Auffällig ist, daß Brasiliens Nachbarländern, darunter Argentinien, deutlich höhere Wachstumsraten erzielen und Brasiliens hausgemachte Wirtschafts-und Sozialprobleme, darunter sehr niedrige Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, Deindustrialisierung sowie Niedrigstlöhne und rasch wachsende Slums, Elends-und Hungerprobleme, nicht haben…Unabhängige brasilianische Wirtschaftsexperten stellen diese Schwierigkeiten klar heraus.
In den großen Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) wächst die Wut über das Krisenmanagement der Euro-Zone. „Wir leiden alle unter dem schwachen Wachstum Europas“, sagte Brasiliens Finanzminister Guido Mantega dem Handelsblatt. Vor allem wegen der Krise in Europa sei Brasilien seit einem Jahr kaum gewachsen. Auch in China und Indien werde die Konjunktur ausgebremst.
Europa arbeite zwar an den richtigen Lösungen. Doch es dauere zu lange, bis alles anlaufe, kritisierte Mantega…
Mit Blick auf die Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) erklärte Mantega, die BRIC-Staaten seien bereit, Europa erneut mit Milliarden-Krediten zu helfen. Allerdings müssten dann die Europäer auch einwilligen, den Staaten mehr Einfluss im IWF zu geben.
„Derzeit findet eine gewisse Isolierung Europas statt, was die Krisenlösung erschwert“, sagte Mantega. Die Europäer seien zu wenig bereit, sich von anderen Regionen helfen zu lassen. „Die Reformen stecken fest, vor allem wegen der Europäer, die den Fonds im Moment eigentlich am dringendsten bräuchten“, sagte der brasilianische Finanzminister dem Blatt.