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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Leitzinsen</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Rousseff-Regierung in Brasilia macht Spekulanten neues Riesengeschenk: Leitzinsen auf 11,75 Prozent erhöht. &#8222;Brasil &#8211; lider global em juros reais.&#8220; (Folha de Sao Paulo) Wirtschaftsmacht Brasilien?</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Mar 2011 14:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Führende brasilianische Wirtschaftsexperten haben die Hochzinspolitik der Regierung wiederholt heftig kritisiert. José Roriz Coelho, Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie in Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP in Sao Paulo, verglich 2011 im Website-Interview das Zinsniveau Brasiliens mit hohem Fieber, einer Krankheit: &#8222;Brasiliens Zinsen sind die höchsten der Welt &#8211; also ist die Krankheit sehr gravierend. Wieso sagen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Führende brasilianische Wirtschaftsexperten haben die Hochzinspolitik der Regierung wiederholt heftig kritisiert. José Roriz Coelho, Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie in Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP in Sao Paulo, verglich 2011 im Website-Interview das Zinsniveau Brasiliens mit hohem Fieber, einer Krankheit: &#8222;Brasiliens Zinsen sind die höchsten der Welt &#8211; also ist die Krankheit sehr gravierend. Wieso sagen dann viele,  die Zeitungen, daß im Lande alles wunderbar läuft, obwohl wir 40 Grad Fieber haben? Also läuft da etwas falsch. Denn die meisten Devisenzuflüsse, die unsere Landeswährung Real so ungünstig aufwerten, sind nur Spekulation mit Zinsgewinnen und leider keine Investitionen. Wo soll da für Brasilien ein Vorteil liegen? Zu einer Wirtschaftsmacht können wir nur werden, wenn der jetzige Kurs deutlich korrigiert wird.&#8220;</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/03/joserorizcoelho1.JPG" alt="joserorizcoelho1.JPG" /></p>
<p><strong>Direktor José Roriz Coelho beim Exklusivinterview in Sao Paulo 2011. </strong></p>
<p><strong>&#8222;In Brasilien nimmt der Anteil der Industrie am Bruttosozialprodukt zunehmend ab. Dafür gibt es verschiedene Gründe. So hat die Regierung ihre Ausgaben stark erhöht &#8211; muß also die Steuern erhöhen, um die Ausgaben decken zu können. Doch die Steuererhöhungen betreffen just den Industriesektor stark. Brasilien verkauft seine Rohstoffe sehr billig ins Ausland &#8211; doch teuer an die Unternehmen im Inland. Rohstoff-Firmen kommen viel billiger an Kredite als die mittleren und kleinen Industriebetriebe.  Brasiliens Anteil am Welthandel ist sehr niedrig. Daß unsere Infrastruktur so teuer ist, bildet ein großes Problem. Denn unsere Transportkosten sind viel höher als in anderen Ländern, die Logistik ist sehr teuer. Die Regierung ist sehr unbeweglich &#8211; wir haben viel Bürokratie, für die die Ausgaben enorm sind. Zudem ist das Korruptionsniveau in Brasilien unakzeptierbar hoch &#8211; wir brauchen ein Programm gegen Korruption. In Brasilien existiert eine regelrechte Banken-Diktatur &#8211; Brasiliens Banken sind die rentabelsten der Welt. Dieses hiesige Bankensystem hat sehr viel Macht. In Ländern wie Deutschland ist dieses System ein Mechanismus, um die Wirtschaft zu ölen, ist das Öl im Räderwerk. Doch in Brasilien nimmt es sich fast allen Reichtum, den die Wirtschaft erzeugt. Die Regierung muß die Augen öffnen &#8211; und Korrekturen veranlassen.&#8220; </strong></p>
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<p><strong>Wirtschaftsmacht Brasilien?(2011)</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>In Deutschland wird das Schwellenland Brasilien bereits als Industrienation, gar Wirtschaftsmacht gerühmt, das sich in einer außergewöhnlichen Boomphase befinde. Brasilianische Experten widersprechen &#8211; das Land werde industriell immer schwächer und im Außenhandel immer weniger konkurrenzfähig. Brasilien gewöhne sich daran,  ein großer Rohstofferzeuger zu sein.</strong></p>
<p><span id="more-8734"></span></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Große Luftfahrtgesellschaften würden Brasilien gerne mit dem neuen Super-Airbus A 380 anfliegen – wegen der sehr mangelhaften Flughäfen leider unmöglich. Unter den zehn größten Wirtschaftsnationen hat Brasilien laut einer neuen Weltstudie das schlechteste Transportwesen, schlechter noch als in  Indien oder Südafrika. Das Riesenland transportiert nur 25 Prozent der Fracht kostengünstig mit der Bahn, während es in Rußland 81 Prozent und in Australien und den USA 43 Prozent sind. Auf dem Doing-Business-Ranking der Weltbank, das die Wirtschaftsfreundlichkeit eines Landes bewertet, ist Brasilien 2011 vom 124. auf den 127. Platz zurückgefallen,  liegt hinter Rußland. Stutzig macht zudem, daß Baden-Württemberg mit seinen nur rund 10,7 Millionen Einwohnern auch 2010 wieder mehr exportierte als Brasilien mit seinen etwa 190 Millionen Bewohnern – und das Tropenland am Welthandel mit nicht einmal 2 Prozent beteiligt ist. In Lateinamerikas wichtigstem Industriellenverband FIESP von Sao Paulo  ist José Roriz Coelho Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie. Als Wirtschaftsmacht sieht er Brasilien nicht, zumal eine sehr verfrühte Deindustrialisierung im Gange sei. 1995 lag der Industrieanteil am Bruttosozialprodukt bei 28 Prozent – heute sind es nur noch 13,5 Prozent – in China dagegen über 46 Prozent. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Rohstoffe, Commodities, die wir sehr billig verkaufen, werden immer mehr zur Stütze unseres Wachstums, während die Konkurrenzfähigkeit bei Industrieprodukten niedrig ist, Importe zunehmen. Das ist gefährlich. Wenn morgen die Rohstoffpreise fallen, wird Brasilien keine starke verarbeitende Industrie mehr haben, aber ein großer Importeur sein. Arg betroffen von Deindustrialisierung sind bereits Branchen wie Maschinen und Ausrüstungen, Kunststoffe, Papier, Schuhe und Textilien. Uns fehlt Technologie – und ein Bildungssystem, das Leute formt, die neue hochwertige Produkte entwickeln können.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Aber heißt es nicht immer, der Flugzeugbauer EMBRAER sei als Hightech-Konzern ein Beleg für Brasiliens enorme wirtschaftliche Fortschritte? </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“EMBRAER macht nur die Montage von Flugzeugen – kauft die Teile im Ausland zusammen. Denn Firmen, die hier EMBRAER unterstützen, haben garnicht die die technische Kapazität, um nötige Flugzeugteile herzustellen.“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Und in der Tat ist EMBRAER nach dem Ölkonzern Petrobras zweitgrößter Importeur Brasiliens – beide Unternehmen beziehen sehr viel Hightech aus Ländern der Ersten Welt wie den USA und Deutschland. Etwa die Hälfte der stimmberechtigten Aktien von EMBRAER liegt zudem in den Vereinigten Staaten, bei großen Kapitalfonds, heißt es. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wir verlieren unsere Fähigkeit, aus Rohstoffen hochwertige Produkte herzustellen. Zellulose produzieren wir sehr konkurrenzfähig, verkaufen sie aber an China – und beziehen von dort das Papier.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Als besonders typischen – und kuriosen Fall nennt Coelho zudem die Rohkaffee-Produktion, bei der Brasilien weltweit führt.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wir liefern nach Deutschland und auch nach Italien – und der veredelte Kaffee kommt zurück, geht in alle Welt, Deutschland ist der größte Exporteur ist. Ich kritisiere, daß Brasilien nicht auch diese Fähigkeit zur Veredelung entwickelt.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Für Coelho ist lediglich „Gerede“, daß in Brasilien derzeit alles wirtschaftlich gut laufe. Kritiker wie ihn nenne man „antipatriotisch“. Enorme Hemmnisse, große Probleme und Wettbewerbsnachteile seien auch die starke Bürokratie, die unakzeptierbar hohe Korruption.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wenn Brasiliens Zinsen derzeit die höchsten der Welt sind, heißt das für mich, wir haben 40 Grad Fieber, sind also schwer krank, läuft etwas falsch. Denn die meisten Devisenzuflüsse, die unsere Landeswährung Real so ungünstig aufwerten, sind nur Spekulation mit Zinsgewinnen und leider keine Investitionen. Doch zu einer Wirtschaftsmacht können wir nur werden, wenn der jetzige Kurs deutlich korrigiert wird – darunter die Deindustrialisierung. In Brasilia diskutiere ich darüber mit den zuständigen Ministern.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Ein entwickeltes Land zu werden, heiße auch Bildung, Kultur, Gesundheitswesen und öffentliche Sicherheit stark zu verbessern. Der Mindestlohn liegt derzeit bei umgerechnet nur etwa 248 Euro brutto. Selbst die Regierung räumt ein, daß es weiterhin Hunger und Misere gibt – und sogar noch häufige Sklavenarbeit. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Zu den Positiv-Faktoren zählt Coelho, daß Brasilien große Ölvorräte unter einer kilometerdicken Salzschicht besitze, ein großer Ölexporteur sein werde. Doch die Förderung ist teuer und sehr schwierig. Der US-Konzern Exxon setzte jetzt in seinem Konzessionsgebiet bei Sao Paulo für 400 Millionen Dollar drei Bohrungen vergeblich – fand nicht das versprochene Petroleum. </strong></p>
<p><strong>“Die Korruption ist strukturell im brasilianischen Staat.” José  Eduardo Cardozo, neuer Justizminister unter Dilma Rousseff, in Interview  vor Amtsantritt, Dezember 2010</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/05/brasilien-die-vielgelobt-wirtschaftspolitik-von-lula-rousseff-wachstumshemmende-hochzinspolitik-die-spekulanten-stark-begunstigte-zeigt-immer-negativere-folgen-bestatigt-fiesp-warnungen/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/05/brasilien-die-vielgelobt-wirtschaftspolitik-von-lula-rousseff-wachstumshemmende-hochzinspolitik-die-spekulanten-stark-begunstigte-zeigt-immer-negativere-folgen-bestatigt-fiesp-warnungen/</strong></a></p>
<p><strong>&#8222;Das Land durchläuft eine intensive Industrialisierung.&#8220;</strong> <strong>Stuttgarter Nachrichten 2011</strong><br />
&#8222;Für 2011 und 2012 wird mit einem Wirtschaftswachstum von jeweils ca.  3,7 und 4% (2010: 7,5%) BIP-Anteil gerechnet.&#8220; Auswärtiges Amt</p>
<p><strong>&#8222;In der Welt des Wachstums&#8220;:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/gruner-ministerprasident-winfried-kretschmann-in-brasilien-2011/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/11/23/gruner-ministerprasident-winfried-kretschmann-in-brasilien-2011/</strong></a></p>
<h2>Udo Döhler, Präsident des Textilunternehmens  Döhler S/A in Joinville, Santa Catarina. Energischer Kritiker der  Wirtschaftspolitik Brasilias, darunter der Deindustrialisierung.  Gesichter Brasiliens. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=11173" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags: <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/dohler-sa/" rel="tag">Döhler S/A</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/joinville/" rel="tag">Joinville</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/santa-catarina/" rel="tag">Santa Catarina</a>, <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/udo-dohler/" rel="tag">Udo Döhler</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/udodohler1.JPG" alt="udodohler1.JPG" /></p>
<p><strong>Udo Döhler, Präsident des Unternehmerverbands von  Joinville(ACIJ),  beim Interview in dem von ihm geleiteten “Hospital  Dona Helena”.</strong></p>
<p><strong>“Die Joinville-Region wächst wirtschaftlich stark &#8211; ganz im  Gegensatz zum Rest des Landes. Denn wir setzen auf Innovation,  investieren stark in Bildung, Ausbildung &#8211; schon seit drei Jahrzehnten  zudem kräftig in die Technologen-und Ingenieurs-Ausbildung. Santa  Catarina gibt seit langem ein Beispiel &#8211; doch Brasilia verhält sich uns  gegenüber blind, taub, stumm. Auf diesen Teilstaat Santa Catarina  entfallen nur 1 Prozent des brasilianischen Territoriums, nur 3 Prozent  der Gesamtbevölkerung &#8211; doch er erzeugt unter den 26 Teilstaaten das  sechstgrößte Bruttosozialprodukt, alles amtliche Daten des IBGE. Dies  sollte notwendig erscheinen lassen, sich eine solche Region genau  anzuschauen. Doch das geschieht nicht. Wenn Brasilien sich derzeit  deindustrialisiert, industrialisieren wir uns in Santa Catarina immer  mehr, gehen wir andere Wege. Doch die Regierung widmet uns deshalb nicht  gerade größere Aufmerksamkeit, fördert uns gar bei Besteuerung und  Infrastruktur, nichts dergleichen. Kein Zweifel &#8211; der brasilianische  Staat kümmert sich nicht um Santa Catarina, will die hiesigen Realitäten  einfach nicht wahrnehmen. Santa Catarina hat nicht nur eine starke  metallverarbeitende Industrie, von Motoren bis Autoteilen, sondern zudem  eine leistungsfähige Agroindustrie, ist in Brasilien größter Produzent  von Geflügel und Schweinen. Joinville ist in Brasilien die einzige  Stadt, die von der Einwohnerzahl her größer und zudem wirtschaftlich  stärker als die Teilstaats-Hauptstadt ist &#8211; Florianopolis. Santa  Catarina wurde immer diskriminiert, aber hat sich gut entwickelt, ist  sehr gewachsen. Meine Familie kam 1881 aus Deutschland &#8211; meinem  Urgroßvater hat man einen Mangrovensumpf zugewiesen &#8211; das ganze heutige  Stadtgebiet war so, mußte von den deutschen Einwanderern erst entwässert  werden &#8211; soviele sind durch Malaria umgekommen. </strong></p>
<p><strong>Vor vier Jahren hat unser Unternehmen noch über die Hälfte  der Produktion exportiert. Doch weil sich der Wechselkurs extrem  verschlechterte &#8211; von 2,8  auf 1,53 Real  pro Dollar,  verloren wir  unsere Marktanteile im Ausland, exportieren nur noch 8 Prozent unserer  Erzeugnisse, konzentrieren uns auf den Binnenmarkt, mit neuen  Technologien &#8211; und kräftigem Produktionswachstum: 2011 erreichen wir  gegenüber dem Vorjahr etwa 18 Prozent, nächstes Jahr dürften es zwischen  12 und 15 Prozent sein. Wir widerstehen der Versuchung, Produkte aus  Asien zu importieren und dann hier nur noch das Etikett aufzukleben. So  wie wir agiert die gesamte Industrie im Norden und Nordosten von Santa  Catarina.”</strong></p>
<p><a href="http://www.dohler.com.br/pt/imprensa/ver_texto.php?banco-dados=9"><strong>http://www.dohler.com.br/pt/imprensa/ver_texto.php?banco-dados=9</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dohler.com.br/pt/marketing/revista-dohler.php"><strong>http://www.dohler.com.br/pt/marketing/revista-dohler.php</strong></a></p>
<p><a href="http://www.dohler.com.br/pt/marketing/informativo-dohler.php"><strong>http://www.dohler.com.br/pt/marketing/informativo-dohler.php</strong></a></p>
<p><a href="http://www1.an.com.br/grande/dohler/0gra2.htm"><strong>http://www1.an.com.br/grande/dohler/0gra2.htm</strong></a></p>
<p><strong>Döhlers Position deckt sich in vielen Punkten mit der des FIESP von Sao Paulo:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/03/rousseff-regierung-in-brasilia-macht-spekulanten-neues-riesengeschenk-leitzinsen-auf-1175-prozent-erhoht-brasil-lider-global-em-juros-reais-folha-de-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/03/rousseff-regierung-in-brasilia-macht-spekulanten-neues-riesengeschenk-leitzinsen-auf-1175-prozent-erhoht-brasil-lider-global-em-juros-reais-folha-de-sao-paulo/</strong></a></p>
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		<title>Bankiersliebling Lula und der starke Real(2): Spekulanten über neue Leitzinserhöhung begeistert &#8211; viele exportorientierte Industrien noch mehr geschädigt</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Apr 2008 12:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Immer mehr &#8222;Carry Trade&#8220; Hintergrund von UNCTAD-Chefökonom Heiner Flassbeck Brasiliens Zentralbank hat im April die Leitzinsen über das erwartete Maß von 11,25 Prozent auf 11,75 Prozent erhöht. Damit hat die zehntgrößte Wirtschaftsnation die höchsten Realzinsen der Erde, gefolgt von der Türkei. In ersten Reaktionen von Wirtschaftsexperten hieß es, das Rekordzinsniveau stimuliere Zuflüsse von Kapital, werte [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Immer mehr &#8222;Carry Trade&#8220;</strong></p>
<p><strong>Hintergrund von UNCTAD-Chefökonom Heiner Flassbeck</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Zentralbank hat im April die Leitzinsen über das erwartete Maß von 11,25 Prozent auf 11,75 Prozent erhöht. Damit hat die zehntgrößte Wirtschaftsnation die höchsten Realzinsen der Erde, gefolgt von der Türkei. In ersten Reaktionen von Wirtschaftsexperten hieß es, das Rekordzinsniveau stimuliere Zuflüsse von Kapital, werte die Landeswährung Real gegenüber dem Dollar weiter auf. Brasilien handele mit der Leitzinserhöhung entgegen dem internationalen Trend. Zu den Auswirkungen gehöre eine starke Erhöhung der brasilianischen Staatsschulden.</strong></p>
<p><strong><span id="more-357"></span> Da Zinsanhebungen wachstumshemmend wirkten, würden viele Unternehmen nunmehr weniger in die Produktion investieren. Zwar sei offiziell die neue  Zinsanhebung als Maßnahme gegen die Inflation gedacht, doch könne bei starker Aufwertung just die Teuerung gefördert werden. Geschädigt würden jetzt noch mehr die Industrie-Exporte, die Einfuhren aber noch mehr stimuliert. Angesichts einer Abkühlung der Weltkonjunktur gerate Brasilien in eine komplizierte Situation &#8211; wegen der stark fallenden Exporte.</strong><br />
<strong> Den größten Anteil an den brasilianischen Industrie-Exporten haben starke multinationale Unternehmen der USA oder Deutschlands, die auch Phasen künstlicher Aufwertung relativ bequem durchhalten können. Für viele brasilianische Unternehmen, die früher kräftig exportierten, bedeutete indessen die Linie der Lula-Regierung das Aus. Brasilien verliere daher im Export an Konkurrenzfähigkeit &#8211; alles schlecht für die Handelsbilanz. Zu den eher banalen Auswirkungen des starken Real zählt unter anderem, daß derzeit billige, schlechte Weine aus Argentinien und Chile den brasilianischen Markt überschwemmen, während brasilianische Weine hoher Qualität deshalb immer weniger Absatz finden.</strong></p>
<p><strong>Wirtschaftsexperte José Alexandre Scheinkman von der US-Universität Princeton: Die Zinserhöhung werde den Carry-Trade, also die Kreditaufnahme in Niedrigzinsländern zwecks Spekulation in Hochzinsländern, weiter verstärken. Derartige Operationen gehörten bereits zu den Strategien der großen US-Hedgefunds. Von zahlreichen Auslandsbanken werde selbst den Normalkunden empfohlen, mit der brasilianischen Währung zu spekulieren.</strong></p>
<p><strong>Heiner Flassbecks Analyse:</strong></p>
<p>UNCTAD-Chef-Ökonom Heiner Flassbeck, Ex-Staatssekretär imÂ deutschen Finanzministerium, Â hat gegenüber der brasilianischen Zeitung „O Estado de Sao Paulo” die Hintergründe der starken Aufwertung des Real analysiert. Danach ist Brasilien derzeit Opfer der Spekulation mit den hohen Zinsen im Tropenland.</p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2008/04/obdachloserbettsp.jpg" alt="obdachloserbettsp.jpg" /></p>
<p><strong>Kranker Obdachloser Sao Paulos im ”Wohn-Bett an abgasverpesteter City-Avenida &#8211; die Zahl von Obdachlosen, Verwahrlosten, Geistesgestörten ist in letzter Zeit in Sao Paulos Zentrum deutlich gestiegen.</strong></p>
<p>Anleger, Spekulanten nehmen in Japan Kredite zu sehr niedrigen Zinsen, sogar nahe Null auf, transferieren das Geld nach Brasilien und machen dort sicheren, hohen Profit wegen der Hochzinspolitik Brasilias. Der Zustrom von Dollars setzt den Real unter Aufwertungsdruck. Mittelfristig schafft das für Brasiliens Exporte eine unerträgliche Situation. „Anleger nutzen den brasilianischen Markt und den Real, um Millionengewinne zu machen. Leicht ersichtlich, daß die Regierung sagt, die Aufwertung des Real werde durch die stabile wirtschaftliche Lage bewirkt “ was sogar stimmen kann. Doch das Problem ist ein anderes “ und keine Regierung mag dies zugeben. Derzeit haben wir eine Situation wie im Spielkassino und Brasilien zählt zu den Opfern.”Wie bekannt wurde, verfahren brasilianische Privatbanken genauso wie die Spekulanten “ borgen Geld in Japan und spekulieren damit höchst profitabel im eigenen Land, dank Brasilias Hochzinspolitik.</p>
<p>Brasiliens Bischofskonferenz zählt seit mehreren Jahren zu den schärfsten Kritikern dieses Wirtschaftskurses der Lula-Regierung. Dieser wurde von der Kirche vorgeworfen, sich dem Diktat der Banken zu unterwerfen und das Land in ein Finanzparadies für Bankiers verwandelt zu haben, die Gewinne wie nie zuvor einstrichen. Der deutschstämmige Kardinal von Sao Paulo, Odilo Scherer, hat diese Zusammenhänge stets am präzisesten aufgezeigt. Statt gerechterer Einkommensverteilung zugunsten der armen Bevölkerungsmehrheit erlebe Brasilien Einkommenskonzentration zugunsten einer Minderheit.Brasiliens Privatbanken zählen unterdessen zu den wichtigsten Finanziers von Lulas Arbeiterpartei PT. Â</p>
<p>Heiner Flassbeck &#8211; Website: <a href="http://www.flassbeck.de/">http://www.flassbeck.de/</a></p>
<p><span style="font-size: medium">Hintergrund:</span></p>
<h2>Elitenkandidat Lula erfüllt Erwartungen:Jeden Tag 164 neue Millionäre &#8211; der Zuwachs an Superreichen ist atemberaubend. (Handelsblatt)Â <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=129">**</a></h2>
<p><strong>Zum Beitrag:</strong></p>
<p><strong><a title="http://www.handelsblatt.com/1393538/default.aspx/index.html" href="http://www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/200729/_t/ft/_b/1393538/default.aspx/index.html">http://www.handelsblatt.com/news/index.html</a></strong></p>
<p><strong>Donaukurier, Österreich: ”Spenden für Slumkinder in Sao Paulo- <a href="http://www.donaukurier.de/lokales/pfaffenhofen/art600,1831139">http://www.donaukurier.de/lokales/pfaffenhofen/art600,1831139</a></strong></p>
<p><strong>Schweizer Buch ”FavelaMetropolis: ”Würde ich die Realität so schildern, wie sie ist, könnte man das gar nicht publizieren(Paulo Lins, City of God): </strong><strong><a href="http://books.google.com/books?id=mFMyN6ncNG8C&amp;pg=PA149&amp;lpg=PA149&amp;dq=Klaus+Hart&amp;source=web&amp;ots=CCImATs6Mx&amp;sig=44831Q11NVZZfguaMoZoYltxL-4">http://books.google.com/?id=PA149&amp;dq=Klaus+Hart&amp;source=web&amp;ots=44831Q11N</a></strong></p>
<h2>”Aufstände der Verzweiflung &#8211; UNO-Sonderberichterstatter Jean Ziegler im Deutschlandfunk zu Hungerunruhen.Â <a title="Beitrag bearbeiten" href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=305">**</a></h2>
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<p><a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/768424/">http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/768424/</a></p>
<p><strong>”Preissteigerungen bei LebensmittelnÂ sind ein Motiv für Fröhlichkeit, sagte Brasiliens Staatschef Lula in Holland laut Presseberichten.</strong></p>
<p>Weil die Armen der Welt mehr essen, so Lula gemäß ”Folha de Sao Paulo, erhöhe sich die Nachfrage nach Lebensmitteln, damit auch die Inflation in einigen Ländern. ”Erstens müssen wir alle Gott danken, daß das Volk mehr zu essen hat. Und wenn der Arme mehr Zugang zu Lebensmitteln hat, ist das eine Alegria imensa. Und zweitens gibt es noch eine andere Alegria: Dann nämlich, wenn alle Welt etwas mehr produziert, wird es mehr Reichtum, mehr Arbeit und weniger Inflation geben. Zu Einwänden, die Lebensmittelproduktion werde negativ beeinflußt durch die Herstellung von Agrotreibstoffen, sagte Lula: ”Kommen sie mir nicht mit diesen Redensarten, wonach die Agrotreibstoffe zu einer Preiserhöhung bei Lebensmitteln geführt haben.</p>
<p>Laut ”Folha de Sao Paulo setzte Lula auch auf dieser Europareise seine Werbung für brasilianische Agrotreibstoffe fort, während Hollands Premierminister Jan Peter Balkenende kritisch auf die Umweltaspekte verwiesen habe. Â</p>
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