Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Obama 2016 in Kuba/Cuba – Tag 2. Obamas schwache Entschuldigung: “What we did for 50 years did not serve our interests or the interests of the Cuban people.” Raul Castro auf übliche Journalistenfragen zu politischen Gefangenen: “If there are political prisoners, give me a list, right now. What political prisoners? Give me their names, and if there are political prisoners, they will be free by tonight.” US-Sorge um Marktanteile angesichts der absoluten Dominanz von Rußland und China in Kubas Wirtschaft.

Montag, 21. März 2016 von Klaus Hart

ObamaRaulCastr1

Raul Castro scheint sich über den Politschauspieler zu amüsieren, spricht von auffälliger Doppelmoral bei Auslegung der Menschenrechte. Ausriß.

Peter Scholl-Latour: “Und da spielen die USA verrückt im Moment. Die führen den Kalten Krieg fort.”

Obama trifft US-finanzierte kubanische Regierungsgegner – demonstriert damit Fortgang des Kalten Krieges gegen Kuba:

“Later Tuesday morning, Obama met at the U.S. Embassy here with 13 of the most prominent political dissidents on the island, including José Daniel Ferrer and Elizardo Sanchez, who favor normalization, and Antonio Rodiles and Berta Soler, who have said the United States has reached out to Cuba but gotten nothing in return.

“All of the individuals around this table have shown extraordinary courage,” Obama said before the closed-door session began.” Washington Post

Obama schweigt zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien: Massenhafte Todesstrafen sogar für Minderjährige, Steinigen, Kopfabschlagen, Auspeitschen, Exekutieren, brutale Frauenunterdrückung:

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/03/21/kuba-2016-kuriose-us-doppelmoral-bei-menschenrechten-barack-obama-schweigt-2015-bei-staatsbesuch-in-saudi-arabien-zu-massenhaften-todesstrafen-zu-kopfabschlagen-steinigen-auspeitschen-folterung/

Unterschiedliche Sichtweisen von Obama und Raul Castro bei Menschenrechten:

Scharfe Kritik Barack Obamas in Saudi-Arabien an gravierenden Menschenrechtsverletzungen? Die Medien melden nichts…Politische Gefangene, Folterungen, Auspeitschen, Steinigen, Kopfabschlagen, brutale Frauenunterdrückung – für Obama alles okay? Nicht mal Systemkritiker, Dissidenten, Bürgerrechtler getroffen?

„Antrittsbesuch in Saudi-Arabien: Obama huldigt König Salman“. Illustrierte DER SPIEGEL 2015

„Der Bush-Clan, der im Ölbusiness in Texas zu Reichtum gekommen war, pflegt mit den saudischen Regenten und ihrer weit verzweigten Dynastie von rund 5000 Prinzen seit langem enge Beziehungen.“ DIE PRESSE, Wien

Amnesty International 2014:

SAUDI-ARABIEN

Die Behörden schränkten die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit 2014 weiterhin stark ein. Gegen abweichende Meinungen ging sie mit unerbittlicher Härte vor. So wurden u.a. Menschenrechtsverteidiger und andere Regierungskritiker festgenommen und inhaftiert. Viele von ihnen erhielten unfaire Verfahren vor Gerichten, darunter ein Sonderstrafgericht für terroristische Straftaten, das auch Todesurteile fällte. Neue Gesetze setzten Kritik an der Regierung und andere friedliche Protestaktionen faktisch mit Terrorismus gleich. Die Behörden gingen rigoros gegen jede Art von Internetaktivitäten vor und schüchterten Aktivisten und deren Familienangehörige ein, wenn sie Menschenrechtsverstöße öffentlich machten.

Die schiitische Minderheit wurde weiterhin diskriminiert. Einige schiitische Aktivisten wurden zum Tode verurteilt, zahlreiche weitere erhielten lange Gefängnisstrafen. Folter und andere Misshandlungen von Gefangenen waren Berichten zufolge weiterhin üblich und weit verbreitet. Gerichte verurteilten Angeklagte aufgrund von „Geständnissen“, die offensichtlich unter Folter zustande gekommen waren, und verhängten Prügelstrafen. Frauen wurden durch Gesetze und im Alltag diskriminiert. Obwohl ein neues Gesetz häusliche Gewalt unter Strafe stellte, waren Frauen nur unzureichend gegen sexuelle und andere gewaltsame Übergriffe geschützt.

Die Regierung inhaftierte Hunderttausende Arbeitsmigranten und wies sie im Schnellverfahren aus. Einige mussten in Länder zurückkehren, in denen ihnen schwere Menschenrechtsverstöße drohten. Es wurden sehr viele Todesurteile verhängt und zahlreiche Menschen öffentlich hingerichtet.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_Saudi-Arabien

Peinlich schlechte, oberflächliche Berichterstattung des deutschen Staatsfunks über den Obama-Besuch, Veralberung der deutschen Mediennutzer – Staatsfunk-Medienfunktionäre dürfen nicht einmal darüber informieren, daß  die „Damen in Weiß“ US-finanziert sind, die Fortsetzung des Wirtschaftskrieges gegen Kuba wollen, gar die Öllieferungen von Venezuela an Kuba ablehnen…Zensurvorschriften sind leicht zu entdecken. Hinweise auf die Rolle von Rußland und China in Kuba – offenkundig verboten. 

Deutscher Regierungssender DEUTSCHE WELLE, vom Steuerzahler finanziert:“Auch auf die Solidarität aus Venezuela kann Havanna nicht mehr zählen. Umso wichtiger sind die Beziehungen zu den USA: Das wirtschaftliche Überleben hängt zu einem großen Teil von den Überweisungen der zwei Millionen Kubaner in Florida ab.“

 

Obama-Ansprachen bisher mit sehr schwacher Substanz – kein Hinweis auf den US-Terror gegen Kuba, auf die CIA-Attentate auf Fidel Castro, auf die US-Massakerkultur, das US-Gewalt-Gesellschaftsmodell, auf die Förderung des organisierten Verbrechens als lukrativster Zwei der neoliberalen Wirtschaft. Obama drückt sich angesichts persönlicher Verantwortung für völkerrechtswidrige Kriege gegen Syrien, Libyen etc., dort in großer Zahl getötete unbeteiligte Zivilisten,  vor detaillierten Erläuterungen zu seinem Begriff von Menschenrechten. 

Obamas schwache Entschuldigung: „“What we did for 50 years did not serve our interests or the interests of the Cuban people.”

Raul Castro auf übliche Journalistenfragen zu politischen Gefangenen:““Give me a list of political prisoners and I will release them.”

New York Times:

…In remarks after their meeting on Monday, Mr. Castro said both sides had agreed to cooperate more closely on matters like communicative diseases, such as Zika infection. He made a strong plea for the United States to return Guantánamo to Cuba, and to end the economic embargo, saying it has had negative consequences for both nations.

“We continue to have serious differences, including on democracy and human rights,” he said, noting that “frank and candid discussions” had taken place…

Washington Post:

…Cuban President Raúl Castro called Monday for the United States to abandon the territory it occupies at Guantánamo Bay and to lift the U.S. embargo against Cuba. Standing beside President Obama, Castro welcomed him for what he called a “historic” visit here, and congratulated him for taking steps within his executive power to normalize relations.

But relations will never truly be normal, Castro said after a meeting with Obama here, until the United States leaves Cuban territory and ends the sanctions that he said have done so much damage to the Cuban economy.

“Much more can be done” between the two countries “if the embargo is lifted,” Castro said. “We recognize the position President Obama is in, and the position his government holds against the blockade, and that they have called on Congress to lift it.”

 
 At the same time, he said, there remain “profound differences that will not disappear over our political model, democracy, human rights, social justice, international relations, peace and stability.”

The Cuban people, he said, will not “relinquish what they have gained through great sacrifice.”

…When CNN reporter Jim Acosta, the son of Cuban immigrants, asked about political prisoners, Castro responded: “If there are political prisoners, give me a list, right now. What political prisoners? Give me their names, and if there are political prisoners, they will be free by tonight.”…

Obama-Rede vor der Presse – keine Neuigkeiten. Versöhnlicher, nicht aggressiver Ton bei Antworten auf Journalistenfragen. Sorge der nordamerikanischen Seite um mehr Marktanteile angesichts der Dominanz von Rußland und China in der kubanischen Wirtschaft. Westliche Medienfunktionäre dürfen Obama keine heiklen, kritischen Fragen stellen – die Pressekonferenz läuft nach dem üblichen Motto: Auf jede Antwort die passende Frage.

Laut Obama könnten die USA in anderen Ländern keine Veränderungen erzwingen – gar ironisch gemeint angesichts der völkerrechtswidrigen US-Aggressionskriege gegen Irak, Libyen, Syrien etc.?

„Von Enthusiasmus war keine Rede, von Sonnenschein auch nicht. Jubelnde Menschenmengen an den Straßen von Havanna, die Obama begeistert die Aufwartung machen? Fehlanzeige.“ FAZ, 21.3. 2016

„Barack Obama in Kuba: Historischer Besuch beginnt frostig.“ t-online

„US-Präsident besucht Kuba. Raúl Castro lässt Barack Obama im Regen stehen“. N24

„21.03.2016

Adveniat zum Obama-Besuch in Kuba„San Obama“

US-Präsident Obama wird auf Kuba fast wie ein Heiliger empfangen, urteilt die bischöfliche Aktion Adveniat.“ Domradio Köln

Die Obama-Politik gegenüber Syrien, Libyen, Afghanistan, der Ukraine/Ostukraine etc., die Zusammenarbeit mit islamistischen Terrororganisationen hat in diesen Staaten mehrere hunderttausend unbeteiligte Zivilisten teils auf grauenhafteste Weise das Leben gekostet. Der Wirtschaftskrieg mit seinen verheerenden Folgen auf das Alltagsleben der einfachen Kubaner dauert an. Aus westlicher Werte-Sicht, darunter der gesteuerten Mainstream-Medien, wäre daher die kubanische Führung verpflichtet gewesen, Obama mit ausgesuchter Freundlichkeit zu behandeln sowie eine Übernahme des von Obama favorisierten Gewalt-Gesellschaftssystems als Garant zur Lösung aller anstehenden Probleme zu signalisieren.  Indessen folgt die kubanische Führung anderen Werten – und kann daher in besonderer Freundlichkeit, Höflichkeit gegenüber einem Politiker wie Obama, so wie beispielsweise beim Besuch von Papst Franziskus,  keinen Sinn erkennen. 

Kuriose Fehleinschätzungen: „Seit Jahren schon sagen sich viele Reisende, man müsse unbedingt sehr bald nach Kuba, um noch den sozialistischen Geist des Inselstaats zu erleben, bevor bald an jeder Ecke McDonald’s und Starbucks traditionelle Bars verdrängen.“ Illustrierte DER SPIEGEL aus der Merkel-Stadt Hamburg – in Wahrheit reisen auch immer mehr Deutsche nach Kuba(kein Islamismus, extrem hohe persönliche Sicherheit etc.), weil es zu den attraktivsten touristischen Reisezielen von heute zählt, die Anti-Kuba-Propaganda im westlichen Tourismusbusiness nicht mehr funktioniert. Ein Blick auf das Preis-Leistungsverhältnis zeigt zudem, daß Kuba nach wie vor ein auffällig billiges Reiseland ist. Wer die Resorts an Kubas Traumküsten kennt, das Land gar mit Taxis(!) durchquert hat, weiß besonders, wovon hier die Rede ist. 

“Amerikas Politiker. Aus Prinzip verantwortungslos.” FAZ:

http://www.hart-brasilientexte.de/2015/08/15/amerikas-politiker-aus-prinzip-verantwortungslos-faz-2015-die-usa-und-der-voelkerrechtswidrige-krieg-gegen-den-irak/

“In Washington genießen Menschen wie Paul Wolfowitz, der politische Architekt des Irakkriegs, ein entspanntes Privatleben. Ihre Fehler muss die Welt ausbaden…Die Fehler im Umfeld des Irak-Krieges reichten über den Tatbestand fingierter Belege für das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen hinaus. Während der anschließenden Besatzung wurden immer wieder schwere Fehler begangen. Es wurden Milliarden Dollar für den Wiederaufbau veruntreut. Die Konsequenzen? Am besten sind sie mit den englischen Worten beschrieben: Don’t ask, don’t tell…Das politische Washington, so reich es bekanntermaßen an Informationsquellen bis hin zur feinsten Verästelung weltweiter Spionage mittels der NSA-Tentakel ist, ignoriert Warnungen im Vorfeld des 11. Septembers 2001. Dafür ist bis heute niemand zur Verantwortung gezogen worden. Obendrein wird auch das dubiose Wirken Saudi-Arabiens im unmittelbaren Umfeld der Anschläge bis heute unter Verschluss gehalten. Wer will da wen schützen und warum?…Einerseits reicht der lange Arm des amerikanischen Gesetzes glücklicherweise so weit, dass weltweit Fifa-Funktionäre, gleich welcher Herkunftsnation, vor den amerikanischen Kadi gebracht werden können. Andererseits können Wolfowitz, Cheney oder Rumsfeld, die vergleichsweise weit mehr Dreck am Stecken haben, weiterhin frei herumtollen…Was bedeutet all das für das Bewusstsein der amerikanischen Öffentlichkeit? Etwas Fatales: Es herrscht ein permanenter Zustand kollektiver Amnesie…”

Süddeutsche Zeitung 2014:

 “Am 11. Oktober 2002, kurz nach Mittag, gab der US-Senat dem damaligen Präsidenten George W. Bush freie Hand für einen Angriff auf den Irak. Mit 77 zu 23 Stimmen billigte die Parlamentskammer die entsprechende Kriegsresolution.

Unter den Senatoren, die mit “Yea” stimmten, waren: Joe Biden, Hillary Clinton, John Kerry und Chuck Hagel – mithin fast die ganze außen- und sicherheitspolitische Mannschaft des jetzigen Präsidenten Barack Obama. Biden ist heute Vizepräsident, Clinton war Obamas erste Außenministerin, Kerry hat dieses Amt derzeit inne, Hagel ist Verteidigungsminister.”

In Kuba hat man noch gut in Erinnerung, wie extrem respektlos sich Obama während der Trauerfeier für Nelson Mandela aufführte:

Obama-Kulturniveau,  Obama-Bildungswerte:

Brasiliens Medien stellen in Fotoserie lachenden Barack Obama auf Trauerfeier für den in Kuba stark verehrten Nelson Mandela groß heraus. Neoliberale Leitbilder, neoliberale soziokulturelle Verhaltensweisen, Politschauspieler, Scheinheiligkeit heute. Lachen Sie auch so auf Trauerfeiern?

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Ausriß, Brasiliens größte Qualitätszeitung Folha de Sao Paulo. Die kubanische Öffentlichkeit reagiert auf derartige Respektlosigkeiten besonders sensibel, da Nelson Mandela u.a. stets die entscheidende Rolle Kubas bei der Zerschlagung des Apartheidregimes hervorhob – und die Rolle der USA bei der Stützung dieses Apartheidregimes. 

Was auffällt – die US-finanzierten „Damen in Weiß“ von Havanna positionieren sich dazu nicht.

http://www.hart-brasilientexte.de/2016/03/20/barack-obama-2016-in-kuba-llego-a-cuba-el-presidente-de-los-estados-unidos-de-america-barack-obama-granma/

Obama nach Kuba 2016:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/02/19/america-will-always-stand-for-human-rights-around-the-world-friedensnobelpreistraeger-barack-obama-mit-kuriosem-offenbar-nicht-ironisch-gemeintem-twitter-eintrag-zu-kuba/

Deutscher Staatsfunk auch am zweiten Besuchstag mit viel peinlichem, oberflächlichem Obama-Blabla.

„Obama ist sehr beliebt auf der Karibikinsel. 80 % der Kubaner sind von ihm begeistert.“ ARD

(more…)

    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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