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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Schreiadler</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Deutschlands Schreiadler &#8211; wie offizielle Umweltpolitik funktioniert.</title>
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		<pubDate>Wed, 21 May 2008 00:59:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[NABU]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiadler]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www.nabu.de/nh/300/adler300.htm Massenhafte Vernichtung theoretisch streng geschützter Fledermäuse durch Windkraftwerke in Deutschland. Wattenrat Ostfriesland zu Uralt-Fakten, bestätigt durch eine neue Studie. Umweltfreundlichkeit &#8211; die Neudefinition eines Begriffs. (”umweltfreundliche Windräder”) ”Wir fördern erneuerbare Energien, die ungefährlich für Mensch und Umwelt sind” &#8211; Motto einer teuren, landesweiten PR-Kampagne des deutschen Umweltministeriums unter Minister Jürgen Trittin. ** tags: fledermaus-vernichtung durch windkraftwerke [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.nabu.de/nh/300/adler300.htm">http://www.nabu.de/nh/300/adler300.htm</a></p>
<h2>Massenhafte Vernichtung theoretisch streng geschützter Fledermäuse durch Windkraftwerke in Deutschland. Wattenrat Ostfriesland zu Uralt-Fakten, bestätigt durch eine neue Studie. Umweltfreundlichkeit &#8211; die Neudefinition eines Begriffs. (”umweltfreundliche Windräder”) ”Wir fördern erneuerbare Energien, die ungefährlich für Mensch und Umwelt sind” &#8211; Motto einer teuren, landesweiten PR-Kampagne des deutschen Umweltministeriums unter Minister Jürgen Trittin. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=16161" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/fledermaus-vernichtung-durch-windkraftwerke-in-deutschl/" rel="tag">fledermaus-vernichtung durch windkraftwerke in deutschl</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/wolfgang-sauerbier/" rel="tag">wolfgang sauerbier</a></p>
<p><p> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/27/offizieller-artenschutz-in-deutschland-beispiel-rotmilan-nabu-vogel-des-jahres-2000/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/27/offizieller-artenschutz-in-deutschland-beispiel-rotmilan-nabu-vogel-des-jahres-2000/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/06/23/rio20-2012-welttreffen-der-naturvernichter-oko-zyniker-und-verdranger-mit-prognostizierten-resultaten-zuendegegangen-neoliberale-wirtschaft-siegte-mit-ihrer-strategie-wie-vor-20-jahren-bedrucke/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/06/23/rio20-2012-welttreffen-der-naturvernichter-oko-zyniker-und-verdranger-mit-prognostizierten-resultaten-zuendegegangen-neoliberale-wirtschaft-siegte-mit-ihrer-strategie-wie-vor-20-jahren-bedrucke/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/15/das-schmutzige-geheimnis-der-energiewende-financial-times-deutschland-zur-abzocke-in-deppenland/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/15/das-schmutzige-geheimnis-der-energiewende-financial-times-deutschland-zur-abzocke-in-deppenland/</a></p>
<p>16. August 2013</p>
<h1>Windenergie und Fledermäuse: Massentod für das Investitionsklima</h1>
<h2></h2>
<p><a href="http://www.wattenrat.de/wp-content/uploads/2013/08/Fledermaus_WKA_EGE.jpg"><img src="http://www.wattenrat.de/wp-content/uploads/2013/08/Fledermaus_WKA_EGE.jpg" width="575" height="373" /></a></p>
<p>Tote Fledermaus unter Windkraftanlage, Foto (C): Archiv EGE</p>
<p>Von Januar 2007 bis Dezember 2009 untersuchten Wissenschaftler der Universität Hannover – Institut für Umweltplanung &#8211;  das Tötungsrisiko von Fledermäusen in dem Forschungsprojekt <a href="http://www.umwelt.uni-hannover.de/219.html?&amp;tx_tkforschungsberichte_pi1[showUid]=68&amp;tx_tkforschungsberichte_pi1[backpid]=90&amp;cHash=83df935b74" title="Forschungsvorhaben Fledermäuse-Windkraftanlagen">„Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen“</a>. Einer der Kooperationspartner des Projektes war der Windkraftanlagenhersteller Enercon aus Aurich.</p>
<p>Gefördert wurde das Vorhaben mit öffentlichen Mitteln des Bundesumweltministeriums mit 1,1 Millionen Euro. An insgesamt 84 (vierundachtzig) bundesweit ausgewählten Windkraftanlagen- von derzeit mehr als 23.000 in Deutschland – wurden Fledermausaktivitäten und -verluste ermittelt und modellhaft fledermausfreundliche Betriebsalgorithmen zur Reduzierung des Schlagrisikos entwickelt. Ganz nebenbei: Das Institut der Universität Hannover geht in seiner Projektbeschreibung tatsächlich davon aus, dass Windkraftanlagen einen Einfluss auf das Wetter und damit in der Folge auch auf das Klima und die “globale Erwärmung” haben, obwohl seit mehr als zehn Jahren keine messbare Erwärmung mehr festgestellt wird und die Temperaturen sinken.</p>
<blockquote>
<p><strong>Auszug aus der Projektbeschreibung:</strong></p>
<p><strong>Hintergrund und Ziel des Vorhabens:</strong><br />
<strong>Angesichts der globalen Erwärmung ist schon vor Jahren das politische Ziel formuliert worden, den weiteren Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu begrenzen. In Deutschland wurde daher schon 1991 eine gesetzlich gesicherte Einspeisevergütungen geführt, mit der Elektrizitätsversorgungsunternehmen verpflichten werden elektrische Energie aus regenerativen Quellen abzunehmen. Das hieraus resultierende günstige Investitionsklima hat dazu geführt, dass Deutschland heute das Land mit der größten installierten Windenergieleistung weltweit ist. Trotzdem sind weitere Anstrengungen im Klimaschutz notwendig um die bislang formulierten Ziele zu erreichen. In der Folge wird die Bedeutung der regenerativen Energien – auch der Windenergie – weiter zunehmen und ihr Ausbau weiter voranschreiten. Seit einigen Jahren ist jedoch bekannt, dass Fledermäuse auch in Deutschland an bestimmten Standorten an Windkraftanlagen verunglücken. Zuvor war dieses Phänomen aus den USA und anderen Ländern bekannt geworden. Mittlerweile wurden von den 24 in Deutschland vorkommenden Arten 13 Arten als Schlagopfer unter hiesigen Windkraftanlagen gefunden. Nach dem aktuellen Kenntnisstand scheinen fünf Arten, auf die 90 % aller bisher gefundenen verunglückten Tiere entfallen, besonders betroffen zu sein (Dürr 2007). Auf der anderen Seite genießen Fledermäuse europa- und bundesweit (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG bzw. Bundesnaturschutzgesetz) einen strengen Schutz. Sie gehören zu den streng geschützten Arten, die – neben anderen Verboten – nicht getötet werden dürfen. […]</strong></p></blockquote>
<p>Das Ergebnis: Es wurden dramatisch hohe Verluste an einzelnen Anlagen festgestellt, durchschnittlich mehr als neun – nach anderen Zahlen der Universität Hannover durchschnittlich 12 – und bis zu 57 tote Tiere je Anlage zwischen Juli und September eines Jahres. Hochgerechnet (durchschnittlich 9,5 Fledermäuse x 23.300 Windkraftanlagen) kommt man bei der Anzahl von Windkraftanlagen in Deutschland auf fast eine Viertelmillion getötete, aber streng geschützte Fledermäuse, pro Jahr! Die Fledermäuse kommen entweder durch den direkten Rotorkontakt ums Leben oder werden durch das Barotrauma getötet, das durch den enormen Luftdruckunterschied vor und hinter dem Rotor die inneren Organe der Tiere zerfetzt. Auch für Fledermäuse gilt ein Tötungsverbot nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Vermutlich ist die Zahl der getöteten Tiere noch wesentlich höher, da als Erfassungszeitraum nur die Monate Juli bis September vorliegen, Fledermäuse aber schon von April bis in den Oktober hinein aktiv sind. Fledermäuse, die durch die Rotoren weit in angrenzende Getreide- oder Maisfelder geschleudert werden, werden ohnehin kaum gefunden.</p>
<table width="678">
<tr>
<td>
<blockquote>
<p><strong>§ 44 Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten</strong></p>
<p><strong>(1) Es ist verboten, wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,[…]</strong></p>
</blockquote>
</td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
</table>
<p>Die untersuchten 84 Anlagen wurden nicht öffentlich bekannt gemacht. Es wurde vereinbart, die Anlagenstandorte aufgrund der Ergebnisse nicht bekanntzugeben, aus Rücksicht auf mögliche Ertragseinbußen für die Windkraftbetreiber, obwohl das Projekt mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde.</p>
<p>Die <a href="http://www.egeeulen.de/inhalt/nachrichten.php" title="EGE">Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE)</a> hat diesen Skandal öffentlich gemacht. Dem Vernehmen nach hat die EGE auch versucht, die großen Umweltverbände NABU und BUND mit ins Boot zu holen. Diese Naturschutzverbände reagierten aber gar nicht. Das Bundesumweltministerium hat angeblich keine Kenntnis von den untersuchten Anlagenstandorten und antwortete nicht mehr auf ein Schreiben der EGE. Nachfolgend veröffentlichen wir den Text von der Webseite der Eulenfreunde ungekürzt mit deren freundlicher Genehmigung:</p>
<p><strong>Das Verschleiern und Vertuschen von Fakten hat Methode in Deutschland – nicht nur beim Doping im Sport, Ausspähen der Bürger oder Spenden an Parteien. Die Verschleierung von Daten ist auch Geschäftsvereinbarung des mit 1,1 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium (BMU) geförderten Forschungsvorhabens der Universität Hannover. Das Forschungsvorhaben dient fraglos dem besseren Schutz von Fledermäusen, die in besorgniserregend hoher Zahl an den Anlagen ums Leben kommen. Den Ergebnissen des Forschungsvorhabens zufolge sterben an den 25.000 Windenergieanlagen in Deutschland eine Viertelmillion Fledermäuse in einem einzigen Sommer.</strong></p>
<p><strong>Dem Forschungsvorhaben haftet indessen ein Makel an: Damit die Betreiber der für das Forschungsvorhaben zufällig ausgewählten Anlagen nicht nachträglich mit Betriebsbeschränkungen konfrontiert werden können und vor Gewinneinbußen geschützt sind, hat ihnen die Universität Hannover mit Billigung des BMU Diskretion zugesichert. Die Anlagenstandorte werden nicht bekanntgemacht.</strong></p>
<p><strong>Die EGE hatte dieses Gebaren kritisiert und sich mehrfach (zuletzt am 22.07.2013) an das BMU gewandt, es möge den im Rahmen des Forschungsvorhabens bekanntgewordenen hohen Verlusten nachgehen und für die betreffenden Einzelanlagen die Festlegung befristeter Abschaltzeiten veranlassen. Nachdem eine Antwort des BMU ausgeblieben ist, wendet sich die EGE in einer Presseinformation an die Medien. <a href="http://www.egeeulen.de/files/ege_presseinfo_15082013.pdf">Klicken Sie bitte hier</a> (pdf-Datei, ca. 140 KB), wenn Sie die Presseinformation lesen möchten.</strong></p>
<p>—</p>
<p><em><strong>#edit 19. August:</strong></em> Die Nachrichtenagentur dpa berichtete am 17., 18. und 19. August bundesweit ausführlich über den von der EGE berichteten Skandal:</p>
<blockquote>
<p><strong>Spiegel online, 19. August 2013</strong></p>
<h2><strong><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/windkraft-tausende-fledermaeuse-sterben-an-windraedern-in-deutschland-a-917385.html#spRedirectedFrom=www&amp;referrrer=" title="SPON_Fledermäuse_WKA_19Aug2013">Hochrechnung: Studie sieht Fledermaus-Massensterben an Windrädern</a></strong></h2>
<p><strong>Eine Stichprobe alarmiert Behörden: Eine Viertelmillion Fledermäuse könnten demnach pro Jahr in Deutschland durch Windräder zu Tode kommen. Vogelschützer fordern, gefährliche Rotoren zu bremsen – doch die untersuchten Anlagen bleiben geheim. […] “Rechnet man den Befund auf die aktuell 25.000 Windenergieanlagen in Deutschland hoch, sterben an ihnen jährlich eine Viertelmillion Fledermäuse”, warnt die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), die auch für die fliegenden Säugetiere kämpft. […] </strong>B<strong>risant auch: Das Bundesumweltministerium (BMU) hat die Studie mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert. Der Vorwurf der EGE lautet nun, dass der Bund Steuergeld für ein Projekt ausgebe, bei dem herauskomme, dass untersuchte Windanlagen womöglich nur mit neuen Auflagen gesetzeskonform sind. […] Bislang hatte das Bundesumweltministerium stets bestritten, dass Windräder eine erhebliche Bedrohung für Vögel wären. Ein BMU-Sprecher weist nun darauf hin, dass seine Behörde die Daten nicht habe. “Gleichwohl nehmen wir das Thema des Kollisionsrisikos von Fledermäusen mit Windkraftanlagen sehr ernst.” […]</strong></p>
<p><strong>Hintergrund:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/26/wer-windkraftanlagen-als-umweltfreundlich-einstuft-und-warum-das-beispiel-der-theoretisch-streng-geschutzten-fledermause-in-deutschland-werte-und-definitionswandel-und-der-heutige-rest-naturs/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/26/wer-windkraftanlagen-als-umweltfreundlich-einstuft-und-warum-das-beispiel-der-theoretisch-streng-geschutzten-fledermause-in-deutschland-werte-und-definitionswandel-und-der-heutige-rest-naturs/</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/31/windkraft-und-vogel-der-wattenrat-ostfriesland-2012/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/31/windkraft-und-vogel-der-wattenrat-ostfriesland-2012/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/wolfgangsauerbier1.jpg" alt="wolfgangsauerbier1.jpg" /></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p><strong>Wolfgang Sauerbier, Fledermausforscher aus Bad Frankenhausen, 2013:”Es gibt verheerende Verluste durch Windkraftwerke &#8211; wie die neue Studie zeigt. Windkraftwerke sind eine neue Gefahr für Fledermäuse &#8211; die zahlreichen Totfunde beweisen dies seit langem.”  </strong></p>
<p><a href="http://fledermaeuse-in-thueringen.de/">http://fledermaeuse-in-thueringen.de/</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p><a href="http://www.stiftung-fledermaus.de/projekte/abgeschlossene-projekte/fledermausfauna-kyffhauser/">http://www.stiftung-fledermaus.de/projekte/abgeschlossene-projekte/fledermausfauna-kyffhauser/</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p> <a href="http://fledermaeuse-in-thueringen.de/uber-uns/">http://fledermaeuse-in-thueringen.de/uber-uns/</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p> <a href="http://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/news/news_lang.php?ArtNr=131632">http://www.kyffhaeuser-nachrichten.de/news/news_lang.php?ArtNr=131632</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p> <a href="http://www.zeit.de/news/artikel/2006/10/27/78609.xml">http://www.zeit.de/news/artikel/2006/10/27/78609.xml</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p> <a href="http://www.fmthuer.de/">http://www.fmthuer.de/</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p> <strong>Wolfgang Sauerbier, Norbert Röse, Lothar Hörning &amp; David Petrat</strong></p>
</blockquote>
<p><strong>Geheimnisse der Nacht. Verbreitung der Fledermäuse (Chiroptera) in der Kyffhäuserregion, Schutzstrategien und Öffentlichkeitsarbeit</strong><br />
<strong>Sondershausen, 2010</strong><br />
<strong>76 Seiten, 82 Abb.</strong><br />
Erhältlich über</p>
<p>Schlossmuseum Sondershausen, Schloss, PF 1120, 99701 Sondershausen<br />
Tel. 03632 / 622 420, Fax 03632 / 622 410, Mail schlossmuseum@sondershausen.de</p>
<p>Landratsamt Kyffhäuserkreis, Markt 8, 99706 Sondershausen<br />
Tel. 03632/ 7410, Fax 03632/ 741-352, Mail pressestelle@kyffhaeuser.de</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/wolfgangsauerbier2.jpg" alt="wolfgangsauerbier2.jpg" /></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/fledermausewkadurr1.jpg" alt="fledermausewkadurr1.jpg" /></p>
<p><strong>Tobias Dürr: “Fledermäuse als Opfer von Windkraftanlagen in Deutschland”(2002)</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/wkasymbolumweltfreundlichkeit1.jpg" alt="wkasymbolumweltfreundlichkeit1.jpg" /></p>
<p><strong>“Windenergieanlagen sind ein Symbol für Umweltfreundlichkeit.” Erika Vauk-Hentzelt und Susanne Ihde</strong></p>
<p><strong>Vernichtung von Fledermäusen aus Skandinavien in Deutschland ebenfalls Hinweis auf gewachsene neoliberale Herzenskälte bei politischen und wirtschaftlichen Entscheidern und Akteuren Deutschlands:</strong>  <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/13/deutschlands-wertloses-bundesnaturschutzgesetz-mindestens-200000-fledermause-aus-nordosteuropa-lassen-jedes-jahr-an-deutschen-windradern-ihr-lebenfrankfurter-allgemeine-zeitung-wie-heute-auc/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/13/deutschlands-wertloses-bundesnaturschutzgesetz-mindestens-200000-fledermause-aus-nordosteuropa-lassen-jedes-jahr-an-deutschen-windradern-ihr-lebenfrankfurter-allgemeine-zeitung-wie-heute-auc/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2010/01/mowe2utgast1999-jpg.JPG" alt="mowe2utgast1999-jpg.JPG" /></p>
<p><strong> Foto von Manfred Knake.  </strong></p>
<h2>”Wir fördern erneuerbare Energien, die ungefährlich für Mensch und Umwelt sind” &#8211; Motto einer teuren, landesweiten PR-Kampagne des deutschen Umweltministeriums unter Minister Jürgen Trittin.  Wie das Umweltministerium den Begriff der Ungefährlichkeit völlig neu definiert.</h2>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/03/pelikanwindkraftwerk13.jpg" alt="pelikanwindkraftwerk13.jpg" /></p>
<p><strong>Ausriß.  </strong><strong>“Windenergieanlagen sind ein Symbol für Umweltfreundlichkeit.” Erika Vauk-Hentzelt und Susanne Ihde</strong></p>
<p><strong>Massentötung von streng geschützten Fledermäusen durch Windkraftwerke &#8211; nach heutigem neoliberalen Werteverständnis werden die Industrieanlagen daher als “umweltfreundlich” eingestuft… </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/wkavogelvorurteilbwe.jpg" alt="wkavogelvorurteilbwe.jpg" /></p>
<p><strong>“Bei der Suche nach getöteten Vögeln durch Windenergieanlagen war bisher immer Fehlanzeige.” Bundesverband WindEnergie e.V.</strong></p>
</p>
<blockquote>
<p> <a href="http://www.fr-online.de/frankfurt/naturschutz-windraeder-massakrieren-fledermaeuse,1472798,20722496.html">http://www.fr-online.de/frankfurt/naturschutz-windraeder-massakrieren-fledermaeuse,1472798,20722496.html</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
<p>2007:  Über den Schutzstatus der Fledermäuse und dessen Bedeutung</p>
</blockquote>
<p>in Bauleitplanungs- und Genehmigungsverfahren</p>
<p>von</p>
<p>Rechtsanwalt Dr. Christian-W. Otto1<br />
Potsdam/Berlin</p>
<p>1. Einleitung<br />
Fledermäuse und ihre Lebensräume werden zunehmend bedroht. Bei Errichtung, Änderung oder Abbruch baulicher Anlagen ebenso wie bei der Abholzung von Bäumen können die Wochenstuben der Fledermäuse zerstört oder ihre Lebens-und Jagdräume vernichtet werden. Ohne daß bislang abschließend geklärt werden konnte, warum und wie Fledermäuse durch Windenergieanlagen getötet werden, läßt sich doch inzwischen der Fledermausschlag an Windkraftanlagen als verbreitetes Phänomen nachweisen [2]. Deshalb ist die Zulässigkeit von genehmigungspflichtigen Bauvorhaben, insbesondere von Windkraftanlagen, auch danach zu beurteilen, ob die rechtlich geschützten Belange der Fledermäuse der Erteilung einer Genehmigung oder der Aufstellung eines Bebauungsplans entgegenstehen. Im Folgenden wird deshalb zunächst der Schutzstatus der Fledermäuse bestimmt. Sodann wird die Bedeutung dieses Schutzstatus’ für die Bauleitplanung oder die Erteilung einer Bau-oder immissionsschutzrechtlichen Genehmigung dargelegt.</p>
<p>2. Der Schutzstatus der Fledermaus nach Europäischem Gemeinschaftsrecht<br />
Das Artenschutzrecht im Europäischen Gemeinschaftsrecht kennt grundsätzlich zwei verschiedene Ansätze zum Schutz von Tierarten. Zum einen setzt es auf die Ausweisung von Schutzräumen nach der Vogelschutzrichtlinie bzw. der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie &#8211; FFH-RL &#8211; [3]. In diesen Schutzgebieten sind die Lebensräume der Tiere vor Eingriffen geschützt. Nach Art. 6 Abs. 2 FFH-RL muß in den besonderen Schutzgebieten die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und der Habitate der Arten sowie Störungen von Arten vermieden werden, sofern solche Störungen sich im Hinblick auf die Ziele dieser Richtlinie erheblich auswirken können.</p>
<p>Danben setzt das Europäische Recht in Art. 12 FFH-RL auf das Verbot bestimmter schädigender Handlungen für solche Tierarten, die in Anhang der FFH-RL genannt sind. Da alle Arten von Fledermäusen in Anhang IV Buchstabe a der FFH-RL aufgelistet sind [4], sind Fledermäuse Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse, die nach Art. 12 FFH-RL einen strengen Schutz genießen. Jedoch gilt das Schutzsystem des Art. 12 FFH-RL nicht uneingeschränkt. Nach Art. 16 FFH-Richtlinie ist eine Störung der Art bzw. eine Beschädigung oder Vernichtung der Fortpflanzungs- und Ruhestätten unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.</p>
<p>Dieser strenge Schutz bestimmter Tierarten wird von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union durch den Erlaß entsprechender gesetzlicher Regelungen garantiert. In der Bundesrepublik sind die die Regelungen in §§ 42 ff. und § 62 BNatSchG sowie auf Länderebene die entsprechenden Regelungen in den Landesnaturschutzgesetzen.</p>
<p>3. Der Schutz von Fledermäusen nach nationalem Recht<br />
a) Schutzstatus<br />
Alle Fledermausarten gelten gemäß § 10 Abs. 2 Nr. 10 b aa) BNatSchG i.V.m. Anhang IV FFH-RL als besonders geschützte Arten. Fledermäuse sind darüber hinaus auch nach § 10 Abs. 2 Nr. 11 b BNatSchG streng geschützte Arten, da sie als besonders geschützte Arten in Anhang IV FFH-RL aufgeführt sind. Bei der Anwendung des Bundesnaturschutzgesetzes gelten für Fledermäuse die Vorschriften über besonders geschützte Arten und über streng geschützte Arten.</p>
<p>Der Schutz der Fledermäuse in besonderen Schutzgebieten &#8211; FFH-Gebieten &#8211; wird bereits über die Verschlechterungsverbote nach Art. 6 Abs. 2 FFH-RL bzw. § 34 BNatSchG und das Vorsorgeprinzip nach Art 6 Abs. 3 FFH-RL gewährleistet [5]. Dort sind Windkraftanlagen regelmäßig unzulässig. Außerhalb dieser Gebiete greifen die artenschutzrechtlichen Verbote des § 42 BNatSchG bzw. Art. 12 FFH-RL, so daß dieses Schutzregime im Mittelpunkt dieses Beitrags steht.</p>
<p>b) Artenschutzrechtliche Verbote nach nationalem Recht<br />
Nach § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG ist es verboten, wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten, zu denen alle Fledermausarten gehören, nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Entwicklungsformen, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Nicht zu den Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten gehören die Nahrungs- und Jagdreviere der Fledermäuse. In diesen greift jedoch das Tötungs- und Verletzungsverbot, so daß dort Windkraftanlagen, die ein besonderes großes Kollisionspotential für Vögel und Fledermäuse besitzen, unzulässig sein können [6]. Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts ist der durch § 42 BNatSchG vermittelte Schutz der Tierarten nicht populationsbezogen, sondern individuumbezogen. Jedes einzelne Individuum wird also geschützt [7].</p>
<p>Von besonderer Relevanz sind bei Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen das Verletzungs- und Tötungsverbot sowie das Verbot, Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tierarten zu stören. Störungen können physische Zerstörung aber auch durch Einwirkungen infolge Lärms, Luftschadstoffen, Verschattungen, Vibrationen sein. Eine Störung der Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten in diesem Sinne ist deshalb bereits dann anzunehmen, wenn die Scheuchwirkung durch den Betrieb der Windkraftanlagen zur Aufgabe der Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten führt. Unzulässig ist es auch, Großbäume zu entfernen, wenn dadurch die im Gehölz vorhandener Sommerquartiere der betroffenen Fledermausarten endgültig verloren gehen. Denn dies stellt eine Zerstörung von Wohnstätten im Sinne der Vorschrift dar [8]. Dem steht nicht entgegen, dass sich die Fledermausarten typischerweise nur während ihrer Aktivitätsphase im Gehölz aufhalten und während ihrer Winterstarre andere Wohnstätten aufsuchen. Auch wenn das Gehölz den Tieren nicht ganzjährig als Schlaf- und Ruheplatz dient, handelt es sich um einen regelmäßigen Aufenthaltsort während eines beträchtlichen Teil des Jahres, der in den Schutzbereich des § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG fällt. Ebenso werden die von § 42 Abs. 1 Nr. 1 geschützten Nist- und Brutstätten nicht typischerweise während des gesamten Jahres genutzt werden [9].</p>
<p>Die Verbote in § 42 Ab. 1 Nr. 1 BNatSchG, das Tötungs-/Verletzungsverbot und das Störungsverbot, sind jedoch von unterschiedlicher Schutzqualität. Dies ist darauf zurückzuführen, daß das Tötungs-/Verletzungsverbot nur die absichtliche Tötung erfaßt. Die unabsichtliche Tötung ist also nicht durch § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG verboten. Absicht in diesem Sinne liegt vor, wenn der Handlungserfolg erkannt und die Handlung dennoch vorgenommen wird [10]. Deshalb ist die Errichtung einer Windkraftanlage etwa in einem Jagdgebiet der Fledermäuse, wo es zwangsläufig zu Kollisionen kommen muß, wegen eines Verstoßes gegen das Tötungs-/Verletzungsverbotes mit § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG unvereinbar.</p>
<p>Hingegen umfaßt das Störungsverbot nach § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG jede, also auch die nicht absichtliche Störung von Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tierarten. Diese Auslegung ist nach der entsprechenden Regelung in Art. 12 Abs. 1 lit. d) FFH-Richtlinie zwingend, die den Schutz &#8211; anders als bei anderen unzulässigen Handlungen &#8211; nicht auf die absichtliche Beschädigung oder Vernichtung von Ruhestätten beschränkt [11]. In der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes ist anerkannt, daß die Zerstörung von Wohnstätten verboten ist, wenn die Zerstörung zwar nicht das Ziel des Eingriffs darstellt, wenn dies aber in Kenntnis und im Bewußtsein dieses Erfolges erfolgt [12].</p>
<p>c) Ausnahmen von den artenschutzrechtlichen Verboten<br />
Ausnahmsweise ist eine Störung von Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten der Fledermäuse jedoch zulässig, wenn die Voraussetzungen nach § 62 Abs. 1 BNatSchG vorliegen. Durch § 62 Abs. 1 BNatSchG wird die die Ausnahmeregelung des Art. 16 Abs. 1 FFH-Richtlinie nicht nur umgesetzt, sondern auch in das deutsche Recht inkorporiert. Nach § 62 Abs. 1 BNatSchG darf von den Verboten des § 42 auf Antrag Befreiung gewährt werden, wenn</p>
<p>1. die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall</p>
<p>a) zu einer nicht beabsichtigten Härte führen würde und die Abweichung mit den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu vereinbaren ist oder<br />
b) zu einer nicht gewollten Beeinträchtigung von Natur und Landschaft führen würde oder</p>
<p>2. überwiegende Gründe des Gemeinwohls die Befreiung erfordern [13] und die Artikel 12, 13 und 16 der FFH-Richtlinie oder die Artikel 5 bis 7 und 9 der Vogelschutzrichtlinie [14] nicht entgegenstehen. Bei diesen Ausnahmevoraussetzungen handelt es sich um strikte rechtliche Schranken für die Planungs- und Genehmigungsverfahren, die auch im Wege der fachplanerischen Abwägung nicht überwunden werden können [15].</p>
<p>Da durch § 62 Abs. 1 BNatSchG die unmittelbare Geltung des Art. 16 Abs. 1 FFH-Richtlinie vorgeschrieben ist, kommt es entscheidend darauf an, ob die gemeinschaftsrechtlichen Ausnahmevoraussetzungen erfüllt sind. Nach Art. 16 FFH-RL darf es im Rahmen der Verwirklichung des Gesamtvorhabens “keine andere zufriedenstellende Lösung“ geben, die den Erhalt der geschützten Tiere an dem Standort des Vorhabens ermöglicht, die Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten der Fledermausarten also unverändert erhalten bleiben [16]. Gemeint ist damit die Prüfung von Alternativen. Diese können eine Änderung des Standortes, den Verzicht auf einzelne Standorte aber auch Beschränkungen im Betriebsumfang (Nutzungsbeschränkungen) umfassen.</p>
<p>Zudem muß, wie der Verweis in § 42 Abs. 1 BNatSchG auf Art. 16 FFH-RL deutlich macht, das Vorhaben im Interesse der Volksgesundheit und der öffentlichen Sicherheit liegen oder aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses, einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art oder positiver Folgen für die Umwelt erforderlich sein [17]. Zwingende Gründe liegen nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts jedenfalls dann vor, wenn eine Enteignung zulässig wäre [18]. Regelmäßig wird die Errichtung eines Windparks nicht von überwiegenden Gründen des Gemeinwohls gerechtfertigt, weil das öffentliche Interesse an dem Ausbau von Anlagen der Erneuerbaren Energien nicht auf die Errichtung einzelner Windkraftanlagen an einem konkreten Standort gebunden ist. Auch überwiegen die Belange des Naturschutzes regelmäßig dem wirtschaftlichen Interesse des Windfarmbetreibers. Windkraftanlagen sind insoweit keine Infrastruktureinrichtungen wie Straßen oder Flughäfen.</p>
<p>4. Artenschutzrechtliche Anforderungen an Planung- und Genehmigungsverfahren<br />
Aus den Verboten nach § 42 Abs. 1 BNatSchG ergeben sich für die Fachplanungs- und Genehmigungsverfahren besondere Anforderungen an die Ermittlung und Bewertung der Belange der Fledermäuse [19]. Dazu gehört unbedingt die vollständige Erstellung des Abwägungsmaterials, das der Bewertung der Belange von Natur und Landschaft zugrunde zu legen ist. Dies umfaßt eine Bestandsaufnahme des Lebensraumes von Tieren und Pflanzen und eine sachkundige Auswertung derselben und der Eingriffsfolgen sowie eine Zusammenstellung möglicher Ausgleichsmaßnahmen [20]. Erforderlich ist dabei die standortgerechte Ist-Aufnahme der vorfindlichen Tierbestände im Plangebiet und dem betroffenen Nahbarbereich [21]. Die Kartierung der faunistischen einschließlich der ornithologischen Bestandsergebnisse, insbesondere auch der Fledermauspopulationen ist erforderlich, damit die planaufstellende Behörde sie bei ihrer Abwägung der Belange des Naturschutzes berücksichtigen kann [22]. Zu prüfen ist insbesondere, welche Bedeutung Winter- oder Sommerquartiere im konkreten Gebiet für die ansässigen Fledermausarten und deren Population haben, ob dies also als Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten gemäß § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG einzustufen sind. Dazu gehört auch die Feststellung, ob etwa ihr zielgerichteter Wegfall in der Natur, z. B. durch die Fällung von Bäumen, eine absichtliche Störung nach Art. 12 Abs. 1 b FFH-Richtlinie darstellt. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob es durch den Betrieb der Windkraftanlagen zu einer, wenn auch nur unabsichtlichen Störung der Nist-, Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten im Sinne von Art 12 Abs. 1 d) FFH-RL oder wegen der erkennbaren Kollisionsgefahr zu einem Verstoß gegen das Verletzungs-/Tötungsverbotes kommen wird.</p>
<p>Stellt sich bei dieser Prüfung heraus, daß es zu einer verbotenen Verletzung-/Tötung der Individuen oder zu einer Störung der Nist-, Brut-, Wohn-oder Zufluchtsstätten kommen kann, ist zu prüfen, ob eine alternative Verwirklichung des Vorhabens möglich ist. Der Zweck der Regelung sowie die weiteren Tatbestandsmerkmale des Art. 16 Abs. 1 FFH-Richtlinie machen deutlich, daß diese Frage nicht allein im Hinblick auf die Zielsetzung des Gesamtvorhabens (Betrieb einer Windfarm an einem bestimmten Standort) zu beurteilen ist, sondern auch im Hinblick auf die konkrete, den artenschutzrechtlichen Eingriff auslösende Maßnahme bei der Verwirklichung des vorgesehen Vorhabens. Denn der Erhalt von artenschutzrelevanten Fortpflanzungs- oder Ruhestätten kann typischerweise auch einzelne Betriebsweisen eines Vorhabens betreffen, die die Verwirklichung des Gesamtvorhabens nicht in Frage stellen. Deshalb ist zu prüfen, ob Einzelheiten in der Betriebsweise den artenschutzrechtlichen Zielsetzungen Rechnung tragen. Dazu gehören im Hinblick auf den Schutz der Fledermäuse insbesondere die Bestimmung von Abschaltzeiten von Windkraftanlagen. Ist eine alternative Lösung nicht möglich, ist zu prüfen, ob zwingende Gründe des überwiegenden Interesses einschließlich wirtschaftlicher Art das Vorhaben angesichts der Betroffenheit der besonders geschützten Fledermausarten rechtfertigen [23]. Dies ist bei öffentlichen Infrastrukturvorhaben oftmals [24], bei Windkraftanlagen regelmäßig nicht der Fall.</p>
<p>Ist das Vorhaben danach gem. § 42 BNatSchG ausnahmsweise zulässig, sind in der genehmigungsrechtlichen und planungsrechtlichen Abwägung schließlich diese europarechtlichen Vorgaben des Naturschutzes bzw. Artenschutzes mit einzubeziehen. Kollidiert das geplante Vorhaben am vorgesehenen Standort mit dem Belang des Fledermausschutzes und ist diese Kollision unvermeidbar, ist eine Abwägung zwischen dem privilegierten Vorhaben und dem berührten Belang der Fledermäuse durchzuführen. In diese Abwägung ist sowohl die Privilegierung mit dem gebotenen Gewicht einzustellen [25] als auch der berührte öffentliche Belang entsprechend seiner allgemeinen Bedeutung und konkreten Beeinträchtigung zu gewichten. Bei der Gewichtung des Belanges des Fledermausschutzes im Rahmen der vorzunehmenden Abwägung sind in erster Linie die Schutzwürdigkeit der Fledermäuse und des betroffenen Lebensraumes sowie die Intensität und die Auswirkungen des Eingriffes zu berücksichtigen. Dabei ist für die Bewertung der Schutzwürdigkeit der Fledermäuse auf deren Schutzstatus nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 BNatSchG in Verbindung mit Anhang IV der FFH-RL maßgebend. Insbesondere folgt daraus, dass bei der Frage der Gewichtung der jeweiligen Belange dem Artenschutz im Hinblick auf die Fledermausarten, die von gemeinschaftlichem Interesse sind, ein hohes Gewicht zukommt [26]. Je schutzwürdiger danach die Fledermäuse und deren durch das Vorhaben beeinträchtigter Lebensräume sind, umso geringere Anforderungen sind an die Schwere des Eingriffs und an die Wahrscheinlichkeit einer Schädigung des geschützten Bestandes und dessen Lebensraum zu stellen [27].</p>
<p>5. Artenschutzrechtliche Besonderheiten bei der Bauleitplanung<br />
Die Bauleitplanung unterliegt den gleichen Voraussetzungen, die auch für die Genehmigungs- und Fachplanung gelten. Von den Verboten des § 42 BNatSchG ist auch die Bauleitplanung nach § 43 Abs. 4 BNatSchG nicht freigestellt ist. Die Verbote sind auch im Rahmen der Bauleitplanung abwägungsfest. Von ihnen kann nur unter den Voraussetzungen des § 62 BNatSchG befreit werden. Gleichfalls genießen die Belange besonders oder streng geschützter Tierarten aufgrund ihres Schutzstatus ein entsprechend großes Gewicht [28].</p>
<p>In der Bauleitplanung sind artenschutzrelevante Eingriffe nicht auf der Grundlage der Ausnahmeregelung in § 43 Abs. 4 BNatSchG in Verbindung mit § 19 BNatSchG zulässig. Die Verbote des § 42 BNatSchG werden durch diese Regelungen nicht aufgehoben. Von § 43 Abs. 4 BNatSchG wird nämlich gerade nicht der Fall erfaßt, daß die Zulassung des Vorhabens erstmals durch den Bebauungsplan erfolgen soll [29]. Angesichts des Wortlauts des § 43 Abs. 4 BNatSchG hat der Europäische Gerichtshof zudem in seinem Urteil vom 10. Januar 2006 [30] u. a. die Feststellung getroffen, dass § 43 Abs. 4 BNatSchG keinen rechtlichen Rahmen vorsehe, der mit der durch Art. 16 FFH-Richtlinie eingeführten Ausnahmeregelung in Einklang stehe [31]. § 43 Abs. 4 BNatSchG ist deshalb in der Planung nicht anwendbar [32]. In Planungsverfahren ist folglich § 42 in Verbindung mit § 62 BNatSchG in Übereinstimmung mit Art. 16 FFH-RL anzuwenden [33].</p>
<p>Bei der Prüfung von Alternativen im Sinne von Art. 16 FFH-RL ist in der Bauleitplanung zu berücksichtigen, daß die Belange von Vögeln und Fledermäusen häufig nicht durch die Existenz der Windkraftanlagen an einzelnen Standorten, sondern durch deren Betrieb gestört wird. Deshalb sind in der Bauleitplanung zunächst Festsetzungen zu prüfen, die einen mit den Anforderungen des Artenschutzes vereinbaren Betrieb bestimmen. Auf diese Weise können nicht nur ungeeignete Standorte von einer Bebauung freigehalten und diesen eine artenschutzverträgliche Nutzung zugewiesen werden. Die Ermächtigungsgrundlage in § 9 Abs. 2 BauGB erlaubt es auch, die Nutzungsdauer von Anlagen so zu bestimmen, daß der Betrieb der Anlagen in Zeiträumen, in denen die Fledermäuse gestört werden können, unzulässig ist. Gem. § 9 Abs. 2 BauGB darf die Nutzungsdauer sogar in nach Tagen bestimmte Zeiträume festgesetzt werden [34] Zulässig, wenn auch umstritten [35] ist es, Festsetzungen über die Zulässigkeit zu bestimmten Tageszeiten zu treffen [36].</p>
<p>Auch kann das schutzbedürftige Verhalten der Fledermäuse als besondere Umstände nach § 9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BauGB zur Festsetzung von Betriebsbeschränkungen führen. Alternativ können auf der Grundlage von § 9 Abs. 4 BauGB in Verbindung mit den Grünordnungsplänen, z. B. § 6 BbgNatSchG, Festsetzungen über Maßnahmen des Naturschutzes zur Vermeidung von Beeinträchtigungen von Natur und zum Schutz bestimmter Teile von Natur erlassen werden. Maßnahmen in diesem Sinne können auch Betriebsbeschränkungen sein. Ergänzend können derartige Betriebsbeschränkungen auch durch städtebauliche Verträge vereinbart werden. Jedenfalls sind die zum Schutz der Fledermäuse erforderlichen Beschränkungen in die Begründung des Bebauungsplans zu beschreiben. Wenn der Betrieb der Windkraftanlagen planerisch jedoch nicht gesteuert werden kann und auch die Befreiungsvoraussetzungen nach § 62 BNatSchG iVm. Art. 16 FFH-RL nicht vorliegen, muß auf die Festsetzung von Standorten verzichtet werden.</p>
<p>6. Zusammenfassung<br />
Alle Fledermausarten gelten gemäß § 10 Abs. 2 Nr. 10 b aa) und Nr. 11 BNatSchG i.V.m. Anhang IV FFH-RL als besonders geschützte und als streng geschützte Arten. In Planungs- und Genehmigungsverfahren gelten die artenschutzrechtlichen Verbote nach § 42 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG. Von diesen darf nur unter den strengen Voraussetzungen des § 62 BNatSchG in Verbindung mit Art. 16 FFH-RL befreit werden. In Nahrungs- und Jagdreviere der Fledermäuse greift das Tötungs- und Verletzungsverbot, so daß dort Windkraftanlagen unzulässig sind. Für Nist-, Brut-, Wohn-oder Zufluchtsstätten (Wochenstuben) gilt ein auch unabsichtliche Störungen erfassendes Verbot.</p>
<p>1<br />
Der Autor ist Partner der Kanzlei Thur Fülling Otto in 10719 Berlin, Meinekestraße 26.<br />
2<br />
Vgl. hierzu: Institut für Tierökologie und Naturbildung im Auftrag des Landratsamtes Bautzen, “Gutachterliche Stellungnahme zum Einfluss von Windenergieanlagen auf Fledermäuse“ m.w.N. und die aus Mitteln des Bundesumweltministeriums finanzierte und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich betreute Studie des Michael-Otto-Instituts im NABU “Auswirkungen regenerativer Energiegewinnung auf die biologische Vielfalt am Beispiel der Vögel und der Fledermäuse“ ( http://www.nabu.de/m05/m05 -03/03410.html).</p>
<p>3<br />
Vgl. Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 29. September 2003.</p>
<p>4<br />
alle Arten Microchiroptera; das sind alle in Europa verbreiteten Fledermausarten.</p>
<p>5<br />
Vgl. dazu Sobotta, ZUR 2006, 353 ff.</p>
<p>6<br />
Vgl. auch Nr. 12 der Tierökologischen Abstandskriterien des Landes Brandenburg und 4.4 der Empfehlungen zur Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege bei Entscheidungen über Standorte für Windenergieanlagen der Arbeitsgruppe Naturschutz und Windenergie des Niedersächsischen Landkreistages vom 1.10. 2004.</p>
<p>7<br />
Vgl. dazu BVerwG, Beil. Nr. I 8/2006 zu NVwZ H. 8/2006, Rdnr. 563.</p>
<p>8<br />
Vgl. OVG Hamburg, NuR 2006, 459 &#8211; 464.</p>
<p>9<br />
Vgl. z.B. Gassner/Bendomier-Kahle/Schmidt-Räntsch, BNatSchG, 2. A., § 42 Rn. 7; Schumacher/Fischer-Hüftle, a.a.O., § 42 Rn. 14.</p>
<p>10<br />
Vgl. Gellermann, NuR 2003, 385; Fischer-Hüftle, NuR 2005, 768, 770; EuGH, NuR 2004, 596 (Caretta); VGH Kassel, NuR 2004, 393 f. und NuR 2004, 397 f.; Schlußantrag Kokott in: Rs C-221/04 Rdnr. 49.</p>
<p>11<br />
Vgl. zur richtlinienkonformen Auslegung EuGH, U. v. 4. 7. 2006 &#8211; C-212/04 -, NJW 2006, 2465.</p>
<p>12<br />
Vgl. EuGH, NUR 2004, 596 (Caretta) ferner U. v. 17. 9. 1987 &#8211; E 1987, 3503 ff.; Gellermann, Artenschutz in der Fachplanung und der kommunalen Bauleitplanung, NuR 2003, 385, 388; so Louis, NuR 2004, 557, 559; VGH Kassel NuR 2004, 393 f. und NuR 2004, 397 f.</p>
<p>13<br />
Vgl. dazu BVerwG, Beil. Nr. I 8/2006 zu NVwZ H. 8/2006, Rdnr. 566 (Schönefeld); BVerwG, NVwZ 2006 1161 (Ortsumgehung Stendal).</p>
<p>14<br />
79/409/EWG.</p>
<p>15<br />
Vgl. BVerwG, Urt. v. 1.4.2004, BVerwGE 120, S. 276, 288 zur Vogelschutz-Richtlinie</p>
<p>16<br />
Vgl. OVG Münster, U. v. 13.07.2006 &#8211; 20 D 80/05.AK</p>
<p>17<br />
Vgl. dazu auch Wrase, NuR 2004, 356 ff. m. w. N.</p>
<p>18<br />
Vgl. dazu BVerwG, Beil. Nr. I 8/2006 zu NVwZ H. 8/2006, Rdnr. 566 (Schönefeld).</p>
<p>19<br />
Dazu auch Vogt, ZUR 2006, 21 ff.</p>
<p>20<br />
Vgl. VGH Kassel, U. vom 31. 5. 2001 &#8211; 3 N 4010/97.</p>
<p>21<br />
Vgl. VGH Kassel, NuR 1995, 147.</p>
<p>22<br />
Vgl. VGH Kassel in den Urteilen vom 24. November 2003 &#8211; 3 N 1080/03 &#8211; und 25. 2. 2004 &#8211; 3 N 1699/03 -; VG Dresden U. v. 2. 6. 2003 &#8211; 7 K 253/02 -; BVerwG, B. v. 3. 6. 2004 &#8211; 4 BN 25.04.</p>
<p>23<br />
Vgl. VG Koblenz, ZfB 2006, 209-211.</p>
<p>24<br />
Vgl. BVerwG, NVwZ 2006, 1161.</p>
<p>25<br />
BVerwGE 68, 311 in NVwZ 1984, 367.</p>
<p>26<br />
Vgl. VG Gera, RdL 2006, 63-65.</p>
<p>27<br />
Vgl. VG Stuttgart, NuR 2005, 673-675; OVG Koblenz, NuR 2006, 520 ff.</p>
<p>28<br />
Vgl. Louis/Wolf, NuR 2002, 455, 460.</p>
<p>29<br />
zur unzureichenden inhaltlichen Umsetzung des Art. 16 FFH-Richtlinie durch § 43 Abs. 4 BNatSchG, vgl. z.B. Louis, Artenschutz in der Fachplanung, NuR 2004, S. 557, 559.</p>
<p>30<br />
Rs. C-98/03.</p>
<p>31<br />
S. a. VG Koblenz, ZfB 2006, 209 &#8211; 211.</p>
<p>32<br />
Vgl. BVerwG, NVwZ 2006, 1161; Vogt, ZUR 2006, 21, 24.</p>
<p>33<br />
Ebenso Nr. 2 der LANA-Hinweise.</p>
<p>34<br />
Vgl. Söfker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB § 9 Rn. 240k;Battis/Otto, UPR 2006, 165 ff.</p>
<p>35<br />
Ablehnend Kuschnerus, Der sachgerechte Bebauungsplan, Rn. 660.</p>
<p>36<br />
Vgl. Söfker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB § 9 Rn. 240k.</p>
<p><strong> ”Wir fördern erneuerbare Energien, die ungefährlich für Mensch und Umwelt sind” &#8211; Motto einer teuren, landesweiten PR-Kampagne des deutschen Umweltministeriums unter Minister Jürgen Trittin.</strong></p>
<p><strong> <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/2218551/">http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/2218551/</a></strong></p>
<h2>“Autobahn-Pelikan von Windrad zerteilt” (Bild) Warum Windkraftwerke heute laut strengen Berichterstattungsvorschriften als “umweltfreundlich” bezeichnet werden müssen. “Bewahrung der Schöpfung &#8211; nein, danke…” Uhus, Fledermäuse… <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=15000" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/windkraftwerke-in-deutschland-pelikan-getotet-2013/" rel="tag">windkraftwerke in deutschland-pelikan getötet 2013</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/03/pelikanwindkraftwerk13.jpg" alt="pelikanwindkraftwerk13.jpg" /></p>
<p><strong>Ausriß.</strong></p>
<p><strong>Wenn 2013 in Deutschland bei Schwegenheim(Rheinland-Pfalz) ein streng geschützter Pelikan von einem Windkraftwerk  getötet wird, ist dies gemäß heute in deutschen Medien geltenden Vorschriften ein klarer Beweis, daß Windkraftwerke zutiefst umweltfreundlich sind. Vor über einem Jahrzehnt hätte sich womöglich noch eine Bevölkerungsmehrheit an den Kopf gegriffen, wäre einer solchen Logik nicht gefolgt. Inzwischen, dank entsprechender Gehirnwäsche, sind noch ganz andere Absurdidäten möglich &#8211; siehe Energiewende-Bluff, siehe Soja-Bluff…</strong></p>
<p><strong>Parteien, Verbände und Gruppierungen, die sich für Windkraftwerke, und damit für die zielgerichtete, nachgewiesene Zerstörung von Natur und Heimat, gegen die Bewahrung der Schöpfung, für die Außerkraftsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes einsetzen, erleichtern damit den Bürgern enorm die Einordnung dieser Parteien, Verbände und Gruppierungen im politischen Spektrum. </strong></p>
<h2>“Wer nicht täuschen kann, soll nicht Politiker werden.” Konrad Adenauer, zitiert nach Weimarer Taschenbuchverlag.</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/02/der-energiewende-bluff-und-die-macht-der-solarlobby-im-prinzip-muss-jede-solaranlage-durch-ein-konventionelles-reservekraftwerk-abgesichert-werden-eine-teure-doppelstruktur-der-spiegel-2012-mit/"> http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/02/der-energiewende-bluff-und-die-macht-der-solarlobby-im-prinzip-muss-jede-solaranlage-durch-ein-konventionelles-reservekraftwerk-abgesichert-werden-eine-teure-doppelstruktur-der-spiegel-2012-mit/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/06/soja-und-die-folgen-des-imports-nach-deutschland-in-die-schweiz-sogenannte-oko-parteien-pseudo-umweltverbande-und-die-realitat-hintergrund-wie-war-es-vor-der-soja-schwemme-in-welchen-deutschen-r/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/06/soja-und-die-folgen-des-imports-nach-deutschland-in-die-schweiz-sogenannte-oko-parteien-pseudo-umweltverbande-und-die-realitat-hintergrund-wie-war-es-vor-der-soja-schwemme-in-welchen-deutschen-r/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2013/02/28/papst-benedikt-xvi-und-die-bewahrung-der-schopfung-markante-momente-seiner-amtzeit-im-umwelt-und-naturschutz-des-grosten-katholischen-landes-hungerstreik-bischof-luiz-flavio-cappio-in-bahia-amazon/">http://www.hart-brasilientexte.de/2013/02/28/papst-benedikt-xvi-und-die-bewahrung-der-schopfung-markante-momente-seiner-amtzeit-im-umwelt-und-naturschutz-des-grosten-katholischen-landes-hungerstreik-bischof-luiz-flavio-cappio-in-bahia-amazon/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/06/23/rio20-2012-welttreffen-der-naturvernichter-oko-zyniker-und-verdranger-mit-prognostizierten-resultaten-zuendegegangen-neoliberale-wirtschaft-siegte-mit-ihrer-strategie-wie-vor-20-jahren-bedrucke/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/06/23/rio20-2012-welttreffen-der-naturvernichter-oko-zyniker-und-verdranger-mit-prognostizierten-resultaten-zuendegegangen-neoliberale-wirtschaft-siegte-mit-ihrer-strategie-wie-vor-20-jahren-bedrucke/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/14/toter-uhu-unter-windkraftwerk-warum-bestimmte-oko-politiker-windanlagen-als-umweltfreundlich-bezeichnen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/14/toter-uhu-unter-windkraftwerk-warum-bestimmte-oko-politiker-windanlagen-als-umweltfreundlich-bezeichnen/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/28/herausragende-resultate-offizieller-umweltschutzpolitik-im-nachwende-deutschland-prasentiert-vom-bundesamt-fur-naturschutz/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/04/28/herausragende-resultate-offizieller-umweltschutzpolitik-im-nachwende-deutschland-prasentiert-vom-bundesamt-fur-naturschutz/</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/wkabilddiesel13.jpg" alt="wkabilddiesel13.jpg" /></p>
<p><strong>Bildzeitung, 2013.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/wkadieselbild2.jpg" alt="wkadieselbild2.jpg" /></p>
<p>Ausriß.</p>
<p>Anmerkung:</p>
<p>Mit den Ostfriesen kann man es ja machen: Man nehme den<br />
Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Leer-Wittmund, einen pensionierten<br />
Landrat aus Wittmund und einen Geschäftsführer eines universitären<br />
Zentrums für Windenergieforschung, das auf Drittmittel z.B. vom<br />
Bundesumweltministerium angewiesen ist, um existenzfähig zu sein, und<br />
erzähle der staunenden Leserschaft das Märchen von den “Investitionen<br />
in diese Branche”, die “auf jeden Fall ein lohnenswertes Geschäft”<br />
sein solle. Es fehle den erneuerbaren Energien aber noch eine Lobby<br />
wie der Atomindustrie, so der Herr Geschäftsführer von “ForWind”.<br />
Irgendwie muss dieser windige Klüngel übersehen haben, dass das<br />
Offshore-Geschäft erheblich stockt: Zurückhaltung der Banken und<br />
Investoren, BARD-Emden notleidend, BARD- Insolvenz in der<br />
Fundamentefertigung, keine Netzanbindung, bei Riffgat drehen<br />
Dieselgeneratoren die Propeller. Und vor allem die Unwägbarkeiten beim<br />
Erneuerbare Energien Gesetz EEG), der Zwangsabgabe für alle<br />
Stromkunden, das der eigentliche Motor für die hochsubventionierte<br />
Windbranche ist. Der Präsident des Bundeskartellamtes und der Chef der<br />
Deutschen Energieagentur forderten kürzlich im Handelsblatt eine<br />
grundlegende Änderung des EEG, das mit der Rundumsorglosversicherung<br />
der Windmacher zu Lasten der Stromkunden Schluss machen soll, damit<br />
die Strompreise nicht weiter durch die Decke gehen, man solle den<br />
Strom gefälligst selbst vermarkten. Dazu kommt auch, dass auch der<br />
Offshore-Strom nicht grundlastfähig ist, aber enorme Strommengen zur<br />
falschen Zeit völlig unregelmäßig ins Netz eingespeist werden, die dem<br />
Verbraucher nichts nützen und deshalb an der Börse zu Minuspreisen<br />
verschenkt werden; auch auf See weht der Wind unregelmäßig, das weiß<br />
jeder Segler. Die hohen Wartungskosten der Offshore-Anlagen mit<br />
Schiffs- und Hubschrauberinfrastruktur verteuern das Geschäft weiter<br />
enorm. Und die erwähnte Atomlobby ist längst umgestiegen zur<br />
Windlobby. Die großen Energieversorger, die vorher mit Atomstrom<br />
handelten, sind jetzt im Windgeschäft tätig; fragt sich nur, wie lange<br />
noch. Und ausgerechnet in Wittmund bietet man die letzten Reserven<br />
auf, um das angeschlagene Offshore-Geschäft schönzureden, damit die<br />
Forschungsmittel weiter fließen.Wer´s glaubt…</p>
<p>—-</p>
<p>Anzeiger für Harlingerland, Wittmund/NDS,<br />
Veröffentlicht: 29.08.2013<br />
<a href="http://harlinger.de/Nachrichten.aspx?ArtikelNr=12844&amp;ReturnTab=125">http://harlinger.de/Nachrichten.aspx?ArtikelNr=12844&amp;ReturnTab=125</a></p>
<p>„Wir müssen den Wind genau verstehen lernen“<br />
„ForWind“ kommt bei der Erforschung von Offshore voran –<br />
Investitionen sollten sich auf jeden Fall lohnen<br />
WITTMUND<br />
|<br />
WJA</p>
<p>„ForWind“-Geschäftsführer Dr. Stephan Barth, in die Mitte genommen<br />
von Heinz Feldmann (links) und Henning Schultz. Die beiden Botschafter<br />
der Oldenburger Universitätsgesellschaft luden Barth zu einem Vortrag<br />
ein.   © WILKO JANßEN</p>
<p>Die Nordsee ist weltweit eine der besten Standorte für Offshore-Parks.</p>
<p>Forschung und Industrie verfolgen oft unterschiedliche Interessen,<br />
bestes Beispiel ist dafür momentan die Diskussion um die<br />
Offshore-Windparks. Während die Industrie diese Projekte langsam aus<br />
dem Auge zu verlieren scheint und die Politik offensichtlich die<br />
Weichen falsch gestellt hat, gibt es bei den für die Erforschung<br />
dieser Technik Verantwortlichen eine Hochstimmung. Dies wurde in den<br />
Ausführungen von Dr. Stephan Barth aus Jever, Geschäftsführer von<br />
„ForWind“, vor 60 Interessierten in der Wittmunder Sparkasse deutlich.<br />
Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten Henning Schultz und Heinz<br />
Feldmann, ihres Zeichens Botschafter der Universitätsgesellschaft<br />
Oldenburg.</p>
<p>Und die Universitäten Oldenburg, Hannover sowie mittlerweile auch<br />
Bremen haben ihre Windenergieforschung in dem Zentrum „ForWind“<br />
zusammengefasst. Seit zehn Jahren wird dort nun an inzwischen 14<br />
verschiedenen Standorten geforscht und gelehrt. Der Hauptsitz von<br />
„ForWind“ ist die Universität Oldenburg , ein zentrales Thema ist die<br />
Nutzung der Offshore-Windenergie. „Eine Windmühle beinhaltet ein<br />
extrem kompliziertes System mit viel Elektronik“, stimmte Barth die<br />
Besucher denn auch gleich entsprechend ein. Außerdem sei Wind eine<br />
fluktuelle Energiequelle und müsse weiter erforscht werden, damit die<br />
Energiewende gelingen könne. So seien die Off-shore-Windparks<br />
komplexen Windströmungen ausgesetzt. Es gelte noch, den optimalen<br />
Abstand der Anlagen zueinander herauszufinden. Barth nannte übrigens<br />
einen entscheidenden Vorteil von Offshore- gegenüber<br />
Onshore-Windmühlen: „An Land reibt sich der Wind stark an dem Boden<br />
und an Bauten, dadurch entsteht ein turbulenterer Windkanal als auf<br />
hoher See.“</p>
<p>Überhaupt machten die Eigenschaften des Windes es den Menschen<br />
schwer, ihn rentabel zu nutzen. Schließlich wechsele der Wind ständig<br />
seine Richtung und Geschwindigkeit. „Wir müssen den Wind genau<br />
verstehen lernen“, war somit eine Schlussfolgerung des<br />
Geschäftsführers. Bei Offshore-Anlagen komme die Problematik der<br />
Tragstrukturen hinzu. So seien bei einer Wassertiefe von 40 Metern<br />
dreibeinige Träger notwendig, bei einer Wassertiefe von über 50 Metern<br />
müssten es sogar schwimmende Windenergieanlagen sein. Der sich<br />
momentan in der Diskussion befindliche Offshore-Windpark Riffgat stehe<br />
übrigens „nur“ 20 Meter über den Meeresgrund.</p>
<p>Überhaupt nicht verstehen kann der Jeveraner die mittlerweile<br />
aufgekommene Skepsis gegenüber der Offshore-Technik. So stellten<br />
während der sich anschließenden Diskussion einige Teilnehmer die<br />
Rentabilität von Offshore in Frage und forderten vielmehr eine<br />
verstärkte Erforschung der Energiespeicherung. Dem entgegnete Barth:<br />
„Wenn On-shore und Offshore erst richtig laufen, ergänzen sich die<br />
beiden Techniken wunderbar und man braucht kaum noch<br />
Speicherkapazitäten.“ Die Bevölkerung vergesse leicht, dass sich die<br />
Windenergieforschung durch eine schnell ansteigende Lernkurve<br />
auszeichne. Eine Windmühle sei außerdem eine kompliziertere Maschine<br />
als ein Flugzeug. Zwar gebe es auch in der Speicherforschung enorme<br />
Fortschritte, aber noch nicht für große Kapazitäten.</p>
<p>Des Weiteren brach der Geschäftsführer eine Lanze für die Nordsee als<br />
Standort für Offshore-Windparks, da es hier eine optimale Wassertiefe<br />
gebe. Außerdem wehe ein ausreichend starker Wind, ohne dass<br />
Extremwindsituationen vorlägen. Die Ostsee sei dagegen zu klein und<br />
von einer starken Schifffahrtsnutzung geprägt. Standorte in Richtung<br />
des Äquators hätten mit tropischen Winden zu kämpfen. Die Nordsee sei<br />
somit eine der weltweit besten Standorte für Offshore-Windparks.<br />
Barths Fazit: „ Hier entsteht ein Multimilliarden-Euro-Markt direkt<br />
vor unserer Haustür.“ Investitionen in diese Branche sind auf jeden<br />
Fall ein lohnenswertes Geschäft. Den erneuerbaren Energien fehle aber<br />
noch eine Lobby wie der Atomindustrie.</p>
<p>___________________________________________________</p>
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<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2013/09/tagesspiegelwendenatur1999.jpg" alt="tagesspiegelwendenatur1999.jpg" /></p>
<p><strong>Tagesspiegel, Berlin 1999: “Die Natur verlor bei der Wende”.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/bfnartenvielfalt2001.JPG" alt="bfnartenvielfalt2001.JPG" /></p>
<p><strong>Mythen und Fakten. Bundesamt für Naturschutz 2001: “Ostdeutsche Agrarlandschaft hat größere Artenvielfalt”. “…gegenwärtig in Ostdeutschland eine zunehmende Angleichung an die arten-und individuenarmen westdeutschen Verhältnisse zu beobachten ist.”</strong></p>
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		<item>
		<title>Deutschlands Schreiadler &#8211; nur noch in Ostdeutschland. Dennoch vom Aussterben bedroht.</title>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2008 20:35:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[Dr. Michael Stubbe]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Neubauer]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiadler]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www.zeit.de/2007/07/Schreiadler?page=all Hintergrund: Den Schreiadler gabs in Deutschland mal fast flächendeckend bis zum Rhein und an die Alpen, doch dann sucht er sich merkwürdigerweise eben nicht die BRD der Grünen und Greenpeace, sondern die DDR als letztes nationales Revier. Zur Wende sind im Westen gar keine Brutpaare mehr, dafür in Sachsen-Anhalt an die fünf, in Brandenburg [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zeit.de/2007/07/Schreiadler?page=all">http://www.zeit.de/2007/07/Schreiadler?page=all</a></p>
<p>Hintergrund:</p>
<p><span id="more-482"></span></p>
<p><font face="Arial">Den Schreiadler gabs in Deutschland mal fast flächendeckend bis zum Rhein und an die Alpen, doch dann sucht er sich merkwürdigerweise eben nicht die BRD der Grünen und Greenpeace, sondern die DDR als letztes nationales Revier. Zur Wende sind im Westen gar keine Brutpaare mehr, dafür in Sachsen-Anhalt an die fünf, in Brandenburg um die zwanzig, in Mecklenburg-Vorpommern aber über neunzig. Nur von dort aus könnte er sich also wieder gen Westen ausbreiten, doch die Reproduktionsraten sinken. „Bis 1989 hatten wir gute Zahlen, bis zu einundzwanzig Adlerjungen jährlich ”, so der Rostocker Experte Martin Neubauer über sein Untersuchungsgebiet, „danach wurde das nie mehr erreicht.” Wo früher bis zu zehn Schreiadler flügge wurden, sind es bereits 1999 nur eins bis zwei, Tendenz weiter fallend. „Naturschutz ist sehr schwierig geworden”, kritisiert Neubauers Kompagnon Joachim Matthes, ”obwohl die Bedrohung des Schreiadlers bekannt ist, reagieren die Umweltministerien in Berlin und Schwerin einfach nicht.” </font></p>
<h2><a rel="bookmark" href="http://www.berliner-journalisten.com/blog/?p=299" title="Permanent Link to Gezielte Artenvernichtung in Deutschland und Medien-Tabus vor der UNO-Naturschutzkonferenz in Bonn.">Gezielte Artenvernichtung in Deutschland und Medien-Tabus vor der UNO-Naturschutzkonferenz in Bonn.</a></h2>
<p><strong>Zu den vielen bestgehüteten Tabus der deutschen Naturschutzpolitik zählt die Tatsache, daß in Ostdeutschland vor 1989 aus den bekannten Gründen die Artenvielfalt erheblich höher war als in Westdeutschland.</strong> <strong>Der international anerkannte Greifvogelexperte Dr. Michael Stubbe von der Universität Halle betonte: „Im Naturschutz brachte die Wende einen Rückfall in die Steinzeit.”</strong> 2002 erklärte das Bundesamt für Naturschutz, daß große Teile der „ostdeutschen Agrarlandschaft” im Vergleich zu Westdeutschland gemäß einer Studie immer noch eine relativ hohe Biotop-und Artenvielfalt aufweisen. „Es wird allerdings auch deutlich, daß gegenwärtig in Ostdeutschland eine zunehmende Angleichung an die arten-und individuenarmen westdeutschen Verhältnisse zu beobachten ist.” Artenvielfalt ist ein Hinweis darauf, wie es nicht nur ökologisch um die Qualität einer Region bestellt ist. Dr. Stubbe hat genaue Angaben zur Biodiversität vor dem Anschluß. Nach seinen Worten war die Artenvielfalt auf den Agro-Ökosystemen zur DDR-Zeit um das Zehnfache(!) höher als auf ”westdeutschen Gefilden.” Fachleute in ostdeutschen Umweltämtern haben die Angaben Stubbes bestätigt und immer wieder die zielstrebig nach der Wende betriebene Biotop-und Artenvernichtung beklagt. Zahlreiche DDR-Gesetze und Regelungen, die die gegenüber Westdeutschland weit höhere Biodiversität sicherten, seien radikal abgeschafft, außer Kraft gesetzt worden. „Viele hauptamtliche Naturschutzbeauftragte in Ostdeutschland kündigten von selbst, weil sie die Naturvernichtung nicht mehr mittragen wollten, erklärte ein angesehener Umweltexperte im Exklusivinterview. ”Für sensible Arten wird das Ende eingeläutet &#8211; in sehr kurzer Zeit wurden sehr bedenkliche Entwicklungen durchgepeitscht. Aufschlußreich, daß dieselbe Region Deutschlands sowohl von Artenrückgang als auch von Geburten-und Bevölkerungsrückgang betroffen ist. In vielen ostdeutschen Regionen wirken heute im Vergleich zu früher nicht nur die Gemeinden tot, sondern auch die Landschaften. Zehnfach höhere Artenvielfalt &#8211; eine interessante Tatsache, die indessen in den heißen medialen Umweltdiskussionen des Kalten Krieges nicht vorkam.</p>
<p>Ein weiteres, vor der UNO-Naturschutzkonferenz wohlgehütetes Medien-Tabu ist die Tatsache, daß als ökologisch gefeierte Windkraftwerke die Artenvernichtung keineswegs verringern, sondern fördern. Geradezu infantil mutet der Versuch an, den Zusammenhang zwischen flächendeckend aufgestellten Windkraftwerken und Artenrückgang leugnen zu wollen. Entsprechende Studien, die Kollisions-und Vertreibungswirkungen belegen, liegen längst auf dem Tisch, sind im Internet abrufbar.</p>
<p>Zu den interessantesten, hervorstechenden Sachverhalten der UNO-Naturschutzkonferenz in Bonn wird gehören, ob die einmalig brachiale Naturzerstörung im Nachwende-Ostdeutschland analysiert werden darf und die Medien ausnahmsweise darüber berichten &#8211; oder ob das brisante Thema schlichtweg wiederum unter den Tisch gekehrt wird.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Illegale Jagd bzw. Wilderei durch Jäger? Neoliberaler Alibi-&#8222;Naturschutz&#8220; in Deutschland.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/26/illegale-jagd-bzw-wilderei-durch-jager/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 17:03:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/745312/ Hintergrund: Mit Pulver und Blei auf Adler, Kraniche, Störche und Bussarde NABU Sachsen prangert naturfeindliche Gesetze an &#8222;Rehe, Wildschweine kamen beinahe täglich bis an meinen Gartenzaun, auch die Kinder haben sie gerne beobachtet&#8220;, erinnert sich der Thüringer Bernd Seidel. Nach 1989 war damit bald Schluß. &#8222;Seit die Westjäger rüberkommen und alles abknallen, was ihnen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/745312/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/745312/</a></p>
<p>Hintergrund:</p>
<p><strong>Mit Pulver und Blei auf Adler, Kraniche, Störche und Bussarde</strong><br />
NABU Sachsen prangert naturfeindliche Gesetze an<br />
&#8222;Rehe, Wildschweine kamen beinahe täglich bis an meinen Gartenzaun, auch die Kinder haben sie gerne beobachtet&#8220;, erinnert sich der Thüringer Bernd Seidel. Nach 1989 war damit bald Schluß.</p>
<p><span id="more-145"></span>&#8222;Seit die Westjäger rüberkommen und alles abknallen, was ihnen vor die Flinte kommt, sieht man viel seltener als früher mal ein Tier.&#8220; Seidel spricht aus, was im Osten viele denken.</p>
<p>Selbst im adlerreichsten Bundesland Brandenburg reißen nach 1990 erstaunliche Dinge ein. Horstschutzzonen werden dreist mißachtet, auch gräfliche Jagdkanzeln rechtswidrig direkt neben Nestern der seltenen Schreiadler errichtet, die im Westen längst ausgerottet sind. Eltern verlassen die Bruten, Junge verenden “ auch weil ABM-Brigaden mit den neuen, nervig knatternen Stihl-Motorsensen zur „Grabenpflege” mitten in der Brutzeit an Adlerhorste vorrücken. Greifvögel werden immer häufiger abgeschossen oder in Fallen gefangen, dann sadistisch getötet. Das ist nicht nur in Brandenburg ein neues Ã„rgernis: Denn in der DDR stehen generell alle Greifvögel unter Naturschutz, im Westen sind sie dagegen dem Jagdrecht untergeordnet “ nur zuviele Waidmänner mißachten dort Schonzeiten, holen sie vom Himmel “ die Statistiken sprechen Bände.<br />
Indessen “ auch in Brandenburg sind die Jäger als „Naturschutzverband” anerkannt, obwohl sie, für die meisten Umweltfreunde ein Unding, sogar in den Naturschutzgebieten nach wie vor auf Tiere schießen. Nicht nur Artenexperten erinnern sich, daß Jahre zuvor die Fachleute der nahe Himmelpfort gelegenen Station Woblitz fast überall in Brandenburg aktiv waren, Umweltstraftaten rasch entdeckten, häufig verhindern konnten. Heute wissen potentielle Täter, daß mit Ã„rger durch Woblitz kaum noch zu rechnen ist: Von ehemals vier Festangestellten blieb nur einer übrig, die anderen wurden versetzt. Doch selbst für die raren Wanderfalken ist kaum Zeit “ als unbekannte Täter im Schutzgebiet ein Junges vom Horst schießen, wird das erst zehn Tage später bemerkt. „Die Leute wissen genau “ wir sind nicht mehr präsent wie früher “ niemand paßt mehr auf, die Bürgernähe ist weg”, kommentiert Stationsleiter Paul Sömmer. „Ein Großschutzgebiet alleine nützt vielen Arten nix, wenn drumherum weiter rücksichtslose Land-und Forstwirtschaft betrieben wird.”<br />
Der Mann ist ein Naturschutz-Idealist, wie er im Buche steht. Sömmer stammt aus Ost-Berlin, wird zunächst Pfleger im Tierpark, schwärmt noch heute von Professor Dathe, war lange in dessen famosem Tierparkklub, beringt pro Jahr weit über einhundert Adler. Fallen irgendwo junge Falken, Habichte, Milane, Adler aus dem Nest und werden in Woblitz abgegeben, ohne daß der Fundort bekannt ist, weiß Sömmer, um welchen Horst es sich handeln könnte, oder welches Greifvogelpaar den Jungvogel problemlos adoptieren würde. Er nimmt den Nestling, klettert mit Steigeisen routiert den Baum hinauf, setzt den Vogel zwischen die anderen “ und die Sache geht glatt. Dazu gehört viel, viel Erfahrung. Rehe, Hirsche, selbst Füchse und Dachse dringen nachts bis auf das Stationsgelände vor, im Winter pflügen Wildschweine den großen Hof um. Das nächste Fischadlerpaar brütet nur dreihundert Meter entfernt auf einem Hochspannungsmast.<br />
Die zunehmenden Abschüsse bedrücken Sömmer. Gerichtsverwertbare Zeugenaussagen sind schwieriger als früher zu erlangen, da Abhängigkeiten zu neuen, auch adligen Wald-und Kiesgrubenbesitzern rasch wuchsen. Motto: „Wes Brot ich esse, des Lied ich singe”. Einer schiebt den Schwarzen Peter dem anderen zu, Wegsehen kommt in Mode. Die noch zu DDR-Zeiten gegründete Station erhält jetzt jährlich an die fünfhundert Großvögel “ erschlagen, abgeschossen, vergiftet, an Strommasten verunglückt, mit Glasflächen kollidiert. Von Bussarden und Eulen wurden weit über die Hälfte Opfer des zunehmenden Straßenverkehrs nach dem Anschluß, von den Störchen starben die meisten an Masten-Stromschlag, weitere an chronischer Mangelernährung und Schüssen. Habichte, theoretisch streng geschützt, werden gewöhnlich in Fallen gefangen und dann erschlagen, Bussarde weniger häufig.<br />
Die Recherche der wahren, konkreten Verlustursachen, Basis einer möglichen Anzeige, erfordert kriminalistisches Geschick “ doch die mit „Nachweisführung” beauftragte ABM-Kraft wurde eingespart, gut für die Täter. „Derzeit können die Naturschutzbehörden maximal nur ein Drittel der eigentlichen Naturschutzaufgaben bewältigen”, betont bereits 1996 der Referatsleiter für Naturschutzrecht im Potsdamer Umweltministerium, Ulrich Stöcker. „Heute wären es noch weniger.” Dennoch erklärt das Ministerium, von einer Kehrtwende, einem Roll-Back im Naturschutz könne keine Rede sein. Vielmehr sei dieser durch das Zusammenlegen von Landwirtschafts-und Umweltressort entschieden gestärkt worden. Stöcker habe recht. „Aber wir können nicht neben jeden Adlerhorst einen Naturwächter stellen.” Stimmt “ so sehen das auch die Umweltfreunde. Doch ein paar mehr Fachleute als heute müssens schon sein.<br />
Denn geradezu alarmierend ist eine Studie, die Paul Sömmer, Dr. Torsten Langgemach als Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow und der Experte Jörg Lippert über die illegale Verfolgung geschützter Vögel Berlins und Brandenburgs seit 1990 anfertigten. Alle drei dachten, daß solche Straftaten “ wie zu DDR-Zeiten &#8211; keine wesentliche Rolle mehr spielen “ mußten sich indessen vom Gegenteil überzeugen. „Dabei haben wir lediglich die Spitze des Eisbergs erfaßt.” Bei Parstein wird auf freiem Feld ein totes Seeadlerweibchen gefunden, das dort in seinem angestammten Revier gebrütet hätte. Im Körper Schrotkugeln, die eine chronische Vergiftung durch Blei bewirkten, den theoretisch streng geschützten Greifvogel immer stärker schwächten.”In einem toten Fischadler fanden wir sage und schreibe zweiunddreißig Schrotkugeln.” Auch Bussarde und Habichte, selbst Kolkraben, Schleier-und Waldohreulen sowie Kraniche, Schwäne und Störche würden erlegt, die Tendenz sei eindeutig steigend. „Bestimmte Kreise sind interessiert, daß solche Fälle nicht mehr aufgeklärt werden.” Immer mehr Leute fänden es schick, einen ausgestopften Adler an der Wand zu haben, Trophäenkult, Trophäenmessen, das gierige Streben nach ausgefallenen Besitztümern seien wieder große Mode. Bei Tierpräparatoren wurden auf Anhieb illegal erlegte Adler entdeckt.<br />
Auch den Brandenburger Grüne-Liga-Sprecher Norbert Wilke nervt hochherrschaftliches Jagdgebaren aus Leibeigenenzeiten:„Diese Hinwendung zur feudalen Trophäenjagd ist ein Rückschritt um Jahrhunderte. West-Jäger legen vieles um, was sie nicht dürfen “ Tiere, die in der DDR in Ruhe gelassen wurden. Gutbetuchte Ost-Jäger verfahren leider inzwischen ähnlich.” Andere Umweltaktivisten sehen sogar Verbindungen der Jagdlobby zu rechtsextremistischen Organisationen. Man jage nun auch im Osten wieder nach Generalfeldmarschall Hermann Görings Gesetz.<br />
Zu DDR-Zeiten wurden “ wegen des Naturschutzrechts “ verunglückte Adler zu Sömmer gebracht und untersucht. Heute ist das äußerst selten “ wegen des sogenannten jagdlichen Aneignungsrechts. Artenexperte Dr. Torsten Langgemach:”Wer heute einen abgeschossenen Adler im Wald findet, ihn in der Vogelwarte Buckow oder in Woblitz abgibt, macht sich sozusagen der Jagdwilderei schuldig.” Denn tote Greifvögel, abgeschossene Kraniche gehören nach dem Anschluß jetzt dem, der am Fundort das Jagdrecht hat. Damit wird es enorm schwierig, Täter zu ermitteln. Heißt es, der Adler sei halt im Revier gefunden worden, ist das nur zu oft eine Lüge. „Jäger heute sind oft sehr clever, nutzen Rechtsberatung, decken sich gegenseitig”, monieren Artenschützer. Auch in der Politik hätten sie Rückhalt und Einfluß, denn beim elitären, teuren Jagdvergnügen seien sogar Minister, Staatssekretäre und andere hohe Amtsträger sowie Bundestagsabgeordnete dabei “ wie westwärts schon lange üblich, würden öffentliche und private Interessen verquickt.<br />
Sömmer und andere Naturschutzexperten Brandenburgs stellen nicht zufällig die politische Forderung:”Greifvögel haben im Jagdrecht nichts zu suchen “ so, wie früher in der DDR, müssen sie herausgenommen werden.” Um dies zu erreichen, sei politischer Druck nötig. „Der NABU kam spät aus dem Mustopf”, so Sömmer,”erkennt aber jetzt allmählich das Problem, hat es trotz der Proteste jahrelang verschlafen.”<br />
Prof. Dr. Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes, nennt die Greifvogelstudie erschreckend; wieder Adler abzuschießen, sei pervers. „Doch wer das tut, tut es bewußt. Man hält heute auf alles drauf, was rumfliegt. Viele Naturschützer Brandenburgs sagen, daß es die Gastjäger aus dem Westen sind “ da ist wahrscheinlich was dran; es darf sich nicht jeder hier einen Adler einstecken!” Die Studie drückt sich keineswegs um dieses heikle, hochpolitische Thema herum: „Die Auffassung, daß gewohnheitsmäßiger Abschuß von Greifvögeln früher „bei uns” keine Rolle gespielt hat, aber nunmehr von Gastjägern aus anderen Bundesländern hereingetragen wird, wurde mehrfach von einheimischen Jägern geäußert.” Dr. Freude bemerkt, daß Wilderei zunimmt, Jagdverbände versuchen, vieles Illegale unter der Decke zu halten. ”In der DDR ließen sich Täter höchst einfach ermitteln, heute ist das sehr schwierig.”<br />
Aus Bayern ist bekannt, daß man die raren Eisvögel in Forellenzuchtanlagen sogar mit Fallen fängt, der früher an den bayrischen Gewässern häufige Fischadler bis heute trotz seines Schutzstatus erbarmungslos abgeschossen wird “ das einzige Brutpaar wird wie ein Staatsgeheimnis behandelt, der Horst rund um die Uhr bewacht. Brandenburg hat weit über zweihundert Paare, bei steigender Tendenz, die bislang ohne Aufpasser auskamen. Die neue Studie belegt allein drei Abschußfälle, in einem hatte man dem Tier auch noch die Fänge „sauber abgetrennt”.<br />
Zitiert wird ein aufgebrachter Neu-Jäger:”Was macht der Kolkrabe an meinem Fallwild? Das ist Jagdwilderei! Ich bezahle hier schließlich Pacht!”<br />
Ausgerechnet Greifvögeln der freien Natur „Wilderei” vorzuwerfen, wie es durch viele Jäger geschieht, zeigt deutlich, wieviel man vom Naturschutz tatsächlich versteht. Umweltamtschef Freude und Sömmer drücken sich vorsichtig aus “ Ost-Jäger und ehrenamtliche Naturschützer reden dagegen Klartext: Überall in den neuen Bundesländern gebe es jetzt Riesenprobleme mit den zumeist gutbetuchten oder gar adligen Westjägern “ die von ihnen beherrschten Jagdbehörden seien nur noch daran interessiert, daß seltene Tiere, wie Adler, „angeeignet” würden. „Alle toten Greifvögel müssen neuerdings dem Revierjäger gehören”, protestiert einer, „und sei es der fünfzehnte tote Seeadler!” Weil immer mehr Wildaufbruch mit zahlreichen Schrotkugeln darin von den Jägern achtlos in der Landschaft liegengelassen werde, vergifteten sich Greifvögel tödlich, die in der Natur als Gesundheitspolizei wirken, und wie Raben, Rotmilane oder Seeadler auch Aas fressen. „Die Praxis zeigt, daß nach der Wende zahlreiche der neu in Brandenburg Jagenden die Greifvögel nicht mal unterscheiden können, obwohl das theoretisch verlangt wird”, sagt ein Insider. Würden dann absurderweise Ausnahme-Abschußgenehmigungen etwa für Habichte erteilt, schössen die Grünrocke stets immer zahlreiche seltene Sperber, Kornweihen und andere Arten ab, bemerkten den Irrtum noch nicht mal, wenn sie die Vögel tot in der Hand hielten. Ein West-Jäger, wird berichtet, holte einen fliegenden Adler herunter, hielt ihn für eine Wildgans &#8211; ein anderer einen seltenen Wolf für einen streunenden Hund.<br />
Daß indessen gerade auch die stark angewachsenen Bestände von Prädatoren wie Waschbär oder Marderhund durch Jagd reguliert werden müssen, steht dagegen für fast jeden Naturfreund außer Frage.<br />
Auch in Mecklenburg-Vorpommern rebellieren Naturschutzaktivisten gegen die neuen Jagdsitten. Peter Strunk aus Stralsund verteidigt die bodenständigen Waidmänner aus der Region, hat mit denen schon zu DDR-Zeiten eng zusammengearbeitet. Nach der Wende werden die regelrecht über den Tisch gezogen, überfahren “ Wild wird zur Ware, Jagd verkommt zu Kommerz, westdeutsche Revierkonkurrenten, gelegentlich „Kulaken” genannt, mit hohem „Sozialstatus” kaufen Vorrechte. „Neuerdings gibts immer mehr Schießer, nicht Jäger, die irgendwo in Stuttgart oder München wohnen, aber hier große Wälder gekauft haben. Die kommen selten her, knallen “ rattattadong “ Wild ab, schießen Pachten leer, verschwinden wieder “ mit denen gibts viel Ã„rger! Da war ein kräftiger Hirsch, der seit Jahren für gesunden Nachwuchs sorgte, zur Freude der hiesigen Jäger “ und dann eines Tages “ bumm, lag er tot da. Die schwarzen Schafe haben einen teuren Pelz, haben das große Geld. Früher kamen Jagd und Naturschutz miteinander aus&#8230;”<br />
Schwer nachvollziehbar, wieso von den zuständigen Behörden die besonders grausame, dazu auffallend häufige Tötung von streng geschützten Habichten durch organisierte Taubenzüchter nicht unterbunden wird, Umweltminister und “behörden sogar den Verkauf und die öffentliche Werbung für Habichtskörbe zulassen. So werden 1998 in Liebenwalde mindestens zwei Tiere gefangen und im Ofen verbrannt, andere verstümmelt. 1996 präsentiert und tötet man einen Habicht sogar auf einer Versammlung von Taubenzüchtern. Bezeichnend, wie diese mit Locktauben umgehen “ mehrfach fand man sie verhungert in Greifvogelfallen. Auf einer Geflügelbörse werden 1998 neben anderen geschützten Greifvögeln auch zwei lebende Seeadler gegen Höchstgebot feilgehalten.<br />
Gravierende Verschlechterungen sieht auch Professor Michael Stubbe von der Martin-Luther-Universität Halle überall. „Dem Osten wurde einfach das Jagdsystem des Westens übergestülpt. Dabei hatte man Jagd bei uns sehr progressiv geregelt. Die DDR-Jäger waren in vorderster Front des Naturschutzes.” Auch er weiß von Greifvogelabschüssen, Problemen mit dem Bundesjagdgesetz.<br />
Man braucht nur in den Jagdzeitschriften zu blättern, und weiß rasch, wie heute der Hase läuft: Bei der Treibjagd werden sogar Hunde der Kollegen miterledigt “ doch keiner gibts zu, lieber vertuscht man die Tat. Logisch, daß dann Adlerabschüsse gleich gar nicht offengelegt, gegenüber der Öffentlichkeit unter den Teppich gekehrt werden, argumentieren Naturfreunde, weisen auf Fälle von Schießlust.<br />
In Mecklenburg-Vorpommern feuern zwei Jäger angeblich irrtümlich in einem Gerstenfeld auf über zwanzig illegale Ausländer &#8211; zwei Schleuser werden getötet. Die Täter flüchten, werden in erster Instanz freigesprochen. Der Tatverlauf exakt: Ein Ost-Revierpächter fährt mit zwei West-Jägern aus der Region Frankfurt/Main hinaus, der Westjäger schießt zuerst, dann der Ostjäger. Laut jenem West-Richter, der dem Schöffengericht vorsaß, das freisprach, war nicht nachzuweisen, wer die tödlichen Schüsse abgab. Dorfbewohner meinten, das Feuer, das die Toten verkohlen ließ, sei zwecks Tatvertuschung von den Jägern gelegt worden, dies sei aber ebenfalls nicht nachgewiesen worden. Die Jäger betonen, sie hätten gemeint, auf Wildschweine zu schießen.<br />
Deutschlands Jägerpräsident, der Großgrundbesitzer Constantin Freiherr von Heeremann, zuvor Chef des westdeutschen Bauernverbandes:”Das ist doch gerade das Interessante, daß Jagen Freude macht, daß auch der Trieb, Beute zu machen, in uns steckt.” Peter Friedrich Sieben, Geschäftsführer des Bayrischen Jagdverbandes erklärt gar, daß man „Freude an der Jagd und damit auch am Töten” haben kann.<br />
Nur gelegentlich blitzt Selbstkritik auf. So schreibt ein Waidmann in der Zeitschrift ”Unsere Jagd:”Begriffe wie Moral und Weidgerechtigkeit sind für viele Jäger ein Fremdwort geworden&#8230;.Wenn diese Eigenschaften mehr und mehr verlorengehen, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir von Jagdgegnern angefeindet werden.” Doch in derselben Ausgabe läßt sich ein Jäger stolz mit einundzwanzig durch Fallen getöteten, keineswegs häufigen Steinmardern abbilden, die Umweltschützer lieber weiterhin in der freien Natur beobachtet hätten. Der international anerkannte Greifvogelexperte Dr. Michael Stubbe von der Universität Halle erklärte:”Im Naturschutz brachte die Wende einen Rückfall in die Steinzeit.” 2002 erklärte das Bundesamt für Naturschutz, daß große Teile der „ostdeutschen Agrarlandschaft” im Vergleich zu Westdeutschland gemäß einer Studie immer noch eine relativ hohe Biotop-und Artenvielfalt aufweisen. „Es wird allerdings auch deutlich, daß gegenwärtig in Ostdeutschland eine zunehmende Angleichung an die arten-und individuenarmen westdeutschen Verhältnisse zu beobachten ist.”<br />
Die gelegentlich sogar von Grünen-Politikern wie Jürgen Trittin pro forma hoch bewertete Biodiversität, Artenvielfalt ist indessen ein Hinweis darauf, wie es ökologisch um die Qualität einer Region bestellt ist.Â  Der Experte Dr. Michael Stubbe hat genauere Angaben zur Biodiversität:”Die Artenvielfalt war auf den Agro-Ökosystemen zur DDR-Zeit um eine Zehnerpotenz höher als auf westdeutschen Gefilden.”</p>
<p>Fachleute in ostdeutschen Umweltämtern haben bestätigt, daß in der Tat die Artenvielfalt um das Zehnfache höher war.</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/13/wie-okologisch-tickt-umweltminister-gabriel-wirklichdie-trittin-kunast-flugaffare/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/13/wie-okologisch-tickt-umweltminister-gabriel-wirklichdie-trittin-kunast-flugaffare/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/08/deutschlands-arten-sterben-weiter-wwf-schlagt-alarm-laut-frankfurter-rundschau-wer-sind-die-politisch-verantwortlichen-dieser-verheerenden-umweltpolitik/#more-461">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/08/deutschlands-arten-sterben-weiter-wwf-schlagt-alarm-laut-frankfurter-rundschau-wer-sind-die-politisch-verantwortlichen-dieser-verheerenden-umweltpolitik/#more-461</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/09/deutschlands-schreiadler-nur-noch-in-ostdeutschland-dennoch-vom-aussterben-bedroht/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/05/09/deutschlands-schreiadler-nur-noch-in-ostdeutschland-dennoch-vom-aussterben-bedroht/</a></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/19/geschutzte-tiere-killen-neoliberaler-artenschutz-in-deutschland-wer-sind-die-politisch-verantwortlichen-in-berlin/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/19/geschutzte-tiere-killen-neoliberaler-artenschutz-in-deutschland-wer-sind-die-politisch-verantwortlichen-in-berlin/</a></p>
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