Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Rio+20. “Nicht nur Schwein gehabt – Erfahrungen und Geschichten einer Bürgerinitiative.” Autor Bernhard Schneider aus Lodersleben. “Mut machen und großen Erfahrungsschatz vermitteln.” Kampf gegen gezielte Umweltvernichtung in Ostdeutschland. Wie “umweltfreundlich” sind Windkraftwerke, die sogar seltenste, streng geschützte Tiere töten?

http://www.amazon.de/Nicht-nur-Schwein-gehabt-B%C3%BCrgerinitiative/dp/3866349262

“Er wolle mit dem Buch klar machen, dass sachliche Aufklärung, straffe Organisation, kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit, überparteiliches Auftreten und schließlich der Aufbau einer breit angelegten Bürgerbewegung, die zum Sprachrohr für die Menschen der Region wurde, wichtige Bausteine des Erfolges waren. “Wir haben gezeigt, was Bürger erreichen können, wenn ihre Sorgen ein unüberhörbares Sprachrohr finden. Ich will auch Mut machen all denen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie wir, und ich möchte Danke sagen all denen, die mitgewirkt haben an dem Erfolg.” Deshalb habe er auch den Titel “Nicht nur Schwein gehabt” gewählt. Nichts sei ihnen in den Schoß gefallen, der Erfolg wurde hart erkämpft.”

http://www.naumburger-tageblatt.de/ntb/ContentServer?pagename=ntb/page&atype=ksArtikel&aid=1269291668542&openMenu=1012902958704&calledPageId=1012902958704&listid=1018348861894

http://cms.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/XPage&atype=ksArtikel&aid=1246046603753&template=Druckfassung&si%

1. März 2013

BUND Thüringen gewinnt Klage gegen Schweinefabrik in Oldisleben

Der BUND Thüringen hat die Klage gegen die Genehmigung der Schweinefabrik für mehr als 8.000 Schweine in Oldisleben gewonnen. Nach mehrstündiger Verhandlung am 27.2.13 hat das Verwaltungsgericht in Weimar die Entscheidung des Landesverwaltungsamtes zur Errichtung der Anlage aufgehoben.

„Das Gerichtsurteil ist ein gutes Zeichen für die Stadt Bad Frankenhausen und die dortige Reha-Klinik, die nun nicht mehr um Ihren Status als Kureinrichtungen bangen müssen. Damit sind auch die Arbeitsplätze in diesem Bereich gesichert. Wir empfinden keinen Triumph über das Gerichtsurteil, sondern sind dankbar für die weise Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Weimar“, ist der Sprecher der Bürgerinitiative „Diamantene Aue“, Ulf Tettenborn, erleichtert. (BUND aktuell)

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/07/15/tobias-durr-die-staatliche-vogelschutzwarte-brandenburg-handfeste-daten-uber-die-gesetzwidrige-vernichtung-streng-geschutzter-tiere-durch-windkraftwerke-und-ministeriumserklarungenwir-fordern-e/

http://www.hart-brasilientexte.de/2010/09/20/die-brisante-statistik-der-vogelschutzwarte-brandenburg-uber-anflug-und-schlagopfer-von-vogeln-und-fledermausen-an-windkraftwerken-deutschlands-fakten-contra-propaganda/

“Der Milan dreht ab” – zitiert aus “Kleinod Hakelwald”. Die wahren Ziele des heutigen offiziellen “Naturschutzes” und der Alibi-Öko-Organisationen. Alle Warnungen zum Rotmilan waren bis ins Detail bekannt…Mythen und Fakten. **

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 http://www.der-hakel.de/

Der Milan dreht ab

(von Hendrik Kranert, 06.04.2010, Mitteldeutsche Zeitung/Naumburger Tageblatt)

HETEBORN/MZ. In Sachsen-Anhalt droht eines der wichtigsten Vogelschutzgebiete seine Bedeutung zu verlieren. Im Hakel, einem Waldgebiet bei Aschersleben, ist die Greifvögel-Population dramatisch gesunken. “Es ist fünf nach zwölf, weil Sachsen-Anhalt bis heute keinen Managementplan für einen allumfassenden Schutz des Gebietes aufgestellt hat”, sagte Andreas von Lindeiner, Präsident des Rates für Vogelschutz in Deutschland. Den Plan wird es indes nach Aussagen des Umweltministeriums nicht geben. “Wir erarbeiten stattdessen eine alternative Regelung für die Forstwirtschaft im Hakel”, so Ministeriumssprecher Thomas Kunstmann.

http://www.nabu.de/nh/300/adler300.htm

http://www.zeit.de/2000/09/Boese_Blaubluetige

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Mythen und Fakten.

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/30/wie-war-es-im-kalten-krieg-die-zeit-uber-die-macht-der-nazis/

Ein mildes Licht bricht sich dieser Tage im Hakel seine Bahn. Noch hält kein Blatt an uralten Eichen und Buchen die Sonnenstrahlen zurück, denen sich abertausende Buschwindröschen entgegenrecken. Ein riesiger Teppich in weißem und zartrosa Pastell breitet sich aus. Die Idylle vom Wald – hier, in dem winzigen Naturschutzgebiet, das wie eine Insel zwischen Harzvorland und Börde liegt, ist sie zu finden. Doch Michael Stubbe hat dafür keinen Blick mehr. Der Zoologe von der Uni Halle, der seit 30 Jahren im Hakel forscht, braucht nur ein einziges Wort, um die Situation im Hakel zu beschreiben: “Katastrophal.”

Stubbes Pessimismus nährt sich aus dem, was der Hakel einmal war und inzwischen geworden ist: In dem gerade einmal sechs Kilometer langen und ungefähr genau so breiten Schutzgebiet brüteten zu DDR-Zeiten 130 Paare des vom Aussterben bedrohten Roten Milans. Hinzu kamen sein Verwandter, der Schwarze Milan, und etliche Schreiadler-Pärchen – beide Arten ebenfalls stark gefährdet. “Der Hakel war ein Top-Gebiet in Deutschland, ja in Europa”, sagt Andreas von Lindeiner, Präsident des Rates für Vogelschutz in Deutschland. Nirgendwo sonst in Deutschland gab es eine höhere Greifvogeldichte – mehr Rote Milane brüteten nur noch in Spanien auf so kleiner Fläche. Aus diesem Grund wurde das Reservat 1992 in den Rang eines Europäischen Vogelschutzgebietes erhoben.

Zu diesem Zeitpunkt begann im Hakel bereits die Greifvogel-Population zu sinken. Den Grund sehen Experten in der Umstellung der Landwirtschaft nach der Wiedervereinigung. Von den bis zu 30 Feldfruchtarten, die noch 1989 angebaut wurden, blieben nur etwa fünf übrig, schätzt Stubbe. Vor allem der Raps macht den Greifen zu schaffen. Dessen Pflanzenteppich ist so dicht, dass Milan und Co. ihre Beute – Mäuse und Hamster – nicht mehr ausmachen können. Die Altvögel begegnen der Misere mit einer Ausdehnung ihres Aktionsradius hin in menschliche Siedlungen. Sie geben sich auch mit abgenagte Kotelettknochen zufrieden. Doch für die Jungvögel im Nest reicht es nicht – die verhungern, sagt Stubbe.

Im Jahr 2000 wurde der dramatische Rückgang der Greife im Hakel immer offenkundiger – auf mehreren Konferenzen wurde nach einer Lösung gesucht und auch scheinbar gefunden: Die Felder sollten Mäuse- und Hamster- und damit Greifvogel-freundlicher werden. Allein die Deutsche Bundesstiftung Umwelt stellten eine Dreiviertel Million Euro zur Verfügung, um mehr als 60 Kilometer Feldhecken zu pflanzen, Feldwege zu schmälern, Streuobstwiesen anzulegen und Luzerne anzupflanzen. Diese Futterpflanze war es, die nach Ansicht des Hederslebener Landwirts Lutz Trautmann zu DDR-Zeiten dafür sorgte, dass sich der Milan so vermehren konnte. Luzerne wurde geerntet, wenn die Milane brüteten – der rechte Zeitpunkt, um ausreichend Beute zu machen. “Hinter manchem Häcksler sind die Milane hergezogen wie Möwen hinter einem Fischkutter”, so Trautmann.

Doch als das Hakel-Projekt vor drei Jahren auslief, hatte sich die Population des Roten und des Schwarzen Milans nicht erholt – im Gegenteil. “Wir haben derzeit gerade noch fünf Brutpaare je Art”, sagt Zoologe Stubbe. Bei den Schreiadlern ist es gar nur noch ein Pärchen. Da ist es für Stubbe auch kein Trost, dass in diesem Jahr zum ersten Mal ein Paar Seeadler im Hakel brütet.

Den sich “dramatisch verschlechternden Zustand” führt Stubbe auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen kümmere sich nach Auslaufen des Hakel-Projektes niemand mehr um die Pflege der Feldhecken und Streuobstwiesen. Schlimmer aber sei, dass im Hakel selber die Forstwirtschaft ohne Rücksicht auf die Greife zu Werke gehe. “Da wird Holz eingeschlagen, was das Zeug hält, darunter befinden sich auch viele Horst-Bäume”, so Stubbe. Besonders empörend sei, dass dies auch nach dem 15. März erfolge – wo dieses Arbeiten hätten beendet sein müssen. Und inmitten des Jagdreviers der Vögel würden immer mehr Windkraftanlagen gebaut. “Die sind gerade für den Roten Milan gefährlich, weil der genau in der Höhe der Rotorblätter seine Kreise zieht”, bestätigt Vogelschutz-Präsident von Lindeiner.

Kurz: Das Land Sachsen-Anhalt vernachlässige sträflich das von der EU auferlegte Verschlechterungsverbot für solche herausragenden Schutzgebiete. “Es gibt noch immer keinen Managementplan für den Hakel, obwohl wir den seit Jahren fordern”, sagt Stubbe. Das Land habe trotz Millionen-Förderung von der EU keinen aufgestellt – und will dies auch künftig nicht tun, wie ein Sprecher des Umweltministeriums sagte. Man halte Sonderregelungen für den Holzeinschlag für ausreichend.

Derweil droht den verbliebenen Greifen im Hakel neue Gefahr: Nur zwei Kilometer nordöstlich beginnt die Startbahn des Flughafens Cochstedt. Dort soll bald der reguläre Betrieb mit großen Jets beginnen. Der Naturschutzbund ist zwar nach Aussagen seiner Landeschefin Annette Leipelt nicht generell gegen den Flugbetrieb. “Wir pochen aber zum Schutz der Greife auf eine südliche Anflugroute.” Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) habe ihr versprochen, sie in die Planungen mit einzubeziehen. “Bis heute habe ich aber noch nichts von ihm gehört”, so Leipelt. Zoologe Stubbe bleibt da pessimistisch: “Wenn das so weitergeht, kann ich 30 Jahre Forschung in die Tonne kloppen.”

Windkraftpropaganda im Internet:

“Windräder schützen Vögel”

Windräder stören weder Hasen noch Vögel”http://www.hart-brasilientexte.de/2009/11/14/selten-hat-sich-eine-moderne-gesellschaft-schneller-und-radikaler-von-einem-mehrheitlich-akzeptierten-postulat-verabschiedet-als-die-deutschen-vom-schutz-der-natur-horst-stern-bereits-1996-manf/

Renommierte Artenschutzexperten Ostdeutschlands betonten 2011 im Website-Interview, beim Rotmilan seien nach dem Anschluß von 1990 nur Rückgänge zu verzeichnen. 2011 habe es im Hakel gerade drei erfolgreiche Rotmilanbruten gegeben. Zu den Gründen allgemeinen Artenrückgangs zähle die naturfeindliche neue Landwirtschaft, die u.a. die letzten Hecken vernichte, den Boden auslauge, viel mehr Agrargifte einsetze als vor dem Anschluß. Nicht zufällig nehme selbst der Bestand an Feldlerchen ab. Windkraftanlagen werden gerade bei Greifvögeln als wesentlicher Faktor des Artenrückgangs genannt, Fledermäuse würden ebenfalls in großer Zahl Opfer dieser Industrieanlagen. “Als die Windkraftbetreiber mitkriegten, daß da Leute die Kollisionsopfer beobachteten und aufsammelten, schickten sie eigene Leute los, die rasch getötete Vögel und Fledermäuse einsammeln mußten.”

“Ich war schockiert nach der Wende, als ich in einer einzigen Ackerfurche von 1,2 Kilometern Tausende und Abertausende vergifteter Laufkäfer entdeckte.”

Gerade bei Insekten sei offenbar das sehr niedrige Biodiversitätsniveau der westlichen Bundesländer bereits erreicht worden, hieß es von den Experten weiter. “Jenen, die heute Biologie studieren, fällt der enorme Artenrückgang bei Insekten, darunter Schmetterlingen, garnicht mehr auf. Studentengruppen bemerken bei Exkursionen überhaupt nicht mehr, daß heute über Wiesen keine Schmetterlinge mehr flattern, kaum noch eine Hummel zu sehen ist. Diese jungen Menschen kennen bereits keine reiche Artenvielfalt mehr.”  Die Vernichtung derArtenvielfalt falle zudem auch deshalb nicht mehr auf, weil u.a. von den Medien nicht mehr darauf hingewiesen werde. Im Uni-Fach Biologie gebe es heute kaum noch die Ausbildung zur Artenkenntnis. “Die Abnahme des Bestandes an Insekten , darunter Bienen und Schmetterlingen, ist von Jahr zu Jahr gravierender und müßte erwachsenen Ostdeutschen eigentlich auffallen, die noch eine andere Artenvielfalt kannten.”

Die Experten geben nur noch sehr ungern Interviews:”Meist erscheinen dann Dinge im Text, die man garnicht gesagt hatte.” Auch bei Naturschutz-Gutachten zeige sich viel Korruption und Manipulation. “Die Gutachter wollen finanziell über die Runden kommen – und wenns denen an die Existenz geht, verbiegen sie sich eben. Und wer sich nicht verbiegt, wird beruflich ausradiert.”

Öko-Parteien, Öko-Verbände betrieben nur Alibi-Politik:”Diese Verbände machen ein bißchen Show – weiter kommt da nichts, halt amerikanische Verhältnisse.” Auch im Naturpark Hainich habe der Greifvogelbestand deutlich abgenommen. “Die Wende brachte einen enormen Rückfall im Naturschutz – viel Medienrummel, doch wenig Substanz.  Wenn eine Windkraftanlage in einen bestimmten sensiblen Bereich gebaut werden soll, wird dies durchgedrückt mit allen Mitteln – Proteste, gesetzliche Bestimmungen führen zu nichts – die Wirtschaft setzt sich über alles hinweg.”

Viele Greifvögel würden an den neuen Schnellstraßen und Autobahnen getötet, da man dort als sogenannte Ausgleichsmaßnahme nahe den Fahrspuren Sitzkrücken aufstelle. Wolle der Greifvogel dann überfahrene Tiere packen, werde er überfahren. “Hirnrissiger gehts nimmer – Anleitung zum Tod. Greifvögel sind von der Evolution nicht auf den Umgang mit der hohen Schnelligkeit von Fahrzeugen vorbereitet worden, verschätzen sich daher, werden getötet.” Kritisiert wird von den Experten zudem, daß nach dem Anschluß die Wälder für den Verkehr geöffnet wurden. “Im Hakel wird abgeholzt, daß es einem schlecht wird – gleich nach der Wende wurden die stärksten Stämme herausgeschlagen – die neuen Förster von heute erzählen unglaublichen Schwachsinn über Natur und Artenvielfalt. Im Naturschutz sitzen heute nur zu oft reine Bürokraten an den Schalthebeln, echte Schreibtischtäter, denen es nur darum geht, ihren Posten zu behalten. Die wissen garnicht mehr, was draußen in der Natur vor sich geht, lassen sich von CDU-Landräten die Arbeit diktieren, gehen jeglicher Konfrontation aus dem Weg. Aus Angst vor Sanktionen, Entlassung will niemand von diesen Leuten mehr eine Entscheidung fällen. Vorauseilender Gehorsam, Feigheit dominiert, obwohl das Risiko für den Einzelnen oft garnicht so hoch ist. Viele wehren sich nicht mal als Rentner. Die Leute werden von den Medien eingelullt, auf Konsum gedrillt. Die Resultate sind im Bildungswesen sehr deutlich – entsprechend niedrig ist das Niveau der Studenten an den Universitäten. Der Niveauverlust an den Unis ist enorm – da gibt es Promovierte, die keine Seite ohne weniger als drei Rechtschreibfehler hinbekommen. Wir hatten andere Werte als diese nachrückenden Generationen. Auf heute übliche Konkurrenz-Kämpfe haben wir von damals schlichtweg keine Lust, das widert uns an. Es gab Selbstmorde von Professoren, die gemobbt wurden.”

Den Experteneinschätzungen von 2011 ist nichts hinzuzufügen – höchstens, daß einem Zeitzeugen ebenso auffällt, wie die frühere große Population an intelligenten Rabenvögeln in nicht wenigen Gebieten bis auf wenige Exemplare zielstrebig liquidiert worden ist. Selbst das Bundesamt für Naturschutz schätzt indessen bereits 2001 ein, “dass gegenwärtig in Ostdeutschland eine zunehmende Angleichung an die arten-und individuenarmen westdeutschen Verhältnisse zu beobachten ist.” Mit anderen Worten – flächendeckende Artenvernichtung in Ostdeutschland. Insofern ist bemerkenswert, daß die jedermann bekannten politisch-wirtschaftlichen Verantwortlichen trotz entsprechender Gesetze immer noch nicht in Haft sind.

bfnartenvielfalt2001.JPG

http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/07/wwf-schweiz-am-pranger-wieso-nur-der-wwf-ungezahlte-oko-ngo-arbeiten-heute-in-wahrheit-fur-die-gegenseite-werden-von-ihr-gesponsert/

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-30346813.html

http://www.wattenrat.de/horst-stern/monster/

Rainer Stadler, NZZ:

“Die Stresssymptome sind bereits jetzt unübersehbar. Was man aus ökonomischer Sicht gelassen als Verdrängungswettbewerb bezeichnen kann, bedeutet in publizistischer Hinsicht: schmalbrüstige Redaktionen, schrumpfende Kompetenz bei der journalistischen Bewältigung der nahen und fernen Ereignisse, aggressivere Schlagzeilen als Folge wachsender Ahnungslosigkeit, Hysterien, Missachtungen der Unschuldsvermutung und mehr Übergriffe in die Privatsphäre, weil gerade dort attraktive Unterhaltungsstoffe zu holen sind.

Was sonst Wirtschaftsmanagern vorgeworfen wird – der bloss kurzfristige Blick auf die Quartalszahlen –, ist im Journalismus weiterhin das dominierende Richtmass: die Deadline, der Redaktionsschluss. Er gewährt in der Internet-Ära kaum noch Besinnungszeit. Das ist umso verheerender, wenn es an Ressourcen mangelt. Die Gefahr schrumpfender publizistischer Kompetenzen kontrastiert scharf mit den wachsenden Ansprüchen einer Gesellschaft, die auf die Vermittlung von komplexem Wissen angewiesen wäre. Sie begibt sich im «Easy-News-Jet» auf einen gefährlichen Blindflug.

Der Ausleseprozess wird schon bald den Blätterwald drastisch auslichten. Es entsteht eine andere (Medien-)Schweiz. Die Annahme, dass künftig gerade noch zwei bis drei Medienunternehmen den hiesigen Markt prägen werden, scheint nicht mehr abwegig. Die Spannung zwischen dem von Zürich aus gesteuerten Kommunikationsmarkt und der föderalistisch geprägten politischen Schweiz wird wachsen, die gesellschaftliche Verständigung wird unübersichtlicher und instabiler.”

Dieser Beitrag wurde am Samstag, 24. April 2010 um 15:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kultur, Naturschutz, Politik abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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