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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; UmweltzerstÃ¶rung</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>&#8222;Zudem ist mit umfangreichen Importen von Bio-Ethanol aus Brasilien zu rechnen.&#8220; Deutsches Umweltministerium. Leider keine Regierungsangaben zur umweltfeindlichen Ethanolproduktion in Brasilien zu finden. Grüne Woche Berlin. E 10 und Hintergründe. Jürgen Trittin und der &#8222;Biosprit&#8220;.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/zudem-ist-mit-umfangreichen-importen-von-bio-ethanol-aus-brasilien-zu-rechnen-deutsches-umweltministerium-leider-keine-angaben-zur-umweltfeindlichen-ethanolproduktion-in-brasilien-zu-finden/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 17:38:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[SOS Mata Atlantica]]></category>
		<category><![CDATA[UmweltzerstÃ¶rung]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www.bmu.de/verkehr/herausforderung_verkehr_umwelt/doc/40767.php Bislang ist völlig ungeklärt, wie in Brasilien die enormen, durch die Zucker-und Ethanolproduktion in den letzten Jahrzehnten verursachten gigantischen Umweltschäden rückgängig gemacht werden sollen, wie all die vernichteten Tierarten &#8211;  teils lebendig verbrannt oder durch Agrargifte umgekommen &#8211;  der Natur zurückgegeben werden. Über entsprechende politische Positionen von deutscher Seite ist bisher nichts bekannt. E 10:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/16/e-10-und-reaktionen-misereor-begrust-vorstos-niebels-hunger-menschenrechte-erfolgreiche-neue-rechte/ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bmu.de/verkehr/herausforderung_verkehr_umwelt/doc/40767.php">http://www.bmu.de/verkehr/herausforderung_verkehr_umwelt/doc/40767.php</a></p>
<p><strong>Bislang ist völlig ungeklärt, wie in Brasilien die enormen, durch die Zucker-und Ethanolproduktion in den letzten Jahrzehnten verursachten gigantischen Umweltschäden rückgängig gemacht werden sollen, wie all die vernichteten Tierarten &#8211;  teils lebendig verbrannt oder durch Agrargifte umgekommen &#8211;  der Natur zurückgegeben werden. Über entsprechende politische Positionen von deutscher Seite ist bisher nichts bekannt. </strong></p>
<p><strong>E 10: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/16/e-10-und-reaktionen-misereor-begrust-vorstos-niebels-hunger-menschenrechte-erfolgreiche-neue-rechte/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/16/e-10-und-reaktionen-misereor-begrust-vorstos-niebels-hunger-menschenrechte-erfolgreiche-neue-rechte/</strong></a></p>
<p><strong>Trittin-Rede zu “Biosprit”: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/23/jurgen-trittin-und-der-biosprit-rede-im-wortlaut/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/23/jurgen-trittin-und-der-biosprit-rede-im-wortlaut/</strong></a></p>
<p><strong>Deutschlands zuständigen Politikern war von Anfang an die Faktenlage  zur &#8222;Biosprit&#8220;-Erzeugung Brasiliens bis ins letzte Detail, darunter den  verheerenden Plantagenbränden, bestens bekannt.  </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/05/viradanackte4.jpg" alt="viradanackte4.jpg" /></p>
<p>Öko-Protest in Sao Paulo.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/e-10-mehr-bio-im-benzin-deutsches-umweltministerium-in-berlin-uber-ethanol/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/e-10-mehr-bio-im-benzin-deutsches-umweltministerium-in-berlin-uber-ethanol/</a></p>
<p><strong>Brasilianische Umweltstiftung &#8222;SOS Mata Atlantica&#8220;:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/dieser-weltmarkt-heute-will-garnicht-wissen-ob-das-zuckerrohr-von-sklavenarbeitern-geerntet-wurde-ob-man-die-plantagen-umweltfeindlich-abfackelte-mario-mantovani-prasident-der-renommierten-umw/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/dieser-weltmarkt-heute-will-garnicht-wissen-ob-das-zuckerrohr-von-sklavenarbeitern-geerntet-wurde-ob-man-die-plantagen-umweltfeindlich-abfackelte-mario-mantovani-prasident-der-renommierten-umw/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/fian-agrartreibstoffe-gefahrden-recht-auf-nahrung-zur-markteinfuhrung-des-benzins-e-10-in-deutschland-wer-ethanol-tankt-kippt-sich-blut-in-den-tank/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/fian-agrartreibstoffe-gefahrden-recht-auf-nahrung-zur-markteinfuhrung-des-benzins-e-10-in-deutschland-wer-ethanol-tankt-kippt-sich-blut-in-den-tank/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/01/canabrand4.JPG" alt="canabrand4.JPG" /></p>
<p><strong>Was heute als &#8222;Bio&#8220; gilt: Extrem umweltfeindliche Ethanolgewinnung aus Zuckerrohr in Brasilien.</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/25/wer-ethanol-tankt-kippt-sich-blut-in-den-tank-brasilianischer-pater-tiago-im-spiegel-grune-woche-berlin-und-lateinamerikas-agrobusiness-propaganda/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/25/wer-ethanol-tankt-kippt-sich-blut-in-den-tank-brasilianischer-pater-tiago-im-spiegel-grune-woche-berlin-und-lateinamerikas-agrobusiness-propaganda/</a></p>
<p><strong>“Dioxin zählt zu den Emissionen beim Abbrennen der Zuckerrohrplantagen vor der Ernte. Seit der Kolonialzeit, seit 1500 gehört das Abbrennen zur Zuckerrohrwirtschaft und wird als völlig normal betrachtet. Alle möglichen Vorteile der Produktion des Ethanoltreibstoffs werden allein durch das Abbrennen aufgehoben. Man braucht nur auf den Ausstoß an klimaschädlichem Kohlenmonoxid zu schauen &#8211; all dies ist gravierend…Die Gesundheitsposten in Städten bei Sao Paulo  voll von Leuten, die wegen der gelegten Plantagenbrände Sauerstoff-Behandlungen machen müssen, schwere Atemprobleme haben. Und die Tiere in diesen Regionen können vor den Bränden nicht flüchten &#8211; die verbrennen alle lebendig! Der brasilianische Staat dürfte das nicht auch noch finanzieren, ausgerechnet diese Unternehmen mit Geldern ausstatten! Sogar die Entwicklungsbank der Regierung gibt solchen Abfackel-Firmen viele Mittel!” Mario Mantovani, Präsident der renommierten Umweltstiftung &#8222;SOS Mata Atlantica im Website-Interview.</strong></p>
<p><strong>“Biosprit” und die Selbstverbrennung von Francelmo </strong></p>
<p><span id="more-8345"></span></p>
<p><strong>2005 verbrennt sich Francisco Anselmo de Barros, genannt   Francelmo, selbst, um ein Zeichen gegen die immer brutalere Umwelt-und   Naturvernichtung in Brasilien zu setzen. Francelmo ist einer der   wichtigsten, bekanntesten Umweltaktivisten des Tropenlandes. Direkter   Anlaß seines Protests ist die Ausweitung der Ethanolproduktion auf   Kosten der Natur.Unter der Lula-Regierung erklärt Francelmo, „in  Umweltfragen  werden wir heute hintergangen durch Interessen schlechter  Politiker,  schlechter Unternehmer. In Bezug auf Brasilien sehen wir,  wie das Schiff  untergeht – doch niemand sagt etwas dagegen. In den  Süden werden  genmanipulierte Pflanzen eingeschmuggelt – und die  Regierung unterstützt  das. Brandrodungen in Amazonien – die Regierung  ist unempfindlich,  gleichmütig.  Es gibt Leute mit Landbesitz so groß  wie ein Teilstaat –  und es gibt die Landlosen. Der Rio Sao Francisco  wird umgeleitet, statt  ihn zu revitalisieren.“</strong><strong> Brasiliens  Umweltministerin  Marina Silva gehört einer großen Wunderheilersekte an  – die Resultate  von Silvas Politik sieht, spürt man in Amazonien  genauso wie in Sao  Paulo. </strong><strong>Europäische Alibi-Umwelt-und   Menschenrechtsorganisationen, die der Öffentlichkeit vorgaukeln  sollen,  daß sich jemand für Natur und Bürgerrechte engagiert, belassen  es wie im  Falle der Selbstverbrennung Francelmos gewöhnlich bei  Alibi-Erklärungen  – echte, wirksame Aktionen werden, weil unerwünscht,  unterlassen. Wie  es um Deutschlands Natur, die biologische Vielfalt,  die Artenentwicklung  und den Schutz der Landschaften dank des  „Engagements“ dieser teils  hoch gesponserten Alibi-Organisationen  steht, zeigen die Fakten  überdeutlich. </strong><strong>Und daher ist  auch Francelmo in Europa so  gut wie unbekannt, wird sein Name, sein  Protest in der Diskussion um  „Todes-Sprit“ (Frei Betto) nur selten  erwähnt. „Menschen ernähren, nicht  Autos“, fordern hunderte  Umweltgruppen Lateinamerikas, zudem einen  EU-Verzicht auf  Agrotreibstoffe wie Ethanol.  Doch Wirtschaftsinteressen  von  Minoritäten setzen sich durch – mehr Autos, mehr Agrotreibstoffe  statt  Schutz von Umwelt und Gesundheit.</strong></p>
<p><strong>Francelmo setzte sich auch für den bedrohten Nordost-Strom   Rio Sao Francisco ein – 2005, im Jahr der Selbstverbrennung, startet   dort Bischof Luiz Flavio Cappio seinen ersten Hungerstreik gegen jenes   gigantische Umleitungsprojekt der Regierung.</strong></p>
<p><a href="http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/45317.php">http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/45317.php</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/25/grune-woche-in-berlin-und-skrupellose-naturvernichtung-in-stark-vertretenen-agrarexporstaaten-wie-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/25/grune-woche-in-berlin-und-skrupellose-naturvernichtung-in-stark-vertretenen-agrarexporstaaten-wie-brasilien/</a></p>
<p><a href="http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/41446.php">http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/41446.php</a></p>
<p><strong>Was brennt denn da in Brasilien?</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/22/was-brennt-denn-da-in-brasilien-was-an-bioethanol-so-bio-ist-dioxin-in-rauhen-mengen-freigesetzt-doch-propaganda-fur-den-import-extrem-umweltfeindlich-erzeugten-agrotreibstoffs-sogar-in-deu/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/22/was-brennt-denn-da-in-brasilien-was-an-bioethanol-so-bio-ist-dioxin-in-rauhen-mengen-freigesetzt-doch-propaganda-fur-den-import-extrem-umweltfeindlich-erzeugten-agrotreibstoffs-sogar-in-deu/</a></p>
<p><strong>Brasiliens Kirche und Ethanol:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/17/ethanol-treibstoffproduktion-aus-zuckerrohr-zerstort-amazonien-verletzt-menschenrechte-gravierend-neues-dossier-der-bischoflichen-bodenpastoralcpt-und-rede-social/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/17/ethanol-treibstoffproduktion-aus-zuckerrohr-zerstort-amazonien-verletzt-menschenrechte-gravierend-neues-dossier-der-bischoflichen-bodenpastoralcpt-und-rede-social/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/05/brasilien-auf-uno-index-fur-menschliche-entwicklung-jetzt-platz-75-hinter-argentinien-chile-und-kuba/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/01/atherino2009.jpg" alt="atherino2009.jpg" /></p>
<p>Márcio Atherino.</p>
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<p>Brasiliens Kirche appelliert an Europas Christen: Schweigt nicht zu diesen Zuständen hier. Hintergrund von 2008</p>
<p>Sklavenarbeit, Umweltvernichtung, teure Nahrungsmittel und Misere in Brasilien – für volle Auto-Tanks in europäischen Staaten wie Deutschland? Die katholische Kirche des Tropenlandes hat jetzt an die deutschen Gläubigen appelliert, zu den unmenschlichen Bedingungen bei der Erzeugung des Kraftstoffs Ethanol aus Zuckerrohr nicht zu schweigen. Padre Antonio Garcia Peres, Generalsekretär der brasilianischen Wanderarbeiter-Seelsorge, sagte, die deutschen Kirchen müßten die Öffentlichkeit über die gravierenden Hintergründe und Folgen der Ethanolproduktion aufklären, vor allem brutale Menschenrechtsverletzungen  sowie Umweltzerstörung anprangern. Padre Peres lebt, arbeitet seit vielen Jahren nahe der Wirtschaftsmetropole Sao Paulo mitten in einer traditionellen Landwirtschaftsregion. „Die Böden im Teilstaat Sao Paulo zählen zu den fruchtbarsten der Erde – deshalb wurden hier früher alle wichtigen Grundnahrungsmittel, von Bohnen bis Reis, Getreide aller Art, angebaut. Wenn ich mich jetzt umschaue – ein wahrer Ozean von Zuckerrohr zur Ethanolerzeugung. Es ist der reine Wahnsinn – pure Geld-und Profitgier hat diesen absolut verrückten Ethanolboom ausgelöst, das muß man entlarven!“ Durch die Ethanolproduktion werde die Nahrungserzeugung stark reduziert, erhöhten sich die Lebensmittelpreise. In Sao Paulo, Brasiliens größter Stadt, seien schwarze Bohnen, ein wichtiges, sehr nährstoffhaltiges Grundnahrungsmittel im Lande, in den letzten zwölf Monaten um 168 Prozent verteuert worden. Mit  zunehmenden Ethanolexporten  auch nach Deutschland  werde all diese negative Entwicklung weiter forciert.</p>
<p>Ist das die einsame Position eines Provinzpadres, der die Welt, die neuen Zeiten nicht mehr versteht? Schließlich rühmt auch Deutschlands Wirtschaft jenes Ethanol als „Biosprit“, als sauber, umweltfreundlich, fortschrittlich. Padre Peres ist längst gefragter Experte, reist häufig in europäische Länder, wird von Nichtregierungsorganisationen ebenso wie von der UNO regelmäßig konsultiert. Nicht zufällig nennt diese die Erzeugung von Agro-Treibstoffen sogar „ein Verbrechen gegen die Menschheit“ – Lateinamerika werde ebenfalls von der neuen, weltweiten Hunger-und Nahrungsmittelkrise erfaßt.  Padre Peres hat die gesamte Bischofskonferenz Brasiliens hinter sich, arbeitet eng mit kirchlichen, nicht-kirchlichen Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten zusammen. Und beruft sich stets auf Jesus Christus: „Er hat uns gelehrt, brüderlich zu handeln, für christliche Werte zu kämpfen. Kirche darf nicht heißen, nur Gottesdienste zu zelebrieren, eine leere Spiritualität zu predigen. Echter Glaube zeigt sich in der täglichen Praxis! Deshalb darf die Kirche jetzt Jesus Christus nicht verraten, darf nicht mithelfen, diese unerträglichen Zustände zu verstecken oder zu bemänteln, sondern muß ganz im Sinne von Jesus klar Position beziehen, muß informieren und hinterfragen, hat dort in Deutschland jetzt eine ganz wichtige Rolle.“ Vor dem Hintergrund der Nahrungskrise müßten die Kirchen zudem ein weltweites Netz der Solidarität knüpfen, auf die Einhaltung der Menschenrechte dringen. „Die Wohnlager der Zuckerrohrarbeiter erinnern mich an deutsche KZs – nur durch abstoßendes, inhumanes Sozialdumping sind brasilianisches Ethanol, brasilianischer Zucker auf dem Weltmarkt so billig!“</p>
<p>Padre Peres beobachtet, wie nicht nur im Teilstaate Sao Paulo mit seinen deutschen Auto-Multis von VW bis Mercedes-Benz europäische, darunter deutsche Investoren Milliarden Euro in die Ethanolerzeugung stecken. „Pflegt man in Deutschland nicht diesen wunderschönen Diskurs von der sozialen Verpflichtung des Eigentums, vom Wert des human factor – vergißt das aber in Brasilien?“, fragt er ironisch. Und richtet auch an die Investoren einen Appell:“Sie dürfen nicht nur auf rasche Superprofite schauen, sondern müssen hier beim Respektieren von Menschenrechtsnormen und Sozialstandards ein Beispiel geben! Mit Menschenleben darf man nicht spielen – Investoren sollten sich nicht zu Komplizen skandalöser Zustände machen!“</p>
<p>Brasilien ist die zehntgrößte Wirtschaftsnation, Sao Paulo ihr reichster , ökonomisch führender Teilstaat. „Und dennoch verdeckte Sklaverei, viele Arbeiter sterben vor Erschöpfung!“ Kaum zu fassen, aber Zuckerrohrarbeiter auf den endlosen Plantagen verdienen monatlich allerhöchstens umgerechnet etwa 300 Euro. Wer als Zuckerrohrschneider mit dem schweren Haumesser pro Tag nicht mindestens acht Tonnen schafft, fliegt raus. Immer mehr Arbeiter nehmen deshalb harte Drogen wie Crack, um durchzuhalten, die körperlichen Schmerzen zu ertragen. „Das sind bitterarme, häufig schlecht ernährte Wanderarbeiter aus dem tausende Kilometer entfernten Nordosten – man braucht sich nur vorzustellen, wie die am Ende des Arbeitstages aussehen – fix und fertig!“ Unter den Zuckerrohrplantagen liegt das bis Argentinien reichende, weltgrößte Süßwasservorkommen. „Das wird durch den massiven Pestizideinsatz kontaminiert.“</p>
<p>Über dreitausend Kilometer von Padre Peres entfernt, fordert in Amazonien der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler sogar einen Stopp für weitere Zuckerrohrplantagen, kritisiert den Ethanolboom ebenfalls scharf. „Wer im Weg ist, wird erschossen“, sagt Kräutler zu den vielen Morden an Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten, die sich den Vernichtern der Schöpfung in den Weg stellten. Der Bischof selbst überlebte Attentate, ist von Mord bedroht, wird rund um die Uhr durch Polizisten bewacht. Daß man in Europa meist so gleichgültig gegenüber den Zuständen in Lateinamerika ist, erbittert ihn. „Es ist kurzsichtig zu sagen, damit habe ich nichts zu tun! Wir sind in einer einzigen Welt. Wir tragen auch Verantwortung für andere Teile der Welt und die Menschen, die dort leben. Gerechtigkeit heißt, daß wir uns gerade für diese Völker, die heute im Abseits stehen, einsetzen – und das ist auch Aufgabe der Kirche. Profitgier zerstört Amazonien!“</p>
<p>Aber was stimmt denn nun? Deutsche Politiker, deutsche Wirtschaftsexperten sagen doch immer, die Ethanolproduktion schädige Brasiliens Regenwälder nicht, in Amazonien wachse gar kein Zuckerrohr, nur viel weiter südlich – und Brasiliens Staatschef Lula sagt das auch. Der französische Menschenrechtsanwalt und Franziskaner Xavier Plassat, der in Brasilien die Anti-Sklaverei-Aktionen der Bischofskonferenz leitet, widerspricht  diesen „Experten“ und auch Lula:“Das ist die Unwahrheit. Lula sagte all dies in Europa just an dem Tag, als auf einer Zuckerrohrplantage in Amazonien über eintausend Sklavenarbeiter befreit worden sind! Ein alter Hut, daß in vier Amazonas-Teilstaaten seit Jahren Zuckerrohr angebaut wird!“</p>
<p>Moment mal: Sagen nicht Lula, seine zu einer Wunderheilersekte zählende Umweltministerin Marina Silva, zudem europäische Politiker nicht immer, Ethanol-Treibstoff werde nachhaltig erzeugt, europäische Nachhaltigkeitskriterien für den Ethanol-Import würden bereits erfüllt? „Allein der massive Einsatz von Sklavenarbeitern bei der Ethanolerzeugung beweist, daß von Nachhaltigkeit keine Rede sein kann“, betont Padre Antonio Canuto, Generalsekretär der bischöflichen Landpastoral (CPT). „Wenn unsere Ministerin Marina Silva der deutschen Seite erklärt, daß die Ethanolproduktion weder zu Lasten des Regenwaldes noch der Nahrungserzeugung gehe, sagt sie nicht die Wahrheit!“ Roberto Malvezzi, Umweltexperte der Bischofskonferenz und Misereor-Partner, ist gerade von einer Vortragsreise durch Deutschland zurückgekehrt, stimmt im Interview Padre Canuto zu, weist auf die grauenhafte Ausbeutung ungezählter Sklavenarbeiter. „Der Zuckerrohranbau zerstört nicht nur Amazonien, sondern auch unsere wertvollen Savannenregionen und das Pantanal!“ In dieses tierreichste Feuchtgebiet der Erde reisen auch viele europäische Touristen – manche bemerken, wie man auch das zerstört. Dort hatte sich bereits 2005 der bekannte brasilianische Umweltaktivist Francisco Barros aus Protest gegen die forcierte naturvernichtende Ethanolproduktion selbst verbrannt.</p>
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		<title>Brasiliens Biologe Mario Moscatelli über Umweltzerstörung unter Lula am Beispiel Rio de Janeiros. (&#8222;Nine most horrible places in the world&#8220;)</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 12:46:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8222;Em 1997, o biólogo Mário Moscatelli, então com 32 anos, resolveu empreender um projeto de monitoração de áreas verdes na Região Metropolitana e no Litoral Sul do estado do Rio de Janeiro. O objetivo do Projeto Olho Verde era fazer sobrevoos para tirar fotos aéreas, de modo a acompanhar a degradação de matas, encostas, mangues, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Em 1997, o biólogo Mário Moscatelli, então com 32 anos, resolveu empreender um projeto de monitoração de áreas verdes na Região Metropolitana e no Litoral Sul do estado do Rio de Janeiro. O objetivo do Projeto Olho Verde era fazer sobrevoos para tirar fotos aéreas, de modo a acompanhar a degradação de matas, encostas, mangues, rios, lagoas e baías. Para a desolação do biólogo, desde o começo as imagens não eram nada animadoras. &#8222;Não tem foto bonita desde o primeiro voo. Entra ano, sai ano, só vejo degradação&#8220;, afirma.</strong><strong>Passados 14 anos, Moscatelli está pessimista com o futuro do meio ambiente que os dois filhos pequenos vão desfrutar. &#8222;Infelizmente, falta muito para os gestores públicos e, principalmente, a sociedade entenderem que estamos cavando nossa própria sepultura&#8220; (O Globo)</strong>  <a href="http://g1.globo.com/rio-de-janeiro/noticia/2010/06/projeto-de-biologo-mostra-degradacao-do-meio-ambiente-no-rio.html">http://g1.globo.com/rio-de-janeiro/noticia/2010/06/projeto-de-biologo-mostra-degradacao-do-meio-ambiente-no-rio.html</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-indianer-verpachten-stammesgebiete-an-grosgrundbesitzer-und-viehzuchter-justiz-verbot-dies-jetzt-auf-weltgroster-flusinsel-ilha-do-bananal/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-indianer-verpachten-stammesgebiete-an-grosgrundbesitzer-und-viehzuchter-justiz-verbot-dies-jetzt-auf-weltgroster-flusinsel-ilha-do-bananal/</a></p>
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		<item>
		<title>Brasilien: &#8222;Daß dieser Boom auf Kosten des Amazonas-Regenwaldes geht,halten die Experten für ausgeschlossen&#8220;. Das &#8222;Handelsblatt&#8220; über eine &#8222;Experten&#8220;-Diskussion über Zuckerrohr-Ethanol am Rande der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in Köln.</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2008 12:31:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[http://www.handelsblatt.com/technologie/energie_technik/verdient-brasiliens-biosprit-das-oeko-siegel;2029666;0 &#8222;Biosprit ist nicht gleich Biosprit – und wenn es nachhaltige Biokraftstoffe gibt, dann kommen sie vor allem aus Brasilien. Das sind die Kernaussagen des Handelsblatt-Roundtable zum Thema „Bioethanol“ am Rande der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in Köln.&#8220;  „Es ist völlig unstrittig, dass Zuckerrohr die am besten geeignete Pflanze zur Produktion von Biotreibstoffen ist“, sagte Stephan Reimelt, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/energie_technik/verdient-brasiliens-biosprit-das-oeko-siegel;2029666;0">http://www.handelsblatt.com/technologie/energie_technik/verdient-brasiliens-biosprit-das-oeko-siegel;2029666;0</a></p>
<p><strong>&#8222;Biosprit ist nicht gleich Biosprit – und wenn es nachhaltige  Biokraftstoffe gibt, dann kommen sie vor allem aus Brasilien. Das sind  die Kernaussagen des Handelsblatt-Roundtable zum Thema „Bioethanol“ am  Rande der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage in Köln.&#8220;</strong></p>
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<p><strong> „Es ist völlig unstrittig, dass Zuckerrohr die am besten geeignete Pflanze zur Produktion von Biotreibstoffen ist“, sagte Stephan Reimelt, Vorstand des Essener Industriedienstleisters MAN Ferrostaal. Norbert Schmitz, Partner der Wiesbadener Unternehmensberatung Méo Consulting, fasst die Debatte um die umstrittenen Biokraftstoffe so zusammen: „Fragt man, mit welcher Pflanze sich derzeit am nachhaltigsten Energie produzieren lässt, dann ist das Zuckerrohr; fragt man, in welchem Land sich am besten produzieren lässt, dann ist das Brasilien, und fragt man, wer bei der Herstellung von Ethanol die beste Technologie hat, dann ist das ebenfalls Brasilien“.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Selbst Astrid Klug, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, betont, dass Brasilien es viel leichter falle, die Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen als andere Länder. „Brasiliens Bioethanol ist viel nachhaltiger als etwa Palmöl aus Indonesien“, sagte Klug&#8230;</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Dass dieser Boom auf Kosten des Amazonas-Regenwaldes geht, halten die Experten für ausgeschlossen. „Im Amazonas Zucker anzubauen, ist schon aus rein ökonomischen Gründen sinnlos“, sagt Gross. „Die Zuckerrohrplantagen sind mehr als 2 000 km vom Regenwald entfernt“, bestätigt Reimelt. Es gebe mehr als 100 Mill. Hektar landwirtschaftlich nutzbare Fläche, die noch brach liege. Auch das Argument, dass die Viehwirtschaft immer weiter an das Amazonas-Gebiet gedrängt werde, ziehe daher nicht.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Vor diesem Hintergrund bestreiten Reimelt auch einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Biosprit und den teuren Nahrungsmitteln. „Energiepflanzen für Biotreibstoffe beanspruchen weltweit nicht mehr als ein Prozent der Ackerfläche“. Die hohen Lebensmittelpreise hätten andere Ursachen, etwa die hohe Nachfrage aus den Schwellenländern.</strong></p>
<p><strong>Zuckerrohranbau in Amazonien &#8211; das Beispiel Presidente Figueiredo:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/09/coca-cola-in-amazonien-und-die-zuckerrohrfarm-ohne-umweltlizenz-coca-cola-bedroht-amazonaswald-zuckerrohr-und-sklavenarbeit-xavier-plassat/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/09/coca-cola-in-amazonien-und-die-zuckerrohrfarm-ohne-umweltlizenz-coca-cola-bedroht-amazonaswald-zuckerrohr-und-sklavenarbeit-xavier-plassat/</strong></a></p>
<p><span id="more-792"></span></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/26/deutsch-brasilianische-wirtschaftstage-in-koln-und-die-ethanolproblematik-brasilias-sicht-contra-umweltschutzerposition/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/08/26/deutsch-brasilianische-wirtschaftstage-in-koln-und-die-ethanolproblematik-brasilias-sicht-contra-umweltschutzerposition/</a></p>
<p><strong>Frei Betto und Ethanol</strong>: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/19/aus-aktuellem-anlas-der-bundestagsanhorung-uber-biomasse-eine-neue-analyse-des-brasilianischen-befreiungstheologen-und-dominikaners-frei-bettobiotreibstoff-ist-todes-sprit/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/19/aus-aktuellem-anlas-der-bundestagsanhorung-uber-biomasse-eine-neue-analyse-des-brasilianischen-befreiungstheologen-und-dominikaners-frei-bettobiotreibstoff-ist-todes-sprit/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/26/wieder-ein-brasilianischer-umweltaktivist-ermordet-wieder-totales-desinteresse-in-europa/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/26/wieder-ein-brasilianischer-umweltaktivist-ermordet-wieder-totales-desinteresse-in-europa/</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Aus aktuellem Anlaß &#8211; der Bundestagsanhörung über &#8222;Biomasse&#8220; &#8211; eine neue Analyse des brasilianischen Befreiungstheologen und Dominikaners Frei Betto(&#8222;Biotreibstoff&#8220; ist Todes-Sprit) Langtext.</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Feb 2008 14:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[AMAZONIA[1] , AN ECOCIDE FORESEEN Frei Betto* ”There is no sugar cane growing in Amazonia. We do not know of any such project in that region either recently or already established affirmed Reinhold Stephanes, the Minister for Agriculture, as he responded to the official rumour that sugar cane plantations are being kept a distance away [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>AMAZONIA[1] , AN ECOCIDE FORESEEN</strong><strong> Frei Betto* ”There is no sugar cane growing in Amazonia. We do not know of any such project in that region either recently or already established affirmed Reinhold Stephanes, the Minister for Agriculture, as he responded to the official rumour that sugar cane plantations are being kept a distance away from the forest. (O Globo 29th July 2007) Official data reveals that the planting of sugar cane advances through Amazonia in spite of the federal government™s denial.</strong><span id="more-121"></span><strong>Sugar alcohol projects in Acre, Maranháo, ParÃ¡ and Tocantins are experiencing increased expansion. The region not only is fertile, it is also competitive. Â Lula was mistaken when he affirmed that sugar cane ”is a long way away from Amazonia</strong>.<strong>According to a survey by the Companhia Nacional de Abastecimento (National Supply Co.) “ CONAB, linked to the Ministry of Agriculture &#8211; the cane harvest in Amazonia Legal “ which includes the states of Amazonas, Maranháo, Mato Grosso, ParÃ¡ and Tocantins “ increased from 17.6 million tons to 19.3 million tons during 2007/2008.</strong><strong>Sugar cane cultivation in the Amazon also attracts foreign investors. The US pensioners™ Cooper Fund (investments) is now a member of the TG Agro Industrial Costa Pinto which produces alcohol in Aldeias Altas in Maranháo. In the municipality of Campestre in Maranháo, businessman Celso Izar of Maity Bioenergia is negotiating four projects with foreign investors each one having a budget of US$130 million, to produce 1.2 million tons of cane. The company produces a million tons at present. Â </strong><strong>Greenpeace believes that the government is not capable of putting the prohibition of sugar cane planting in Amazonia into effect. Even with laws that prohibit it, how will the government be able to keep control? Prohibiting is not enough, it is necessary to inhibit planting. It would be much more efficient if the government were to put into effect what President Lula had considered: closing the tap on public banks to investors and stopping them from releasing funds. This would be the only way to stop new projects.</strong><strong>Another serious problem in the Amazon region is the illegal extraction of hardwood such as ipÃª, cedar, freijÃ³, angelim, jatobÃ¡ (all native to Brazil). Every day, 3.500 lorries circulate within the forest transporting illegal timber. Due to the world shortage the price per cubic metre paid by the loggers to the landowners for the timber extracted is on average R$25.00. Â Â It is then sawed into boards or square blocks and exported.</strong><strong>This hardwood is sold in Europe by local merchants to the furniture industry or to ordinary consumers at a price equivalent to R$3200.00 the cubic metre. A difference of 1280%!! Brazil is the second largest exporter of timber in the world, after Indonesia.</strong><strong>During the past 37 years, since the dictatorship put the race towards Amazonia into effect, 70 million hectares have been deforested of which 78% are today taken up by 80 million head of cattle. However, Brazil profited only US$2.8 billion from the exported timber. This is less than what Embraer, the aircraft manufacturers, export in one year.</strong><strong>Cattle raisers cut down the trees in order to plant grass. The major beef producers Â are precisely in the ParÃ¡ municipalities where most of the deforestation takes place such as Sáo Félix do Xingu, Conceiçáo do Araguaia, MarabÃ¡, Redençáo, Cumaru do Norte, OurilÃ¢ndia and Palestina do ParÃ¡. An interesting fact is that 62% of cases of slave labour occur on cattle ranches.</strong></p>
<p><strong> </strong>Large companies which possess vast tracts of land in Amazonia Legal cut down trees and plant eucalyptus which is transformed into charcoal for the region™s steel mills. They cut down the world™s richest tropical forest in biodiversity and plant the monoculture of eucalyptus which has no vegetal biodiversity at all and transform it into charcoal which increases global warming. As the companies grow, the nation is left with the onus of environmental degradation.</p>
<p>Amazonia is the victim of ecocide for the sake of capital gain. If society does not exert pressure and the government does not act, there will be a future Sahara in Amazonia, with serious consequences for humanity™s and the Earth™s survival.</p>
<p>*Frei Betto is a writer, author of ”CalendÃ¡rio do Poder (The Calendar of Power) (Rocco).</p>
<p>[1] &lt;#_ftnref1&gt; Â <u>AmazÃ´nia</u>: large region in Northern South America, formed by the Amazon River basin and sustaining the largest equatorial forest in the world, the Amazon Forest.</p>
<p><u>AmazÃ´nia Legal</u>: comprising 5,035,747.80 square kilometers (61.2% of Brazil™s territory) and 3.5 million hectares of virgin forest and holding one fifth of the planet™s fresh water, 17 million hectares of reserves and national parks. It includes nine Brazilian states (Acre, AmapÃ¡, Amazonas, Maranháo, Mato Grosso, ParÃ¡, RondÃ´nia, Roraima and Tocantins) with a population of 20 million.</p>
<p><u>Amazonas</u> (AM) the largest state in Brazil, in the Northern region. Capital city: Manaus.</p>
<p><strong>About the Author<br />
</strong><br />
He is a Brazilian Dominican with an international reputation as a liberation theologian.<br />
Within Brazil he is equally famous as a writer, with over 52 books to his name. Â In 1985 he won Brazil™s most important literary prize, the Jabuti, and was elected Intellectual of the Year by the members of the Brazilian Writers™ Union.</p>
<p>Frei Betto has always been active in Brazilian social movements, and has been an adviser to the Church™s ministry to workers in Sáo Paulo™s industrial belt, to the Church base communities, and to the Landless Rural Workers™ Movement (MST).</p>
<p>In 2003-2004, he was Special Adviser to President Lula and Coordinator of Social Mobilisation for the Brazilian Government™s Zero Hunger programme.</p>
<p>Hintergrund:</p>
<p><strong>&#8222;Bioenergien sind bio” oder „Bio-Treibstoff ist Todessprit”(1)</strong><br />
Jürgen Trittin und Bärbel Höhn warenÂ 2007 in Brasilien, um sich u.a. über die Ethanolproduktion zu informieren. Jetzt hat Bärbel Höhn ihr Traktat „Bioenergien sind bio” veröffentlicht, dessen Argumentation in vielen Punkten jener der scharf neoliberalen Regierung von Staatschef Lula mit seiner sehr speziellen Sozial-, Umwelt-und Menschenrechtspolitik(Folter, moderne Scheiterhaufen, Slumdiktatur, Einkommenskontraste, Lepra, Urwaldvernichtung, Bildungskatastrophe, Analphabetismus etc.) gleicht. Was in der Argumentationskette von Lula fehlt, fehlt auch in der von Bärbel Höhn.<br />
Anti-neoliberale Persönlichkeiten wie Frei Betto („Bio-Treibstoff ist Todes-Sprit”), hunderte Umweltgruppen ganz Lateinamerikas(„Menschen ernähren, nicht Autos”) liefern beinahe täglich neue Fakten, Berichte, Positionen und Studien, die den Höhn-und Lula-Traktaten widersprechen. „Wir brauchen aber auch die Biokraftstoffe, das sagen uns alle wissenschaftlichen Studien”, meint Bärbel Höhn. Sind es tatsächlich „alle” “ oder gibt es Studien, die just das Gegenteil beweisen?<br />
Frei Betto nennt die Herstellung von Agrotreibstoffen angesichts des Hungers in der Welt unverantwortlich und unmenschlich “ nicht wenige Studien belegen dies klipp und klar.<br />
Bärbel Höhn sieht es so: Das andere große Konfliktthema “ „volle Tanks” oder „volle Teller” “ existiere aber nur bedingt und werde erst mittel-und langfristig relevant. Man muß Bärbel Höhn für diese Klarstellung dankbar sein, um die Grünen im politischen Spektrum präziser einordnen zu können. Schließlich handelt es sich um die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei, zuständig für Umwelt, Energie, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Tierschutz, Bauen und Verkehr.<br />
„Zuckerrohr verdrängt Urwald, Raps den Weizen “ der Anbau pflanzlicher Energieträger kommt in Verruf. Doch statt ihn zu verdammen, muß er ökologisch gestaltet werden.” Als die Grünen noch den Bundesumweltminister stellten, ließ sich detailliert beobachten, was sie unter „ökologischer Gestaltung” in diesem Gesellschaftssystem verstehen. Artenvernichtung wurde forciert, Landschaft zerstört und versiegelt, Ressourcenverschwendung auf die Spitze getrieben, der Individualverkehr auf Kosten umweltfreundlicher Transportformen nach Kräften gefördert.</p>
<p>Unvergessen ist die Trittin-Künast-Flugaffäre von 2003, Brasilien betreffend. Laut deutschen Medienangaben sollte damals eine vor allem für Kurzstreckenflüge geeignete Challenger-Regierungsmaschine l e e r nach Brasilien fliegen und dort dann den Delegationen der Minister für ihre, vom Â«SpiegelÂ» als eher privat dargestellten Ausflüge zur Verfügung stehen. Nach Bekanntwerden der Spiegel-Recherche, hieß es, habe man den Flug gestoppt und die schon auf den Kanaren angekommene Maschine zurückgerufen.<br />
Das Nachrichtenmagazin habe unterstellt, dass die Minister das teure Gerät bestellten, obwohl sie von weit billigeren Alternativen vor Ort wussten. Der Leerflug sei bei der Luftwaffe als Trainingsflug angemeldet worden. (nz)<br />
„Eine Challenger-Maschine der Bundeswehr”, so Der Spiegel, „sollte den Grünen für ein bisschen Luxus sorgen. Auf getrennten Wegen, aber auf jeden Fall bequem, sollten die beiden Minister exotische Ziele im fernen Brasilien ansteuern: Hin- und Rückflug in Komfortsesseln der Lufthansa, die kleinen Trips innerhalb des Amazonasstaats in Leder-Fauteuils eines Challenger-Jets der deutschen Luftwaffe&#8230;.Bereits am Mittwoch hatten die Büroleiter der beiden Minister einen deutlichen Hinweis aus dem Hause von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) erhalten: Der SPIEGEL recherchiere die Kosten des Challenger-Einsatzes, die Ressorts sollten lieber noch einmal nachdenken &#8211; auch über die potenziellen Schlagzeilen.<br />
Der Aufwand wäre in der Tat beträchtlich. Allein der 20 000-Kilometer-Rundflug Köln-Sáo Paulo-Köln hätte die Atmosphäre mit den Abgasen von bis zu 20 Tonnen Kerosinverbrauch belastet &#8211; und die Staatskasse mit Ausgaben von rund 250 000 Euro.<br />
Vergleichbare Chartermaschinen wie ein Learjet sind in Brasilien für weniger als 48 000 Euro pro Woche zu mieten. Zwischen Sáo Paulo und Rio de Janeiro, einem der ministeriellen Reiseziele, verkehrt alle Dreiviertelstunde ein Linienflug zum Schnäppchen-Preis von rund 200 Euro.<br />
So gerieten die grünen Ressortleiter in Erklärungsnot&#8230;<br />
Beamte des Agrarressorts hatten vor Wochen immerhin &#8222;alternativ&#8220; innerbrasilianische Linienflüge herausgesucht &#8211; fanden aber nichts dabei, die Challenger zu buchen.”</p>
<p>„<strong>Bioenergien sind bio” oder „Bio-Treibstoff ist Todessprit”(2)</strong><br />
&#8222;<strong>Eine Bedrohung des Amazonas-Regenwaldes ist nicht zu erwarten&#8220;</strong><br />
Jürgen Trittin und Bärbel Höhn treffen in ihrem jüngsten Brasilien-„Reisebericht” zahlreiche Einschätzungen, die jenen der Landlosenbewegung MST, der Kirche, von Umweltorganisationen sowie der Qualitätszeitungen des Tropenlandes direkt widersprechen. Dies betrifft die Frage der Amazonaszerstörung durch den Ethanolboom ebenso wie die Sklavenarbeit auf Zuckerrohrfarmen oder die Verdrängung von Nahrungsmittelproduktion durch massiv mit Pestiziden behandelte Zuckerrohr-Monokulturen. Der Trittin-Höhn-Reisebericht trägt den Titel <strong>Eine Chance für Bioenergie<br />
Nachhaltige Produktion von Biokraftstoffen in Brasilien </strong>. Die Einschätzung, es gebe eine &#8222;nachhaltige&#8220; Herstellung von Agrotreibstoffen im Lande, wurde von spontan befragten Brasilianern als bizarr und absurd eingestuft.<br />
So heißt es in dem Bericht: ”Angesichts der speziellen Bedingungen Brasiliens ist<br />
heute keine direkte Konkurrenz zwischen Zuckerrohr- und Nahrungsmittelproduktion<br />
zu erkennen, genauso wenig, wie ein Vordringen des<br />
Zuckerrohrs in den Amazonasregenwald.<br />
Die Ausweitung des<br />
Zuckerrohranbaus wird voraussichtlich hauptsächlich auf Weideflächen stattfinden,<br />
die heute 200 Mio. ha belegen. Es gibt viel Potenzial, um das Vordringen<br />
des Zuckerrohrs z. B. durch intensivere Methoden der Fleischproduktion<br />
(Schlachtung nach 3 bis 4 Jahren statt heute 6 Jahren) zu flankieren.<br />
<strong>Eine<br />
Bedrohung des Amazonas-Regenwaldes ist nicht zu erwarten.</strong><br />
Neben der heimischen Produktion von Ölpflanzen wird der Import von Bioethanol<br />
und Biodiesel aus Entwicklungsländern zukünftig eine wichtige Rolle<br />
für die USA und die EU spielen.<br />
Die schlechten Arbeitsbedingungen<br />
auf den Zuckerrohrfeldern müssen<br />
sich verbessern. <strong>Selbst wenn es<br />
keine Sklavenarbeit gibt, </strong>führt die<br />
Überausbeutung manchmal zu<br />
Todesfällen auf Grund von<br />
Totalerschöpfung.<br />
Die Vorwürfe der Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion durch den Zuckerrohranbau<br />
werden von den Gesprächspartnern zum gegenwärtigen Zeitpunkt<br />
nicht bestätigt.<br />
Häufig wird angeführt, dass die Brasilianer, die heute an Hunger<br />
leiden, dies nicht wegen des Fehlens von Nahrungsmitteln tun, sondern<br />
wegen mangelndem Einkommen.”</p>
<p><strong>Frei Betto: „Bio-Treibstoff” ist Todes-Sprit(2007)</strong><br />
Die deutsche Wirtschaft, deren Handlanger in Regierung und Medien trommeln für sogenannten Biosprit, deutsches Kapital fließt bereits reichlich in Brasiliens Ethanolproduktion, die auf Zuckerrohr basiert. Doch jetzt hat der bekannte brasilianische Dominikanerbruder und Befreiungstheologe Frei Betto angesichts des Hungers in der Welt die Herstellung von Agrotreibstoffen als unverantwortlich und unmenschlich verurteilt “ sein Protest findet sogar in europäischen Parlamenten viel Gehör. In einem Text mit dem Titel ”Necrocombustiveis”, Treibstoffe des Todes, klagt Frei Betto an, daß der Boom bei fälschlicherweise als Biosprit bezeichneten Produkten bereits weltweit einen deutlichen Preisanstieg bei Lebensmitteln provoziere, darunter in Europa, in China, Indien und den USA. Der in Brasilien viel gelesene Zeitungskolumnist, dazu Bestsellerautor mit Millionenauflagen, hat im Exklusivinterview seine Argumente bekräftigt. In dem Tropenland, das unter Staatschef Lula die Herstellung von Ethanol aus Zuckerrohr heftig fördere, habe die Bevölkerung im ersten HalbjahrÂ 2007 für Nahrungsmittel dreimal soviel ausgeben müssen wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Kaum zu glauben, aber wahr: Selbst Frischmilch kostet derzeit deutlich mehr als in den deutschen Supermärkten. Die Preissprünge sind brutal “ und für Bezieher des Mindestlohns von umgerechnet 140 Euro, für Empfänger der weit niedrigeren staatlichen Hungerhilfe nicht zu verkraften. Die brasilianischen Großfarmer indessen, so Frei Betto, stürzten sich geradezu auf das neue ”Gold namens Zuckerrohr und ließen den Anbau traditioneller Agrarprodukte beiseite. Dies wirke sich nicht anders als in den USA natürlich auf die Lebensmittelpreise aus. Fidel Castro habe mit seiner entsprechenden Kritik völlig Recht. In der ganzen Welt gebe es etwa 800 Millionen Autos &#8211; die gleiche Zahl von Menschen leide unter chronischer Unterernährung. „Also werden wir jetzt Autos füttern und dafür Menschen in den Hunger schicken. Statt Biotreibstoff haben wir Todes-Sprit “ also Treibstoffe, die Tod bringen.”<br />
Der Befreiungstheologe nennt beunruhigend und zugleich aufschlußreich, daß dennoch keine der jetzt von den Agrartreibstoffen so begeisterten Regierungen, ob in Europa, Brasilien oder den USA, das jetzige Modell des Individualverkehrs in Frage stelle. ”So, als ob die Profite der Automobilindustrie tabu, unangreifbar wären. Diese Regierungen sorgten sich nicht um einen effizienten und ökologisch vertretbaren Massentransport. Brasilien, so fordert er, dürfe sich nicht in eine „immense Zuckerrohrplantage in ausländischer Hand” verwandeln. Frei Betto erinnert dabei an den jüngsten Besuch von George Bush in Brasilien, die mit Lula vereinbarte Ethanol-Kooperation. „Sehr problematisch ist, daß die USA zunehmend brasilianischen Zuckerrohr-Sprit importieren wollen und unser Land als eine Art agrarischer Rohstoffreserve fürs Betanken nordamerikanischer Autos ansehen.”<br />
Die EU will offenbar nachziehen, hat mit Brasilia dafür eine strategische Partnerschaft vereinbart.<br />
Unterdessen streitet die Lula-Regierung immer wieder ab, daß der Ethanolboom die Nahrungsmittelerzeugung schädige und sogar die Urwaldvernichtung in Amazonien zusätzlich stimuliere. Lula selbst erklärte bei der EU in Brüssel, Amazonien eigne sich überhaupt nicht für den Zuckerrohranbau. Sein Landwirtschaftsministerium verbot gar, dort Plantagen anzulegen. Kurios, daß ähnlich wie im Präsidentschaftswahlkampf von 2002 solche Lula-Sprüche von einer regierungshörigen europäischen Journaille immer noch ernst genommen und verbreitet werden.<br />
Frei Betto war zwei Jahre lang Lulas Berater im Präsidentenpalast, gab den Posten wegen Unzufriedenheit mit der strikt neoliberalen Politik, den ungezählten Korruptionsskandalen ab, schrieb über diese Zeit zwei aufschlußreiche Bestseller. Lula widerlegt er jetzt problemlos sogar mit offiziellen Angaben: „In Amazonien werden 2007 rund 17,6 Millionen Tonnen Zuckerrohr geerntet “ bis 2008 steigt die Produktion auf 19,3 Millionen Tonnen.” Der zuständige Greenpeace-Experte in Amazonien, Paulo Adario, drückt es höflich aus:”Lula demonstriert völlige Unkenntnis der brasilianischen Realität.”<br />
Daß Zuckerrohrfelder sich bis zum Horizont jetzt dort ausbreiten, wo zuvor Getreide und Mais angebaut wurden, haben sogar Experten des Landwirtschaftsministeriums gegenüber Qualitätsmedien bestätigt, deren Informationen in einem Land funktioneller Analphabeten jedoch nur von einer kleinen Minderheit wahrgenommen werden, die Regierungs-PR also nicht stören.<br />
Frei Betto erinnert zudem daran, daß der Zuckerrohranbau in Brasilien seit der Kolonialzeit auf extremer Ausbeutung, Umweltvernichtung und Abzweigung öffentlicher Gelder beruht. Die Lula-Regierung habe dieses Jahr Großfarmen wegen Sklavenarbeit bestraft. Diese sei indessen weiterhin häufig. „Sklavenarbeit, Halbsklaverei, überhaupt gesetzwidrige Arbeitsverhältnisse “ das gibt es alles bei den Zuckerrohrunternehmern noch mehr als genug.” Im Juli wurden auf einer solchen Farm in Amazonien 1108 Sklavenarbeiter entdeckt, befreit. „Um 1850 hat ein Sklave auf den Zuckerrohrplantagen für fünfzehn bis zwanzig Jahre geschuftet &#8211; heute sind es wegen des exzessiven Arbeitspensums nur noch durchschnittlich zwölf Jahre.”<br />
Roberto Malvezzi, Umweltfachmann der brasilianischen Bischofskonferenz:”Ethanol aus Zuckerrohr ist kein sauberer Kraftstoff. Immer wieder brechen Arbeiter auf den Feldern an Überanstrengung tot zusammen. Um die Anbauflächen zu erweitern, vertreibt das exportorientierte Agrobusiness Indiostämme und Kleinbauern sogar durch Terror und Mord. Hinter moderner Fassade verstecken Großfirmen nur zu oft Sklavenarbeit. Zuckerrohr ist eine umweltschädliche Monokultur!” Durch abstoßendes, inhumanes Sozialdumping, so die katholische Migrantenseelsorge, seien brasilianischer Zucker und Ethanol auf dem Weltmarkt so billig. „Die Wohnlager erinnern mich an deutsche KZs”, sagt Migranten-Padre Antonio Garcia Peres in Guaribas bei Sao Paulo, „doch die Profite der Unternehmer sind astronomisch hoch!” Peres informierte kürzlich auch eine eigens angereiste Delegation des bayrischen Landtags. „Den Verbrauchern in Ländern wie Deutschland ist all dies gewöhnlich überhaupt nicht bekannt.”<br />
Der Boom beim Zuckerrohranbau bewirkt laut Frei Betto zudem eine gewaltige Binnenwanderung, Slumwachstum, die Zunahme von Morden und Rauschgifthandel sowie Kinderprostitution. Weil sich der Sojaanbau im Südosten Brasiliens durch die Ethanolproduktion verringere, würden eben die Sojaflächen in Amazonien stark ausgeweitet. Und dies bedeute rücksichtslose Urwaldzerstörung. Frei Betto fordert die Lula-Regierung auf, sich um die Hungernden des Tropenlandes zu kümmern, anstatt die Zuckerrohrunternehmer reich zu machen. Nicht zufällig titelt die Qualitätszeitung „O Globo” in Rio de Janeiro:”Ethanol “ das Geschäft für Reiche und Berühmte”.<br />
Um ein Zeichen zu setzen, die Weltöffentlichkeit zu warnen, hatte sich letztes Jahr Francisco de Barros, einer der angesehensten Umweltschützer Brasiliens, aus Protest gegen neue umweltvergiftende Ethanolfabriken selbst verbrannt.<br />
Frei Betto, Roberto Malvezzi und Antonio Garcia Peres kennen die Zustände genau, sind vor Ort. Im fernen Deutschland äußert sich, man ahnte es schon, Franz Alt mit einem Text namens „Brasilianische Kirche gegen Biosprit” zu der Problematik:”Diese Kritik trifft nach meiner Erfahrung für manche Gegenden Brasiliens zu “ nicht aber für das ganze Land. Diese hier kritisierten Fehler sind jedoch vermeidbar. Der Anbau von Bioenergie muß nicht als Monokultur erfolgen und selbstverständlich können soziale Standards eingehalten werden “ auch in Brasilien. In Deutschland und in den meisten Ländern der Welt bedeutet Bioenergie eine große Chance für die Landwirtschaft “ auch eine soziale Chance für Hunderttausende Arbeitsplätze “ langfristig.”</p>
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