Adario betont Anfang Mai 2012, daß Amazonien in den letzten Jahren von zuvor unbekannten Extremsituationen heimgesucht wird. 2009 habe es das größte Hochwasser in der Geschichte der Region gegeben, 2011 indessen eine Rekord-Dürre. „2012 sind wir einem neuen Hochwasser-Rekord bereits sehr nahe. Extreme wie diese werden von den Wissenschaftlern als direkte Folge der globalen Klimaveränderungen angesehen. Zudem bewirkt Abholzung an den Flußufern eine stärkere Versandung der Flüsse – auch deshalb haben wir mehr Hochwasser in Amazonien. Brasilien ist der fünftgrößte Emittent von Gasen, die Klimaveränderungen bewirken – just wegen der Abholzungen etwa in Amazonien. Und Amazonien trug bereits zur globalen Erwärmung bei – provoziert also Klimaveränderungen – und damit auch Überschwemmungen.“

Paulo Adario im Greenpeace-Büro von Manaus.
Greenpeace-Aktivisten in Sao Paulo nannten zudem als Argument, daß als Folge ungebremster Abholzung das Wasser der natürlichen Regenfälle nun nicht mehr von Urwäldern zurückgehalten werde, sondern direkt und ungehindert in die großen Amazonas-Ströme wie Rio Negro und Rio Solimoes fließe.
Der brasilianische Befreiungstheologe Frei Betto im Website-Interview: „Bei Euch redet alles von Klimaänderung, Treibhaus-Effekt. Ethanol aus Zuckerrohr wie im E10 treibt ihn voran«. Frei Betto weist auf wissenschaftliche Studien: Wegen der Zuckerrohrplantagen wurden riesige Urwaldgebiete Amazoniens abgeholzt, was das ökologische Gleichgewicht in Nord- und Südamerika schädigt, sich auf die ganze Welt negativ auswirkt. Denn Amazoniens Regenwald ist der größte des Planeten. Und die Regenfälle, ob im Süden Floridas oder Argentiniens, hängen von der Verdunstung in Amazonien ab.
Blumenau/Sachsen.