<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Evangelikale in Krise</title>
	<atom:link href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/evangelikale-in-krise/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.hart-brasilientexte.de</link>
	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
	<lastBuildDate>Sun, 26 Feb 2023 11:57:53 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=4.1.42</generator>
	<item>
		<title>Brasilien: Wie die evangelikalen Sektenkirchen ticken &#8211; &#8222;Apostel&#8220; und Pastor feuern auf &#8222;Teufel&#8220; mit Revolver&#8230;Anklicken. Evangelikale Wunderheilersekten in Krise, Stagnation &#8211; immer mehr leere Tempel. Frei Betto, Paulo Süß zu Sekten. Lob von Leonardo Boff für evangelikale Kirchen&#8230;</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/brasilien-wie-die-evangelikalen-sektenkirche-ticken-pastor-feuert-auf-teufel-mit-revolveranklicken-evangelikale-wunderheilersekten-in-krise-stagnation-immer-mehr-leere-tempel/</link>
		<comments>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/brasilien-wie-die-evangelikalen-sektenkirche-ticken-pastor-feuert-auf-teufel-mit-revolveranklicken-evangelikale-wunderheilersekten-in-krise-stagnation-immer-mehr-leere-tempel/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 16:42:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Evangelikale in Krise]]></category>
		<category><![CDATA[evangelikale Wunderheilersekten]]></category>
		<category><![CDATA[Paulo Süß]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/brasilien-wie-die-evangelikalen-sektenkirche-ticken-pastor-feuert-auf-teufel-mit-revolveranklicken-evangelikale-wunderheilersekten-in-krise-stagnation-immer-mehr-leere-tempel/</guid>
		<description><![CDATA[http://www.youtube.com/watch?v=TGCVBDerYDw&#38;feature=player_embedded In Brasilien stagnieren in jüngster Zeit die evangelikalen Wunderheilersekten und erleiden teils gravierenden Mitgliederschwund. Sogar große Sektentempel werden geschlossen und kleinere bleiben auffällig leer. Der katholischen Kirche ist es indessen gelungen, den Priestermangel spürbar zu verringern und erstmals in Regionen präsent zu sein, die bisher völlig in der Hand der Sekten waren. Auffällig ist [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=TGCVBDerYDw&amp;feature=player_embedded">http://www.youtube.com/watch?v=TGCVBDerYDw&amp;feature=player_embedded</a></p>
<p><strong>In Brasilien stagnieren in jüngster Zeit die evangelikalen Wunderheilersekten und erleiden teils gravierenden Mitgliederschwund. Sogar große Sektentempel werden geschlossen und kleinere bleiben auffällig leer. Der katholischen Kirche ist es indessen gelungen, den Priestermangel spürbar zu verringern und erstmals in Regionen präsent zu sein, die bisher völlig in der Hand der Sekten waren. Auffällig ist zudem, daß die Welle von Pädophilieanzeigen gegen Geistliche just im größten katholischen Land kaum Wirkung hatte, die brasilianische Kirche keineswegs in eine Glaubwürdigkeitskrise stürzte. So wurde in der Öffentlichkeit mit Erstaunen vermerkt, daß Ende 2010 gemäß einer seriösen Studie die Brasilianer nach den Streitkräften am meisten in die katholische Kirche vertrauen &#8211; deutlich vor anderen Institutionen wie der Regierung, dem Parlament oder der Justiz. Brasiliens Priesterseminare sind seit einigen Jahren regelrecht voll &#8211; viele nehmen keine Anwärter mehr auf. Der Priestermangel nahm trotz starken Bevölkerungszuwachses ab. </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/ihr-elenden-irregeleiteten-ehebrecher-masturbierer-auf-sex-versessenen-raucher-trinker-tv-glotzer/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/02/22/ihr-elenden-irregeleiteten-ehebrecher-masturbierer-auf-sex-versessenen-raucher-trinker-tv-glotzer/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/30/caetano-veloso-zwei-sohne-gehoren-zur-evangelikalen-wunderheiler-sektenkirche-igreja-universal-laut-landesmedien/#more-8428">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/30/caetano-veloso-zwei-sohne-gehoren-zur-evangelikalen-wunderheiler-sektenkirche-igreja-universal-laut-landesmedien/#more-8428</a></p>
<p><!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<h2>“Saudo a expansao dos evangelicos, porque sou a favor de todo tipo de diversidade.”</h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/11/leonardo-boff-wichtiger-wahlhelfer-der-evangelikalen-prasidentschaftskandidatin-marina-silva-estrela-de-festa-do-pv/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/06/11/leonardo-boff-wichtiger-wahlhelfer-der-evangelikalen-prasidentschaftskandidatin-marina-silva-estrela-de-festa-do-pv/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/17/bischof-cristiano-jakob-krapf-in-jequie-bahia-brillante-analysen-uber-das-heutige-brasilien/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/17/bischof-cristiano-jakob-krapf-in-jequie-bahia-brillante-analysen-uber-das-heutige-brasilien/</a></p>
<p><strong>Auffällig, wieviel Sympathie den evangelikalen Sekten Brasiliens  in mitteleuropäischen Ländern wie Deutschland entgegenschlägt, wie  positiv viele Medien über diese Sekten berichten.</strong></p>
<p><strong>Hintergrund: </strong></p>
<p><strong>„CIA spionierte Brasiliens Kirche aus, fördert Sekten”<br />
Bischofskonferenz analysiert freigegebene Geheimdokumente</strong></p>
<p><span id="more-8661"></span></p>
<p><strong>Bischöfe und Theologen des Tropenlandes befassen sich derzeit   mit ungewöhnlicher Lektüre: Das Weiße Haus hat weitere hochbrisante   Geheimdokumente über CIA-Operationen vor und während der brasilianischen   Militärdiktatur freigegeben, die auch die katholische Kirche  betreffen.  Renommierte Menschenrechtsaktivisten, Intellektuelle wie  Helio Bicudo  und der Befreiungstheologe Frei Betto aus Sao Paulo sehen  ihre früheren  Recherchen bestätigt. „Dank dieser Geheimdokumente wissen  wir nun genau,  daß Washington die südamerikanischen Militärputsche der  sechziger und  siebziger Jahre vorbereitete.” Auch in Brasilien, so der   Dominikanerbruder und Bestsellerautor mit Millionenauflagen, sei mit   CIA-Hilfe 1964 ein Willkürregime an die Macht gebracht worden, das bis   1985 währte. Der damalige US-Botschafter in Brasilia habe sogar   finanzielle und militärische Hilfe für die Putschisten angefordert.   „Argumentiert wurde mit dem Hirngespinst von der kommunistischen Gefahr &#8211;   obwohl die katholische Kirche und speziell deren   befreiungstheologischer Flügel bedrohlicher für die Interessen der USA   angesehen wurden als der Marxismus.”</strong><strong>Auf die   Veröffentlichungen reagierte auch die Familie des 1964 weggeputschten   demokratischen Präsidenten Joao Goulart. „Wir gehen jetzt vor den   Internationalen Gerichtshof in Den Haag und werden beweisen, daß es eine   Intervention der USA gab”, erklärten Joao Vicente und Denise Goulart,   Kinder des damaligen Staatschefs, vor der Presse. „Sie haben einen   gewählten Präsidenten gestürzt, Brasiliens Souveränität gebrochen.”   Vicente und Denise Goulart verweisen zudem auf Dokumente, denen zufolge   damals tatsächlich im Rahmen der sogenannten „Operation Brother Sam”   eine US-Militärflotte vor der brasilianischen Küste bereitgestanden   habe. Die Familie will eine hohe Entschädigungssumme von Washington &#8211;    umgerechnet über 1,3 Milliarden Euro. </strong><strong>Brasiliens   Kirche war zur Diktaturzeit weitgehend regimekritisch, war Opposition.   Um ein Gegengewicht zu schaffen, so Frei Betto, habe die CIA deshalb die   Ausbreitung von Sekten gefördert &#8211; und tue dies offenbar bis heute.   ”Die USA finanzierten jene Sektenkirchen, denen es darum geht,   Brasiliens Christen zu spalten und progressive Tendenzen in der   katholischen Kirche auszulöschen. Jene „elektronischen Kirchen”   propagierten sogar eine Theologie des Wohlstands. Dagegen stehe die   Botschaft Jesu für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt. Dies sollten   die Gläubigen nicht entdecken. Bezeichnend sei, daß die brasilianischen   Chefs wichtiger evangelikaler Kirchen heute alle in den Vereinigten   Staaten wohnten, nicht in Brasilien.</strong><strong>Der   Befreiungstheologe verbrachte als politischer Gefangener mehrere Jahre   in den Foltergefängnissen der Diktatur, erlebte all den Horror am   eigenen Leibe mit. In den CIA-Dokumenten steht, daß die USA über die   Folterpraxis sehr genau Bescheid wußten. „Das Verhör politischer   Gefangener ist häufig begleitet von Folter, unter anderem Aufhängen mit   dem Kopf nach unten, Elektroschocks, Hunger”, heißt es in einem   Geheimtelegramm von 1973. Zitiert wird auch ein CIA-Informant aus dem   Repressionsapparat:”Er beschrieb uns den Mord an einem der Subversion   Verdächtigten, der er „genäht” habe, wie er es nannte “ indem er auf ihn   mit einer automatischen Waffe vom Kopf bis zu den Zehen des Fußes   gefeuert habe.” Kurz vor dem Putsch telegraphierte der damalige   US-Botschafter Gordon nach Washington, man müsse Hilfe leisten, „um ein   größeres Desaster zu verhindern, welches Brasilien zu einem China der   sechziger Jahre machen könnte”. Der damalige US-Präsident Lyndon Johnson   erklärte unter Bezug auf Brasilien:”Wir können das dort nicht   tolerieren.”</strong><strong> Öffentliche Kritik an diesen   Menschenrechtsverletzungen und der laut US-Gesetzen mögliche Stopp von   Wirtschaftshilfe seien unterblieben, um die Gewinne aus den rasch   wachsenden Rüstungslieferungen an die Militärdiktatur nicht zu   gefährden, betont der Dominikaner. ”Kardinal Evaristo Arns aus Sao Paulo   zählte zum Widerstand gegen die Diktatur und schlug den USA sogar ein   Wirtschaftsembargo gegen Brasilien vor.” Seine Bitte habe natürlich  kein  Gehör gefunden. „Denn die USA finanzierten ja die Diktatur.” Die  CIA  habe zudem Persönlichkeiten wie Kardinal Arns oder Erzbischof  Helder  Camara ausspioniert, Geistliche beispielsweise als progressiv,  als  hilfreich für die Interessen der USA oder gar als Feinde  klassifiziert.</strong><strong>Viele  Dollars flossen gemäß den  nordamerikanischen Quellen auch in die  Ausbildung von Todesschwadronen,  von Eliteeinheiten der politischen  Polizei Brasiliens. „Ab 1968 ging  die Diktatur brutaler, aggressiver  gegen Regimegegner vor, wurde  gemordet, ließ man Menschen verschwinden”,  erinnert sich Frei Betto.  Der Repressionsapparat sei mit Washingtoner  Hilfe besser organisiert  worden. „An US-Militärakademien wurden Folterer  für verschiedene  lateinamerikanische Diktaturen, darunter für Brasilien  ausgebildet.”</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischofskonferenz fordert seit Jahren, daß die   Regierung von Staatschef Luis Inacio Lula da Silva endlich die geheimen   Diktaturarchive der Streitkräfte öffnet. „Damit würde mehr über die   Zusammenarbeit mit der CIA bekannt.” Doch genau dies solle verhindert   werden. Länder wie Chile oder Argentinien seien bei der   Vergangenheitsbewältigung schon viel weiter. ”Die Lula-Regierung ist   eigentlich dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit über diese dunkle Phase   unserer Geschichte aufzuklären, damit man weiß, wer verantwortlich war   für all die Verbrechen.” Lula, so sieht es Frei Betto, müßte als Chef   der Streitkräfte die Militärs zwingen, alle Repressionsarchive zu   öffnen. „Unerklärlich, ja verrückt, daß er es nicht tut.” Schließlich   legten selbst die USA ihre Geheimdokumente über diese Zeit, die   Beteiligung am Militärputsch offen. </strong></p>
<p><strong>“PUBLIK-FORUM: Jahr für Jahr wechselt ein Prozent der  Brasilianer von der katholischen Kirche zu den Sekten. Überall in  Lateinamerika ist dieser Prozess zu beobachten. Warum?</strong></p>
<p><strong>PAULO SUESS: Die Leute suchen Geborgenheit. Die katholische  Kirche ist in vielen Quartieren der Megastädte nicht mit Geistlichen,  Ordensleuten oder Katecheten präsent. Die Sekten jedoch sind nah,  zumeist um die nächste Ecke. Ich sage oft: Jesus “überwintert” in den  Sekten. Wäre er auf die katholische Kirche angewiesen, käme er in vielen  Wohngegenden überhaupt nicht mehr vor. Jedoch: Nur weil so viele Arme  zu den Sekten laufen, ist deren Pastoral ja noch nicht das Richtige.  Sekten bieten kurzzeitiges Vergessen des alltäglichen persönlichen  Elends. Zu diesem Trost kommt eine Botschaft des individuellen  Aufstiegs, die zuallermeist nicht nachhaltig trägt. Sie versprechen &#8211;  biblisch gesprochen &#8211; den Armen, die hungrig und mühselig auf dem  Befreiungsweg unterwegs sind, bei Sekteneintritt die Rückkehr zu den  Fleischtöpfen Ägyptens. Nicht ohne Grund hat etwa der frühere  US-Präsident Ronald Reagan in Südamerika die Sekten gefördert, weil sie  individualisierend und systemstabilisierend wirken.”</strong></p>
<p><!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong>Hintergrund: </strong></p>
<p><strong>„CIA spionierte Brasiliens Kirche aus, fördert Sekten”</strong><strong><br />
<strong>Bischofskonferenz analysiert freigegebene Geheimdokumente</strong></strong></p>
<p><strong>Bischöfe und Theologen des Tropenlandes befassen sich derzeit mit ungewöhnlicher Lektüre: Das Weiße Haus hat weitere hochbrisante Geheimdokumente über CIA-Operationen vor und während der brasilianischen Militärdiktatur freigegeben, die auch die katholische Kirche betreffen. Renommierte Menschenrechtsaktivisten, Intellektuelle wie Helio Bicudo und der Befreiungstheologe Frei Betto aus Sao Paulo sehen ihre früheren Recherchen bestätigt. „Dank dieser Geheimdokumente wissen wir nun genau, daß Washington die südamerikanischen Militärputsche der sechziger und siebziger Jahre vorbereitete.” Auch in Brasilien, so der Dominikanerbruder und Bestsellerautor mit Millionenauflagen, sei mit CIA-Hilfe 1964 ein Willkürregime an die Macht gebracht worden, das bis 1985 währte. Der damalige US-Botschafter in Brasilia habe sogar finanzielle und militärische Hilfe für die Putschisten angefordert. „Argumentiert wurde mit dem Hirngespinst von der kommunistischen Gefahr &#8211; obwohl die katholische Kirche und speziell deren befreiungstheologischer Flügel bedrohlicher für die Interessen der USA angesehen wurden als der Marxismus.”Auf die Veröffentlichungen reagierte auch die Familie des 1964 weggeputschten demokratischen Präsidenten Joao Goulart. „Wir gehen jetzt vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag und werden beweisen, daß es eine Intervention der USA gab”, erklärten Joao Vicente und Denise Goulart, Kinder des damaligen Staatschefs, vor der Presse. „Sie haben einen gewählten Präsidenten gestürzt, Brasiliens Souveränität gebrochen.” Vicente und Denise Goulart verweisen zudem auf Dokumente, denen zufolge damals tatsächlich im Rahmen der sogenannten „Operation Brother Sam” eine US-Militärflotte vor der brasilianischen Küste bereitgestanden habe. Die Familie will eine hohe Entschädigungssumme von Washington &#8211;  umgerechnet über 1,3 Milliarden Euro. Brasiliens Kirche war zur Diktaturzeit weitgehend regimekritisch, war Opposition. Um ein Gegengewicht zu schaffen, so Frei Betto, habe die CIA deshalb die Ausbreitung von Sekten gefördert &#8211; und tue dies offenbar bis heute. ”Die USA finanzierten jene Sektenkirchen, denen es darum geht, Brasiliens Christen zu spalten und progressive Tendenzen in der katholischen Kirche auszulöschen. Jene „elektronischen Kirchen” propagierten sogar eine Theologie des Wohlstands. Dagegen stehe die Botschaft Jesu für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt. Dies sollten die Gläubigen nicht entdecken. Bezeichnend sei, daß die brasilianischen Chefs wichtiger evangelikaler Kirchen heute alle in den Vereinigten Staaten wohnten, nicht in Brasilien.</strong></p>
<p><strong>Nicht zufällig herrscht Frohlocken, klammheimliche bis offene Freude über ein Anwachsen der CIA-geförderten Sekten bei jenen, denen der weltweite Kampf der katholischen Kirche für Menschenrechte, darunter in Ländern wie Brasilien, sehr ungelegen kommt.  Auch in deutschsprachigen Ländern stoßen daher solche Sekten auf viel Wohlwollen, werden häufig beschönigend als Freikirchen eingestuft.</strong></p>
<p><strong>Befreiungstheologe Frei Betto verbrachte als politischer Gefangener mehrere Jahre in den Foltergefängnissen der Diktatur, erlebte all den Horror am eigenen Leibe mit. In den CIA-Dokumenten steht, daß die USA über die Folterpraxis sehr genau Bescheid wußten. „Das Verhör politischer Gefangener ist häufig begleitet von Folter, unter anderem Aufhängen mit dem Kopf nach unten, Elektroschocks, Hunger”, heißt es in einem Geheimtelegramm von 1973. Zitiert wird auch ein CIA-Informant aus dem Repressionsapparat:”Er beschrieb uns den Mord an einem der Subversion Verdächtigten, der er „genäht” habe, wie er es nannte &#8211;  indem er auf ihn mit einer automatischen Waffe vom Kopf bis zu den Zehen des Fußes gefeuert habe.” Kurz vor dem Putsch telegraphierte der damalige US-Botschafter Gordon nach Washington, man müsse Hilfe leisten, „um ein größeres Desaster zu verhindern, welches Brasilien zu einem China der sechziger Jahre machen könnte”. Der damalige US-Präsident Lyndon Johnson erklärte unter Bezug auf Brasilien:”Wir können das dort nicht tolerieren.” Öffentliche Kritik an diesen Menschenrechtsverletzungen und der laut US-Gesetzen mögliche Stopp von Wirtschaftshilfe seien unterblieben, um die Gewinne aus den rasch wachsenden Rüstungslieferungen an die Militärdiktatur nicht zu gefährden, betont der Dominikaner. ”Kardinal Evaristo Arns aus Sao Paulo zählte zum Widerstand gegen die Diktatur und schlug den USA sogar ein Wirtschaftsembargo gegen Brasilien vor.” Seine Bitte habe natürlich kein Gehör gefunden. „Denn die USA finanzierten ja die Diktatur.” Die CIA habe zudem Persönlichkeiten wie Kardinal Arns oder Erzbischof Helder Camara ausspioniert, Geistliche beispielsweise als progressiv, als hilfreich für die Interessen der USA oder gar als Feinde klassifiziert.Viele Dollars flossen gemäß den nordamerikanischen Quellen auch in die Ausbildung von Todesschwadronen, von Eliteeinheiten der politischen Polizei Brasiliens. „Ab 1968 ging die Diktatur brutaler, aggressiver gegen Regimegegner vor, wurde gemordet, ließ man Menschen verschwinden”, erinnert sich Frei Betto. Der Repressionsapparat sei mit Washingtoner Hilfe besser organisiert worden. „An US-Militärakademien wurden Folterer für verschiedene lateinamerikanische Diktaturen, darunter für Brasilien ausgebildet.”</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Bischofskonferenz fordert seit Jahren, daß die Regierung von Staatschef Luis Inacio Lula da Silva endlich die geheimen Diktaturarchive der Streitkräfte öffnet. „Damit würde mehr über die Zusammenarbeit mit der CIA bekannt.” Doch genau dies solle verhindert werden. Länder wie Chile oder Argentinien seien bei der Vergangenheitsbewältigung schon viel weiter. ”Die Lula-Regierung ist eigentlich dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit über diese dunkle Phase unserer Geschichte aufzuklären, damit man weiß, wer verantwortlich war für all die Verbrechen.” Lula, so sieht es Frei Betto, müßte als Chef der Streitkräfte die Militärs zwingen, alle Repressionsarchive zu öffnen. „Unerklärlich, ja verrückt, daß er es nicht tut.” Schließlich legten selbst die USA ihre Geheimdokumente über diese Zeit, die Beteiligung am Militärputsch offen.</strong></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/02/24/brasilien-wie-die-evangelikalen-sektenkirche-ticken-pastor-feuert-auf-teufel-mit-revolveranklicken-evangelikale-wunderheilersekten-in-krise-stagnation-immer-mehr-leere-tempel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
