Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Relotius-SPIEGEL blamiert sich im Fall Manuel Diogo 2021 erneut bis auf die Knochen. Faktenresistenter Umgang von Westpolitikern, Westparteien, Westmedien mit dem Sachverhalt dürfte gängige Auffassungen der Ostdeutschen über gravierende Mentalitätsunterschiede, heftige soziokulturelle Kontraste zwischen Ost und West weiter verstärken. In der DDR war seit 1986 jedermann bekannt, daß Manuel Diogo nicht von Neonazis ermordet wurde…Auf westdeutscher Seite brauchte man immerhin über 35(!) Jahre, um zu der selben Erkenntnis zu gelangen…Wie lange wird es noch bei vielen anderen Sachverhalten eindeutiger Faktenlage dauern?

Dienstag, 16. März 2021 von Klaus Hart

(Eigentlich alles ein Leckerbissen für Kommunikationswissenschaftler, aber die dürfen nicht)

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Sao Paulo.

DER SPIEGEL, 16.3. 2021:https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/potsdam-tod-des-ddr-vertragsarbeiters-manuel-diogo-war-laut-staatsanwaltschaft-ein-unfall-a-65718da3-4bdd-46cb-8501-cf3780db1f83

“Angeblicher Mord durch Neonazis

Tod des DDR-Vertragsarbeiters Diogo war ein Unfall

Jahrelang ging man davon aus, der mosambikanische DDR-Vertragsarbeiter Manuel Diogo sei von Neonazis ermordet worden. Jetzt teilt die Staatsanwaltschaft mit: Die Unfalltheorie der DDR-Polizei war richtig…Der ostdeutsche Historiker Ulrich van der Heyden hingegen hatte die Mordtheorie stets als falsch bezeichnet. Er machte auf Fehler in der Berichterstattung aufmerksam und legte Beschwerde beim Rundfunkrat und der MDR-Intendanz ein – ohne Erfolg…Nach der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Potsdam wächst nun der Druck auf jene, die die Mordtheorie verbreitet haben, sich zu erklären…”(DER SPIEGEL zum Beispiel – siehe unten…)

Kuriose Formulierung – in der DDR ging “man” nicht davon aus, daß Diogo ermordet wurde.

Ostdeutsche, die von Westdeutschen etwa am Kneipentisch die West-Manuel-Diogo-Version vorgesetzt bekamen und daraufhin die Faktenlage präsentierten, merkten zum wiederholten Male, daß es angesichts üblicher westdeutscher Faktenresistenz und angemaßter Deutungs-und Interpretationshoheit absolut sinnlos ist, sich auf derartige Debatten einzulassen.

Wie der Relotius-SPIEGEL 2020 über den Fall berichtet hatte:https://www.spiegel.de/panorama/potsdam-staatsanwaltschaft-prueft-ungeklaerten-tod-eines-ddr-vertragsarbeiters-a-f1cc6043-7e2c-4a86-879b-e55f069431ed.

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“Staatsanwaltschaft prüft ungeklärten Tod eines DDR-Vertragsarbeiters”. Ausriß. Wieso “ungeklärt”/ungeklärt für wen – die Tücken des berüchtigten Spiegel-Journalismus…

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Wieso “Bekannter Diogos” – gemeint ist Ibraimo Alberto, der weder Bekannter noch Freund von Manuel Diogo war, wie Recherchen bestätigten. 2020 hatte der Relotius-Spiegel natürlich alle Quellen vorliegen, darunter Historiker Dr. Ulrich van der Heyden, die die offizielle Version widerlegten – nutzte diese Quellen aber vorhersehbar nicht.

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Der Relotius-Spiegel macht zudem heftig Propaganda für die Falschversion, stellt zudem faktenresistent viele irrwitzige Behauptungen über die DDR-Realität auf.

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Der Relotius-Spiegel besteht faktenresistent darauf, daß Manuel Diogo von DDR-Neonazis ermordet wurde:”Der Fall, um den es geht, hat ein reales Vorbild…Ein Hassverbrechen, begangen von Neonazis, das zwar teilweise aufgeklärt wurde, aber erst nach dem Ende der DDR an die Öffentlichkeit gelangte”.

Informationen über Zwischenfälle mit Ausländern verbreiteten sich in der DDR wie ein Lauffeuer, brauchten nicht im ND zu stehen. Ausländer selbst verbreiteten ihre Kenntnisse über Vorfälle rasch.

 https://www.spiegel.de/kultur/literatur/morduntersuchungskommission-von-max-annas-ottonormalpolizist-ost-a-1280477.html

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Steile Spiegel-Thesen über die DDR. Ostdeutsche sehen u.a. in diesen Tagen “Symptome eines zutiefst kaputten Systems” reichlich auf der Westseite. Wie eine großangelegte, teure Propagandaaktion gegen die DDR und ihre Bürger 2021 bombastisch scheitert.

Was DER SPIEGEL intellektuell-journalistisch nicht mehr packt, steht in der Berliner Zeitung – das Manuel-Diogo-Dossier: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/manuel-diogo

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