Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Der Fall Manuel Diogo und die Podcasts der Berliner Zeitung – ein wichtiges Stück Zeitgeschichte. Scheiterte eine großangelegte Geheimdienstoperation, weil die Strippenzieher investigativen ostdeutschen Journalismus unterschätzten?

Donnerstag, 01. April 2021 von Klaus Hart

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/manuel-diogo

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/fall-manuel-diogo-keine-anhaltspunkte-fuer-toetungsdelikt-und-manipulationen-li.145912

Podcasts: https://derfalldiogo.podigee.io/6-new-episode

https://derfalldiogo.podigee.io/7-new-episode

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Typischer Ossi-Nazi unter Honecker(?)DDR-Neonazis hatten offenbar sehr markante Gebisse. Ausriß ARD

Wie SPD und Linkspartei mitmachen – und sich auf bemerkenswerte Weise selbst entlarven:http://www.hart-brasilientexte.de/2021/03/27/mosambikaner-ibraimo-alberto-wie-ihn-die-spd-unterstuetzt-sich-an-dessen-falschinformationen-nicht-stoert/

DiogoAkbulut20

Ausriß 2020. Weiter warten auf Beweise von der LINKE-BundestagsabgeordnetenGökay Akbulut, daß es eine “Ermordung” war…http://www.hartmut-mechtel.de/

http://www.hart-brasilientexte.de/2021/03/26/der-linke-skandal-um-manuel-diogo-2020-betont-die-linke-bundestagsfraktion-in-einem-antrag-offenbar-wider-besseres-wissen-dass-der-mosambikaner-manuel-diogo-in-der-ddr-getoetet-worden-sei-theoreti/

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“Unser Angebot hat seinen Preis”. ARD-Chef Ulrich Wilhelm, Ex-Sprecher von GroKo-Chefin Angela Merkel/CDU…Wie Regierungspolitik & Medien verzahnt sind. Ausriß westdeutsche Thüringer Allgemeine(Funke-Medienkonzern Essen/NRW

http://www.hart-brasilientexte.de/2021/03/17/linkspartei-skandal-um-manuel-diogo-fall-linke-bundestagsabgeordnete-goekay-akbulut-und-linke-landtagsabgeordnete-andrea-johlige-offenbar-immer-noch-nicht-zurueckgetreten-aus-der-partei-ausgeschlos/

Invasionsziel DDR: http://www.zeitzeugen-oldisleben.de/2020/11/03/9-november-2020-invasionsziel-ddr-der-klassiker-zu-terror-sabotage-psychologischer-kriegfuehrung-gegen-die-ddr-autor-karl-heinz-roth-konkret-verlag-hamburg-nach-wie-vor-erhaeltlich-heiss/

“Dass der Mosambikaner Manuel Diogo, dem das Buch gewidmet ist, von Rassisten ermordet wurde, haben Sensationsjournalisten erfunden.” Hartmut Mechtel, ostdeutscher Krimiautor, Glauser-Preisträger:

Portugal sträubte sich lange, seine Kolonien aufzugeben. 1975 wurde endlich Mosambik freigelassen, das sich zur Volksrepublik wandelte. Die Orientierung in Richtung des politischen Ostens (wichtigste Partner waren die DDR und Bulgarien) rief massiven westlichen Widerstand hervor. Territorial ausgehend von Südafrika, unterstützt von der CIA und besonders aktiv vom BND, zog eine Söldner- und Terroristentruppe durch das Land und ermordete eine Million Menschen, die meisten davon Bauern und ihre Familien, auch ein paar Entwicklungshelfer aus der DDR waren unter den Opfern.

Die DDR schickte Entwicklungshelfer, die BRD finanzierte Terroristen. Die DDR nahm Arbeiter aus Mosambik auf (später nannte man sie Vertragsarbeiter), die BRD schickte Waffen und Technik und beherbergte die Terroristen bei deren Tagungen und Schulungen. So etwas stand damals durchaus gelegentlich in Zeitungen (ja, auch in westlichen), heute wird es nicht gern gehört und wie so vieles aus der unrühmlichen BRD-Vergangenheit gern mal umgedeutet. Es kann nicht sein, dass beim direkten Ländervergleich DDR-BRD bezüglich Mosambiks die Bundesrepublik extrem schlecht abschneidet.

Geschichte wird umgeschrieben, Verbrechen werden weißgewaschen. Falls überhaupt jemand starb, dann nicht eine ganze, sondern nur eine halbe Million; und nicht durch Terror, sondern im Bürgerkrieg. Die Terroristen waren Freiheitskämpfer. Die DDR-Entwicklungshelfer blutrünstige Stasi-Agenten. Der BND hatte nichts mit den Freiheitsterroristen zu tun (und hat vermutlich Mosambik nicht mal auf einer Landkarte gefunden). Und die Vertragsarbeiter in der DDR wurden nicht wie noble Gäste (Gastarbeiter) behandelt, sondern von den ihrer sozialistischen Erziehung wegen rassistischen Neonazis gehetzt und geschlachtet, was die Stasi vertuschte. Ein Betrunkener ist vor einen Zug getorkelt? Das war natürlich ein stasivertuschter Mord.

Ein bis dato kaum profilierter westdeutscher Historiker fand sein Thema: Delegitimierung der DDR, Entlarvung des Rassismus in der DDR. Journalisten sprangen auf das passgerechte Thema auf, der MDR drehte eine Sensationsreportage über den Mord von Ost-Nazis an einem Farbigen, ein Mosambikaner gesellte sich als Zeuge zur dreckigen Gesellschaft (der beste Freund des aus dem Zug gefallenen Manuel Diogo sei er, wie er behauptete, obwohl die beiden sich gar nicht kannten; besagter Pseudozeuge Ibraimo Alberto bereiste zum Dank für seine passgerechten Erfindungen als Mitglied von Bundespräsident Steinmeiers offizieller Delegation mehrere afrikanische Staaten). Die Gruppierung, die aus unbekannten Gründen Antifa genannt wird, sprang auf den Zug der Rassismus-in-der-DDR-war-böse-Behauptung auf, unterstützt von Mitgliedern der Linken, die ihre Unterwerfung unter den neoliberalen Mainstream gern durch DDR-Bashing demonstrieren.

Das Trommelfeuer der Geschichtsverdrehung wurde verstärkt, als ein Buch des Westdeutschen Max Annas erschien, gewidmet Manuel Diogo, dessen (angeblicher) Fall dem Roman zugrundeliegt. Der Rowohlt-Verlag schloss gleich noch eine Kampagne an, die das Buch zum bisher besten und wahrheitsgetreuesten Krimi über die DDR erklärte (in der es ohnehin keine Kriminalliteratur gegeben habe, die den Namen verdiente). Es folgten Preise fürs Buch, Lesungen (auch in Thüringen, wohin Annas den Fall verlegt hatte), die Empfehlung als politisches Schulungsmaterial durch die Thüringer Landeszentrale für politische Bildung.(Aus: kein Blog, Hartmut Mechtel 2021)

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    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

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