Brasiliens Sekte „Deus é Amor“ und ihr Megatempel in Sao Paulo
Die auch im multikulturellen Deutschland agierende brasilianische Sekte „Deus é Amor“, Gott ist Liebe, unterhält mitten in der drittgrößten Stadt der Erde, in der über tausend deutsche Firmen vertreten sind, den nach eigenen Angaben gewaltigsten Tempel der Welt, der über zweihunderttausend Menschen fassen könne. Im Megatempel werden täglich Wunderheilungen und Exorzismus praktiziert, treibt man von den Anhängern auf dubiose Weise Geld ein. Christoph Schlingensief war hier 2007, holte sich Anregungen, Inspiration…

Missionario David Miranda
Frei Betto, CIA, Sekten, „Freikirchen“: http://www.ila-bonn.de/brasilientexte/2007/ciasekten.htm
In Brasilien beklagen sich erstmals Indianerstämme über aggressive evangelikale Sekten in ihren Reservaten. So haben zwei Indio-Delegationen des größten nationalen Reservats nahe der westbrasilianischen Stadt Dourados jetzt bei der staatlichen Indianerschutzbehörde FUNAI entsprechende Gegenmaßnahmen gefordert.  Die Ureinwohner warfen den Sekten vor, gegen indianische Kulte und Riten zu hetzen. In jüngster Zeit seien fünf Gebetshäuser der Stämme des Reservats in Flammen aufgegangen. Ein angesehener religiöser Führer der Indios werde als „Gesandter des Satans“ bezeichnet.
Im Drittweltland Brasilien grassieren weiterhin Sextourismus und Kinderprostitution, treten sogar nordamerikanische Soldaten, die am Irakkrieg teilnehmen und in Rio de Janeiro Fronturlaub machen, als Sextouristen in Erscheinung. Bereits zehn-und elfjährige Mädchen bieten keineswegs nur in den Fremdenverkehrszentren ihren Körper für umgerechnet achtzig Cents feil. Brasiliens katholische Kirche bekämpft das sehr komplexe Phänomen mit Projekten verschiedenster Zielrichtung, beklagt indessen die fehlende Unterstützung des Staates ebenso wie die Förderung und Verharmlosung der Prostitution. Diese zerstöre die geistige und körperliche Gesundheit von Frauen so gravierend, daß selbst die brasilianische CARITAS eine Frührente für Prostituierte ab vierzig befürworte.
Fall Pastor Marcos Pereira: http://www.hart-brasilientexte.de/2013/09/23/brasilien-kultur-jose-junior-leiter-von-afroreggae-in-rio-de-janeiro-wegen-morddrohungen-durch-zehn-wachleute-beschutzt-klagt-verwicklung-von-evangelikalen-kirchen-ins-organisierte-verbrechen-an/
Wo Pastor Salles von der Assembleia de Deus auftritt, sind die Kirchen rappelvoll, können es Tausende kaum erwarten, daß er in seiner unnachahmlichen Weise schreit, stöhnt, schluchzt, heult wie ein Schloßhund. Wer als Mitteleuropäer da hineingerät, Brasiliens religiöse Szenerie noch nicht kennt, versteht womöglich die Welt nicht mehr. Darf das denn wahr sein, bin ich wirklich in einer Kirche und nicht im grotesken Spektakel eines gerissenen Scharlatans – und wieso protestiert denn keiner? Doch je stärker der Tobak von Pastor Salles, je lauter die zustimmenden Halleluja-Rufe der Gläubigen. „Ich war reich, hatte Villen und tausende Frauen – in Rio de Janeiro hörten tausende schwerbewaffnete Banditen auf mein Kommando”, beeindruckt der Prediger. „Ich war ein Bankräuber und Berufskiller – so viele Opfer flehten vergeblich um Barmherzigkeit!”