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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Kleinwaffen</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Brasiliens Schußwaffen in Privathand: 47,6 Prozent illegal, laut NGO Viva Rio. Resultate achtjähriger Sicherheitspolitik der Lula-Regierung. Brasilien weltweit bei Tötungen durch Schußwaffen an der Spitze. 92 Prozent der Rio-Morde straffrei&#8230;Massengräber.</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 00:10:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie Viva Rio weiter mitteilte, handelt es sich schätzungsweise um 16 Millionen Schußwaffen &#8211; der Staat wisse nicht, wer sie besitze, ob unbescholtene Bürger oder Kriminelle. 87 Prozent der Schußwaffen gehörten Personen außerhalb von Polizei und Streitkräften, während der Weltdurchschnitt bei 58 Prozent liege. Damit sei Brasilien ein hochgradig bewaffnetes Land. Von den beschlagnahmten illegalen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie Viva Rio weiter mitteilte, handelt es sich schätzungsweise um 16 Millionen Schußwaffen &#8211; der Staat wisse nicht, wer sie besitze, ob unbescholtene Bürger oder Kriminelle. 87 Prozent der Schußwaffen gehörten Personen außerhalb von Polizei und Streitkräften, während der Weltdurchschnitt bei 58 Prozent liege. Damit sei Brasilien ein hochgradig bewaffnetes Land.</strong> <strong>Von den beschlagnahmten illegalen Waffen seien 80 Prozent in Brasilien hergestellt worden, was das Argument entkräfte, Schußwaffen würden größtenteils eingeschmuggelt. Der legale Waffenmarkt versorge damit den illegalen, hieß es weiter.</strong> <strong>Brasilien gehört zu den großen Schußwaffenproduzenten der Erde, zudem zu den größten Munitionsproduzenten, darunter von Streubomben. Von den aus dem Ausland stammenden Schußwaffen wurden danach 59,2 in den USA produziert. Was illegale und legale Schußwaffen täglich in Brasilien anrichten, dokumentieren ausführlich die Landesmedien. In absoluten Zahlen, sei Brasilien weltweit an der Spitze bei Tötungen durch Schußwaffen &#8211; laut Schätzungen 34300 Ermordete. Die Gesamtzahl der Morde wird mit jährlich 55000 beziffert. Bei Morden durch Schußwaffen liegt der Teilstaat Rio de Janeiro an der Spitze, gefolgt von Pernambuco und Espirito Santo.  Experten und Kommentatoren fragen regelmäßig, wieviele Brasilianer noch leben könnten, falls die offizielle Sicherheitspolitik einer anderen Philosophie folgte. Täglich kommen Brasilianer durch verirrte Kugeln um, sogar Schüler mitten im Unterricht. Daß Angehörige von Polizei und Militär Kriegswaffen an das organisierte Verbrechen verkaufen bzw. übergeben, ist inzwischen sehr gut dokumentiert. Die Studie wurde von Viva Rio gemeinsam mit dem Staatssekretariat für öffentliche Sicherheit(Senasp) erarbeitet.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/zeitungsfoto3totefrete.JPG" alt="zeitungsfoto3totefrete.JPG" /></p>
<p><strong>Fotodoku:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/</a></p>
<h2 class="beitrags-titel">Wie Barack Obama den Tropenstaat Brasilien bewertet: “Brasilien ist eine beispielhafte Demokratie. Dieses Land ist nicht länger das Land der Zukunft – die Menschen in Brasilien sollten wissen, daß die Zukunft gekommen ist, sie ist hier, jetzt”.</h2>
<h2 class="beitrags-titel">“Ich glaube, ihr seid auf einem fabelhaft guten Wege.” Helmut Schmidt(SPD) zu Lula 2009 in Hamburg…</h2>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/zeitungsfotomatanca3.JPG" alt="zeitungsfotomatanca3.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/21/exekution-folter-raub-durch-militarpolizisten-bei-besetzung-des-complexo-do-alemao-in-rio-de-janeiro-laut-menschenrechtsdokument-fur-uno-und-interamerikanische-menschenrechtskommission/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/21/exekution-folter-raub-durch-militarpolizisten-bei-besetzung-des-complexo-do-alemao-in-rio-de-janeiro-laut-menschenrechtsdokument-fur-uno-und-interamerikanische-menschenrechtskommission/</a></p>
<p><span id="more-7856"></span></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/21/die-hobbywebsite-spitzenreiter-2010-interesse-fur-menschenrechtslage-in-brasilien-weiterhin-am-grosten-vor-allen-anderen-themen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/21/die-hobbywebsite-spitzenreiter-2010-interesse-fur-menschenrechtslage-in-brasilien-weiterhin-am-grosten-vor-allen-anderen-themen/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/09/das-menschenrecht-auf-personliche-sicherheit-unter-lula-die-deutsche-botschaft-in-brasilia-informiert/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/09/das-menschenrecht-auf-personliche-sicherheit-unter-lula-die-deutsche-botschaft-in-brasilia-informiert/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/12/ein-guter-freund-und-langjahriger-nachbar-theaterregisseur-vicente-maiolino-in-rio-de-janeiro-bergstadtteil-santa-teresa-durch-12-schusse-getotet-kein-hinweis-auf-tater/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/01/12/ein-guter-freund-und-langjahriger-nachbar-theaterregisseur-vicente-maiolino-in-rio-de-janeiro-bergstadtteil-santa-teresa-durch-12-schusse-getotet-kein-hinweis-auf-tater/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/14/nach-wie-vor-hemmungslose-aktionen-der-todesschwadronen-institutionalisierte-barbarei-lulas-menschenrechtsminister-paulo-vannuchi-raumt-gegen-ende-der-zweiten-amtszeit-erneut-fortbestehen-der-b/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/polizistpovo1.JPG" alt="polizistpovo1.JPG" /></p>
<p><strong>Attentat auf Polizist in Rio de Janeiro &#8211; Zeitungsfoto.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/brasiliens-menschenrechtsanwalt-bruno-alves-de-souza-toledo-ebenso-wie-amazonasbischof-erwin-krautler-trager-des-alternativen-nobelpreises-wegen-morddrohungen-standig-unter-polizeischutz/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/08/brasiliens-menschenrechtsanwalt-bruno-alves-de-souza-toledo-ebenso-wie-amazonasbischof-erwin-krautler-trager-des-alternativen-nobelpreises-wegen-morddrohungen-standig-unter-polizeischutz/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/12/zeitungsfoto3tote.jpg" alt="zeitungsfoto3tote.jpg" /></p>
<p>Erschossene in Rio.</p>
<p>Im Dezember 2010 wurden in Rio 3 Minderjährige erschossen aufgefunden wie auf jenem Foto &#8211; laut Medienberichten.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/25/92-prozent-der-morde-in-rio-de-janeiro-bleiben-straffrei-laut-neuer-studie/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/10/25/92-prozent-der-morde-in-rio-de-janeiro-bleiben-straffrei-laut-neuer-studie/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/23/jafar-panahi-eingekerkerter-iranischer-filmemacher-beschuldigt-brasilia-die-menschenrechtslage-in-seinem-land-zu-ignorieren-melden-landesmedien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/23/jafar-panahi-eingekerkerter-iranischer-filmemacher-beschuldigt-brasilia-die-menschenrechtslage-in-seinem-land-zu-ignorieren-melden-landesmedien/</a></p>
<p>Hintergrund:</p>
<p><strong>Brasiliens Massengräber</strong><strong> </strong></p>
<p><strong>„Wenn die Toten da reingeschmissen werden, sind das Szenen wie in diesen Holocaustfilmen“, beklagen sich Anwohner von Massengräber-Friedhöfen der größten lateinamerikanischen Demokratie. In der Tat wird seit der Diktaturzeit vom Staat die Praxis beibehalten, nicht identifizierte, zu „Unbekannten“ erklärte Tote in Massengräbern zu verscharren.  Die Kirche protestiert seit Jahrzehnten dagegen und sieht darin ein gravierendes ethisch-moralisches Problem, weil es in einem Land der Todesschwadronen damit auch sehr leicht sei, unerwünschte Personen verschwinden zu lassen. In der Megacity Sao Paulo mit ihren mehr als 23 Millionen Einwohnern empört sich der weltweit angesehene Menschenrechtspriester Julio Lancelotti: „In Brasilien wird monatlich eine erschreckend hohe Zahl von Toten anonym in Massengräbern verscharrt, verschwinden damit Menschen auf offiziellem Wege, werden als Existenz für immer ausgelöscht. Wir von der Kirche nehmen das nicht hin, versuchen möglichst viele Tote zu identifizieren, um sie  dann auf würdige Weise christlich zu bestatten. Wir brauchten einen großen Apparat, ein großes Büro, um alle Fälle aufklären zu können – dabei ist dies eigentlich Aufgabe des Staates!“</strong><strong>Padre Lancelotti erinnert daran, daß während der 21-jährigen Diktaturzeit in Sao Paulo von den Machthabern 1971 eigens der Friedhof Dom Bosco geschaffen wurde, um dort zahlreiche ermordete Regimegegner heimlich gemeinsam mit jenen unbekannten Toten, den sogenannten „Indigentes“, in Massengräber zu werfen. Wie die Menschenrechtskommission des Stadtparlaments jetzt erfuhr, wurden seit damals allen Ernstes 231000 Tote als Namenlose verscharrt – allein auf d i e s e m Friedhof. Heute  kommen Monat für Monat dort zwischen 130 und 140 weitere Indigentes hinzu. Nach einem Massaker an Obdachlosen Sao Paulos kann Priester Lancelotti zufällig auf dem  Friedhof Dom Bosco beobachten, wie sich der Staat der Namenlosen entledigt: “Als der Lastwagen kommt und geöffnet wird, sehe ich mit Erschrecken, daß er bis obenhin voller Leichen ist. Alle sind nackt und werden direkt ins Massengrab geworfen. Das wird zugeschüttet &#8211; und fertig. Sollten wir später noch Angehörige ermitteln, wäre es unmöglich, die Verstorbenen in der Masse der Leichen wiederzufinden. Was sage ich als Geistlicher dann einer Mutter?“ </strong><strong>Lancelotti hält einen Moment inne, reflektiert: „Heute hat das Konzentrationslager keinen Zaun mehr, das KZ ist sozusagen weit verteilt – die Menschen sind nach wie vor klar markiert, allerdings nicht auf der Kleidung, sondern auf dem Gesicht, dem Körper. Und sie werden verbrannt, verscharrt, wie die Gefangenen damals, und es gibt weiter Massengräber.“ </strong><strong>Was in Sao Paulo geschieht, ist keineswegs ein Einzelfall. In der nordostbrasilianischen Millionenstadt Fortaleza leiden die Anwohner des Friedhofs „Bom Jardim“ seit Jahren bei den hohen Tropentemperaturen unter grauenhaftem Leichengeruch. „Die Toten werden oft schon verwest hergebracht, wie Tiere verscharrt, wir müssen zwangsläufig zusehen, es ist grauenhaft“, klagt eine Frau. „Fast jeden Tag kommt der Leichen-LKW – doch bei den heftigen Gewitterregen wird die dünne Erdschicht über den Toten weggeschwemmt, sehen wir die Massengräber offen, wird der Geruch im Stadtviertel so unerträglich, daß viele Kopfschmerzen kriegen, niemand hier eine Mahlzeit zu sich nimmt.“ Der Nachbar schildert, wie das vergiftete Regenwasser vom Friedhof durch die Straßen und Gassen des Viertels läuft: „Das Wasser ist grünlich und stinkt, manchmal werden sogar Leichenteile mitgeschwemmt – und weggeworfene Schutzhandschuhe der Leichenverscharrer. Die Kinder spielen damit – haben sich an die schrecklichen Vorgänge des Friedhofs gewöhnt.  Wir alle haben Angst, daß hier Krankheiten, Seuchen ausbrechen.“</strong><strong>Selbst in Rio de Janeiro sind die Zustände ähnlich, werden zahllose Menschen von Banditenkommandos der über 1000 Slums liquidiert und gewöhnlich bei Hitze um die 35 bis 40 Grad erst nach Tagen in fortgeschrittenem Verwesungszustand zum gerichtsmedizinischen Institut abtransportiert. Wie aus den Statistiken hervorgeht, werden in den Großstädten monatlich stets ähnlich viele Tote als „Namenlose“ in Massengräber geworfen wie in Sao Paulo, der reichsten Stadt ganz Lateinamerikas. </strong><strong>Priester Julio Lancelotti und seine Mitarbeiter stellen immer wieder Merkwürdigkeiten und verdächtige Tatbestände fest. „Werden Obdachlose krank und gehen in bestimmte öffentliche Hospitäler, bringt man an ihrem Körper eine Markierung an, die bedeutet, daß der Person nach dem Tode zu Studienzwecken Organe entnommen werden. Die Männer registriert man durchweg auf den Namen Joao, alle Frauen als Maria. Wir streiten heftig mit diesen Hospitälern und wollen, daß die Obdachlosen auch nach dem Tode mit den echten Namen geführt werden. Schließlich kennen wir diese Menschen, haben über sie Dokumente. Man meint eben, solche Leute sind von der Straße, besitzen also weder eine Würde noch Bürgerrechte. Wir haben in der Kirche eine Gruppe, die den illegalen, kriminellen Organhandel aufklären will, aber rundum nur auf Hindernisse stößt. Denn wir fragen uns natürlich auch, ob jenen namenlos Verscharrten vorher illegal Organe entnommen werden.“</strong><strong>Fast in ganz Brasilien  und auch in Sao Paulo sind Todesschwadronen aktiv, zu denen Polizeibeamte gehören, wie sogar das Menschenrechtsministerium in Brasilia einräumt. Tagtäglich würden mißliebige Personen außergerichtlich exekutiert, heißt es. Darunter sind auch Obdachlose, von denen allein in Sao Paulos Zentrum weit über zehntausend auf der Straße hausen. Wie Priester Julio Lancelotti betont, ist zudem die Zahl der Verschwundenen auffällig hoch. </strong><strong>„Auf den Straßen Sao Paulos werden viele Leichen gefunden. Denn es ist sehr einfach, so einen Namenlosen zu fabrizieren. Man nimmt ihm die Personaldokumente weg, tötet ihn und wirft ihn irgendwo hin. Wir gehen deshalb jeden Monat ins gerichtsmedizinische Institut, um möglichst viele Opfer zu identifizieren. Die Polizei ist immer überrascht und fragt, warum uns das interessiert. Das Identifizieren ist für uns eine furchtbare, psychisch sehr belastende Sache, denn wir müssen monatlich stets Hunderte von Getöteten anschauen, die in großen Leichenkühlschränken liegen &#8211; alle schon obduziert und wieder zugenäht. Und man weiß eben nicht, ob da Organe entnommen wurden.“</strong><strong>Solchen Verdacht hegen nicht wenige Angehörige von Toten, die seltsamerweise als „Namenlose“ im Massengrab endeten. In der nordostbrasilianischen Küstenstadt Maceio geht letztes Jahr der 69-jährige Sebastiao Pereira sogar mit einem Protestplakat voller Fotos seines ermordeten Sohnes auf die Straße. Dem Vater hatte man im gerichtsmedizinischen Institut die Identifizierung der Leiche verweigert – diese dann mysteriöserweise auf einen Indigentes-Friedhof gebracht. Kaum zu fassen – ein Friedhofsverwalter bringt es fertig, Sebastiao Ferreira später  mehrere Leichenteile, darunter einen Kopf zu zeigen. „Mein Sohn wurde allein am Kopf von vier MG-Schüssen getroffen – und dieser Kopf war doch intakt! Ich setzte eine DNA-Analyse durch – der Kopf war von einem Mann, das Bein von einem anderen, der Arm wiederum von einem anderen – doch nichts stammte von meinem Sohn“, sagt er der Presse. </strong><strong>In Sao Paulo hat Priester Lancelotti durchgesetzt, daß ein Mahnmal auf dem Friedhof Dom Bosco an die ermordeten Regimegegner, aber auch an die mehr als 200000 „Namenlosen“ erinnern wird.</strong><strong> Neuerdings macht der Friedhof in Brasilien immer wieder Schlagzeilen, allerdings nicht wegen der Massengräber von heute. Progressive Staatsanwälte versuchen das Oberste Gericht in Brasilia zu überzeugen, den zur Diktaturzeit für den Friedhof verantwortlichen Bürgermeister Paulo Maluf und den damaligen Chef der Politischen Polizei, Romeu Tuma, wegen des Verschwindenlassens von Oppositionellen vor Gericht zu stellen. Erschwert wird dies jedoch durch den Politikerstatus der Beschuldigten: Paulo Maluf ist Kongreßabgeordneter und Romeu Tuma sogar Kongreßsenator – beide gehören zum Regierungsbündnis von Staatspräsident Lula.</strong></p>
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		</item>
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		<title>Brasilien: &#8222;Bereit zum Abschuß des nächsten Hubschraubers&#8220;(Nummer 3)Schlagzeile von &#8222;O Dia&#8220; in Rio de Janeiro. Banditen-Selbstbewußtsein stark gewachsen &#8211;  MG &#8222;HG-600&#8243; aus Österreich beliebt. &#8222;Esse dai austriaco.&#8220; Offiziell 33 Tote seit Sonnabend.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/21/bereit-zum-abschus-des-nachsten-hubschraubersnummer-3schlagzeile-von-o-dia-banditen-selbstbewustsein-stark-gewachsen-mg-hg-600-aus-osterreich-beliebt-esse-dai-austriaco/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 17:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8222;Pronto para abater outro helicoptero&#8230;&#8220; Der Durchschnittslohn der Rio-Polizisten, die täglich ihr Leben riskieren, wird mit umgerechnet 400 Euro monatlich angegeben. http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/21/rio-de-janeiro-gepanzerter-polizeihubschrauber-beschossen-tv-video-von-august-2009-neue-propagandakampagne-fur-naive-europaer-uber-investitionen-in-rios-sicherheit/ Reisewarnung: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/09/das-menschenrecht-auf-personliche-sicherheit-unter-lula-die-deutsche-botschaft-in-brasilia-informiert/ Bemerkenswert ist, wieviel Lob daher ein Gewalt-Gesellschaftsmodell diesen Zuschnitts von hochrangigen mitteleuropäischen Politikern, darunter aus Deutschland, seit Jahren erhält. “Gemeinsame Werte”:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/ Politische Beziehungen Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Pronto para abater outro helicoptero&#8230;&#8220; Der Durchschnittslohn der Rio-Polizisten, die täglich ihr Leben riskieren, wird mit umgerechnet 400 Euro monatlich angegeben. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/21/rio-de-janeiro-gepanzerter-polizeihubschrauber-beschossen-tv-video-von-august-2009-neue-propagandakampagne-fur-naive-europaer-uber-investitionen-in-rios-sicherheit/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/21/rio-de-janeiro-gepanzerter-polizeihubschrauber-beschossen-tv-video-von-august-2009-neue-propagandakampagne-fur-naive-europaer-uber-investitionen-in-rios-sicherheit/</a></p>
<p><strong>Reisewarnung:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/09/das-menschenrecht-auf-personliche-sicherheit-unter-lula-die-deutsche-botschaft-in-brasilia-informiert/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/03/09/das-menschenrecht-auf-personliche-sicherheit-unter-lula-die-deutsche-botschaft-in-brasilia-informiert/</a></p>
<p><strong>Bemerkenswert ist, wieviel Lob daher ein Gewalt-Gesellschaftsmodell diesen Zuschnitts von hochrangigen mitteleuropäischen Politikern, darunter aus Deutschland, seit Jahren erhält.</strong></p>
<p><strong>“Gemeinsame Werte”: </strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/30/brasilien-weiter-land-mit-weltweit-hochster-mord-zahl-stellen-landesmedien-zum-jahresende-heraus-regierungsprojekt-fur-mord-reduzierung-gestoppt-hies-es/</a></p>
<h2>Politische Beziehungen</h2>
<p>Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Auffassungen zur globalen Ordnung. Brasilien ist das einzige Land in Lateinamerika, mit dem Deutschland durch eine „strategische Partnerschaft“ verbunden ist. (Auswärtiges Amt, Berlin)</p>
<p><strong>Wem nützt die Banditendiktatur?</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/15/wem-nutzen-banditendiktatur-und-immer-mehr-no-go-areas/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/05/brasilien-%E2%80%93-kirche-und-gesellschaft-sammelbandtexte/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2013/11/05/brasilien-%E2%80%93-kirche-und-gesellschaft-sammelbandtexte/</a></p>
<p><strong>Hintergrund von 2003<br />
Problem Kleinwaffen: Banditenmilizen feuern mit Heeres-Maschinengewehren Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, der USA</strong></p>
<p><strong>Amnesty International und Oxfam zitieren Brasilien als Negativbeispiel im Weltvergleich<br />
Sogenannte Kleinwaffen, wie Maschinengewehre und Handgranaten, sind laut UNICEF d i e Massenvernichtungswaffen der heutigen Kriege, machen den Mißbrauch von Kindern als Soldaten erst möglich, führen zum Tod von jährlich etwa einer halben Million Menschen. In Brasilien sterben im sogenannten unerklärten Bürgerkrieg durch Kleinwaffen pro Jahr mehr als vierzigtausend Personen &#8211; Banditenmilizen, aber auch die gefürchteten Todesschwadronen feuern vor allem mit Heeres-Maschinengewehren aus den USA, aus Deutschland, Italien und der Schweiz. Über zwanzig Millionen illegaler Kleinwaffen sind in Privat-bzw. Banditenhand. Trotz aller internationalen Bemühungen geht das illegale Geschäft auf Hochtouren weiter. Denn zum Entsetzen der schlechtausgerüsteten brasilianischen Polizei sind nun auch erstmals österreichische Maschinengewehre in die Hand der gefürchteten Gangstermilizen gelangt, die allein in Rio de Janeiro hunderttausende Bewohner der Slums terrorisieren. </strong></p>
<p><strong>Kriegs-TV-Video aus Rio de Janeiro: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/17/krieg-auf-dem-morro-dos-macacos-von-rio-de-janeiro-youtube-anklicken-bope-im-einsatz/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/10/gritoigualdademann.jpg" alt="gritoigualdademann.jpg" /></p>
<p><strong>Igualdade &#8211; Gleichheit. Protest gegen gravierende soziale Kontraste, rasches SlumwachstumÂ in der zehntgrößten Wirtschaftsnation Brasilien.</strong></p>
<p><strong><span id="more-3368"></span>Die Zuckerhutmetropole in diesen Tagen: Rivalisierende Banditenmilizen des organisierten Verbrechens, die in den riesigen Slums ihre Hochburgen haben, liefern sich Feuergefechte, aber auch heftige Schießereien mit der Polizei. Sogar die Stadtautobahn zum internationalen Flughafen muß deshalb immer wieder gesperrt werden.Â <font size="2" face="Arial">Durch verirrte Kugeln aus weittragenden ausländischen Maschinengewehren sterben in ganz Rio fast täglich Kinder, Frauen und Männer, Anfang Oktober sogar eine hochschwangere junge Frau. Im selben Monat werden an einem einzigen Tag ein nur acht Tage altes Baby, ein sechsundzwanzigjähriger Mann, eine zweiundsechzigjährige Frau beerdigt &#8211; alle drei Opfer dieser &#8222;balas perdidas&#8220;. Dasselbe Drama auch in Millionenstädten wie Sao Paulo oder Salvador da Bahia. Mit Waffengewalt halten die Gangster ihr neofeudales Schreckensregime über die Slumbewohner aufrecht, verhängen sogar Ausgangssperren über ganze Viertel, rekrutierten zehntausende Heranwachsende als Kindersoldaten. In Rio wissen die Sicherheitsbehörden aus abgehörten Telefongesprächen, daß die global vernetzten Verbrecherkommandos jetzt erstmals mit dem österreichischen Armee-Universal-Gewehr HG 600 schießen und von dieser Waffe geradezu begeistert sind. Milizen des Mangueira-Slums, in dem eine der besten, traditionellsten Sambaschulen Rios beheimatet ist, loben die Feuerkraft und gute Handlichkeit, empfehlen das HG 600 ihren Komplizen. Daniel Krumholz, Österreichs Botschafter in Brasilien, nahm dazu auf Anfrage Stellung. Können die österreichischen Regierungsbehörden, aber auch die Waffenfirma Steyr ermitteln, wie diese Maschinengewehre zu den gefürchteten Gangsterkommandos gelangten?</font><font size="2" face="Arial">&#8222;Nein &#8211; wir haben recherchiert und sind draufgekommen, daß in den letzten Jahren keine Gewehre nach Brasilien exportiert wurden. Zudem gehört diese Art von Gewehr, das HG 600, zum Kriegsmaterial &#8211; und das untersteht den Vorschriften des Kriegsmaterialgesetzes. Da wird jeder Antrag mit ganz besonderer Sorgfalt behandelt.&#8220;</font><font size="2" face="Arial">Rios Polizei konnte noch kein einziges Exemplar beschlagnahmen, dagegen seit Jahresbeginn über 290 leichte Heeres-Maschinengewehre der USA, vierundvierzig G 3 der deutschen Marke Heckler und Koch. Für Deutschland, so das Auswärtige Amt in Berlin, seien heute besonders die früher an Drittweltstaaten erteilten Produktionslizenzen ein Problem. Es sei unmöglich, den Handel mit diesen außerhalb Deutschlands hergestellten Waffen zu kontrollieren, die dann in Konflikten als vermeintlich deutsche Waffen auftauchen könnten.Â </font><font size="2" face="Arial">Nordamerikanische Ã„rzte mit Vietnam-Erfahrung mußten ihren brasilianischen Kollegen beibringen, wie man die neuartigen, schweren Schußverletzungen durch solche MGs behandelt. Der Schweizer Generalkonsul in Rio nannte es bedrückend, daß in der Zuckerhutmetropole Menschen mit Sig-Sauer-Sturmgewehren des schweizerischen Bundesheeres getötet würden. Doch wie fühlt sich der österreichische Botschafter jetzt &#8211; angesichts des Einsatzes österreichischer Kriegswaffen in Brasilien?</font><font size="2" face="Arial">&#8222;Ich habe da überhaupt keine Gefühle dazu, denn ich weiß, daß wir so sorgfältig jeden einzelnen Antrag auf jede einzelne Waffe überprüfen, daß wir von österreichischer Seite, von unseren Rechtsgrundlagen her, von dem, was wir im Parlament beschlossen haben, wirklich kein schlechtes Gewissen zu haben brauchen.&#8220;</font></strong></p>
<p><font size="2" face="Arial"><strong>Im Oktober haben Amnesty International, Oxfam und das Internationale Aktionsnetzwerk gegen Kleinwaffen(IANSA) eine weltweite Kampagne für einen internationalen Vertrag gestartet, der das völlig außer Kontrolle geratene Geschäft mit Maschinengewehren, Revolvern und Pistolen rigoros einschränken soll. Brasilien &#8211; größte lateinamerikanische &#8222;Demokratie&#8220;, 13. Wirtschaftsnation &#8211; wurde dabei als Negativbeispiel herausgestellt. Obwohl das Land nur einen Anteil von zweieinhalb Prozent an der Weltbevölkerung habe, ereigneten sich dort acht Prozent aller Morde mit Feuerwaffen, werde alle dreizehn Minuten jemand erschossen. Auffällig ist die außerordentliche Verquickung des organisierten Verbrechens mit Polizei und Staat &#8211; nur zu oft gelangen Waffen und Munition aus den Kasernen zu den Banditenmilizen, lassen diese ihre Mitglieder in Armee-Spezialeinheiten ausbilden. In Sao Paulo wurde festgestellt, daß ein und dieselbe österreichische Steyr-Pistole innerhalb von zehn Jahren zwar viermal von der Polizei beschlagnahmt wurde, jedoch immer wieder bei den Gangstern landete.</strong>Â </font></p>
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