Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

„Brazil’s economy The 50-year snooze. Brazilian workers are gloriously unproductive.“ The Economist 2014 mit Uraltbekanntem, die unübersehbaren soziokulturellen Faktoren, fehlende Modernisierungsmentalität allerorten. (Vor Ostern riesige Schlangen vor Supermarkt-Schnellkassen Sao Paulos, weil nicht einmal die Hälfte der Kassen besetzt ist…)

...Apart from a brief spurt in the 1960s and 1970s, output per worker has either slipped or stagnated over the past half century, in contrast to most other big emerging economies (see chart). Total-factor productivity, which gauges the efficiency with which both capital and labour are used, is lower now than it was in 1960. Labour productivity accounted for 40% of Brazil’s GDP growth between 1990 and 2012, compared with 91% in China and 67% in India, according to McKinsey, a consultancy. The remainder came from an expansion of the workforce as a result of favourable demography, formalisation and low unemployment. This will slow to 1% a year in the next decade, says Mr Bonelli. If the economy is to grow any faster than its current pace of 2% or so a year, Brazilians will need to become more productive.

Economists trot out familiar reasons for the performance. Brazil invests just 2.2% of its GDP in infrastructure, well below the developing-world average of 5.1%. Of the 278,000 patents granted last year by the United States patent office, just 254 went to inventors from Brazil, which accounts for 3% of the world’s output and people. Brazil’s spending on education as a share of GDP has risen to rich-world levels, but quality has not, with pupils among the worst-performing in standardised tests. Mr Watkins complains that his 18-year-old barbecuers have the skills of 14-year-old Americans… The Economist

Nickerchen mittags am Straßenpfosten, Sao Paulo.

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“Boomland” Brasilien – die angeblich aufstrebende Wirtschaftsmacht, “Global Player”: “Warum sind wir so unproduktiv.” Führende Wirtschaftszeitschrift “Exame” beschreibt Brasiliens enormen wirtschaftlichen Rückstand. “Ein einziger Arbeiter in den USA produziert genausoviel wie fünf Brasilianer.” Hinweis auf enorme soziokulturelle Unterschiede. “BILD.DE ERKLÄRT DAS WIRTSCHAFTS-WUNDERLAND.” **

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http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/27/boomland-brasilien-zentralbank-reduziert-wachstumserwartung-fur-2012-von-zuletzt-25-auf-nunmehr-16-prozent-unabhangige-institute-liegen-deutlich-darunter/

“Vorzeige”-Unternehmer Eike Batista 2013:  http://www.hart-brasilientexte.de/2013/04/21/brasilien-rettung-fur-holding-des-bisherigen-vorzeige-unternehmers-und-multimilliardars-eike-batista-durch-rousseff-regierung-im-gange-laut-landesmedien-enorme-wertverluste-an-der-borse-fe/

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Laut Angaben von “Exame” stagniert Brasiliens Produktivität seit drei Jahrzehnten. In den Jahren nach 2000 stieg die Produktivität jährlich nur um 0,9 Prozent – was nicht ausreichte, die vorangegangene Produktivitätsverringerung auszugleichen. Die USA investieren sechsmal mehr als Brasilien, das Pro-Kopf-Einkommen in den Vereinigten Staaten ist fünfmal höher als in Brasilien. Brasilianer arbeiten mehr Stunden als die Bevölkerung in den meisten hochentwickelten Staaten, beispielsweise in Deutschland. Mit weniger Arbeitsstunden ist der deutsche Arbeiter viermal produktiver als der brasilianische, laut Exame. Brasiliens Produktivität ist die gleiche wie in den siebziger Jahren, was gravierende Auswirkungen auf das Land und dessen Unternehmen hat.

Zu den Gründen der niedrigen Produktivität zählt Exame das niedrige Bildungsniveau. Brasilien haben im Durchschnitt nur 7,5 Schuljahre aufzuweisen, die Nordamerikaner dagegen zwölf. Nur 35 Prozent der Schüler in den brasilianischen Mittelschulen sind tatsächlich alphabetisiert – sind also u.a. fähig, eine Gebrauchsanweisung komplett zu verstehen. Der Software-Hersteller Totvs in Sao Paulo mit 5600 Angestellten mußte in Mountain View im US-Silicone Valley eine Filiale mit 12 Angestellten eröffnen, um dort komplett die Totvs-Softwares zu entwickeln. Der Totvs-Chef Cosentini:”Es gibt in Brasilien schlichtweg keine Leute, die das machen könnten.” Ein brasilianischer Angestellter hat eine Anlernzeit von bis zu 120 Tagen – bei einem Beschäftigten in den USA reichen 30 Tage. “Der Nordamerikaner kommt schon zuverlässig und bereit ins Unternehmen”, laut Cosentini. “Brasilien ist mangelhaft und schwach bei allen für die Produktivität wichtigen Faktoren, wie Innovation, Bildung und Infrastruktur”, laut Gustavo Franco, Ex-Chef der Zentralbank. In Norwegen, so ein weiteres von Exame genanntes Beispiel, leisten drei Personen in einem Verkaufsunternehmen die gleiche Arbeit, für die in Brasilien 18 Leute nötig sind. In Brasiliens Landwirtschaft haben lediglich etwa 20 Prozent der Produzenten eine mittlere oder hohe Produktivität.

 Indessen heißt es selbst in offiziellen mitteleuropäischen Darstellungen 2013, Brasilien sei exzellent in Wirtschaft und Wissenschaft. 

Beispiele für niedrige Produktivität kann jedermann täglich im brasilianischen Alltag beobachten: Um ein etwa siebzig Meter langes Stück Fußweg  nahe der Avenida Paulista auszubessern, brauchen 2013 in Sao Paulo etwa acht Arbeitskräfte  bereits 6 Wochen – in Ländern wie Deutschland wäre die Ausbesserung an einem Vormittag erledigt.

“Die Wirtschaft boomt im fünftgrößten Land der Erde.” Die Zeit 2013

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/27/doing-business-ranking-der-weltbank-brasilien-verschlechterte-sich-gegenuber-2011-um-sechs-platze-fiel-auf-rang-126-zuruck/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/08/14/brasiliens-grauenhaft-falsche-wirtschaftliche-vorhersagen-wirtschaftsjournalistin-miriam-leitaoo-globo-macht-sich-uber-fehlenden-okonomischen-sachverstand-von-regierung-banken-consulting-firmen-l/

Anteil am Welthandel nur ein einziges Prozent:

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/18/brasilien-anteil-am-welthandel-lediglich-ein-einziges-prozent-laut-neuer-landesstudie-billigprodukte-wie-commodities-sind-wieder-hauptexportguter/ 

BILD.DE ERKLÄRT DAS WIRTSCHAFTS-WUNDERLAND.

Bildzeitung:  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/29/brasilien-boomt-wirtschafts-sensation-am-zuckerhut-bildzeitung/

http://www.hart-brasilientexte.de/2012/09/05/olriese-brasilien-nicht-mehr-selbstversorger-wachsende-kraftstoff-importe-sinkende-forderung-erstmals-hoher-verlust-laut-nationalen-wirtschaftsmedien/

“Die Welt”:  http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13665169/Brasilien-ist-die-Wirtschaftsmacht-der-Zukunft.html

2013 startet Deutschlandjahr in Brasilien:  http://www.alemanha-e-brasil.org/de

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/brasilien-daten-statistiken-bewertungen-rankings/

“Dank seiner hohen Investitionen in den immer größeren und komplexeren ITK-Sektor sowie dem starken wirtschaftlichen Aufschwung steht Brasilien heute weltweit als Musterland dar. Auch der Ausblick ist unvermindert positiv.” Cebit-Einschaetzung 2012

In der UNESCO-Bildungsstatistik liegt Deutschland auf Platz 13, Brasilien nur auf Platz 88. Entsprechend gering ist in Brasilien u.a. das Verständnis für deutsche Kultur – erheblich größer in Ländern Lateinamerikas, die bessere Plätze belegen.  http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/ED/pdf/gmr2011-efa-development-index.pdf

Brasiliens führende Wirtschaftszeitung “Valor economico” über lügende Top-Manager:”Studie über 330 Top-Manager zeigt, daß Entscheider die Angestellten, Kunden und sogar die Regierung anlügen.” Top-Entscheider-Sprüche werden weltweit fast problemlos in die Medien durchgeschaltet – mit bekanntem Ergebnis. **

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 ”Os dirigentes brasileiros mentem.”

Laut Valor economico haben die Top-Manager eingeräumt, daß in ihren Unternehmen das Lügen gängig sei – in Angelegenheiten, die Angestellte, Zulieferer, Partner und sogar die Regierung betreffen. “Sie sagen eine Sache, und tun etwas ganz anderes.” 74 Prozent hätten zugegeben, daß der offizielle Diskurs das Gegenteil von dem sei, was in der Praxis geschehe. In den brasilianischen Unternehmen sei Autoritarismus vorherrschend. Von demokratischer Führung zu reden, sei eine große Lüge. Unter Top-Managern jemanden “Amigo” zu nennen, bedeute garnichts, da hinter dessen Rücken” jeder mit dem Messer auf diesen einsticht”. Klassischer Fall sei, daß der Manager etwas abstreite, was er tatsächlich gesagt habe. 

Parallelen zu anderen Ländern sind natürlich wie immer rein zufällig…

(Laut elektronischer Statistik finden die Wirtschaftsthemen  dieser Website bei den Lesern das größte Interesse, werden Wirtschaftstexte am meisten angeklickt.)

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“Während die Regierenden untätig bleiben, mordet PCC weiter Polizeibeamte” – Spruchband. (PCC – Brasiliens führende, mächtigste Verbrecherorganisation)

“PCC tötet Polizeibeamte rasch – die Regierung nach und nach.”

Ökumenische Gedenkveranstaltung für bei Attentaten getötete Polizeibeamte Sao Paulos:  http://www.hart-brasilientexte.de/2012/11/15/brasilien-eine-schwache-regierung-in-geheimem-einverstandnis-mit-dem-organisierten-verbrechen-okumenische-protestveranstaltung-zum-gedenken-an-die-rund-100-bisher-in-sao-paulo-bei-attentaten-d/

Dieser Beitrag wurde am Freitag, 18. April 2014 um 19:11 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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