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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Spekulation</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Rousseff-Regierung in Brasilia macht Spekulanten neues Riesengeschenk: Leitzinsen auf 11,75 Prozent erhöht. &#8222;Brasil &#8211; lider global em juros reais.&#8220; (Folha de Sao Paulo) Wirtschaftsmacht Brasilien?</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 14:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Führende brasilianische Wirtschaftsexperten haben die Hochzinspolitik der Regierung wiederholt heftig kritisiert. José Roriz Coelho, Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie in Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP in Sao Paulo, verglich 2011 im Website-Interview das Zinsniveau Brasiliens mit hohem Fieber, einer Krankheit: &#8222;Brasiliens Zinsen sind die höchsten der Welt &#8211; also ist die Krankheit sehr gravierend. Wieso sagen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Führende brasilianische Wirtschaftsexperten haben die Hochzinspolitik der Regierung wiederholt heftig kritisiert. José Roriz Coelho, Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie in Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP in Sao Paulo, verglich 2011 im Website-Interview das Zinsniveau Brasiliens mit hohem Fieber, einer Krankheit: &#8222;Brasiliens Zinsen sind die höchsten der Welt &#8211; also ist die Krankheit sehr gravierend. Wieso sagen dann viele,  die Zeitungen, daß im Lande alles wunderbar läuft, obwohl wir 40 Grad Fieber haben? Also läuft da etwas falsch. Denn die meisten Devisenzuflüsse, die unsere Landeswährung Real so ungünstig aufwerten, sind nur Spekulation mit Zinsgewinnen und leider keine Investitionen. Wo soll da für Brasilien ein Vorteil liegen? Zu einer Wirtschaftsmacht können wir nur werden, wenn der jetzige Kurs deutlich korrigiert wird.&#8220;</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/03/joserorizcoelho1.JPG" alt="joserorizcoelho1.JPG" /></p>
<p><strong>Direktor José Roriz Coelho beim Exklusivinterview in Sao Paulo 2011. </strong></p>
<p><strong>&#8222;In Brasilien nimmt der Anteil der Industrie am Bruttosozialprodukt zunehmend ab. Dafür gibt es verschiedene Gründe. So hat die Regierung ihre Ausgaben stark erhöht &#8211; muß also die Steuern erhöhen, um die Ausgaben decken zu können. Doch die Steuererhöhungen betreffen just den Industriesektor stark. Brasilien verkauft seine Rohstoffe sehr billig ins Ausland &#8211; doch teuer an die Unternehmen im Inland. Rohstoff-Firmen kommen viel billiger an Kredite als die mittleren und kleinen Industriebetriebe.  Brasiliens Anteil am Welthandel ist sehr niedrig. Daß unsere Infrastruktur so teuer ist, bildet ein großes Problem. Denn unsere Transportkosten sind viel höher als in anderen Ländern, die Logistik ist sehr teuer. Die Regierung ist sehr unbeweglich &#8211; wir haben viel Bürokratie, für die die Ausgaben enorm sind. Zudem ist das Korruptionsniveau in Brasilien unakzeptierbar hoch &#8211; wir brauchen ein Programm gegen Korruption. In Brasilien existiert eine regelrechte Banken-Diktatur &#8211; Brasiliens Banken sind die rentabelsten der Welt. Dieses hiesige Bankensystem hat sehr viel Macht. In Ländern wie Deutschland ist dieses System ein Mechanismus, um die Wirtschaft zu ölen, ist das Öl im Räderwerk. Doch in Brasilien nimmt es sich fast allen Reichtum, den die Wirtschaft erzeugt. Die Regierung muß die Augen öffnen &#8211; und Korrekturen veranlassen.&#8220; </strong></p>
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<p><strong>Wirtschaftsmacht Brasilien?(2011)</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>In Deutschland wird das Schwellenland Brasilien bereits als Industrienation, gar Wirtschaftsmacht gerühmt, das sich in einer außergewöhnlichen Boomphase befinde. Brasilianische Experten widersprechen &#8211; das Land werde industriell immer schwächer und im Außenhandel immer weniger konkurrenzfähig. Brasilien gewöhne sich daran,  ein großer Rohstofferzeuger zu sein.</strong></p>
<p><span id="more-8734"></span></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Große Luftfahrtgesellschaften würden Brasilien gerne mit dem neuen Super-Airbus A 380 anfliegen – wegen der sehr mangelhaften Flughäfen leider unmöglich. Unter den zehn größten Wirtschaftsnationen hat Brasilien laut einer neuen Weltstudie das schlechteste Transportwesen, schlechter noch als in  Indien oder Südafrika. Das Riesenland transportiert nur 25 Prozent der Fracht kostengünstig mit der Bahn, während es in Rußland 81 Prozent und in Australien und den USA 43 Prozent sind. Auf dem Doing-Business-Ranking der Weltbank, das die Wirtschaftsfreundlichkeit eines Landes bewertet, ist Brasilien 2011 vom 124. auf den 127. Platz zurückgefallen,  liegt hinter Rußland. Stutzig macht zudem, daß Baden-Württemberg mit seinen nur rund 10,7 Millionen Einwohnern auch 2010 wieder mehr exportierte als Brasilien mit seinen etwa 190 Millionen Bewohnern – und das Tropenland am Welthandel mit nicht einmal 2 Prozent beteiligt ist. In Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP von Sao Paulo  ist José Roriz Coelho Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie. Als Wirtschaftsmacht sieht er Brasilien nicht, zumal eine sehr verfrühte Deindustrialisierung im Gange sei. 1995 lag der Industrieanteil am Bruttosozialprodukt bei 28 Prozent – heute sind es nur noch 13,5 Prozent – in China dagegen über 46 Prozent. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Rohstoffe, Commodities, die wir sehr billig verkaufen, werden immer mehr zur Stütze unseres Wachstums, während die Konkurrenzfähigkeit bei Industrieprodukten niedrig ist, Importe zunehmen. Das ist gefährlich. Wenn morgen die Rohstoffpreise fallen, wird Brasilien keine starke verarbeitende Industrie mehr haben, aber ein großer Importeur sein. Arg betroffen von Deindustrialisierung sind bereits Branchen wie Maschinen und Ausrüstungen, Kunststoffe, Papier, Schuhe und Textilien. Uns fehlt Technologie – und ein Bildungssystem, das Leute formt, die neue hochwertige Produkte entwickeln können.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Aber heißt es nicht immer, der Flugzeugbauer EMBRAER sei als Hightech-Konzern ein Beleg für Brasiliens enorme wirtschaftliche Fortschritte? </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“EMBRAER macht nur die Montage von Flugzeugen – kauft die Teile im Ausland zusammen. Denn Firmen, die hier EMBRAER unterstützen, haben garnicht die die technische Kapazität, um nötige Flugzeugteile herzustellen.“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Und in der Tat ist EMBRAER nach dem Ölkonzern Petrobras zweitgrößter Importeur Brasiliens – beide Unternehmen beziehen sehr viel Hightech aus Ländern der Ersten Welt wie den USA und Deutschland. Etwa die Hälfte der stimmberechtigten Aktien von EMBRAER liegt zudem in den Vereinigten Staaten, bei großen Kapitalfonds, heißt es. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wir verlieren unsere Fähigkeit, aus Rohstoffen hochwertige Produkte herzustellen. Zellulose produzieren wir sehr konkurrenzfähig, verkaufen sie aber an China – und beziehen von dort das Papier.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Als besonders typischen – und kuriosen Fall nennt Coelho zudem die Rohkaffee-Produktion, bei der Brasilien weltweit führt.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wir liefern nach Deutschland und auch nach Italien – und der veredelte Kaffee kommt zurück, geht in alle Welt, Deutschland ist der größte Exporteur ist. Ich kritisiere, daß Brasilien nicht auch diese Fähigkeit zur Veredelung entwickelt.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Für Coelho ist lediglich „Gerede“, daß in Brasilien derzeit alles wirtschaftlich gut laufe. Kritiker wie ihn nenne man „antipatriotisch“. Enorme Hemmnisse, große Probleme und Wettbewerbsnachteile seien auch die starke Bürokratie, die unakzeptierbar hohe Korruption.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wenn Brasiliens Zinsen derzeit die höchsten der Welt sind, heißt das für mich, wir haben 40 Grad Fieber, sind also schwer krank, läuft etwas falsch. Denn die meisten Devisenzuflüsse, die unsere Landeswährung Real so ungünstig aufwerten, sind nur Spekulation mit Zinsgewinnen und leider keine Investitionen. Doch zu einer Wirtschaftsmacht können wir nur werden, wenn der jetzige Kurs deutlich korrigiert wird – darunter die Deindustrialisierung. In Brasilia diskutiere ich darüber mit den zuständigen Ministern.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Ein entwickeltes Land zu werden, heiße auch Bildung, Kultur, Gesundheitswesen und öffentliche Sicherheit stark zu verbessern. Der Mindestlohn liegt derzeit bei umgerechnet nur etwa 248 Euro brutto. Selbst die Regierung räumt ein, daß es weiterhin Hunger und Misere gibt – und sogar noch häufige Sklavenarbeit. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Zu den Positiv-Faktoren zählt Coelho, daß Brasilien große Ölvorräte unter einer kilometerdicken Salzschicht besitze, ein großer Ölexporteur sein werde. Doch die Förderung ist teuer und sehr schwierig. Der US-Konzern Exxon setzte jetzt in seinem Konzessionsgebiet bei Sao Paulo für 400 Millionen Dollar drei Bohrungen vergeblich – fand nicht das versprochene Petroleum. </strong></p>
<p><strong>“Die Korruption ist strukturell im brasilianischen Staat.” José  Eduardo Cardozo, neuer Justizminister unter Dilma Rousseff, in Interview  vor Amtsantritt, Dezember 2010</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/05/brasilien-die-vielgelobt-wirtschaftspolitik-von-lula-rousseff-wachstumshemmende-hochzinspolitik-die-spekulanten-stark-begunstigte-zeigt-immer-negativere-folgen-bestatigt-fiesp-warnungen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/05/brasilien-die-vielgelobt-wirtschaftspolitik-von-lula-rousseff-wachstumshemmende-hochzinspolitik-die-spekulanten-stark-begunstigte-zeigt-immer-negativere-folgen-bestatigt-fiesp-warnungen/</strong></a></p>
<p><strong>&#8222;Das Land durchläuft eine intensive Industrialisierung.&#8220;</strong> <strong>Stuttgarter Nachrichten 2011</strong><br />
&#8222;Für 2011 und 2012 wird mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils ca.  3,7 und 4% (2010: 7,5%) BIP-Anteil gerechnet.&#8220; Auswärtiges Amt</p>
<p><strong>&#8222;In der Welt des Wachstums&#8220;:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/gruner-ministerprasident-winfried-kretschmann-in-brasilien-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/gruner-ministerprasident-winfried-kretschmann-in-brasilien-2011/</strong></a></p>
<h2>Udo Döhler, Präsident des Textilunternehmens  Döhler S/A in Joinville, Santa Catarina. Energischer Kritiker der  Wirtschaftspolitik Brasilias, darunter der Deindustrialisierung.  Gesichter Brasiliens. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11173" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/dohler-sa/" rel="tag">Döhler S/A</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/joinville/" rel="tag">Joinville</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/santa-catarina/" rel="tag">Santa Catarina</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/udo-dohler/" rel="tag">Udo Döhler</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/udodohler1.JPG" alt="udodohler1.JPG" /></p>
<p><strong>Udo Döhler, Präsident des Unternehmerverbands von  Joinville(ACIJ),  beim Interview in dem von ihm geleiteten “Hospital  Dona Helena”.</strong></p>
<p><strong>“Die Joinville-Region wächst wirtschaftlich stark &#8211; ganz im  Gegensatz zum Rest des Landes. Denn wir setzen auf Innovation,  investieren stark in Bildung, Ausbildung &#8211; schon seit drei Jahrzehnten  zudem kräftig in die Technologen-und Ingenieurs-Ausbildung. Santa  Catarina gibt seit langem ein Beispiel &#8211; doch Brasilia verhält sich uns  gegenüber blind, taub, stumm. Auf diesen Teilstaat Santa Catarina  entfallen nur 1 Prozent des brasilianischen Territoriums, nur 3 Prozent  der Gesamtbevölkerung &#8211; doch er erzeugt unter den 26 Teilstaaten das  sechstgrößte Bruttosozialprodukt, alles amtliche Daten des IBGE. Dies  sollte notwendig erscheinen lassen, sich eine solche Region genau  anzuschauen. Doch das geschieht nicht. Wenn Brasilien sich derzeit  deindustrialisiert, industrialisieren wir uns in Santa Catarina immer  mehr, gehen wir andere Wege. Doch die Regierung widmet uns deshalb nicht  gerade größere Aufmerksamkeit, fördert uns gar bei Besteuerung und  Infrastruktur, nichts dergleichen. Kein Zweifel &#8211; der brasilianische  Staat kümmert sich nicht um Santa Catarina, will die hiesigen Realitäten  einfach nicht wahrnehmen. Santa Catarina hat nicht nur eine starke  metallverarbeitende Industrie, von Motoren bis Autoteilen, sondern zudem  eine leistungsfähige Agroindustrie, ist in Brasilien größter Produzent  von Geflügel und Schweinen. Joinville ist in Brasilien die einzige  Stadt, die von der Einwohnerzahl her größer und zudem wirtschaftlich  stärker als die Teilstaats-Hauptstadt ist &#8211; Florianopolis. Santa  Catarina wurde immer diskriminiert, aber hat sich gut entwickelt, ist  sehr gewachsen. Meine Familie kam 1881 aus Deutschland &#8211; meinem  Urgroßvater hat man einen Mangrovensumpf zugewiesen &#8211; das ganze heutige  Stadtgebiet war so, mußte von den deutschen Einwanderern erst entwässert  werden &#8211; soviele sind durch Malaria umgekommen. </strong></p>
<p><strong>Vor vier Jahren hat unser Unternehmen noch über die Hälfte  der Produktion exportiert. Doch weil sich der Wechselkurs extrem  verschlechterte &#8211; von 2,8  auf 1,53 Real  pro Dollar,  verloren wir  unsere Marktanteile im Ausland, exportieren nur noch 8 Prozent unserer  Erzeugnisse, konzentrieren uns auf den Binnenmarkt, mit neuen  Technologien &#8211; und kräftigem Produktionswachstum: 2011 erreichen wir  gegenüber dem Vorjahr etwa 18 Prozent, nächstes Jahr dürften es zwischen  12 und 15 Prozent sein. Wir widerstehen der Versuchung, Produkte aus  Asien zu importieren und dann hier nur noch das Etikett aufzukleben. So  wie wir agiert die gesamte Industrie im Norden und Nordosten von Santa  Catarina.”</strong></p>
<p><a href="http://www.dohler.com.br/pt/imprensa/ver_texto.php?banco-dados=9"><strong>http://www.dohler.com.br/pt/imprensa/ver_texto.php?banco-dados=9</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dohler.com.br/pt/marketing/revista-dohler.php"><strong>http://www.dohler.com.br/pt/marketing/revista-dohler.php</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dohler.com.br/pt/marketing/informativo-dohler.php"><strong>http://www.dohler.com.br/pt/marketing/informativo-dohler.php</strong></a></p>
<p><a href="http://www1.an.com.br/grande/dohler/0gra2.htm"><strong>http://www1.an.com.br/grande/dohler/0gra2.htm</strong></a></p>
<p><strong>Döhlers Position deckt sich in vielen Punkten mit der des FIESP von Sao Paulo:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/03/rousseff-regierung-in-brasilia-macht-spekulanten-neues-riesengeschenk-leitzinsen-auf-1175-prozent-erhoht-brasil-lider-global-em-juros-reais-folha-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/03/rousseff-regierung-in-brasilia-macht-spekulanten-neues-riesengeschenk-leitzinsen-auf-1175-prozent-erhoht-brasil-lider-global-em-juros-reais-folha-de-sao-paulo/</strong></a></p>
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		<title>&#8222;Brasilien will an die Spitze.&#8220; Handelsblatt zur Stärkung des lateinamerikanischen Finanzzentrums Sao Paulo.</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 11:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/boersenplaetze-brasilien-will-an-die-spitze;2535392;0 Obdachloser vor der Leitbörse Lateinamerikas in Sao Paulo. http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/deutsche-firmen-und-wirtschaftskriminalitat-in-brasilien1/ Sozialdumping: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/26/brasilien-ein-typisches-sozialdumping-land-viele-exportprodukte-nach-europa-werden-durch-sklavenarbeit-besonders-billig-kritisieren-menschenrechtsexperten-gerissen-in-brasilien-spottbillig-herst/ http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/25/sao-paulo-ist-456-interessanten-megacity-rundblick-anklicken/ Helio Bicudo, Sao Paulo: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/23/deutschland-unterstutzt-kirchliche-initiative-gegen-polizeigewalt-in-brasilien-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-federfuhrend/ http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/crack-in-brasilien-die-alibi-kampagne-der-regierung-und-die-realitat/ http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/fucking-different-sao-paulo-auf-berlinale-2010/ http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/19/75000-brasilianische-prostituierte-in-europa-bevorzugte-lander-spanien-holland-schweiz-deutschland-italien-osterreich/]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/boersenplaetze-brasilien-will-an-die-spitze;2535392;0">http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/boersenplaetze-brasilien-will-an-die-spitze;2535392;0</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/02/obdachloserplastik.jpg" alt="obdachloserplastik.jpg" /></p>
<p><strong>Obdachloser vor der Leitbörse Lateinamerikas in Sao Paulo.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/deutsche-firmen-und-wirtschaftskriminalitat-in-brasilien1/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/11/deutsche-firmen-und-wirtschaftskriminalitat-in-brasilien1/</a></p>
<p><strong>Sozialdumping:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/26/brasilien-ein-typisches-sozialdumping-land-viele-exportprodukte-nach-europa-werden-durch-sklavenarbeit-besonders-billig-kritisieren-menschenrechtsexperten-gerissen-in-brasilien-spottbillig-herst/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/26/brasilien-ein-typisches-sozialdumping-land-viele-exportprodukte-nach-europa-werden-durch-sklavenarbeit-besonders-billig-kritisieren-menschenrechtsexperten-gerissen-in-brasilien-spottbillig-herst/</a></p>
<p><span id="more-4674"></span></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/25/sao-paulo-ist-456-interessanten-megacity-rundblick-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/25/sao-paulo-ist-456-interessanten-megacity-rundblick-anklicken/</a></p>
<p><strong>Helio Bicudo, Sao Paulo:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/23/deutschland-unterstutzt-kirchliche-initiative-gegen-polizeigewalt-in-brasilien-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-federfuhrend/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/23/deutschland-unterstutzt-kirchliche-initiative-gegen-polizeigewalt-in-brasilien-menschenrechtsaktivist-helio-bicudo-federfuhrend/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/crack-in-brasilien-die-alibi-kampagne-der-regierung-und-die-realitat/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/11/crack-in-brasilien-die-alibi-kampagne-der-regierung-und-die-realitat/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/fucking-different-sao-paulo-auf-berlinale-2010/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/02/01/fucking-different-sao-paulo-auf-berlinale-2010/</a></p>
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		<title>&#8222;Starke Regenfälle in Brasilien sorgen für eine Angebotsverknappung bei Zucker&#8230;Zuckerpreis ist nicht zu stoppen.&#8220; Profit aus Mangel schlagen. Wie heute &#8222;Wirtschaft&#8220; funktioniert. Zucker und Sklavenarbeit.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/28/starke-regenfalle-in-brasilien-sorgen-fur-eine-angebotsverknappung-bei-zuckerzuckerpreis-ist-nicht-zu-stoppen-profit-aus-mangel-schlagen-wie-heute-wirtschaft-funktioniert-zucker-und-skla/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 11:15:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-12/15782843-zuckerpreis-ist-nicht-zu-stoppen-124.htm Zucker und Sklavenarbeit: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/27/sklavenarbeit-unter-der-lula-regierung-frankreichs-botschaft-ehrt-franzosische-menschenrechtsaktivisten-die-in-brasilien-trabalho-escravo-bekampfen-xavier-plassat-henri-des-roziers-jean-ragu/]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-12/15782843-zuckerpreis-ist-nicht-zu-stoppen-124.htm">http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-12/15782843-zuckerpreis-ist-nicht-zu-stoppen-124.htm</a></p>
<p><strong>Zucker und Sklavenarbeit:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/27/sklavenarbeit-unter-der-lula-regierung-frankreichs-botschaft-ehrt-franzosische-menschenrechtsaktivisten-die-in-brasilien-trabalho-escravo-bekampfen-xavier-plassat-henri-des-roziers-jean-ragu/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/27/sklavenarbeit-unter-der-lula-regierung-frankreichs-botschaft-ehrt-franzosische-menschenrechtsaktivisten-die-in-brasilien-trabalho-escravo-bekampfen-xavier-plassat-henri-des-roziers-jean-ragu/</a></p>
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		<title>Schweizer Bischof Cristiano Jakob Krapf(Bernhardzell) aus Bahia: &#8222;Das Paradies des Finanzkapitals.&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 00:54:33 +0000</pubDate>
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		<title>Brasilien: Misereor-Partner Roberto Malvezzi analysiert Nahrungsmittelkrise und Ethanol. Erste amtliche Zahlen.</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Apr 2008 14:08:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Arroz com Feijáo. Os nÃºmeros do Censo AgropecuÃ¡rio Roberto Malvezzi (GogÃ³)Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Dizem que o arroz com feijáo é uma invençáo tipicamente brasileira, assim como o café com leite. Melhor, os nutricionistas descobriram que sáo excelentes combinaçÃµes nutricionais. Entretanto, como tudo que tem origem nacional, arroz com feijáo tornou-se sinÃ´nimo de algo irrelevante, quando náo imprestÃ¡vel. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Arroz com Feijáo. Os nÃºmeros do Censo AgropecuÃ¡rio</p>
<p>Roberto Malvezzi (GogÃ³)Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Dizem que o arroz com feijáo é uma invençáo tipicamente brasileira, assim como o café com leite. Melhor, os nutricionistas descobriram que sáo excelentes combinaçÃµes nutricionais. Entretanto, como tudo que tem origem nacional, arroz com feijáo tornou-se sinÃ´nimo de algo irrelevante, quando náo imprestÃ¡vel. Até que o preço subisse nas nossas mesas. Agora, literalmente, passaram a ter valor.</p>
<p><span id="more-440"></span></p>
<p>Pois bem, nossa dupla da mesa voltou Ã s manchetes de jornais, televisÃµes e sáo objeto inclusive de reflexÃµes de intelectuais. Que coisa, intelectual falando de arroz e feijáo! Que desprestÃ­gio para nossa elite pensante! A razáo é que, com a crise alimentar mundial, hÃ¡ uma acirrada disputa de nÃºmeros para sustentar ou desdizer a tese que os agrocombustÃ­veis estáo na origem da crise de nossas mesas. <font face="Times New Roman" size="3">Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  A consolidaçáo dos dados do Censo AgropecuÃ¡rio que estÃ¡ em elaboraçáo ajudarÃ¡ a esclarecer muito de nossas dÃºvidas. O acesso parcial que tivemos a esses nÃºmeros jÃ¡ esclarece muito do que queremos saber. A Ã¡rea planta de arroz, que era de 4.233.000 Â hectares em 1990, caiu para 2.997.000 em 2007. Portanto, em quinze anos perdeu 1.236.000 hectares, ou seja, quase que 25% de sua Ã¡rea. Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Quanto ao feijáo, em 1990 a Ã¡rea plantada ocupava 5.504.00 hectares. Em 2007 a Ã¡rea plantada ocupava 4.331.000 hectares. Em quinze anos teve seu plantio diminuÃ­do em 1.174.000 hectares, ou seja, perdeu 12% de sua Ã¡rea. Enquanto nossas Ã¡reas de plantio da dupla caÃ­ram, a populaçáo brasileira cresceu. Como disse o Presidente da RepÃºblica, ”também passou a comer mais. Também é verdade e vamos dar a Lula o que é de Lula. Portanto, a fÃ³rmula da inflaçáo dos alimentos estÃ¡ perfeita: menos Ã¡rea cultivada, menor produçáo, mais gente comendo.Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Outro dado esclarecedor é que a soja saltou de 11.487.000 hectares em 1990 para 20.700.000 em 2007. Acréscimo maior que cem por cento. Mas, o povo brasileiro náo come soja. A cana saltou de 4.273.000 para 6.557.000. O total da Ã¡rea plantada com lavouras no Brasil saltou para 76,7 milhÃµes de hectares, quase duplicando em 15 anos. A pecuÃ¡ria permanece com 172 milhÃµes de hectares, portanto, ocupa folgadamente a maior parte dos solos brasileiros. EstÃ¡ claro que a cana e a soja avançaram sobre as Ã¡reas de feijáo e arroz, sobretudo no sul e sudeste. Mas também aqui na Bahia, no platÃ´ de IrecÃª, o feijáo perdeu espaço inclusive para o biodiesel. Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Entáo, qual o papel dos agrocombustÃ­veis no preço dos alimentos? Expandiu a soja, expandiu a cana. A cana, sobretudo no sudeste. A soja, sobretudo no Norte. A cana empurrou a soja, essa empurrou o boi que jÃ¡ ia no rastro das madeireiras. Portanto, o agronegÃ³cio brasileiro precisa ser considerado no seu conjunto, na sua co-relaçáo Ã­ntima de todas as comodities e náo pode ser analisado de forma estanque, como se cada setor fosse independente do outro. Ã‰ o conjunto do agronegÃ³cio brasileiro que faz diminuir a Ã¡rea plantada de arroz e feijáo “ fiquemos sÃ³ com esses dois que jÃ¡ é assustador por demais “ para expandir a cana e a soja. A pecuÃ¡ria náo aumentou sua Ã¡rea, mas pode ter mudado de lugar. O fato é que novas Ã¡reas foram incorporadas Ã s custas do desmatamento, seja da AmazÃ´nia, seja do Cerrado, seja do Pantanal. Agora a cana irrigada ameaça entrar pelo vale do Sáo Francisco, derrubando a caatinga e consumindo o que resta de Ã¡gua na bacia do Velho Chico. Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â  Ã‰ refrescante lembrar que a cana é a matriz do etanol e a soja é a matriz principal do biodiesel. Portanto, se os agrocombustÃ­veis náo explicam cem por cento a crise alimentar que estamos passando, náo hÃ¡ como inocentÃ¡-los na cota que lhes cabe, inclusive no Brasil. </font></p>
<p><font face="Times New Roman" size="3"><strong>Hintergrund:</strong></font><font face="Times New Roman" size="3"> </font></p>
<p><font face="Times New Roman" size="3"></p>
<h2>Misereor-Partner Roberto Malvezzi zu Sigmar Gabriel und Marina Silva: Ethanolerzeugung schädlich für Nahrungsproduktion und Umwelt.Â <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=437" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><font face="Arial" size="2">Bei der Ethanol-Produktion aus ZuckerrohrÂ  werden in Brasilien nach Angaben des Umweltexperten der Bischofskonferenz, Roberto Malvezzi, keinerlei Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Jüngste Ã„ußerungen des deutschen Umweltministers Sigmar Gabriel und seiner Amtskollegin Marina Silva in Brasilia, wonach derartige Kriterien eingehalten würden, seien daher falsch. </font></p>
<p><font face="Arial" size="2">Bei Zuckerrrohr handele es sich um eine sehr umweltschädliche Monokultur. Immer mehr Regenwälder würden fürÂ zusätzliche Plantagen abgeholzt, auf denen man ungezählte Sklavenarbeiter grauenhaft ausbeute. Die brasilianische Regierung übe derzeit Druck auf die Europäische Union und auch auf die deutsche Regierung aus, Sklavenarbeit nicht in den Kriterienkatalog für Ethanolimporte aufzunehmen. Daß der von Brasilia geförderte Ethanol-Boom der Nahrungsmittelproduktion schade, sei längst nachgewiesen. Laut Malvezzi, der gerade von einer Misereor-Vortragsreise aus Deutschland zurückgekehrt war, wurde in den letzten Jahren die Anbaufläche des wichtigen Grundnahrungsmittels Reis um die Hälfte reduziert, damit mehr Zuckerrohr gepflanzt werden konnte. Bei schwarzen Bohnen, einem weiteren Grundnahrungsmittel der Brasilianer, seien die Relationen ähnlich. In Sao Paulo, Brasiliens größter Stadt, waren innerhalb der letzten zwölf Monate allein die Bohnenpreise um 168 Prozent erhöht worden, hatte man andere Lebensmittel, wie Fleisch, Milch oder Mehl ebenfalls stark verteuert. Der Zuckerrohr-Anbau für die Ethanolerzeugung zerstöre nicht nur Amazonien, sondern auch die wertvollen Savannenregionen und das Pantanal, tierreichstes Feuchtgebiet der Erde. Â Im wasserarmen Nordosten, so Malvezzi, würden für die Herstellung von einem Liter Ethanol-Kraftstoff aus Zuckerrohr insgesamt 3600 Liter Wasser benötigt. Dies sei völlig inakzeptabel. Entgegen den Regierungsangaben werde Ethanol auch in Amazonien hergestellt. Wenn die brasilianische Umweltministerin Marina Silva erkläre, daß die Ethanolerzeugung nicht zu Lasten des Regenwaldes und der Nahrungsmittelproduktion gehe, sei just das Gegenteil richtig. Um die Anbauflächen zu erweitern, vertreibe das exportorientierte Agrobusiness Indiostämme und Kleinbauern sogar durch Terror und Mord. Den Verbrauchern in Ländern wie Deutschland sei dies gewöhnlich überhaupt nicht bekannt. </font></p>
<p><font face="Arial" size="2">Umweltminister Gabriel hält sich derzeit im Amazonas-Teilstaate ParÃ¡ auf, in dem 2005 die katholische Umweltaktivistin und Missionarin Dorothy Stang im Auftrage von Farmern und illegalen HolzunternehmernÂ liquidiert worden war. Wenige Tage vor dem Eintreffen Gabriels in ParÃ¡ war dort der Umweltaktivist Emival Barbosa Machado erschossen worden, der wiederholt illegale Rodungen und Holztransporte angeprangert und deshalb Morddrohungen erhalten hatte.</font></p>
<p><font face="Arial">Ministerin Marina Silva, die einer Wunderheilersekte angehört und Verfechterin des fundamentalistischen Kreationismus ist, hatte gemäß offiziellen Angaben gegenüber Gabriel erklärt:Wir wenden bereits ökologisch und sozial korrekte Kriterien der Ethanolproduktion an. Es sei möglich, die Ethanolproduktion zu verdoppeln, ohne einen Baum zu fällen. Gemäß weiteren amtlichen Angaben wird Gabriel der zehntgrößten Wirtschaftsnation 30 Millionen Euros schenken, die für Schutzgebietsprogramme gedacht seien. Laut Gabriel werde damit das internationale Vertrauen in Brasiliens Waldschutz bekräftigt. </font></p>
<p><font face="Arial">Der französische Menschenrechtsanwalt Xavier Plassat, der in Brasilien die Anti-Sklaverei-Aktionen der Bischofskonferenz leitet, hatte Staatschef Lula vorgeworfen, in Europa Desinformation über die Agrotreibstoff-Erzeugung in Amazonien zu betreiben. Die Zuckerrohr-Anbaugebiete, so Lula bei Europareisen wörtlich, seien von Amazonien sehr weit entfernt &#8211; denn dieser Landesteil eigne sich nicht für solche Kulturen. Dies, so Plassat, sei indessen die Unwahrheit. Besonders bedenklich sei, daß er all dies in Europa just an jenem Tage erklärte, als auf einer Zuckerrohrplantage mitten in Amazonien über eintausend Sklavenarbeiter befreit worden seien. </font></p>
<h2>Brasiliens Bischof Erwin Kräutler über Lulas Umweltpolitik: Profitgier zerstört AmazonienÂ <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=125" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><strong>”Wirtschaftsentwicklung bedeutet Kahlschlag, Brandrodungen, Mord</strong></p>
<p>Der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler hat Geldgier und das Streben nach raschem Profit für die nach wie vor ungehinderte Zerstörung der Amazonas-Urwälder verantwortlich gemacht. Die zahlreichen Warnungen derÂ brasilianischen Kirche vor den Folgen dieses Umweltverbrechens hätten unglücklicherweise nicht die erhoffte Wirkung, erklärte Kräutler gegenüber der Presse. Wirtschaftliche Entwicklung Amazoniens sei gleichbedeutend mit Kahlschlag, Brandrodungen und Mord. Großgrundbesitzer hätten schlichtweg befohlen, Riesenflächen abzuholzen, um damit wirtschaftliche Aktivität zu demonstrieren und somit gewaltige ”Entwicklungskredite einheimsen zu können.</p>
<p>Kräutler, der das Amazonas-Bistum Altamira leitet, wies auf jüngste Regierungsangaben, wonach allein im vergangenen November und Dezember rund zweitausend Quadratkilometer Urwald abgeholzt worden seien. Brasilia habe eingeräumt, daß die zerstörte Fläche noch weit größer sein könne. ”Tropenwald in solchen Dimensionen zu vernichten, ist ein Verbrechen. Die Regierung lasse all dies zu, sei aber sehr besorgt darum, ihre ”Initiativen gegen Abholzung und Brandrodungen weltweit bekannt zu machen. Man gebe sich allergrößte Mühe, das ”Image Brasiliens im Ausland zu verteidigen, meinte Bischof Kräutler ironisch. Staatsangestellte, die sich ernsthaft für den Umweltschutz einsetzten, seien indessen von Ermordung bedroht. Kräutler nannte als Beispiel den Leiter der staatlichen Umweltbehörde IBAMA am Bischofssitz in Altamira, Roberto Scarpari. Als dieser kurz in Rio de Janeiro weilte, sollte auf Scarpari ein als Raubmord getarntes Attentat verübt werden, was die Polizei indessen im letzten Moment habe verhindern können. Die Liquidierung von Scarpari in Rio hätte schwerlich den Verdacht auf die Auftraggeber gelenkt, betonte Kräutler. Der IBAMA-Leiter sei bereits längere Zeit im Visier von Holzfirmen Amazoniens, die ihn regelrecht haßten. Scarpari habe für die Überwachung eines Gebietes von der Größe europäischer LänderÂ nur wenige Beamte zur Verfügung. Das brasilianische Umweltministerium sei lediglich eine Schein-Institution, de facto unfähig und uneffizient. Die Zerstörung Amazoniens, so Kräutler, trage stark zum Klimawandel bei. Â</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3854523149?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wey&amp;tag=klaushartbras-21&amp;creative=9002"><img src="http://wms.assoc-amazon.de/DE/img/noImageAvailable-40px.gif" height="44" width="40" /></a></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3854523149?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wey&amp;tag=klaushartbras-21&amp;creative=9002">500 Jahre Lateinamerika &#8211; kein Grund zum Feiern</a></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3854523149?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wey&amp;tag=klaushartbras-21&amp;creative=9002">Picus Verlag Ges. mbH</a></p>
<p>EUR 8,50</p>
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<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3854525249?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wey&amp;tag=klaushartbras-21&amp;creative=9002">Lebenswelten und Problemfelder in Amazonien heute</a></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3854525249?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wey&amp;tag=klaushartbras-21&amp;creative=9002">Picus Verlag</a></p>
<p>EUR 7,90</p>
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<p>Â In Brasilien wird seit den neunziger Jahren ein sogenanntes ”Pilotprojekt der G-8-Staaten zum Schutze der tropischen Regenwälder realisiert &#8211; Hauptfinanzier ist Deutschland, also der deutsche Steuerzahler. Die Fakten zeigen, wozu dieses ”Pilotprojekt tatsächlich dient. Brasilianische Umweltexperten betonen seit langem, daß das sogenannte Schutzprojekt völlig uneffizientÂ sei und in Wahrheit der Gegenseite nütze. Der ebenfalls vom Steuerzahler finanzierte Propagandarummel um das ”Pilotprojekt ist enorm.</p>
<h2>Bittersüße Ernte. Die Ethanol-Hausse verwüstet Brasiliens BiodiversitätÂ <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=222" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><strong>Deutschlands ”Biosprit-Unternehmen in der Krise &#8211; Pleiten und Produktionsstopp. ”Eine unrentable Branche wird künstlich am Leben erhalten(natürlich wie immer mit dem Geld des Steuerzahlers)- eine aktuelle Analyse: <a href="http://www.n-tv.de/937922.html?240320080933">http://www.n-tv.de/937922.html?240320080933</a></strong></p>
<p><strong>Von Umweltjournalist Norbert Suchanek:</strong> Seit Jahren gibt es kein Halten: Die Zerstörung des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes schreitet weiter voran. Neben Aluminium- und Stahlindustrie, Rindfleisch und Sojaproduzenten tritt jetzt auch die Agrarspritbranche zu einer neuen Zerstörungsorgie an.</p>
<p>„Wenn die Ölpreise weiter steigen, wird die Ethanolproduktion im Amazonas explodieren”, warnte Mitte Januar Carlos Nobre, Wissenschaftler am Nationalen Weltraum-Forschungsinstitut Brasiliens, nach Auswertung von Satellitenbildern. Und die Daten geben ihm Recht, stieg doch die monatliche Zerstörungsrate von 234 Quadratkilometern Regenwald im August 2007 auf 948 Quadratkilometer im vergangenen Dezember. Nur einer will von dieser dramatischen Entwicklung wenig wissen: Brasiliens Präsident Luiz InÃ¡cio Lula da Silva.<br />
„Wenn Amazonien zum Zuckerrohranbau taugen würde, dann hätten die Portugiesen, die Zuckerrohr vor vielen Jahrhunderten in Brasilien einführten, längst mit Amazonien Schluss gemacht”, sagte der Präsident im letzten Sommer zu den Ministern der Europäischen Union während eines internationalen Agrartreibstoffkongresses in Brüssel. Und sein Landwirtschaftsminister Reinhold Stephanes versicherte: „Es existiert kein Zuckerrohr in Amazonien, Wir wissen von keinem einzigen Projekt in der Region.” Doch nur einen Tag nach Lulas Aussage berichtete die Tageszeitung DiÃ¡rio do ParÃ¡, dass die Polizei über 1000 wie Sklaven gehaltene Feldarbeiter befreit hat, die auf einer fast 12000 Hektar großen Zuckerrohrplantage nahe der Stadt UlianÃ³polis im Amazonas-Staat ParÃ¡ schuften mussten.<br />
„Es ist eine Lüge zu behaupten, dass sich Zuckerrohr nicht an das amazonische Klima anpassen könnte”, erwidert auch der Fachmann Sérgio Nunomura vom Nationalen Amazonas-Forschungsinstitut (Inpa) und fügt hinzu, dass es selbst im Bundesstaat Amazonas bereits Zuckerrohrplantagen gibt. Nach offiziellen Daten des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums wird sich die Zuckerrohrernte in den Amazonasstaaten Maranháo, Mato Grosso, ParÃ¡, Tocantins und Amazonas in der diesjährigen Saison von 17 auf 19,3 Millionen Tonnen erhöhen.<br />
Hauptgrund der raschen Expansion von Zuckerrohr am Amazonas ist die globale Nachfrage nach dem vermeintlich Klima schonenden Agrarsprit. Hohe Investitionen aus aller Welt schüren die Hausse. So kündigte die Brazilian Renewable Energy Company den Bau ihrer ersten Ethanolfabrik in Mato Grosso an, weil die Region fruchtbare Böden und eine Maschinen gerechte Topographie habe. Bis 2009 will das Unternehmen insgesamt zehn große Ethanolfabriken auf Basis von Zuckerrohr in Brasilien errichten und investiert hierfür 2,2 Milliarden US-Dollar, die unter anderem von Ex-Weltbank-Präsident James Wolfensohn, dem AOL-Mitbegründer Steve Case sowie dem Filmproduzenten Steven Bing stammen.<br />
Im Süden von ParÃ¡ hat wiederum der Millionär Daniel Dantas seine Claims abgesteckt, um eine der größten Zuckerrohrplantagen des Landes inklusive Fabrik zum Ethanolexport zu errichten. Und auch der nordamazonische Bundesstaat Roraima ist vom Agrarspritboom bedroht. Das Unternehmen Biocapital will von dort Ethanol über das Nachbarland Guyana zollfrei in die USA verschiffen. Brasiliens Regierung forciert diese Exportpläne, in dem sie gerade eine Straße zu den Häfen Guyanas erweitert. Roraimas Klima und Böden seien ideal für Zuckerrohr, erklärte vergangenen September Alvaro Callegari, Landwirtschaftsminister von Roraima. Dafür solle kein Regenwaldbaum für die Zuckerrohrplantagen gefällt werden, versicherte er. Die vorgesehenen Flächen seien ausschließlich bisher für Rinderzucht genutzte Naturgrasgebiete und Savannen, der so genannte Cerrado.</p>
<p>&lt;nsohne&gt;Neben dem weltweit bekannten Regenwald werden damit noch andere einzigartige Ökosysteme vernichtet &#8211; vor allem der Cerrado, den Biologen inzwischen als das artenreichste Savannenökosystem der Erde geadelt haben: Obwohl wenig untersucht, wurden hier bereits über 10000 Pflanzenarten identifiziert, von denen 4400 endemisch sind. Daneben ist es reich an großen Tierarten wie Jaguar, Mähnenwolf oder Ameisenbär, weshalb der Cerrado auch als Lateinamerikas Serengeti bezeichnet wird. Zudem ist er Heimat Dutzender indigener Völker und bietet zugewanderten traditionellen Bevölkerungsgruppen Lebensraum und Existenzgrundlage.<br />
„Im Cerrado”, sagt der Geograf Klemens Laschefski von der brasilianischen Bundesuniversität in Minas Gerais, „leben Menschen, die in den Statistiken und der Politik nicht wahrgenommen werden, weil sie nicht zur Wirtschaftskraft beitragen. Es gibt die Illusion, dass dieses Gebiet ökologisch nicht wertvoll sowie sozial untergenutzt ist.” Dies sei eine alte Ideologie, mit der schon das Vordringen in den Amazonas begründet wurde &#8211; paradoxerweise werde nun die Erschließung des Cerrados mit der Rettung Amazoniens begründet, so Laschefski. So litt dieses Trockenwald-Ökosystem am stärksten unter der industriellen und oft gewalttätigen Agrarexpansion während der vergangen 30 Jahre: Weite Teile des Cerrado wichen Sojaplantagen und Rinderweiden, wurden rücksichtslos abgeholzt und als Holzkohle in brasilianischen Stahlwerken verfeuert. Die Schätzungen über den Zerstörungsgrad reichen von 40 bis über 60 Prozent &#8211; und jetzt kommt der Ethanolfluch hinzu.<br />
„Die Umweltministerin Marina Silva behauptet immer, die Expansion der landwirtschaftlichen Nutzfläche zur Ethanolproduktion werde auf bereits degradierten Gebieten geschehen”, kritisiert der erfahrene Journalist und Koordinator des Umweltinformationsplattform EcoDebate, Henrique Cortez. „Tatsache aber ist, dass die Agrarfront voranschreitet, ohne so genannte degradierte Flächen zu nutzen. Warum? Weil die Wiederherstellung von degradierten Flächen teuer ist und viel Zeit beansprucht.” Es sei schlichtweg billiger und einfacher für die Agrarindustrie den Cerrado abzuholzen und die Agrarfront weiter nach Amazonien zu treiben. Davon unbekümmert spricht Eduardo Pereira de Carvalho, der Präsident von Sáo Paulos Union der Zuckerrohrindustrie, von rund 100 Millionen Hektar Land, die in den nächsten 15 Jahren in Zuckerrohrmonokulturen umgewandelt werden könnten.<br />
„In unseren Feldstudien haben wir festgestellt, dass die Viehfarmer im Cerrado ihr Land an die Zuckerrohrproduzenten verkaufen und den Erlös in neue Viehweiden in Amazonien investieren”, erläutert Laschefski. „Der Raubbau am Amazonas geht also weiter und wird durch die Erschließung des Cerrados verschärft. In manchen Gebieten wandert der ganze Sektor der Milchwirtschaft inklusive der Verarbeitungsbetriebe in Richtung Amazonien.”</p>
<p>&lt;nsohne&gt;Bislang war der Bundesstaat Sáo Paulo Landesmeister in der Ethanolproduktion. Doch die Zukunft des brasilianischen Agrarsprits liegt nach Meinung von Milliardären wie George Soros in Mato Grosso do Sul. Denn für die Ausweitung des Zuckerrohranbaus verfügt der Bundesstaat, der international aufgrund des größten Süßwasserfeuchtgebiets der Erde, dem Pantanal, bekannt ist, über drei wichtige Voraussetzungen: Billige, relativ fruchtbare und ebene Böden, gute klimatische Bedingungen und ausreichend Wasser. Soros lässt gerade Zuckerrohrmonokulturen auf 150000 Hektar anpflanzen und neue Ethanolfabriken bauen. Angestrebte Verarbeitungskapazität: Elf Millionen Tonnen Zuckerrohr pro Jahr.<br />
Insgesamt rechnete die Regierung des Bundesstaates 2007 mit Investitionen von rund zwei Milliarden US-Dollar und einer Ausweitung des Zuckerrohranbaus auf 710500 Hektar in den nächsten beiden Jahren sowie mit wenigstens 31 neuen Ethanolfabriken. Die Zuckerrohrproduktion Mato Grosso do Suls soll nach Meinung der Regierung bis 2012 um 620 Prozent steigen. Auch der Pantanal ist durch den Ethanolwahn bedroht &#8211; trotz Lulas Beteuerungen, das Feuchtgebiet nicht zu opfern.</p>
<p>An dessem Rande vollzieht sich aber noch eine weitere Tragödie, von der die letzten indigenen Völker Mato Grosso du Suls betroffen sind. Laut vorläufiger Statistik des Indianermissionsrats CIMI wurden 2007 in ganz Brasilien 76 Indigene umgebracht &#8211; 48 davon in Mato Grosso do Sul. Hauptursache: der Kampf um Land.<br />
„Das Agrobusiness behauptet, es wolle Zuckerrohr nur auf degradierten Flächen Mato Grosso do Suls anpflanzen. Aber mit der Perspektive ständig steigender Profite haben sie ihre Ansicht geändert und kämpfen nun um die besten Flächen der Region, die Gebiete der Guarani-KaiowÃ¡”, erläutert Egon Heck, CIMI-Koordinator von Mato Grosso do Sul. „Auf den weniger produktiven Böden kann man 70 bis 80 Tonnen Zuckerrohr je Hektar erzielen, aber auf jenen der Guarani-KaiowÃ¡ bis zu 120 Tonnen je Hektar.” Die Guarani-KaiowÃ¡ sind schlicht ein unliebsames Hindernis, das es zu beseitigen gelte, so Heck. Große Konzerne kauften strategisch wichtige Flächen auf, um die Naturressourcen des Landes &#8211; darunter Wasser &#8211; zu kontrollieren.<br />
Unabhängig vom Wasserbedarf auf dem Feld benötigen auch Ethanolfabriken das kostbare Nass: drei bis fünf Liter je Liter Alkohol. Der vom Ethanolwahn und seinem Durst auf Wasser angeheizte Konflikt ist auch entscheidend im Streit um die von der Regierung Lula durchgepeitschte, mindestens zwei Milliarden teure Teilumleitung des Rio Sáo Francisco im Nordosten Brasiliens. Zu den Hauptprofiteuren des Projektes zählen die Zuckerbarone des Nordostens, die in freudiger Erwartung ihre Plantagen erweitern.<br />
Leidtragende sind neben Kleinbauernfamilien, die Ã„cker und Häuser räumen mussten, rund 9000 TumbalalÃ¡- und TrukÃ¡-Indianer. Der Schamane der TrukÃ¡-Gemeinde von CabrobÃ³, AntÃ´nio Cirilo de SÃ¡, klagt: „Seit dem Bau des Sobradinho-Staudammes haben wir unsere fruchtbaren Felder an den Ufern des Sáo Francisco verloren und die Fische im Fluss wurden weniger.” Die Teilumleitung und das Absenken des Flusses werde noch mehr Hunger bringen sowie das Fischen und den Reisanbau weiter erschweren.<br />
Auch der Vizepräsident der Vereinigung der Fischer im Bundesstaat Alagoas, Antonio Gomes dos Santos, kritisiert das Lula-Projekt: „Ich bin gegen den Zuckerrohranbau vor allem in den Wassereinzugsgebieten der Flüsse und Lagunen, weil es schon zu viel Zuckerrohr gibt. Wir brauchen diese Gebiete, um Nahrungsmittel wie Reis, Mais, Bohnen, Kartoffeln anzubauen. Zuckerrohr bringt keine Arbeitsplätze. Was den Gemeinden Jobs gibt, ist die traditionelle Flussfischerei.”<br />
„Brasilien besitzt sechs große Biome: Amazonien, Pantanal, Cerrado, Caatinga, Mata AtlÃ¢ntica und Pampa. Eines davon wurde bereits durch Zuckerrohr vernichtet &#8211; die Mata AtlÃ¢ntica, der Atlantische Regenwald”, fasst Roberto Malvezzi, der Koordinator der pastoralen Landkommission, traurig zusammen. „Heute bestimmt Zuckerrohr den Staat Sáo Paulo. Und es will den Cerrado, das Pantanal und in einer perversen Form der Bewässerung die besten Böden der Caatinga übernehmen. Das Volk verdurstet, aber das Zuckerrohr bekommt Wasser im Überfluss.”<font color="#000000" face="Times New Roman" size="3"> </font></p>
<h2>Wer ist schuld an teurer Nahrung? Zuckerrohr statt Bohnen und Reis. Eine Analyse von Umweltjournalist Norbert Suchanek, Rio de Janeiro.Â <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=362" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><strong>Biosprit macht Arme hungriger</strong></p>
<p>Hungeraufstand in Haiti. Reis, Brot und Bohnen wurden zu teuer für die verarmte Bevölkerung. Brasilianische Blauhelme müssen den Präsidentenpalast in Port-au-Prince mittels Gummigeschossen und Tränengas vor den revoltierenden Menschen verteidigen. Doch nicht nur in der Karibik. Extrem angestiegene Lebensmittelpreise trieben die Menschen ebenso in mehreren afrikanischen Staaten wie Kamerun, der Elfenbeinküste und Burkina Faso auf die Barrikaden.</p>
<p>Â Laut Welternährungskommission (FAO) habe sich der Weltmarktpreis der beiden Hauptgrundnahrungsmittel, Reis und Weizen gegenüber 2007 verdoppelt. Schon seit 2005 hatten die Preise vor allem für Weizen, Mais und Milchprodukte kräftig um bis zu 90 Prozent angezogen, was gerade Familien in von Nahrungsmittelimporten abhängigen Entwicklungsländern betrifft. Sie müssten bereits, so die FAO, bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Und ein Ende der Preisspirale ist nicht abzusehen.Â Eine der diskutierten Ursachen: Agrarsprit. ”Biotreibstoffe sind ein Verbrechen gegen die Menschheit”, kritisiert der UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung, Jean Ziegler, angesichts der sich verschärfenden globalen Nahrungsmittelkrise. Auch für Weltbankpräsident Robert Zoellick seien Biotreibstoffe „ohne Zweifel ein wichtiger Faktor der globalen Preissteigerung.” Â Luiz InÃ¡cio Lula da Silva, Präsident des weltweit größten Ethanolproduzenten, Brasilien, und globaler Förderer der Agrarenergie allerdings sieht das anders. Der Sprit vom Acker trage keine Schuld an der gegenwärtigen Hungerkrise. Es werde einfach weltweit zu wenig Nahrung produziert und gleichzeitig mehr, vor allem in Indien und China konsumiert. Generell weist Lula da Silva jegliche Kritik an seinem Pro-Bioenergiekurs zurück. In Brasilien geschehe der Ausbau des Agrarspritsektors weder auf Kosten des Amazonasregenwaldes noch auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion, versichert der Präsident. Und sein Agrarminister Reinhold Stephanes legt nach: in Brasilien gebe es keine Konkurrenz zwischen Ethanol und Nahrung. Das Land sei seit Jahren einer der Welt größten Exporteure von Fleisch, Zucker, Kaffee und vor allem Soja, ohne dass die eigene Bevölkerung Hunger leide. Trotz der Ausweitung des Agrarenergiesektors würden Brasiliens Nahrungsmittelexporte stärker anwachsen als die Exporte der USA. Deshalb bewertet Präsident Lula die extrem hohen Weltmarktpreise für Lebensmittel auch positiv, füllen sie doch die Taschen von Brasiliens Weltmarkt abhängigen Großgrundbesitzern wie Soja-Baron Blairo Maggi. So berichtete kürzlich die Folha de Sáo Paulo, dass die explodierenden Sojapreise “ von rund 8 US-Dollar je Sack Sojabohnen auf 28 US-Dollar “ in nur wenigen Monaten Dutzende von Agrarinvestoren in Brasilien zu Multimillionären machte.Â</p>
<p>Bohnen um 150 Prozent teurer</p>
<p>Â Das Gros der eigenen Bevölkerung allerdings hat unter dieser Agrarindustriepolitik genauso wie die Haitianer zu leiden. Zahlen des IBGE (Instituto Brasileiro de Geografia e EstatÃ­stica) zufolge müssen die Menschen des größten lateinamerikanischen Landes seit über einem Jahr gleichfalls mit extrem angezogenen Lebensmittelpreisen leben. Hauptgrundnahrungsmittel Bohnen kosten heute im Schnitt über 150 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, so die Erhebung des Departamento Intersindical de EstatÃ­sticas e Estudos SocioeconÃ´micos (Dieese). Auch die tägliche Semmel ist in Brasilien so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Schuld sei der Weizenpreis, der in den vergangenen 12 Monaten um 45,69 Prozent anzog, berichtet die Fundaçáo GetÃºlio Vargas (FGV).Â Entgegen der Behauptung der Regierung Lula nahm der Anbau von 32 traditionellen Nahrungsmittelpflanzen der brasilianischen Bevölkerung im vergangenen Jahr ab, so das landwirtschaftliche Institut (Instituto de Economia AgrÃ­cola). Reis verlor um 10 Prozent, Bohnen um 13 Prozent, Kartoffeln um 14 Prozent, Tomaten um 12 Prozent und Maniok um drei Prozent an Boden, während Zuckerrohr zulegte: Von 5,6 Millionen Hektar im Jahr 2005 auf 6,7 Millionen im Jahr 2007 und über 7,2 Millionen Hektar in diesem Jahr.</p>
<p>Â Kleinbauern ernähren BrasilienÂ</p>
<p>Obwohl Brasiliens Großgrundbesitzer und internationale Investoren wie George Soros 43,7 Prozent der brasilianischen Anbaufläche besitzen, sind es die Kleinbauern, die bis heute den Großteil der Bevölkerung ernähren. Etwa 70 Prozent der in Brasilien verbrauchten Nahrungsmittel stammen von ihren Ã„ckern und Weiden. Doch gerade sie verlieren tagtäglich an Boden, weil sie sowohl der Agrarindustrie wie der industriellen Entwicklung im Wege sind.Â Präsident Lula hat deshalb in einem Punkt recht. Man kann die Teuerung der Nahrungsmittel nicht nur dem Ethanol anlasten. Schuld sind auch Bodenspekulation, Zersiedelung und großindustrielle Projekt wie der erst vor wenigen Tagen von Lula auf den Weg gebrachte Chemiekomplex von Itaborai vor den Toren Rio de Janeiros. Das über acht Milliarden Dollar teure Mega-Projekt zur Verarbeitung von nationalem Schweröl wird exakt auf einem der fruchtbarsten landwirtschaftlichen Gebiete Rio de Janeiros errichtet, mit der Folge, dass die rund 11-Millionen Einwohner zählende Metropole über kurz oder lang eine der wichtigsten Nahrungsmittel produzierenden Regionen verlieren wird.Â Ã„hnliches geschieht gerade durch die Ausweitung der Eukalyptusplantagen zur Zellstoffproduktion “ geplant ist auch die Herstellung von Zellulose-Ethanol &#8211; in Südbahia und vor allem in Rio Grande do Sul. Dort, im äußersten Süden Brasiliens wird zwar kein „Amazonasbaum” gefällt, doch werden Zehntausende von Hektar Pampa &#8211; ein Naturweide-Ökosystem, auf dem seit Generationen extensive, faktisch ökologische Rinderzucht betrieben wird &#8211; in Pestizid verbrauchende und Grundwasser belastende Baummonokulturen umgewandelt. Zellstoff und Zellulose-Alkohol statt gesundem Weidefleisch und Milch.Â</p>
<p>Nahrung ist nicht gleich NahrungÂ</p>
<p>Genau dies ist der für Bevölkerung und Ökologie zu bedauernde Prozess, der sich schon seit den 1970er Jahren mit Regierungshilfe fortsetzt und sich nun im Zuge der neuen Agrarenergie-Investitionen beschleunigt: Die Vernichtung von lokalen Nahrungsmittelressourcen zugunsten einer industriellen Landwirtschaft -und Nahrungsmittelproduktion kontrolliert von wenigen Großgrundbesitzern und transnationalen Konzernen. Gesunde, einfache Grundnahrungsmittel wie beispielsweise Pampa-Rindfleisch oder Eier von freilaufenden Hühnern von Kleinbauern sind dabei ein seltenes Luxusprodukt zu werden. Auf dem größten Bauernmarkt von Rio zum Beispiel, der Feira da Gloria, gibt es inzwischen nur noch zwei Anbieter von Eiern traditioneller Hühnerrassen, und der Preis hat sich in den vergangenen sechs Monaten um 50 Prozent erhöht, während der Markt von „billigen” Eiern aus Legebatterien, gefüttert mit Soja-Mehl, regelrecht überschwemmt wird.Â</p>
<p>Lula will mit Ethanol Hunger bekämpfenÂ</p>
<p>Doch für die Regierung Lula ist dieser Verlust an umweltfreundlicher, das Klima schützender regionaler Produktion und Nahrungsmittelvielfalt kein Thema: Ihr Motto lautet: Mit Ethanolplantagen den Hunger in den Entwicklungsländern bekämpfen. So diktierte es der Präsident bereits 2007 den schwarzafrikanischen Staaten. Oder anders ausgedrückt: Wer Hunger hat, brauche keinen eigenen Nahrungsmittelanbau, sondern einen Job in der Ethanolproduktion, um sich die industrialisierten Nahrungsmittel des Weltmarkts im Supermarkt zu kaufen. Um Haiti aus seiner seit Jahren chronischen „Hungermisere” zu helfen hat die brasilianische Regierung deshalb auch schon 2006 mit der haitischen Regierung ein Abkommen zur Förderung der Ethanolindustrie auf der Insel abgeschlossen. Statt Nahrung für die hungernde Bevölkerung anzubauen, sollte Haiti zum preisgünstigen Agrarspritproduzenten werden.Â</p>
<p>Regen oder Traufe?Â</p>
<p>Die gerade von deutschen Politikern heftigst diskutierte Frage, ob der vermehrte Konsum von Fleisch aus der Massentierhaltung oder der Biodieselboom die Hauptursache der globalen Lebensmittelteuerung sind, ist im übrigen lediglich ein Scheingefecht. Beides nämlich treibt die Preise in die Höhe, und beide haben in Brasilien denselben „Hauptrohstoff”, Soja, der mit steigender Nachfrage eben teurer wird, was wiederum Anreiz zur Ausweitung der Anbauflächen ist. Dasselbe gilt für Ethanol aus Zuckerrohr. Mit anziehenden Preisen expandieren die Zuckerrohrfelder und zwar vor allem auf fruchtbaren, Maschinen gerechten Böden, weil sich dort die Investitionen der Agrarindustrie rasch bezahlt machen. Der Futtermittel- oder Agrarspritanbau auf &#8211; durch Abholzung und Raubbau &#8211; bereits degradierten Flächen indes ist kostenintensiv und sehr zeitaufwendig und deshalb für Investoren unattraktiv. Das von Regierung und Biospritlobby regelmäßig angeführte Argument, Brasilien habe über 100 Millionen Hektar brachliegende oder degradierte Flächen zur Ausweitung der Agrartreibstoffe zur Verfügung, ist deshalb lediglich ein billiges Propagandamittel, um den brasilianischen Agrarsprit für die europäischen Konsumenten ökologisch rein zu waschen.Â Â</p>
<h2>”Aufstände der Verzweiflung &#8211; UNO-Sonderberichterstatter Jean Ziegler im Deutschlandfunk zu Hungerunruhen.Â <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=305" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/768424/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/768424/</a></p>
<p><strong>”Preissteigerungen bei LebensmittelnÂ sind ein Motiv für Fröhlichkeit, sagte Brasiliens Staatschef Lula in Holland laut Presseberichten.</strong></p>
<p>Weil die Armen der Welt mehr essen, so Lula gemäß ”Folha de Sao Paulo, erhöhe sich die Nachfrage nach Lebensmitteln, damit auch die Inflation in einigen Ländern. ”Erstens müssen wir alle Gott danken, daß das Volk mehr zu essen hat. Und wenn der Arme mehr Zugang zu Lebensmitteln hat, ist das eine Alegria imensa. Und zweitens gibt es noch eine andere Alegria: Dann nämlich, wenn alle Welt etwas mehr produziert, wird es mehr Reichtum, mehr Arbeit und weniger Inflation geben. Zu Einwänden, die Lebensmittelproduktion werde negativ beeinflußt durch die Herstellung von Agrotreibstoffen, sagte Lula: ”Kommen sie mir nicht mit diesen Redensarten, wonach die Agrotreibstoffe zu einer Preiserhöhung bei Lebensmitteln geführt haben.</p>
<p>Laut ”Folha de Sao Paulo setzte Lula auch auf dieser Europareise seine Werbung für brasilianische Agrotreibstoffe fort, während Hollands Premierminister Jan Peter Balkenende kritisch auf die Umweltaspekte verwiesen habe. Â</p>
<p></font></p>
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		<title>Bankiersliebling Lula und der starke Real(2): Spekulanten über neue Leitzinserhöhung begeistert &#8211; viele exportorientierte Industrien noch mehr geschädigt</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 12:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer mehr &#8222;Carry Trade&#8220; Hintergrund von UNCTAD-Chefökonom Heiner Flassbeck Brasiliens Zentralbank hat im April die Leitzinsen über das erwartete Maß von 11,25 Prozent auf 11,75 Prozent erhöht. Damit hat die zehntgrößte Wirtschaftsnation die höchsten Realzinsen der Erde, gefolgt von der Türkei. In ersten Reaktionen von Wirtschaftsexperten hieß es, das Rekordzinsniveau stimuliere Zuflüsse von Kapital, werte [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Immer mehr &#8222;Carry Trade&#8220;</strong></p>
<p><strong>Hintergrund von UNCTAD-Chefökonom Heiner Flassbeck</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Zentralbank hat im April die Leitzinsen über das erwartete Maß von 11,25 Prozent auf 11,75 Prozent erhöht. Damit hat die zehntgrößte Wirtschaftsnation die höchsten Realzinsen der Erde, gefolgt von der Türkei. In ersten Reaktionen von Wirtschaftsexperten hieß es, das Rekordzinsniveau stimuliere Zuflüsse von Kapital, werte die Landeswährung Real gegenüber dem Dollar weiter auf. Brasilien handele mit der Leitzinserhöhung entgegen dem internationalen Trend. Zu den Auswirkungen gehöre eine starke Erhöhung der brasilianischen Staatsschulden.</strong></p>
<p><strong><span id="more-357"></span> Da Zinsanhebungen wachstumshemmend wirkten, würden viele Unternehmen nunmehr weniger in die Produktion investieren. Zwar sei offiziell die neue  Zinsanhebung als Maßnahme gegen die Inflation gedacht, doch könne bei starker Aufwertung just die Teuerung gefördert werden. Geschädigt würden jetzt noch mehr die Industrie-Exporte, die Einfuhren aber noch mehr stimuliert. Angesichts einer Abkühlung der Weltkonjunktur gerate Brasilien in eine komplizierte Situation &#8211; wegen der stark fallenden Exporte.</strong><br />
<strong> Den größten Anteil an den brasilianischen Industrie-Exporten haben starke multinationale Unternehmen der USA oder Deutschlands, die auch Phasen künstlicher Aufwertung relativ bequem durchhalten können. Für viele brasilianische Unternehmen, die früher kräftig exportierten, bedeutete indessen die Linie der Lula-Regierung das Aus. Brasilien verliere daher im Export an Konkurrenzfähigkeit &#8211; alles schlecht für die Handelsbilanz. Zu den eher banalen Auswirkungen des starken Real zählt unter anderem, daß derzeit billige, schlechte Weine aus Argentinien und Chile den brasilianischen Markt überschwemmen, während brasilianische Weine hoher Qualität deshalb immer weniger Absatz finden.</strong></p>
<p><strong>Wirtschaftsexperte José Alexandre Scheinkman von der US-Universität Princeton: Die Zinserhöhung werde den Carry-Trade, also die Kreditaufnahme in Niedrigzinsländern zwecks Spekulation in Hochzinsländern, weiter verstärken. Derartige Operationen gehörten bereits zu den Strategien der großen US-Hedgefunds. Von zahlreichen Auslandsbanken werde selbst den Normalkunden empfohlen, mit der brasilianischen Währung zu spekulieren.</strong></p>
<p><strong>Heiner Flassbecks Analyse:</strong></p>
<p>UNCTAD-Chef-Ökonom Heiner Flassbeck, Ex-Staatssekretär imÂ deutschen Finanzministerium, Â hat gegenüber der brasilianischen Zeitung „O Estado de Sao Paulo” die Hintergründe der starken Aufwertung des Real analysiert. Danach ist Brasilien derzeit Opfer der Spekulation mit den hohen Zinsen im Tropenland.</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2008/04/obdachloserbettsp.jpg" alt="obdachloserbettsp.jpg" /></p>
<p><strong>Kranker Obdachloser Sao Paulos im ”Wohn-Bett an abgasverpesteter City-Avenida &#8211; die Zahl von Obdachlosen, Verwahrlosten, Geistesgestörten ist in letzter Zeit in Sao Paulos Zentrum deutlich gestiegen.</strong></p>
<p>Anleger, Spekulanten nehmen in Japan Kredite zu sehr niedrigen Zinsen, sogar nahe Null auf, transferieren das Geld nach Brasilien und machen dort sicheren, hohen Profit wegen der Hochzinspolitik Brasilias. Der Zustrom von Dollars setzt den Real unter Aufwertungsdruck. Mittelfristig schafft das für Brasiliens Exporte eine unerträgliche Situation. „Anleger nutzen den brasilianischen Markt und den Real, um Millionengewinne zu machen. Leicht ersichtlich, daß die Regierung sagt, die Aufwertung des Real werde durch die stabile wirtschaftliche Lage bewirkt “ was sogar stimmen kann. Doch das Problem ist ein anderes “ und keine Regierung mag dies zugeben. Derzeit haben wir eine Situation wie im Spielkassino und Brasilien zählt zu den Opfern.”Wie bekannt wurde, verfahren brasilianische Privatbanken genauso wie die Spekulanten “ borgen Geld in Japan und spekulieren damit höchst profitabel im eigenen Land, dank Brasilias Hochzinspolitik.</p>
<p>Brasiliens Bischofskonferenz zählt seit mehreren Jahren zu den schärfsten Kritikern dieses Wirtschaftskurses der Lula-Regierung. Dieser wurde von der Kirche vorgeworfen, sich dem Diktat der Banken zu unterwerfen und das Land in ein Finanzparadies für Bankiers verwandelt zu haben, die Gewinne wie nie zuvor einstrichen. Der deutschstämmige Kardinal von Sao Paulo, Odilo Scherer, hat diese Zusammenhänge stets am präzisesten aufgezeigt. Statt gerechterer Einkommensverteilung zugunsten der armen Bevölkerungsmehrheit erlebe Brasilien Einkommenskonzentration zugunsten einer Minderheit.Brasiliens Privatbanken zählen unterdessen zu den wichtigsten Finanziers von Lulas Arbeiterpartei PT. Â</p>
<p>Heiner Flassbeck &#8211; Website: <a href="http://www.flassbeck.de/">http://www.flassbeck.de/</a></p>
<p><span style="font-size: medium">Hintergrund:</span></p>
<h2>Elitenkandidat Lula erfüllt Erwartungen:Jeden Tag 164 neue Millionäre &#8211; der Zuwachs an Superreichen ist atemberaubend. (Handelsblatt)Â <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=129">**</a></h2>
<p><strong>Zum Beitrag:</strong></p>
<p><strong><a title="http://www.handelsblatt.com/1393538/default.aspx/index.html" href="http://www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/200729/_t/ft/_b/1393538/default.aspx/index.html">http://www.handelsblatt.com/news/index.html</a></strong></p>
<p><strong>Donaukurier, Österreich: ”Spenden für Slumkinder in Sao Paulo- <a href="http://www.donaukurier.de/lokales/pfaffenhofen/art600,1831139">http://www.donaukurier.de/lokales/pfaffenhofen/art600,1831139</a></strong></p>
<p><strong>Schweizer Buch ”FavelaMetropolis: ”Würde ich die Realität so schildern, wie sie ist, könnte man das gar nicht publizieren(Paulo Lins, City of God): </strong><strong><a href="http://books.google.com/books?id=mFMyN6ncNG8C&amp;pg=PA149&amp;lpg=PA149&amp;dq=Klaus+Hart&amp;source=web&amp;ots=CCImATs6Mx&amp;sig=44831Q11NVZZfguaMoZoYltxL-4">http://books.google.com/?id=PA149&amp;dq=Klaus+Hart&amp;source=web&amp;ots=44831Q11N</a></strong></p>
<h2>”Aufstände der Verzweiflung &#8211; UNO-Sonderberichterstatter Jean Ziegler im Deutschlandfunk zu Hungerunruhen.Â <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=305">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/768424/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/768424/</a></p>
<p><strong>”Preissteigerungen bei LebensmittelnÂ sind ein Motiv für Fröhlichkeit, sagte Brasiliens Staatschef Lula in Holland laut Presseberichten.</strong></p>
<p>Weil die Armen der Welt mehr essen, so Lula gemäß ”Folha de Sao Paulo, erhöhe sich die Nachfrage nach Lebensmitteln, damit auch die Inflation in einigen Ländern. ”Erstens müssen wir alle Gott danken, daß das Volk mehr zu essen hat. Und wenn der Arme mehr Zugang zu Lebensmitteln hat, ist das eine Alegria imensa. Und zweitens gibt es noch eine andere Alegria: Dann nämlich, wenn alle Welt etwas mehr produziert, wird es mehr Reichtum, mehr Arbeit und weniger Inflation geben. Zu Einwänden, die Lebensmittelproduktion werde negativ beeinflußt durch die Herstellung von Agrotreibstoffen, sagte Lula: ”Kommen sie mir nicht mit diesen Redensarten, wonach die Agrotreibstoffe zu einer Preiserhöhung bei Lebensmitteln geführt haben.</p>
<p>Laut ”Folha de Sao Paulo setzte Lula auch auf dieser Europareise seine Werbung für brasilianische Agrotreibstoffe fort, während Hollands Premierminister Jan Peter Balkenende kritisch auf die Umweltaspekte verwiesen habe. Â</p>
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