Wie es hieß, wurde die Tragödie, die zum Tod von 63 afrikanischen Flüchtlingen führte, durch einen „Katalog von Fehlern“ der NATO verursacht. Ironischerweise, so die Zeitungen, sei die NATO damals mit der Mission zum Schutze der Zivilisten Libyens befaßt gewesen, sei indessen untätig geblieben angesichts der Hilfsbitten vom Flüchtlingsschiff. Dieses hatte die heftig bombardierte libysche Hauptstadt Tripolis den Angaben zufolge am 27. März 2011 mit Äthiopiern, Nigerianern, Eriträern, Sudanesen und Ghanaern in Richtung Lampedusa verlassen. Lediglich ein Militärhubschrauber habe das Schiff überflogen und Hilfe angekündigt, die indessen nie gekommen sei. Die NATO gab danach bekannt, in der Tat über den Hilferuf informiert worden zu sein. Laut Europarat seien etwa 1500 Flüchtlinge allein 2011 im Meer umgekommen. Angesichts der damals vor allem im Mainstream geführten Propagandaschlacht ist es sehr interessant, noch einmal die Fakten aus der Zeit der Libyen-Intervention nachzulesen. Bis heute herrscht offiziell Stillschweigen über die zivilen Opfer der Bombardements, haben investigative Journalisten offenbar keinerlei Chance. Derzeit fallen die Libyen-Nachrichtensperren ins Auge.
Ausriß
Katholischer Bischof Martinelli in Tripolis:
“In diesem Krieg gibt es nur ein Ziel: sich die besten Förderstellen zu sichern, Libyens Gas- und Ölvorräte auszubeuten. Alle überlegen sich, wie sie als Erste an die Energievorräte herankommen. Tut mir leid, dass ich das so unverblümt sagen muss, aber der Egoismus der beteiligten Länder ist unübersehbar.”(Deutschlandfunk)