„Para ver Obama, só com documento e sem bolsa“. (Landesmedien)
http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/15/wo-barack-obama-in-rio-de-janeiro-vor-den-massen-redet/
Präsidentin Dilma Rousseff werde Obama sagen, daß Brasilien soziale Verbesserungen erreichte – und zudem den Respekt vor den Menschenrechten erwähnen, hieß es in der Landespresse. Indessen ist noch nicht bekannt, ob Obama klare Worte zur gravierenden Menschenrechtslage in Lateinamerikas größter Demokratie sprechen wird, u.a. zur Folter durch Staatsangestellte sowie zu den von Staatsangestellten geleiteten Todesschwadronen, Morden an Menschenrechtsaktivisten und zur Sklavenarbeit. Und ob Obama zudem den brasilianischen Bürgerrechtlern und Systemkritikern den Rücken stärken wird, die u.a. den Terror in den Slums von Rio anprangern. Cinelandia war in den letzten Jahrzehnten immer wieder Schauplatz von Protesten gegen die Politik der USA, erinnern die Landesmedien. Geplant sind offenbar Proteste gegen den Auftritt Obamas.

Protest in Cinelandia gegen Lulas Mensalao-Korruptionsskandal: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/23/anzeige-gegen-lula-wegen-unredlichkeit-im-amt-staatsanwaltin-beantragt-beschlagnahme-seines-besitzes-zusammenhang-mit-mensalao-skandal/
Rio de Janeiros Scheiterhaufen: http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/17/barack-obama-redet-in-scheiterhaufen-stadt-rio-de-janeiro-brasiliens-filmemacher-jose-padilha-thematisierte-rios-scheiterhaufen-in-filmen-von-zwei-berlinalen-kaum-reaktionen-aus-der-gutmenschenszen/
Brasilianische Protestsongs:
Paralamas do Sucesso: http://www.youtube.com/watch?v=sI4ZF2qEzpE
Bezerra da Silva: http://www.youtube.com/watch?v=8i69t5BI3KI
Legiao Urbana: http://www.youtube.com/watch?v=zy2-b8Ze90A&feature=fvwrel
Rita Lee: http://www.youtube.com/watch?v=XTPV8cJoqSU
Jorge Aragao: http://www.youtube.com/watch?v=XkvjkxERac4
Cazuza: http://www.youtube.com/watch?v=NkNv2BflaSU
Capital Inicial: http://www.youtube.com/watch?v=5xShbngQdaI
Titas: http://www.youtube.com/watch?v=0LXil87V6jQ
Biquini Cavadao: http://www.youtube.com/watch?v=lR4GeUpk-LE
Raul Seixas: https://www.youtube.com/watch?v=S2cWf8lrQAQ
Paulo Lins und Spielfilm „City of God“: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/09/20/paulo-lins-gesichter-brasiliens/
Bill Clinton und Mangueira: „Neben dem Slum liegt seit 1989 das sogenannte Olympische Dorf, trainieren brasilianische Athleten, aber auch Kinder von Mangueira, gesponsert von Staat und Privatfirmen. Das weltgrößte Fußballstadion liegt ganz nahe. Im Oktober 1997 kommt Bill Clinton zu einer Kurzvisite in die Vila Olimpica, von eigenen Spezialeinheiten wohlbeschützt. Die anwesenden Mangueirenser lachen sich halb tot: `Clintons Leute haben genau die gleichen Waffen wie unsere am Buraco Quente, alles Maschinenpistolen AR-15 des US-Heeres`. Die Markengleichheit ist ein gefundenes Fressen für die Karikaturisten. `Eine Unverschämtheit, daß die Präsidentenbewacher Waffen benutzen, die zum exklusiven Gebrauch durch Drogengangster bestimmt sind`, steht unter einer. Die neofeudalen Banditenmilizen schauen belustigt zu, wie direkt vor ihren Augen der Präsident des mächtigsten Landes der Welt seine PR-Show abzieht.“ (Picus-Reportagen, Wien, „Unter dem Zuckerhut. Brasilianische Abgründe“)
Fotoserie über Gewalt in Rio de Janeiro: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/05/brasiliens-zeitungen-eine-fundgrube-fur-medieninteressierte-kommunikations-und-kulturenforscher/
Nach anfänglich sehr plump-simplifizierender Berichterstattung(„Gaddafi bombardierte Stellungen…“) gemäß den bekannten banalen Manipulierungsmethoden der Personalisierung von Politik schwenken die brasilianischen Qualitätsmedien derzeit wieder auf seriösere Darstellung um und verlassen den weltweiten Mainstream. Konstatiert wird in Analysen, daß die brasilianische Regierung mit allem Schwergewicht auf eine gemeinsame Position der Schwellenländer zur Libyen-Krise hinarbeite. Während die USA und Großbritannien mit Militäraktionen drohten, zeigten die BRIC- und Ibas-Länder eine feste Position, um ein neues Irak zu verhindern, hieß es. Barack Obama müsse die öffentliche Meinung in den USA berücksichtigen, die keinen Krieg wolle – und müsse auch die Schwellenländer hören, vor allem China, doch auch Brasilien, Indien, Rußland und Südafrika mit ihrem wachsenden Gewicht nicht nur in der Wirtschaft. Aus Lateinamerikas führendem Industriellenverband FIESP in Sao Paulo hieß es exklusiv gegenüber dieser Website, Barack Obama besuche in den nächsten Tagen Brasilien, „weil er Ölimport-Alternativen sucht. Obama will die Öl-Abhängigkeit von Venezuela, Libyen und den anderen arabischen Ländern verringern – Brasil hat jene riesigen Ölvorräte.“ Insofern müsse Obama an sehr guten Beziehungen zu Brasilia gelegen sein.
Zeitungsausriß.
Auf dem UNO-Index für menschliche Entwicklung lag Libyen bis zum Beginn der Bombenangriffe auf dem 53. Platz, Brasilien abgeschlagen auf dem 73. Platz.“Ich kenne Libyen nicht.” Thomas Friedman, führender Libyenkrieg-Analyst der New York Times.
Weltsozialforum-Erfinder Oded Grajew: In Bezug auf den Libyen-Konflikt existiere derzeit Scheinheiligkeit. “Verschiedene Länder reden von Demokratie, aber unterstützen Diktaturen, die für sie günstig sind. Im Falle Libyens agieren diese Länder anders als im Falle Saudi-Arabiens und anderer Diktaturen in der Welt. Deshalb erscheinen Interventionen wie die der NATO ohne viel Legitimität. Denn man fragt sich, warum ist die NATO in Libyen und agiert nicht in anderen Ländern, wo es ähnliche Manifestationen gibt? Und dies stellt die Glaubwürdigkeit dieser jetzigen Aktionen der NATO in Zweifel. Wir von der Zivilgesellschaft verlangen Kohärenz in Bezug auf die Werte und die Demokratie – denn es gibt da nicht schlechtere und bessere Diktaturen. Wir in Lateinamerika wissen das sehr gut – denn Länder der Ersten Welt haben hier Militärdiktaturen unterstützt. Die entwickelten Länder mit militärischer und wirtschaftlicher Macht sollten in ihrem Diskurs kohärent sein.”
Brasiliens Landesmedien stellen die Warnung vor Slumbesuchen heraus, da Barack Obama offenbar eine Stippvisite in einer Vorzeige-Favela Rio de Janeiros machen will – nach dem Vorbild anderer Staatsmänner.
Barack Obamas Brasilienreise am 19. und 20. März steht unter günstigen Vorzeichen für die USA: Die nordamerikanischen Exporte nach Brasilien steigen ständig, von 2009 bis 2010 wuchs der Handelsüberschuß laut Statistiken um 89 Prozent. US-Multis haben in den vergangenen Jahren unter Lula-Rousseff ihre Position in der brasilianischen Wirtschaft u.a. durch Zukäufe deutlich verstärkt. Nordamerikanische Kultur ist in Brasilien außerordentlich populär – jeder neue Trend aus den USA wird gewöhnlich sofort übernommen.
„O Brasil é um dos mercados prioritários dos Estados Unidos dentro do pacote detalhado ontem pelo governo Barack Obama que visa dobrar as exportações em cinco anos. Com isso, o Brasil receberá atenção especial dos americanos para receber financiamentos, nas negociações para a abertura de mercados e nos esforços de promoção comercial.“(Valor economico)
Kostensenkende Sklavenarbeit: http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/14/sklavenarbeit-unter-lula-scharfe-kritik-der-uno/

Weihnachtsaktion 2008: http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/24/franziskaner-speisen-verelendete-sao-paulos-zu-weihnachten-schwarze-slumbewohnerin-in-der-warteschlange-vorm-franziskanerkloster-der-megacity/
Lateinamerikas teure Lebensmittel – Preissteigerungen um 40 Prozent in den letzten vier Jahren – Gefahr für Hungerbekämpfung: http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos–2
Franziskaner: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1421022/

As from 20th January next Barak Obama, the son of an African father and a North American mother, will occupy the presidential seat in the White House for at least four years.