„Entidade cobra de Dilma protecao a jornalistas.“ (O Globo)
Brasiliens Medien haben Dilma Rousseff bereits seit Amtsantritt mit ätzender Kritik, darunter von renommierten Politikanalysten überhäuft:
Während mitteleuropäische Einschätzungen von großen Administrationsfähigkeiten, hoher Verwaltungskompetenz und Effizienz Rousseffs sprechen, betont u.a. Politikexperte Noblat, die Präsidentin sei Opfer der Kinderkrankheit Amateurhaftigkeit, was sich auch im Falle des bislang trotz aller Medien-Anschuldigungen im Amt gehaltenen Ministers Fernando Pimentel zeige. Keine andere Regierung, heißt es in anderen Analysen, habe bereits im ersten Amtsjahr so viele Korruptionsvorwürfe erhalten, alle Skandale massiver Korruption seien von den Medien enthüllt worden – die Regierung besitze keine Identität, erfülle Versprechungen nicht. Das Ministerkabinett sei eines der schlechtesten in der Geschichte Brasiliens. Brasilien könne 2011 vergessen. Aus Mitteleuropa war indessen just die Ministerauswahl, darunter die Besetzung des Chefministerpostens mit Antonio Palocci gelobt worden, der als erster gefeuert werden mußte.
Brasiliens Qualitätsmedien räumten angesehenen Politikexperten wie Marco Antonio Villa, Professor der Bundesuniversität von Sao Carlos, sehr viel Platz für Rousseff-Analysen ein, die durchweg vernichtend ausfallen. Villa wählte für einen Text die Überschrift: “Regierung? Was denn für eine Regierung?” “Die Königin ist nackt” Rousseffs Minister erinnerten in bestimmten guten Momenten, einer Komödiantentruppe, Improvisation und fehlende Planung seien ein Markenzeichen. Der neueste Mega-Korruptionsskandal war von den brasilianischen Politikfachleuten seit langem vorausgesehen worden – teils ergoß sich beißender Spott über Dilma Rousseff.