Brasilien-Pressefreiheit:http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/26/brasiliens-medien-berichten-in-groser-aufmachung-uber-den-absturz-auf-dem-pressefreiheit-ranking-von-reporter-ohne-grenzen-warum-brasilien-aus-mitteleuropa-soviel-lob-erhalt/
Brasiliens auflagenstärkste Qualitätszeitung „Folha de Sao Paulo“ druckt die Darstellung von Georgia Bastos Alo, die zwischen 1977 und 1989 in „Alemanha Oriental“ gelebt habe. Zum dortigen Fernseh-Verhalten heißt es: „Frequentei o jardim de infancia e a escola em Berlim Oriental, entre 1977 e 1989. Os meus colegas alemaes só podiam assistir aos canais de televisao das emissoras do governo da Alemanha comunista.“ (?)
„Moravamos na Leipziger Strasse“.
Einkaufsverhalten:“Podiamos comprar a quantidade que queriamos, enquanto os alemaes tinham uma cota para consumo de leite, carne, entre outras coisas.“ (?)
Die „Folha de Sao Paulo“ verzichtet auf denkbare Richtigstellungen.
Georgia Basto Alo ist, wie es heißt, derzeit in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Brasilia angestellt.
„Hoje sou funcionaria da embaixada da Alemanha, em Brasilia, por ser fluente no idioma e ter uma boa formacao.“

„Folha de Sao Paulo“ mit „Debatte“ über 25 Jahre nach dem Mauerfall: Leerer deutscher offizieller Diskurs, realitätsfern, ohne Faktenbasis, abgehoben, extrem verallgemeinernd. Nichts über tatsächliche Gründe des Mauerbaus, über brutale Deindustrialisierung Ostdeutschlands nach 1990, über Zerschlagung gewachsener soziokultureller Strukturen, Entvölkerungspolitik. Kuriose Reflektiererei über Deutschlands große Rolle im heutigen Europa – dem brasilianischen Publikum enthält man natürlich auch die Analysen von Peter Scholl-Latour vor: „Europa hat ja gar keine Außenpolitik. Europa vollzieht ja im Moment eine Unterwerfungspolitik gegenüber den USA, die es unter Helmut Kohl so nicht gegeben hätte und unter Schröder sowieso nicht. Ich weiß auch nicht, was Frau Merkel da vorhat, die dauernd als Predigerin von Demokratie und Freiheiten auftritt.“ Natürlich wird auch nicht daran erinnert, daß der US-Geheimdienst NSA selbst Angela Merkel abhört – was den Stand der Beziehungen zwischen Berlin und Washington symbolisiert.
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

Die Sprachregelungen des Kalten Krieges – wer deutsch war und wer nicht. ”Als beste deutsche Läuferin belegte Sigrid Smuda(München) den 18. Platz.”
„Im Naturschutz brachte die Wende einen Rückfall in die Steinzeit“: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/11/im-naturschutz-brachte-die-wende-einen-ruckfall-in-die-steinzeit-dr-michael-stubbe-universitat-halle-wende-ziele-wende-resultate-in-der-natur/
Zur sehr großen Zahl der für deutsche Mainstream-Journalisten und ihre brasilianischen Kollegen zum Mauerfall-Jubiläum verbotenen Themen gehören neben dem internationalen Agieren Willy Brandts auch die Facetten des Wirtschaftskriegs im Kalten Krieg – wie gravierend wirkte sich der „Schwindelkurs“ auf das soziale und wirtschaftliche Gefüge der DDR aus? Ein Thüringer 2013:“Der Schwindelkurs war Wahnsinn – mein Westberliner Verwandter konnte sich auf dem Ostberliner Weihnachtsmarkt für eine umgetauschte Westmark 20 Rostbratwürste kaufen!“ Viele westdeutsche Journalisten nutzten das vereinfachte Grenzkontrollverfahren, um auch während der Mauer-Zeit beinahe täglich kurz zum Einkaufen nach Ostberlin zu fahren und sich dort den Mercedes etc. mit stark subventionierten Lebensmitteln, darunter selbst Käse und Kartoffeln, vollzuladen. Soweit bekannt, darf über derartige Fakten und Zusammenhänge auch im Unterricht deutscher Schulen derzeit nicht gesprochen, diskutiert werden.
“ 50,000 Berliners – known as Grenzgängers – crossed each day to work in the West, receiving larger salaries, while living in subsidized housing, and not contributing to the Eastern economy. Yet that wasn’t the biggest loophole. Due to its power to purchase a wider range of consumer goods, theWestern Deutsche mark was worth four to six times as much as the Eastern Deutsche mark. But basic goods, intentionally subsidized within the Socialist economy, and the desirability of the Western currency made the difference even more noticeable. This meant that not only Grenzgängers but also ordinary West Berliners, could exchange their money on the black market, and easily shop for what seemed like ludicrously cheap Eastern goods, as long as they didn’t want to buy Adidas shoes, or Volkswagen cars.“(Russia today)
Die Hauptziele des Anschlusses von 1990 – Die Zeit zu Resultaten:
“ Noch heute gilt die Treuhandanstalt vielen Bürgern der neuen Länder, die sich erinnern können, als Hort kalter Kapitalisten aus dem Westen, die strikt nach betriebswirtschaftlichen Regeln über die Existenz von Unternehmen und Arbeitsplätzen entschieden und dabei die Industrie der ehemaligen DDR plattmachten…Eine effizient arbeitende Privatisierungsagentur, in der nach transparenten Kriterien entschieden wird, war die Treuhandanstalt nie. “ Die Zeit 2014
„Die Arbeitsplatzbilanz der Privatisierer hingegen mutet wenig imposant an. Von den vier Millionen Stellen in Treuhand-Unternehmen waren Ende 1994 allenfalls eineinhalb Millionen übriggeblieben: rund eine Million in privatisierten Firmen und gut 400.000 in separat verkauften Betriebsteilen, von der ehemaligen Maurerbrigade bis zum Kinderhort.“ Die Zeit zu den Methoden der Entvölkerungspolitik, des erzwungenen Fachkräfte-Transfers in Unternehmen Westdeutschlands, der Zerstörung gewachsener soziokultureller Strukturen.
Bemerkenswert ist, wie die umweltfreundliche Bahn-Kultur Ostdeutschlands zugunsten der Autoindustrie-Interessen u.a. durch absurde Preissteigerungen erheblich zerstört worden ist. Im Kontext des jüngsten Bahn-Streiks 2014 wird stets verschwiegen, welche barbarisch nutzerfeindliche Politik die Bahnbosse gerade in Ostdeutschland betrieben – der Mainstream verzichtet stets auf Preisvergleiche damals – heute. Auch die systematische Zerstörung der wunderschönen alten Bahnhöfe spricht Bände über Ziele und erreichte Resultate.