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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Brasiliens Industrie-Entlassungen 2011</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>&#8222;Boomland&#8220; Brasilien: Industrie der wichtigsten Wirtschaftsregion Sao Paulo entließ im Dezember 2011 rund 35500 Beschäftigte, laut FIESP. Konsumieren, E.on und ThyssenKrupp in Brasilien. Kostensenkungsmethode Sklavenarbeit.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/12/boomland-brasilien-industrie-der-wichtigsten-wirtschaftsregion-sao-paulo-entlies-im-dezember-2011-rund-35500-beschaftige-laut-fiesp-konsumieren-in-brasilien/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:12:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Brasiliens Industrie-Entlassungen 2011]]></category>

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		<description><![CDATA[http://www1.folha.uol.com.br/poder/1033459-emprego-na-industria-paulista-recua-136-em-dezembro-diz-fiesp.shtml http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/11/boomland-brasilien-anteil-am-welt-export-weiter-nur-14-prozent-wie-1985-laut-nationalen-wirtschaftsexperten-baden-wurttemberg-exportiert-mehr-als-brasilien/ http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/12/brasiliens-atomkraft-baustelle-bei-rio-de-janeiro-bereits-4200-arbeiter-im-einsatz-laut-landesmedien-brasiliens-energiepolitik-mit-deutscher-hilfe-eon-und-die-kohlekraftwerke/ http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/13/industrieregion-sao-paulo-von-globaler-krise-starker-getroffen-als-funf-weitere-wirtschaftszentren-brasiliens-laut-fgv-studie-misere-verscharfte-sich-im-august-2009/ Wie Brasilianer “konsumieren” &#8211; die “Kaufkraft” im Tropenland unter Lula-Rousseff. Hälfte der Einkommensbezieher hat pro Tag nur zwischen 2,6 und 5 Euro umgerechnet zur Verfügung, Fixkosten inclusive, laut Landesmedien. Über 30 Millionen Brasilianer in extremer Armut &#8211; und die Milliardäre. **  http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/ Wer die Bevölkerungsmehrheit Brasiliens beim “Konsumieren” beobachtet, beispielsweise im Supermarkt [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www1.folha.uol.com.br/poder/1033459-emprego-na-industria-paulista-recua-136-em-dezembro-diz-fiesp.shtml"><strong>http://www1.folha.uol.com.br/poder/1033459-emprego-na-industria-paulista-recua-136-em-dezembro-diz-fiesp.shtml</strong></a></p>
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<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/13/industrieregion-sao-paulo-von-globaler-krise-starker-getroffen-als-funf-weitere-wirtschaftszentren-brasiliens-laut-fgv-studie-misere-verscharfte-sich-im-august-2009/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/13/industrieregion-sao-paulo-von-globaler-krise-starker-getroffen-als-funf-weitere-wirtschaftszentren-brasiliens-laut-fgv-studie-misere-verscharfte-sich-im-august-2009/</strong></a></p>
<h2>Wie Brasilianer “konsumieren” &#8211; die  “Kaufkraft” im Tropenland unter Lula-Rousseff. Hälfte der  Einkommensbezieher hat pro Tag nur zwischen 2,6 und 5 Euro umgerechnet  zur Verfügung, Fixkosten inclusive, laut Landesmedien. Über 30 Millionen  Brasilianer in extremer Armut &#8211; und die Milliardäre. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=12031" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/"><strong> http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/25/nine-most-horrible-places-in-the-world-favela-slums-von-rio-de-janeiro-aus-sicht-des-bric-staats-china-subkultur-von-umweltzerstorung-armut-und-gangstern-cubatao-bei-sao-paulo-an-sieb/</strong></a></p>
<p><strong>Wer die Bevölkerungsmehrheit Brasiliens beim “Konsumieren”  beobachtet, beispielsweise im Supermarkt in deren Einkaufskörbe schaut,  sieht die neuesten statistischen Angaben über Realeinkommen bestätigt.  Denn mit diesen lassen sich angesichts des keineswegs niedrigen  Preisniveaus schwerlich größere Sprünge machen. Mit einem  Haushaltseinkommen von umgerechnet 500 Euro zählt man gemäß den allseits  belachten Statistiktricks bereits zur Mittelschicht. Einfach mal im  Selbstversuch testen, ob das geht…<br />
</strong></p>
<p><strong>Die Einkommenslage in Brasilien:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/leben-wie-die-halfte-der-einkommensbezieher-brasiliensamtliche-angaben-fur-samtliche-ausgaben-pro-tag-umgerechnet-zwischen-26-und-5-euro-zur-verfugung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/leben-wie-die-halfte-der-einkommensbezieher-brasiliensamtliche-angaben-fur-samtliche-ausgaben-pro-tag-umgerechnet-zwischen-26-und-5-euro-zur-verfugung/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/02/boomland-brasilien-was-verdient-man-in-industrie-dienstleistungssektor-handel/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/02/boomland-brasilien-was-verdient-man-in-industrie-dienstleistungssektor-handel/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/11/brasiliens-armutsgrenze-staatliche-hilfen-aktuelle-zahlen-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/11/brasiliens-armutsgrenze-staatliche-hilfen-aktuelle-zahlen-2011/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/c5.JPG" alt="c5.JPG" /></p>
<p><strong>Wo bitte gehts hier zum Konsum, in die “Ära der Prosperität”?</strong></p>
<p><span id="more-12091"></span></p>
<p><strong>Ab 65 Euro Monatsverdienst offiziell nicht mehr arm in Brasilien &#8211; testen Sies mal im Selbstversuch! <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/28/brasiliens-kuriose-armutsgrenze-wer-umgerechnet-etwa-65-euro-verdient-gilt-nicht-mehr-als-arm/</a></strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach36.JPG" alt="cach36.JPG" /></p>
<p><strong>Aktivisten der katholischen Basisgemeinde von Cachoeirinha.    “Das ist gegen die Menschenwürde, so viele Leute in diesem Schlamm,    diesem Moder hausen zu lassen. So viele Familien, mit vielen Kindern,    leben hier nur in einem einzigen Hüttenraum, vor der Türöffnung hängt    ein Lappen &#8211; so ist das. Die Mafia der Drogengangster ist hier sehr    stark, die beobachten alles und jeden hier, das ist furchtbar. Wer    jemanden aus dem Drogenmilieu, aus der Sucht rausholen will &#8211; also    jemanden, der für deren Profit sorgt, da werden die böse, da wird man    gnadenlos verfolgt. Die Polizei kommt und geht wieder &#8211; aber die    Banditenkommandos bleiben, terrorisieren, zwingen den Bewohnern das    Gesetz des Schweigens auf. Wer sich nicht unterwirft, weiß, was ihn    erwartet. 2014 ist die Fußball-WM, da will man Brasilien als Land der    Ersten Welt erscheinen lassen &#8211; aber hier an der Peripherie ist es nach    wie vor triste. Die meist kinderreichen Familien haben monatlich nur  so   um die 200, 220 Real maximal(200 Real &#8211; umgerechnet etwa 83 Euro).  Doch im Ausland wird verbreitet, alles   toll, alles gut in Brasilien. </strong></p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/"><strong>http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1624771/</strong></a></p>
<p><strong>Wir merken, es ist schwierig, Menschen von   außerhalb für  diese Situation zu sensibilisieren, die das hier nicht   kennen, es sich  nicht vorstellen können. Wir haben unsere christlichen   Kriterien, und  wir haben Ausdauer &#8211; das macht den Unterschied. Denn   entweder ist man  Christ &#8211; oder ist mans nicht, halbe-halbe geht nicht.” </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/wirtschaftliche-falschprognosen-fur-2011-alles-lacht-uber-die-analytiker-und-ihre-hochbezahlten-verstarker-in-den-wirtschaftsmedien/</strong></a></p>
<p><strong>Sklavenarbeit und Teilnahme am “Konsum”:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/sklavenarbeit-in-brasilien-neuer-rekord-bei-zahl-moderner-sklavenhalter-laut-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/03/sklavenarbeit-in-brasilien-neuer-rekord-bei-zahl-moderner-sklavenhalter-laut-landesmedien/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/cach3.JPG" alt="cach3.JPG" /></p>
<p><strong>Slums und Massenkonsum: “Die Wirtschaftskrise hat Brasilien  kaum gespürt”(WAZ)   Kloakegraben &#8211; nur einige Schritte vom Platz des  Adveniat-Gottesdienstes   entfernt. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/26/die-fakten-widerlegen-das-wir-eine-reprasentative-demokratie-sind-streng-genommen-sind-wir-nicht-einmal-eine-demokratie-joao-ubaldo-ribeiro-bestsellerautor-in-einer-politischen-analyse-am-ta/</strong></a></p>
<p><strong>Lateinamerikas teure Lebensmittel &#8211; Preissteigerungen um 40 Prozent in den letzten vier Jahren &#8211; Gefahr für Hungerbekämpfung:</strong> <a href="http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos--2"><strong>http://exame.abril.com.br/economia/mundo/noticias/precos-dos-alimentos-na-america-latina-sobem-40-em-4-anos–2</strong></a></p>
<p><strong>“Konsum” und Massenelend:</strong> <strong>Laut  Befreiungstheologe Frei Betto, unter Lula ein Jahr lang  Präsidentenberater für das des fragwürdige Anti-Hunger-Programm, leben  immer noch über 30  Millionen Brasilianer in extremer Armut, betroffen  von Hunger und Elend,  obwohl es sich bei Brasilien um die siebtgrößte  Wirtschaftsnation  handelt.  In deutschsprachigen Ländern wird indessen  der  Lula-Rousseff-Regierung häufig bescheinigt, Hunger und Elend sehr   erfolgreich bekämpft zu haben.</strong></p>
<p><strong>Wie stehts es um die Konsumierfähigkeit in den über 2600  Slums der reichsten lateinamerikanischen Stadt &#8211; Sao Paulo? Vor Ort in  Cachoeirinhas:</strong> <strong>Weihnachten im Slum 2011  &#8211; Christus in Brasilien</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Kobras, Ratten, Gewalt und viel Überlebensmut</strong></p>
<p><strong>„Bei diesem Leben hier brauchen wir Hoffnung auf Gottes    Beistand“, sagt die tiefreligiöse Cleide de Souza Nascimento in ihrer    Elendskate – und wünscht sich nur eins:“Weihnachten darf es nicht    schütten – sonst sind wir geliefert.“ Direkt vor der Bretterhütte    schwillt bei starken Tropengewittern der barbarisch stinkende Kloakebach    an – ebenso übelriechendes Abwasser dringt dann von hinten in die  Kate   herein und fließt wasserfallartig von der Eingangsluke, da, wo  die   Dreißigjährige steht, den Grabenhang hinunter, trifft sich mit der    Kloake. „Abwasser läuft sogar aufs Bett – mein kleinster Sohn hat    chronische Asthma, für den ist das hier besonders schlecht.“ </strong><strong>  </strong></p>
<p><strong>Modrig-feucht ist es auch bei Sonne in der fensterlosen Kate –     vier alte, zerschlissene Matratzen für die sechs Bewohner, ein Herd    mit blauem Kochgasbehälter, das bißchen Kleidung baumelt an Wandhaken.    „Weihnachten gibts keine Geschenke, nichts, dafür reicht das Geld  nicht,   ein bißchen Weihnachtsschmuck ist auch nicht drin. Heiligabend  wärs  für  uns alle zu eng in der Kate – wir machens wie die Nachbarn,  treffen  uns  oben auf der Gasse, da ist mehr Platz.“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Als noch unter Staatschef Lula die Regierung 2003 das    Anti-Hunger-Programm startet, kämpft und streitet Cleide solange mit der    Staatsbürokratie, bis sie die sogenannte „Bolsa Familia“ endlich für    ihre vier Kinder kriegt – 198 Real monatlich, macht umgerechnet rund  21   Euro pro Kind. Der Liter pasteurisierte Frischmilch kostet in Sao  Paulo   umgerechnet einen Euro dreißig, auch andere Grundnahrungsmittel  sind  in  Brasilien, dem Niedrigstlohnland, auffällig teurer als im   Hochlohnland  Deutschland. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Was geben Sie so vor Weihnachten aus?</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Brasilien zählt längst nicht mehr zu den Billigpreisländern, merken selbst deutsche Touristen verärgert an der Copacabana. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Cleide macht Gelegenheitsarbeit, Tagelöhnerei, wäscht bei    Mittelschichtsfamilien, putzt denen die Wohnung:“Mein Mann ist    behindert, taub – der macht manchmal den Einweiser auf Parkplätzen.“ So    werden es dann wenigstens 31 Euro pro Kopf, für  jeden der sechs    monatlich – der Fahrschein für den Bus raus aus der Favela kostet über    einen Euro.  42 Prozent aller Empfänger von Bolsa Familia seien nach  wie   vor verelendet, melden die Landesmedien. Der Slum von Cleide zeigt  es   anschaulich.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Wird es in der Weihnachtszeit ein bißchen besser, gibts da    spendenfreudige Leute? „Gottseidank kriegen wir von der  Kirche stets    Pakete mit Grundnahrungsmitteln – da sind Reis, Bohnen, Zucker, Speiseöl    dabei – Kleidung wird auch verteilt!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Brasilien ist die siebtgrößte Wirtschaftsnation, Sao Paulo    die reichste Stadt ganz Lateinamerikas – läßt sich wenigstens mal ein    Sozialarbeiter in dieser Favela Cachoeirinha blicken, aus der am ersten    Advent vom ZDF der Adveniat-Gottesdienst übertragen wurde? Cleide    verneint:“Hier kommt nie mal einer von der Präfektur, vom Staat vorbei –    man muß unheimlich bei den Behörden hinterher sein, um Bolsa Familia   zu  kriegen. Wer von den vielen Halb-und Voll-Analphabeten hier das   nicht  weiß, geht leer aus. Sechs Monate haben sie mir die Bolsa Familia   unter  einem Vorwand gesperrt – das war für uns grauenhaft. So viele   haben  eigentlich ein Anrecht, kriegen aber keinen Centavo.“ Übertreibt   sie da  nicht ein bißchen?    </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> Zahlreiche Katen kleben wie die von Cleide in dem    Kloakegraben, die Eingänge wirken wie dunkle Löcher – auch wegen der    Sicherheit, um nicht beklaut zu werden, gibts keine anderen Öffnungen,    in die Tageslicht fallen könnte. Starken Hautausschlag, viel Grind und    Bläschen am Mund bemerkt man bei vielen Slumbewohnern – Tuberkulose  und   sogar Lepra finden beste Ausbreitungsbedingungen. Hier holt man  sich   rasch Elendskrankheiten, sagen Slumpriester, weil das Immunsystem  der   Bewohner  stark geschwächt ist.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Cleide haust seit 14 Jahren in dieser Hütte – nur einen    Steinwurf entfernt hat Cleyton dos Santos, 22,  für seine Frau Erica und    die zwei kleinen Kinder eine Holzkate direkt an einen breiten    Abwasserbach gebaut. „Die Kinder bitten uns, Lichter, ein bißchen    Weihnachtsschmuck an die Wand zu hängen – aber das ist unmöglich, wir    haben tagtäglich so viel Dringenderes im Kopf! Jetzt, im Hochsommer,    regnets alle paar Tage heftig, tritt der Bach über die Ufer, trägt    stinkenden Schlamm in die Gasse, waten wir notgedrungen drin herum. Hier    gibt es massenweise Ratten, die Krankheiten übertragen, müssen wir    besonders wegen der Kinder aufpassen.“ Cleyton, entsetzlich mager, ist    arbeitslos – Erica kriegt als Reinemachfrau  maximal 550 Real im Monat –    das macht für alle vier umgerechnet höchstens 57 Euro pro Kopf –    Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsschmaus am Heiligabend? Fehlanzeige. „Wir    setzen uns zu den Hüttennachbarn auf die Gasse – jeder gibt was für    einen Teller mit Essen. Ich habe gehört, die Regierung erzählt draußen    in der Welt, daß es den Brasilianern jetzt viel besser geht und allen    geholfen wird. Das ist gelogen – man läßt uns hier im Slum total im    Stich!“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Rosilene, 33, Cleytons Nachbarin, wird just um Weihnachten    herum niederkommen – es ist das siebte Kind. „Weihnachten“, lacht sie    bitter-ironisch, „Gott im Himmel, was soll ich da schon machen? Ich    hocke in der Kate wie immer, hoffe auf die Hilfe der Nachbarn. Ich    kriege ja vom Staat garnichts, nur ein bißchen Geld von den Vätern    meiner Kinder. Wenns mal 200 Real im Monat werden, bin ich direkt    zufrieden…“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>200 Real – umgerechnet  rund 12 Euro monatlich für jedes der    sechs Kinder, für Rosilene – wie soll das gehen, bei den Preisen?  „Mein   ältester Sohn kann schon ein bißchen arbeiten, der organisiert  uns  immer  mal was zu essen, sorgt für ein bißchen Reis und Milch, das   Kochgas –  meine Nachbarn sind zwar wunderbar, aber die haben ja selber   nichts. Ich  schlage mich irgendwie durch – ja – ich lebe noch!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Pedro, der Gelegenheitsarbeiter, kam mit seiner Frau, den    fünf Kindern zu spät – weil nirgendwo noch eine Hütte hingepaßt hätte,    baut er sie mitten in den Abwässerbach – ausgerechnet am Eingang mündet    ein Kloakegraben hinein, vergrößert den Gestank noch mehr. „Letzte    Weihnachten haben wir die Kate eingeweiht – feiern jetzt einjähriges    Überleben. Das Abwasser steigt bei Gewitterregen nicht zu uns hoch –    aber Ratten, sogar weiße, und Kobras klettern nachts hinein – wir müssen    unheimlich auf der Hut sein. Denn das Dumme ist – Hauskatzen helfen    nicht, die hauen vor den Rattenhorden ab. Egal, wir haben uns dran    gewöhnt. Ich beklage mich nicht – grade vor Weihnachten gibts für mich    mehr Jobs, schaufle ich mal Erde weg, repariere, streiche, schleppe  was.   Aber Heiligabend sind wir alle in der Kate, feiern Christi  Geburt. Die   Leute im Slum beten sehr viel – bitten Gott um spirituelle  Kraft, um   Hilfe in dieser Misere. Der Mann da neben Dir – den kenne  ich – das ist   doch der Padre, der jetzt vor Weihnachten die  Lebensmittelpakete und  das  Spielzeug verteilt!“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Pedro meint Slumpfarrer Bernardo Daly, einen Iren, der mit    seiner Schar hochengagierter kirchlicher Menschenrechtsaktivisten trotz    bescheidenster Mittel weit schlimmeres Elend und krassesten Hunger    verhindert – und die Räumung des Slums, die Vertreibung der Favelados    durch die Polizei. Todesschwadronen, Drogenbanditen-und Polizeigewalt,    dazu immer wieder Hüttenbrände, bei denen Kleinkinder verkohlen  &#8211; Daly    muß als Seelsorger tagtäglich mit Situationen fertigwerden, Dinge    verkraften, die das Vorstellungsvermögen der meisten Deutschen    übersteigt.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Der Padre wirkt erstaunlich ruhig und besonnen – doch    manchmal macht er seiner Empörung Luft. Wie an der Kate von Elise, die    direkt am Kloakegraben haust. „Ich kriege 134 Real Bolsa Familia, weil    die ältere meiner beiden Töchter geistig behindert ist, ständig meine    Betreuung braucht – mehr Geld haben wir nicht im Monat.“ 134 Real –  also   umgerechnet rund 18 Euro für jede der drei. Padre Daly ist    geschockt:“Das ist doch unmöglich. Wer so lebt, muß manchmal das    eigentlich Unmögliche tun, weil es keinen anderen Ausweg gibt…“ Der    Geistliche läßt offen, was er konkret meint – nicht nötig, deutlicher zu  werden.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>„Jetzt, vor Weihnachten, kämpfe ich dafür, daß mehr    Nahrungsmittelspenden in den Slum gelangen – auch zu denen, die garnicht    wissen können, wo es Ausgabestellen gibt, also Alte, Behinderte,    Kranke“, sagt  Eliane Takeko, 46, engste Mitstreiterin von Padre Daly,    zudem Präsidentin der Bewohnerassoziation. “Ein bißchen  mehr Spielzeug    für die Kinder – das müßte doch drin sein, auch dafür streite ich  mich   mit der Präfektur herum. Die Lage im Slum macht mich traurig und  wütend    – Brasilien ist doch soooo reich – die Mittel sind da! Wir von  der   katholischen Kirche akzeptieren nicht diese grauenhafte Logik,  daß es   Arme, Verelendete nun mal gibt und immer geben wird. In den  über 2600   Slums von São Paulo gibts viele sogenannte Kirchen, die  nichts fürs   Soziale tun. Wir legen uns mit denen `oben` an.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Dieses Jahr ist der Slum noch voller, noch dichter bewohnt    als letzte Weihnachten, meint Eliane Takeko. „Manche Slums werden  von    der Polizei geräumt und zerstört, vor der Fußball-WM werden Obdachlose    aus der City vertrieben – die kommen notgedrungen zu uns an die    Peripherie. Deswegen wird es immer enger in den Hütten.“ Aber warum gibt    es dann keine Massenproteste der Slumbewohner? „Die Menschen haben    Angst“, sagt Padre Daly. „Nicht wenige hatten sich engagiert, haben    resigniert aufgegeben. Zudem ist das Bildungsniveau in Brasilien    entsetzlich niedrig – Leute ohne Bildung, Analphabeten wissen garnicht,    wie man das macht – sich organisieren, auf die Straße gehen,    Bürgerrechte durchsetzen. Die kennen ihre Rechte já garnicht.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Eliane Takeko stimmt zu: „Es liegt auch am Hunger – wer sich    nur schlecht ernährt, in solchen Katen haust, kann nicht richtig   denken,  ist schnell kaputt, noch dazu bei Tropenhitze. Und wer zu oft   den Mund  aufmacht, fliegt raus, kriegt nicht mal eine Tagelöhnerarbeit.    Auch ich  muß aufpassen.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Selbst in ihrer engen Kate gibts keinen Weihnachtsschmuck –    denn auch sie schlägt sich mit Gelegenheitsarbeit durch, wie die    Tochter. „Wir beide kommen auf höchstens 500 Real im Monat – das muß für    alle sechs in der Kate reichen. Mein Mann ist behindert, hatte einen    Unfall. Da heißt es, irrsinnig sparen.“  Maximal umgerechnet 200 Euro    monatlich, für sechs Leute – wie macht sie das?</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Körperlich und geistig Behinderte – auffällig, wie viele in    den Slums hausen. Laut Studien sind es 23, 91 Prozent der    brasilianischen Bevölkerung, gegenüber rund einem Prozent in    hochentwickelten Staaten wie Deutschland. Immer wieder geschieht, daß    geistig behinderte Mädchen und Frauen der Favelas vergewaltigt werden.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Über 30 Millionen Brasilianer leben laut Kirchenangaben noch    in extremer Armut. Nimmt man jedoch die offizielle   Regierungseinstufung,  zählen Eliane Takeko und ihre Familie nicht mehr   dazu, liegen oberhalb  der amtlich allen Ernstes auf umgerechnet etwa  29  Euro angesetzten  Pro-Kopf-Grenze, sind nur noch „arm“ &#8211;  Rosilene  mit  den sechs Kindern  und Elise aber liegen darunter…</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/elendsbeseitigung-in-brasilien-karikatur-von-angeli-in-der-grosten-qualitatszeitung-des-landes-folha-de-sao-paulo-von-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/04/12/elendsbeseitigung-in-brasilien-karikatur-von-angeli-in-der-grosten-qualitatszeitung-des-landes-folha-de-sao-paulo-von-2011/</strong></a></p>
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<p><strong>Haben alle in gewisser Weise sogar „Glück“, Weihnachten im    Slum einer reichen Wirtschaftsmetropole wie Sao Paulo zu feiern? Denn    Brasiliens grauenhafteste Elendsviertel liegen nicht hier, sondern in    den kraß unterentwickelten Regionen des Nordens und Nordostens.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/brasiliens-kauf-wohnraum-in-grosstadten-wurde-2011-um-durchschnittlich-26-prozent-teurer-eine-schlechte-nachricht-fur-armere-wenigverdienende/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/04/brasiliens-kauf-wohnraum-in-grosstadten-wurde-2011-um-durchschnittlich-26-prozent-teurer-eine-schlechte-nachricht-fur-armere-wenigverdienende/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/26/zdf-und-adveniat-in-favela-cachoeirinha-von-sao-paulo-verschiedene-sichtweisen-der-gravierenden-menschenrechtslage-brasiliens-je-nach-wertvorstellungen-und-vorschriftenkatalog/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/11/18-brasilianische-milliardare-auf-neuer-forbes-liste-schuler-in-buchkirchenosterreich-spenden-fur-verelendete-kinder-in-der-achtgrosten-wirtschaftsnation-brasilianer-eike-batista-ist-mit-27-milliar/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/03/11/18-brasilianische-milliardare-auf-neuer-forbes-liste-schuler-in-buchkirchenosterreich-spenden-fur-verelendete-kinder-in-der-achtgrosten-wirtschaftsnation-brasilianer-eike-batista-ist-mit-27-milliar/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2010/12/06/der-alltag-brasilianischer-jugendlicher-unterscheidet-sich-gar-nicht-so-stark-von-dem-der-deutschen-schwabische-post-entspannt-und-fleisig-in-brasilien/</strong></a></p>
<p><strong>Das umstrittene Amazonas-Wasserkraftwerk Belo Monte und die Organisation Amerikanischer Staaten:</strong></p>
<h2>              <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/04/rousseff-regierung-straft-wegen-belo-monte-kritik-die-organisation-amerikanischer-staaten-ab-zahlt-keine-beitrage-mehr-laut-landesmedien/" rel="bookmark">Rousseff-Regierung  straft wegen Belo-Monte-Kritik die Organisation Amerikanischer Staaten  ab, zahlt keine Beiträge mehr, laut Landesmedien.</a></h2>
<p><strong>Laut Brasiliens Landesmedien zahlt die  Rousseff-Regierung seit April die fällige Quote von 6,5 Millionen Dollar  nicht, was die Organisation zu drastischen Einsparungen, darunter  Entlassungen zwinge. Die Interamerikanische Menschenrechtskommission der  Organisation hatte von der Rousseff-Regierung den Stopp des Baus des  Amazonas-Wasserkraftwerks “Belo Monte” verlangt. Die Rede ist von  “Repressalien Brasiliens” gegen die Organisation Amerikanischer Staaten.  </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/brasiliens-amazonas-staudammprojekt-belo-monte-protestvideo-von-schauspielern-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/brasiliens-amazonas-staudammprojekt-belo-monte-protestvideo-von-schauspielern-anklicken/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/04/brasiliens-staatschefin-dilma-rousseff-erhalt-im-ausland-ebensoviel-lob-wie-zuvor-lula-analysieren-die-landesmedien/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/04/brasiliens-staatschefin-dilma-rousseff-erhalt-im-ausland-ebensoviel-lob-wie-zuvor-lula-analysieren-die-landesmedien/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html"><strong>http://www.bpb.de/publikationen/JU16H0,0,Vom_Umgang_mit_der_Diktaturvergangenheit.html</strong></a></p>
<p><strong>Folter in der größten Demokratie Lateinamerikas:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/12/folter-ohne-ende-tortura-sem-fim-brasiliens-soziologiezeitschrift-sociologia-uber-folter-unter-der-lula-regierung/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/12/luladilma6.JPG" alt="luladilma6.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/01/brasilien-flog-aus-landergruppe-die-aids-infizierte-am-besten-betreut-laut-landesmedien-nur-zwischen-60-und-79-der-hiv-patienten-werden-behandelt/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/01/brasilien-flog-aus-landergruppe-die-aids-infizierte-am-besten-betreut-laut-landesmedien-nur-zwischen-60-und-79-der-hiv-patienten-werden-behandelt/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/03/brasiliens-crack-epidemie-unter-der-rousseff-regierung-wie-crack-wirktverkehrsumleitung-wegen-offener-crack-szene-die-strasen-total-verstopft-in-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/12/03/brasiliens-crack-epidemie-unter-der-rousseff-regierung-wie-crack-wirktverkehrsumleitung-wegen-offener-crack-szene-die-strasen-total-verstopft-in-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><strong>Beachtliche wirtschaftliche Erfolge durch Kostensenkungsmethode Sklavenarbeit in Brasilien: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/brasiliens-spezialdemokratiefirmen-behandeln-arbeiter-wie-sklaven-frankfurter-rundschau-deutsch-brasilianisches-jahr-20132014-gemeinsame-werte-politik-von-lula-rousseff/">http://www.hart-brasilientexte.de/2012/01/06/brasiliens-spezialdemokratiefirmen-behandeln-arbeiter-wie-sklaven-frankfurter-rundschau-deutsch-brasilianisches-jahr-20132014-gemeinsame-werte-politik-von-lula-rousseff/</a></strong></p>
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