachenbachers-anwaelte-uebernehmen-bewusstes-doping-wird-bestritten-12818657.html

 http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/helmut-digel-im-gespraech-alle-wussten-vom-betrug-im-westen-11966659.html

Ossi grundsätzlich gedopt, Wessi in der Regel sauber? Obwohl Forscher Belege für ein ganz anderes Bild gefunden haben, hält sich der Eindruck, in der Bundesrepublik sei Doping das Werk verirrter Einzelgänger gewesen. Unser Zeitzeuge war Protokollant einer gescheiterten Aufarbeitungskommission. Er schildert die massive Verstrickung westdeutscher Sportfunktionäre und Mediziner in das Manipulationssystem.

… Für die Leichtathletik fanden wir immer mehr Zeugen, die von Doping bis in Leistungsklassen berichteten, in denen man nicht einmal an deutschen Meisterschaften teilnahm.

… Wir waren geschockt, als deutsche Sportmediziner uns sagten, man müsse dopen, wenn man international konkurrenzfähig sein möchte. Hans Erhard Bock, der Leiter der Medizinischen Klinik in Tübingen, war empört, als er hörte, dass sich der Mediziner Heinz Liesen in aller Konsequenz dazu bekannte, dass Leistungssteigerung zu den Aufgaben des Arztes im Sport gehöre.

…1977 hat sich der junge CDU-Abgeordnete Wolfgang Schäuble für Doping ausgesprochen …

Es ist nicht besonders originell, ihm das heute vorzuhalten, da er zugegeben hat, dass dies ein Fehler war. Er hat als Minister, der auch für den Sport verantwortlich war, in aller Entschiedenheit gegen Doping gekämpft.

…Niemand war ahnungslos. Wer Zeitung las, konnte in den sechziger und siebziger Jahren erkennen, dass wir ein Doping-Problem haben. Es gab genügend Indizien und Selbstbezichtigungen wie die der Leichtathleten Ralf Reichenbach, Gerd Steines, Alwin Wagner und Manfred Ommer. Aber die Grundhaltung derer, die dagegen waren, war naiv. Ich war auch naiv. Ich habe gefordert, man solle keine ständige Kommission schaffen, man solle eine Ad-Hoc-Kommission zur Doping-Bekämpfung einrichten, damit es bereits einen Termin gibt, zu dem deren Arbeit zu Ende sei. Sehr schnell musste ich erkennen, dass Doping ein stabiles, systemimmanentes Dauermerkmal des Leistungssports geworden ist.

…Wer ist verantwortlich für das Doping in Westdeutschland?

Man kann den Athleten nicht aus der Verantwortung entlassen. Die gedopten Athleten sind verantwortlich für das, was sie getan haben. Aber den Sportler allein an den Pranger zu stellen, das war der Sündenfall des Sports. Damit hat er versucht, sich zu entlasten. Bis heute wurde kein Verbandspräsident, kein Sportdirektor, kein Verband sanktioniert und Trainer nur ausnahmsweise. Der gravierende öffentliche Skandal ist dabei das Medizinsystem, denn ohne medizinische und pharmakologische Expertise ist Doping nicht möglich: Den Ärzten in Freiburg, die etwa beim Radprofi-Team der Telekom Doping betrieben haben, sind diese Delikte nachgewiesen worden. Da muss es doch Berufsverbote geben, zumindest zeitlich befristet. Aber die gibt es nicht. Ärzte, die Athleten Doping-Substanzen verabreicht haben, können ungehindert in Privatpraxen ihren Beruf ausüben.

…Ihre Arbeit gipfelte in der Grundsatzerklärung für den Spitzensport vom Juni 1977, bei deren Verabschiedung DSB-Präsident Willi Weyer sich für einen menschlichen Leistungssport aussprach, „der seine Macht aus seiner moralischen Kraft bezieht“. Macht das nicht die Doppelbödigkeit auch des westdeutschen Sports sichtbar?

Es wurde schon damals indirekt deutlich, dass vom organisierten Sport nach außen das Spiel des sauberen Hochleistungssports gespielt wurde, und nach innen hat man eine andere Moral entwickelt. Werner Göhner war Schatzmeister des Nationalen Olympischen Komitees und bespielte nach außen hin diese Bühne. Intern hatte sich seine Sportart, der Radsport, längst darauf geeinigt, dass er eine Medikamenten-Sportart war. Er hatte mit der Tour de France ein unlösbares Problem. Man muss sich vorstellen: Rudi Altig wurde damals Bundestrainer!

Altig wurde „die radelnde Apotheke“ genannt.

Das war bekannt. Altig sagte in der Anhörung, er verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Bei der Tour habe er immer mit diesen Substanzen gearbeitet; bei ihm habe das keinen Schaden hervorgerufen.

…Keiner weiß, welches Ausmaß der Doping-Betrug erreicht hat. Nimmt er zu? Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, sagt: Wir haben das Problem im Griff, die wenigen positiven Fälle belegen das. Meine Sicht ist: Die Doping-Statistiken lassen keine ausreichenden Schlussfolgerungen über die Reichweite des Problems zu. Es gibt Hinweise auf internationale Informationssysteme und Dealerstrukturen. Der Medikamentenschwarzmarkt hat ein enormes Ausmaß erreicht. Die Zahl der Sportarten, in denen Dopingmissbrauch aufgedeckt wurde, steigt. Und wenn man kontrolliert, findet man immer nur das, was kontrollierbar ist. Der Sport gaukelt der Öffentlichkeit vor, dass er das Problem im Griff hat.*

…Haben Sie sich nie gefragt, warum weitgehend nur über die Belastung der Trainer aus dem Osten diskutiert wurde?

Der Westen war nicht in einer moralisch günstigeren Position. Alle wussten vom Betrug im Westen. Der Westen hat dies nie aufgearbeitet. Ausgerechnet dieser Westen wurde zur Schiedsinstanz. Da haben wir keine glückliche Hand gehabt. Was die Opfer angeht, sind wir unsensibel gewesen. Aber wir waren auch nicht sensibel genug in Bezug auf die Täter.

Jeder Insider weiß, dass auch in der BRD in den sechziger, siebziger und achtziger Jahren in einigen Sportarten nahezu flächendeckend gedopt wurde. Ich will auch heute nicht ausschließen, dass weiter gedopt wird.

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Die Sprachregelungen des Kalten Krieges – wer deutsch war und wer nicht.  “Als beste deutsche Läuferin belegte Sigrid Smuda(München) den 18. Platz.”

Olympische Spiele 1988, wie die beiden deutschen Staaten abschnitten – Medaillenspiegel: http://de.wikipedia.org/wiki/Medaillenspiegel_der_Olympischen_Sommerspiele_1988

DDR – Platz 2, BRD Platz 5…

Große Erfolge wurden nach 1990 beim Abbau des ostdeutschen Breitensports erreicht – so wurde beispielsweise schon im Januar 1990 an allen Universitäten und Hochschulen Ostdeutschlands der Pflichtsport abgeschafft – mit den vorhersehbaren Ergebnissen, u.a. bei gesundheitlicher Kondition. An den Schulen wurden Niveau und Qualität des Sportunterrichts nach 1990 zügig abgesenkt, betonen ostdeutsche Sporttrainer und Sportfachleute übereinstimmend. 

Laut ostdeutschen Sportexperten wurden DDR-Sportler bei internationalen Wettkämpfen nicht ein einziges Mal des Dopings beschuldigt, bzw. überführt.

http://www.news.de/sport/855227081/die-brd-stand-der-ddr-in-nichts-nach/1/

http://www.tagesspiegel.de/sport/rueckhalt-von-ganz-oben-staatsdoping-auch-in-der-bundesrepublik/4661948.html

http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/19/es-gibt-trends-und-moden-in-der-berichterstattung-die-so-ubermachtig-sind-das-es-vollkommen-egal-ist-was-wirklich-passiert-ist-dagobert-lindlau-im-deutschlandfunk-uber-wege-zur-desinformierten/

Echte Sportler unterscheiden sich von Geld-und Dopingsportlern u.a. dadurch, daß erstere aus Liebe zur Sache ihr ganzes Leben sportlich tätig sind, bestimmte ethische Werte vertreten. Zu Persönlichkeiten dieser Art zählt Karl Träger aus Roßleben/Unstrut, der noch mit über 80 Jahren an Weltmeisterschaften teilnimmt – und sie gewinnt. Indessen wird in seiner Heimatregion derzeit durch gezielte Entvölkerungspolitik erreicht, daß soziokulturelle Traditionen wie der Breitensport abgebaut werden. Karl Träger 2013: “Die Region blutet aus.” Träger zählte mit außergewöhnlichen Menschen wie  Musiker Horst Hubbe zu den markantesten Lehrerpersönlichkeiten der Erweiterten Goethe-Oberschule Roßleben, bevor sie nach dem Anschluß von 1990, wie es in der Region heißt, erwartungsgemäß erheblich an Qualität verlor. 

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http://www.mz-web.de/archiv/Rosslebener-Ruderverein-lebt-von-Karl-Traegers-Arbeit-Sportenthusiast-ueberwandt-die-Folgen-eines-schweren-Sportunfalls-und-wurde-zum-Vorbild/H-1994-08-01-148771.htm

http://www.mz-web.de/archiv/Weltmeister-kommt-aus-Rossleben/H-1998-09-08-TS051489.htm

http://artern.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Ehrenamtspreis-fuer-Karl-Traeger-aus-Rossleben-542570005

Ruderclub Roßleben e. V. :  http://www.ruderclub-rossleben.de/index.php?seite=geschichte

 “Weiterhin konnte Karl Träger in den letzten Jahren mehrere Siege bei den Masters Weltmeisterschaften erreichen.”

2011:   “Seinen bisher größten Erfolg konnte Karl Träger vom Ruderclub verbuchen. Im Doppelvierer der Altersklasse I (75 – 80 Jahre) gewann er mit seinen Sportfreunden aus Kassel, Rostock und Krefeld vor den Booten aus Holland und England. 12 Nationen waren im Doppelzweier derselben Altersklasse am Start. Auch hier gab es die Siegermedaille für G. Liebau aus Rostock und Karl Träger aus Roßleben.

Die Krönung der Regatta gab es am Sonnabend für Karl Träger. Bei idealen Bedingungen waren im Einer 11 Nationen am Start. Karl Träger lag vom Start weg in Führung und ließ sie sich bis zur Ziellinie auch nicht mehr nehmen. Mit diesem 3. Sieg war der Erfolg in allen Skullbootklassen dieser Altersklasse perfekt.”

2010:  “Das ist mein Wetter, freut sich Karl Träger vom Roßlebener RC als er am Sieger-Steg anlegt. Der 77-Jährige gewann bei der 4. Euro-Masters Ruderregatta in München in 4:59,28 min seinen Lauf bei strömendem Regen und konnte sich gegen die internationale Konkurrenz von vier Booten durchsetzen.” otz

2012: “Karl Träger – der 17-fache Senioren-Weltmeister im Rudern”. Stadtbote Wiehe

Trainer im Schweizerischen Ruderverband ist Jürgen Träger, Sohn von Karl Träger.

Karl Träger
Alterspräsident
im Stadtrat
Ausschuss für Kultur,
Soziales und Jugendfragen Ausschuss für
Umwelt und Tourismus

http://www.mz-web.de/archiv/Ein-sympathischer-Jahrgang-geht/HC-07-04-2000-080400008336.htm

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Senioren-Weltmeisterschaften 2013 in Varese – Medaillenregen für Karl Träger:  http://zs.thulb.uni-jena.de/servlets/MCRFileNodeServlet/jportal_derivate_00234196/rzoktober2013.pdf

 http://de.wikipedia.org/wiki/Medaillenspiegel_der_Olympischen_Winterspiele_1988

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Ausriß. Lula bei Schmidt in Hamburg.

“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft gutem Wege.” Schmidt zu Lula 2009…

Schmidt:”Ich kenne Oscar Niemeyer – und ich habe einen großen Respekt vor ihm…Ich war einer, der dafür gesorgt hat, daß er den japanischen kaiserlichen Kunstpreis für Architektur bekommen hat. So habe ich Oscar Niemeyer in Tokio kennengelernt.”(Extrem stark beschnittenes Gespräch Schmidt-Lula auf youtube)

Henry Kissinger spricht auf Trauerfeier für Helmut Schmidt in Hamburg:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/17/henry-kissinger-haelt-rede-auf-staatsakt-fuer-helmut-schmidtspd-am-23-11-2015-in-hamburg-kissinger-und-schmidt-viele-gemeinsame-wertvorstellungen/

DIE ZEIT und der Tod des Mitherausgebers Helmut Schmidt/SPD 2015 – was alles in den Nachrufen fehlt:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/12/die-zeit-und-der-tod-des-mitherausgebers-helmut-schmidtspd-2015-was-alles-in-den-zeit-nachrufen-fehlt/

Kuriose Mythenbildung um Schmidt und Lula:

http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/11/helmut-schmidt-2015-gestorben-mainstream-verbreitet-falschmeldungen-kuriose-mythen-schmidt-hatte-angeblich-den-damaligen-gewerkschaftsfuehrer-lula-begehrt-bei-unternehmern-als-verhandlungs-und-g/

Kreuz und Gedenkstein am Ort des Massakers: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/04/16/kreuz-und-gedenkstein-am-ort-des-massakers-an-bauarbeitern-brasilias-oscar-niemeyer-der-die-errichtung-brasilias-leitete-sagt-im-dokumentarfilm-von-dem-blutbad-nie-etwas-gehort-zu-haben/

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 21. November 2012 um 17:34 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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