http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/neue-zuercher-zeitung-die-taumelnde-tante-13323502.html
Ein dermaßen fairer und hochqualifizierter Umgang mit Autoren, Korrespondenten wie unter Christoph Mühlemann war in Deutschland oder Österreich nirgendwo in Medien anzutreffen. Nach Mühlemann bekamen Redakteure Oberhand, die u.a. scheinheilige politische Korrektheit ähnlich wie in deutschen Medien massiv in die Berichterstattung einführten.
„Dem aussenstehenden NZZ-Befürworter drängt sich daher ein fürchterlicher Verdacht auf: Kann es sein, dass die hochgelobte NZZ-Redaktion mittlerweile so schlecht geworden ist, dass sie sich gegen nachweislich herausragende und intelligente Journalisten wehrt? Sind die Ideologiedebatten nur Nebelpetarden? Die Schwachen verbünden sich gegen die Starken, damit sie weiter ungestört unter sich bleiben können? Wenn man sich vor Augen führt, wer in den letzten Jahren die NZZ verlassen und wer neu dazugestossen ist, dann bekommt man nicht zwingend den Eindruck, dass hier das Leistungsprinzip bis zum Exzess getrieben worden wäre.
Es passt ins Bild, dass das einst kantenreiche Blatt heute mit Ausnahmen einem leicht verdaulichen Mainstream huldigt, der wenig sagt, um überall gut anzukommen. «Links aus Unfähigkeit», nannte dies mit Blick auf andere Zeitungen einst der frühere NZZ-Auslandredaktor Christoph Mühlemann. Ideologie statt Intelligenz, Gesinnung statt Qualität: Wo das Mittelmass regiert, werden die Guten nicht mehr angestellt.“ Weltwoche