Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasilien 2016: Zika-Epidemie breitet sich in wirtschaftlich wichtigstem Teilstaat Sao Paulo immer rascher aus – mindestens 15 Städte bereits betroffen. Deutsche Medien mit infantilem Regierungs-Agitprop über angeblich energischen Kampf gegen die Überträger-Moskitos. Auf rd. 4 Millionen verteilten Flugblättern steht, was ohnehin fast jedermann über Zika, Dengue etc. weiß. An Brasiliens Analphabeten, funktionellen Analphabeten, sehr Niedriggebildeten gehen die „Kampagnen“ vorbei. Mentalitätsfaktoren üblicherweise ausgeklammert.

Sonntag, 14. Februar 2016 von Klaus Hart

Denguefieber-Reisewarnung für Brasilien bereits 2009 – Zika und Dengue also keine Überraschung…

http://saude.estadao.com.br/noticias/geral,zika-avanca-pelo-vale-do-paraiba-e-oeste-de-sp-e-ja-atinge-pelo-menos-15-cidades,10000016208

Hintergrund von 2011(!):

gesundheitswesenschlangesp2011.JPG

Menschenschlange vor Gesundheitsposten in Sao Paulo – Ausriß. Wie es heißt, stehen 6.30 Uhr frühs bereits fast 300 Leute in der Schlange, um einen Arzttermin im öffentlichen Gesundheitswesen der reichsten Stadt Lateinamerikas zu ergattern.  Der Arztbesuch, ob beim Gynäkologen oder beim Kinderarzt, sei dann indessen erst nach mehr als einem Monat möglich. Wie unter Staatschef Lula, dessen Chefministerin des Zivilkabinetts just die jetzige Präsidentin Dilma Rousseff war, ist das öffentliche Gesundheitswesen der achtgrößten Wirtschaftsnation laut Experteneinschätzung weiter schlecht bis katastrophal, sterben laut Kirchenangaben sogar Kranke in den Warteschlangen der Hospitäler und Kliniken. In Rio de Janeiro droht eine weitere Epidemie des tödlichen Dengue-Fiebers. Derzeit diskutiert die Regierung über neue Steuern und Abgaben, um fehlende Gesundheits-Gelder zu beschaffen. Opposition und Unternehmerschaft betonen, daß Mittel auch wegen der überbordenden Staats-Korruption fehlen. Die Rousseff-Regierung steckt seit Monaten in einer tiefen Korruptionskrise.(2011)

Die Lage im öffentlichen Gesundheitswesen Brasiliens hat sich inzwischen dermaßen verschlechtert, daß selbst dringliche Operationen an Unfallverletzten vielerorts nicht mehr unverzüglich vorgenommen werden können, weil Ärzte, Krankenschwestern etc. fehlen.Unfallverletzte warten oft mehrere Wochen – und länger – auf eine Operation.  Die Dauerkrise im öffentlichen Gesundheitswesen führt u.a. selbst in Millionenstädten von Nordostbrasilien dazu, daß Familienangehörige einen beträchtlichen Teil der täglichen Betreuung von Kranken in den Hospitälern  übernehmen müssen, darunter das Bringen von diesen auf die Toilette, ins Bad etc. Solche Familienangehörige tragen dann notgedrungen auch jene Unfallverletzten ins Klo, die keine Angehörigen haben. Derartige Verhältnisse erinnern an Zustände in afrikanischen Ländern. Viele, die auf das Einsetzen eines Herzschrittmachers warten, sterben vorher. Die Qualität derartiger Apparate, aber auch Prothesen, ist so niedrig, daß Ärzte u.a. empfehlen, mit Schrittmachern nicht an den Strand zu gehen, weil diese korrodieren könnten. Gerade in deutlich unterentwickelten Regionen Brasiliens mit fortdauernder Bevölkerungsexplosion steigt die Verkehrsunfallrate stetig an, weil selbst  Analphabeten mit Motorrad, PKW, LKW unterwegs sind. Mittel-und Oberschicht sind von der Krise des Gesundheitswesens nicht bzw. kaum betroffen, sind privat versichert, nutzen Privatärzte, Privatkliniken etc. 

Deutsche Regierungspolitiker haben derartige archaisch-neoliberalen Zustände nie an starkem Lob für den strategischen Partner Brasilien gehindert – was Bände über Wertvorstellungen spricht. 

 

Brasilien-Daten:http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

Deutsche Lügenpresse und   Zika-Epidemie:http://www.hart-brasilientexte.de/2016/02/15/brasilien-zika-und-dengue-epidemie-2016-deutsche-luegenpresse-verschweigt-gezielt-dass-brasilianische-soldaten-zwecks-moskitobekaempfung-nicht-in-die-herrschaftsgebiete-parallelstaaten-des-or/

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Cholera-Warnung in Rio de Janeiros Stadtteil Lapa. “Cholera. Sei vorsichtig. Habe keine Angst.”

Cholera in Brasilien, US-Hinterhof, strategischer Partner der Merkel-Gabriel-Regierung – Cholera-Bakterien 2015 erstmals in Hauptstadt Brasilia registriert:http://www.correiobraziliense.com.br/app/noticia/cidades/2015/09/04/interna_cidadesdf,497344/pela-primeira-vez-na-historia-df-registra-bacteria-da-colera.shtml

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 Tropenschwüle,  35 – 40 Grad Hitze – beste Ausbreitungsbedingungen für Viren und Bakterien wie hier im Nordosten auf einem Großstadt-Fleischmarkt.

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    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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