Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasiliens Kirche kritisiert geplantes Energieabkommen mit Deutschland. Appell an deutsche Kirchen, zu unmenschlichen Bedingungen bei Ethanolproduktion nicht zu schweigen, die deutsche Öffentlichkeit sachgerecht aufzuklären.

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Brasiliens katholische Kirche hat an die deutschen Kirchen appelliert, die Öffentlichkeit über die gravierenden Hintergründe des  bilateralen Energieabkommens aufzuklären und vor allem Menschenrechtsverletzungen sowie Umweltvernichtung in Brasilien anzuprangern. Wie der Generalsekretär der brasilianischen Migrantenseelsorge, Priester Antonio Garcia Peres, weiter erklärte, werde durch die Produktion von Ethanol-Treibstoff aus Zuckerrohr die Nahrungserzeugung in dem Tropenland stark reduziert, verteuerten sich die Lebensmittel. Durch zunehmende Ethanolexporte nach Deutschland und in andere europäische Länder würde diese negative Entwicklung weiter forciert.
Die deutschen Kirchen dürften dazu nicht schweigen und auch nicht mithelfen, derartige Zustände zu verstecken, zu verschleiern – sondern müßten ganz im Sinne von Jesus Christus klar Position beziehen.
Dazu gehöre auch, angesichts der unmenschlichen Zustände in der Zuckerrohr-und Ethanolbranche Brasiliens eine Humanisierung der Arbeitsbedingungen zu fordern.

Vor dem Hintergrund der Nahrungskrise müßten die Kirchen ein weltweites Netz der Solidarität knüpfen und auf die Einhaltung der Menschenrechte dringen. Bei der Ethanolerzeugung würden weder soziale noch ökologische Nachhaltigkeitskriterien erfüllt, was man der deutschen Öffentlichkeit verdeutlichen müsse. Die brasilianische Regierung habe dem Auslandskapital besonders in der Ethanolbranche die Türen weit geöffnet – auch deutsche Anleger investierten wie nie zuvor. Jene Investoren,  so Peres, die bereits Milliarden Euro in die brasilianische Ethanolherstellung gesteckt hätten, dürften indessen nicht nur auf rasche Rekordprofite schauen, sondern sollten bei der Respektierung von Menschenrechtsnormen ein Beispiel geben. „Mit Menschenleben darf man nicht spielen – die Investoren sollten sich nicht zu Komplizen unerträglicher Zustände machen.“ Gerade im wirtschaftlich wichtigsten Teilstaate Sao Paulo, dessen Böden zu den fruchtbarsten der Erde zählten, seien die früher üblichen Kulturen von wichtigen Grundnahrungsmitteln bereits massiv durch die umweltschädliche Monokultur Zuckerrohr verdrängt worden. „Bislang hatten wir hier ein Meer von Zuckerrohr – jetzt sollte man eher von einem Ozean sprechen. Große Viehzüchter des Teilstaates verpachten die Weideflächen für den Zuckerrohranbau, ziehen mit ihren riesigen Rinderherden nach Amazonien, so daß dort Urwald zerstört wird.“

Dieser Beitrag wurde am Montag, 05. Mai 2008 um 18:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Naturschutz, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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