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„Colegas estrangeiros: Mosambikaner in der DDR“. „Stimme der DDR“ interviewt Historiker Dr. Ulrich van der Heyden. Der Fall Manuel Diogo…

Freitag, 29. Oktober 2021 von Klaus Hart

Bild zeigt BuchcoverDie DDR hat ausländische Arbeiter ausgebildet und dann einige Jahre in der Produktion beschäftigt. Um die marode Wirtschaft am Laufen zu halten, erzählt das gängigste Narrativ. Der auf Afrika spezialisierte Historiker Ulrich van der Heyden korrigiert dieses Bild: in seinem Buch Das gescheiterte Experiment. Vertragsarbeiter aus Mosambik in der DDR-Wirtschaft (1979–1990). Und hier im Interview.

Herr van der Heyden, sollten die Mosambikaner tatsächlich die DDR-Wirtschaft retten?

Das Motiv fehlender Arbeitskräfte rückte erst in späteren Jahren an vordere Stelle und war auch dann nicht ausschlaggebend, weil das solidarische Element bei diesem einem der größten transatlantischen Arbeitsmigrationsprozesse im Vordergrund stand. Bezieht man die Ausbildung mit ein, die auf Kosten der DDR erfolgte, war es sogar das weltweit größte entwicklungspolitische transkontinentale Projekt in der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Am Beginn stand die dringende Bitte Maputos, die jungen Leute von den Straßen Mosambiks zu bekommen. Die Situation war so prekär und auf Grund des Bürgerkrieges so lebensbedrohlich, dass deren Regierung dachte, sie am schnellsten als Hilfsarbeiter aus dem Lande zu bekommen. Aber die DDR-Regierung weigerte sich und so kamen die jungen Leute erst einmal in die Betriebe der DDR, um eine Berufsausbildung zu erlangen. Gleichzeitig unterstützte die DDR den jungen afrikanischen Nationalstaat beim Aufbau von Produktionsstätten. Die dritte Säule war die versprochene Abnahme von Produkten nach der geplanten und bereits in Angriff genommenen Errichtung von Industriestätten.

Die Mosambikaner waren nicht die einzigen Menschen aus den Ländern der sogenannten Dritten Welt, die in den DDR-Betrieben ausgebildet wurden und dann noch einige Jahre zur Erlangung von praktischen Erfahrungen für den Einsatz in den Betrieben ihrer jeweiligen nationalen Wirtschaften arbeiteten. Andere Vertragsarbeiter kamen etwa aus Vietnam, Kuba, Angola.

https://wp.stimmederddr.de/wp3/?p=4019

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Fall Manuel Diogo: http://www.hart-brasilientexte.de/2021/07/01/fall-manuel-diogo-folge-8-wie-der-mdr-den-spiess-umdreht-berliner-zeitung-2021-ein-zeitdokument-ueber-die-ard/

http://www.hart-brasilientexte.de/2021/06/26/lovemobil-und-ard-dokus-ueber-den-fall-manuel-diogoschatten-auf-der-voelkerfreundschaft-etc-wie-mit-zweierlei-mass-gemessen-wird-zensur-politische-einflussnahme-von-oben-spiel-mit-d/

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-Ausriß.

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Typischer Nazi unter Honecker(?)DDR-Neonazis hatten offenbar sehr markante Gebisse.

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