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	<title>Klaus Hart Brasilientexte</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Brasilien: Negative Reaktionen auf Staatschefin Rousseffs neuen Industrie-Förderungsplan &#8222;Plano Brasil Maior&#8220;. &#8222;Enttäuschend, schwach, unzureichend&#8220; &#8211; Industrielle skeptisch und abwartend. Immer höhere &#8222;Biosprit&#8220;-und Benzinimporte aus den USA. Nur Griechenlands Börse in Athen verlor 2011 mehr als Lateinamerikas Leitbörse in Sao Paulo.</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 12:59:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Angesichts der unter dem Gespann Lula-Rousseff vorangetriebenen Deindustrialisierung Brasiliens haben die Wirtschaftsexperten des Tropenlandes entsprechend negativ auf den &#8222;Plan Größeres Brasilien&#8220; reagiert: Er löse nichts, habe lediglich die Wirkung einer Aspirin, bekämpfe Ursachen nicht, verbessere die geringe Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens keineswegs. In der aktuellen Statistik des Weltwirtschaftsforums für Wettbewerbsfähigkeit steht Brasilien nur auf Platz 58, China [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Angesichts der unter dem Gespann Lula-Rousseff vorangetriebenen Deindustrialisierung Brasiliens haben die Wirtschaftsexperten des Tropenlandes entsprechend negativ auf den &#8222;Plan Größeres Brasilien&#8220; reagiert: Er löse nichts, habe lediglich die Wirkung einer Aspirin, bekämpfe Ursachen nicht, verbessere die geringe Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens keineswegs. In der aktuellen Statistik des Weltwirtschaftsforums für Wettbewerbsfähigkeit steht Brasilien nur auf Platz 58, China dagegen auf Platz 27.</strong></p>
<p><strong>Im Juni 2011 war die brasilianische Industrieproduktion gegenüber Mai offiziell um immerhin 1,6 Prozent zurückgegangen. Brasiliens wachstumshemmender, Spekulation kräftig fördernder Leitzins von 12,50 Prozent wird besonders von den Industriellen stark kritisiert. Brasiliens Börse ist auf den Stand von Anfang September 2009 abgefallen, die sich täglich ausweitende Korruptionskrise der Rousseff-Regierung verringert das Vertrauen ausländischer Investoren. Brasiliens Staatsschulden wachsen rasch &#8211; Anfang Juli nahm die Regierung im Ausland einen hohen Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf, meldete die Wirtschaftspresse. In den globalen Finanzmedien sei es regelrecht Mode geworden, die brasilianische Wirtschaft praktisch tagtäglich zu kritisieren. Die nationalen Qualitätsmedien stellen heraus, daß von den auch in Europa hochgelobten Führungsqualitäten der Staatschefin nichts zu sehen ist &#8211; vielmehr sei das &#8222;Fehlen von Führung und politischer Kapazität evident&#8220;(O Estado de Sao Paulo).</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/04/brasilien-nur-die-griechen-sind-schlechter-als-wir-analysten-zum-absturz-der-lateinamerikanischen-leitborse-in-sao-paulo/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/04/brasilien-nur-die-griechen-sind-schlechter-als-wir-analysten-zum-absturz-der-lateinamerikanischen-leitborse-in-sao-paulo/</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/08/luladilma6.JPG" alt="luladilma6.JPG" /></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/03/is-paloccis-resignation-a-big-setback-to-dilmas-administration-by-peter-hakimterry-mccoy-roberto-padovani-david-fleischer-latin-america-advisor/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/08/03/is-paloccis-resignation-a-big-setback-to-dilmas-administration-by-peter-hakimterry-mccoy-roberto-padovani-david-fleischer-latin-america-advisor/</strong></a></p>
<p><strong>Auch der neue Transportminister Paulo Sergio Passos sieht sich, kaum im Amt, bereits Korruptionsvorwürfen gegenüber &#8211; eine Oppositionspartei hat bei Brasiliens Bundesanwaltschaft Anzeige erstattet und intensive Ermittlungen gefordert. Bislang mußten von Rousseff nach Medienenthüllungen bereits rund 30 hochrangige Regierungsmitarbeiter entlassen werden, darunter zwei Minister sowie Regierungsdirektoren. </strong></p>
<p><strong>Rousseff &#8222;punktet&#8220; auch im Umweltbereich weiter &#8211; selbst laut amtlichen Daten wurde 2011 im ersten Halbjahr in Amazonien bereits mehr abgeholzt als 2010. </strong></p>
<p><strong>Wirtschaftsmacht Brasilien?(2011)</strong></p>
<p><span id="more-10208"></span></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>In Deutschland wird das Schwellenland Brasilien bereits als  Industrienation, gar Wirtschaftsmacht gerühmt, das sich in einer  außergewöhnlichen Boomphase befinde. Brasilianische Experten  widersprechen &#8211; das Land werde industriell immer schwächer und im  Außenhandel immer weniger konkurrenzfähig. Brasilien gewöhne sich daran,   ein großer Rohstofferzeuger zu sein.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Große Luftfahrtgesellschaften würden Brasilien gerne mit dem  neuen Super-Airbus A 380 anfliegen – wegen der sehr mangelhaften  Flughäfen leider unmöglich. Unter den zehn größten Wirtschaftsnationen  hat Brasilien laut einer neuen Weltstudie das schlechteste  Transportwesen, schlechter noch als in  Indien oder Südafrika. Das  Riesenland transportiert nur 25 Prozent der Fracht kostengünstig mit der  Bahn, während es in Rußland 81 Prozent und in Australien und den USA 43  Prozent sind. Auf dem Doing-Business-Ranking der Weltbank, das die  Wirtschaftsfreundlichkeit eines Landes bewertet, ist Brasilien 2011 vom  124. auf den 127. Platz zurückgefallen,  liegt hinter Rußland. Stutzig  macht zudem, daß Baden-Württemberg mit seinen nur rund 10,7 Millionen  Einwohnern auch 2010 wieder mehr exportierte als Brasilien mit seinen  etwa 190 Millionen Bewohnern – und das Tropenland am Welthandel mit  nicht einmal 2 Prozent beteiligt ist. In Lateinamerikas wichtigstem  Industriellenverband FIESP von Sao Paulo  ist José Roriz Coelho  Fachdirektor für Wettbewerbsfähigkeit und Technologie. Als  Wirtschaftsmacht sieht er Brasilien nicht, zumal eine sehr verfrühte  Deindustrialisierung im Gange sei. 1995 lag der Industrieanteil am  Bruttosozialprodukt bei 28 Prozent – heute sind es nur noch 13,5 Prozent  – in China dagegen über 46 Prozent. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Rohstoffe, Commodities, die wir sehr billig verkaufen,  werden immer mehr zur Stütze unseres Wachstums, während die  Konkurrenzfähigkeit bei Industrieprodukten niedrig ist, Importe  zunehmen. Das ist gefährlich. Wenn morgen die Rohstoffpreise fallen,  wird Brasilien keine starke verarbeitende Industrie mehr haben. Arg  betroffen von Deindustrialisierung sind bereits Branchen wie Maschinen  und Ausrüstungen, Kunststoffe, Papier, Schuhe und Textilien. Uns fehlt  Technologie – und ein Bildungssystem, das Leute formt, die neue  hochwertige Produkte entwickeln können.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Aber heißt es nicht immer, der Flugzeugbauer EMBRAER sei als  Hightech-Konzern ein Beleg für Brasiliens enorme wirtschaftliche  Fortschritte? </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“EMBRAER macht nur die Montage von Flugzeugen – kauft die  Teile im Ausland zusammen. Denn Firmen, die hier EMBRAER unterstützen,  haben garnicht die die technische Kapazität, um nötige Flugzeugteile  herzustellen.“ </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Und in der Tat ist EMBRAER nach dem Ölkonzern Petrobras  zweitgrößter Importeur Brasiliens – beide Unternehmen beziehen sehr viel  Hightech aus Ländern der Ersten Welt wie den USA und Deutschland. Etwa  die Hälfte der stimmberechtigten Aktien von EMBRAER liegt zudem in den  Vereinigten Staaten, bei großen Kapitalfonds, heißt es. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wir verlieren unsere Fähigkeit, aus Rohstoffen hochwertige  Produkte herzustellen. Zellulose produzieren wir sehr konkurrenzfähig,  verkaufen sie aber an China – und beziehen von dort das Papier.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Als besonders typischen – und kuriosen Fall nennt Coelho zudem die Rohkaffee-Produktion, bei der Brasilien weltweit führt.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wir liefern nach Deutschland und auch nach Italien – und der  veredelte Kaffee kommt zurück, geht in alle Welt, Deutschland ist der  größte Exporteur ist. Ich kritisiere, daß Brasilien nicht auch diese  Fähigkeit zur Veredelung entwickelt.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Für Coelho ist lediglich „Gerede“, daß in Brasilien derzeit  alles wirtschaftlich gut laufe. Kritiker wie ihn nenne man  „antipatriotisch“. Enorme Hemmnisse, große Probleme und  Wettbewerbsnachteile seien auch die starke Bürokratie, die  unakzeptierbar hohe Korruption.</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>“Wenn Brasiliens Zinsen derzeit die höchsten der Welt sind,  heißt das für mich, wir haben 40 Grad Fieber, sind also schwer krank,  läuft etwas falsch. Denn die meisten Devisenzuflüsse, die unsere  Landeswährung Real so ungünstig aufwerten, sind nur Spekulation mit  Zinsgewinnen und leider keine Investitionen. Doch zu einer  Wirtschaftsmacht können wir nur werden, wenn der jetzige Kurs deutlich  korrigiert wird – darunter die Deindustrialisierung. In Brasilia  diskutiere ich darüber mit den zuständigen Ministern.“</strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Ein entwickeltes Land zu werden, heiße auch Bildung, Kultur,  Gesundheitswesen und öffentliche Sicherheit stark zu verbessern. Der  Mindestlohn liegt derzeit bei umgerechnet nur etwa 248 Euro brutto.  Selbst die Regierung räumt ein, daß es weiterhin Hunger und Misere gibt –  und sogar noch häufige Sklavenarbeit. </strong></p>
<p><strong>  </strong></p>
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<p><strong>  </strong></p>
<p><strong>Zu den Positiv-Faktoren zählt Coelho, daß Brasilien große  Ölvorräte unter einer kilometerdicken Salzschicht besitze, ein großer  Ölexporteur sein werde. Doch die Förderung ist teuer und sehr schwierig.  Der US-Konzern Exxon setzte jetzt in seinem Konzessionsgebiet bei Sao  Paulo für 400 Millionen Dollar drei Bohrungen vergeblich – fand nicht  das versprochene Petroleum. </strong></p>
<p><strong>“Die Korruption ist strukturell im brasilianischen Staat.”  José  Eduardo Cardozo, neuer Justizminister unter Dilma Rousseff, in  Interview  vor Amtsantritt, Dezember 2010</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Versorgungslage bei &#8222;Biosprit&#8220; und Benzin &#8211; hohe Importe, keine Selbstversorgung: </strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/07/28/brasilien-selbstversorger-bei-biosprit-und-benzin-dichtung-und-wahrheit-financial-times-uber-hohe-etanol-und-benzinimporte-brasiliens-aus-den-usa/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/07/28/brasilien-selbstversorger-bei-biosprit-und-benzin-dichtung-und-wahrheit-financial-times-uber-hohe-etanol-und-benzinimporte-brasiliens-aus-den-usa/</strong></a></p>
<p><a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/10916"><strong>http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/10916</strong></a></p>
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