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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Moral</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Spendenklau in Blumenau, Südbrasilien &#8211; Soldaten und Freiwillige. Nationale Empörung. &#8222;Que pais é este, em que se rouba flagelado?&#8220; &#8222;Tem coisa boa. Vou levar este aqui pro meu guri.&#8220; &#8222;Was mache ich mit diesen BHs hier? Einen kriegt meine Mutter, den anderen meine Freundin.&#8220; Raub europäischer Sachspenden in Brasilien seit Jahrzehnten üblich.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/16/spendenklau-in-blumenau-soldaten-und-freiwillige-tem-coisa-boa-vou-levar-este-aqui-pro-meu-guri/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 10:57:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ganz offene Klauen von Sachspenden des In-und Auslands in der Katastrophenregion von Blumenau im südlichen Teilstaat Santa Catarina, bei dem sich viele der Täter sogar problemlos filmen ließen,  hat sehr viele Brasilianer empört und perplex gemacht. Das brasilianische Fernsehen zeigte, wie freiwillige Helfer, Soldaten und nicht betroffene Mittelschichtler unter den Augen der Verantwortlichen in Depots der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das ganz offene Klauen von Sachspenden des In-und Auslands in der Katastrophenregion von Blumenau im südlichen Teilstaat Santa Catarina, bei dem sich viele der Täter sogar problemlos filmen ließen,  hat sehr viele Brasilianer empört und perplex gemacht. <font face="Arial">Das brasilianische Fernsehen zeigte, wie freiwillige Helfer, Soldaten und nicht betroffene Mittelschichtler unter den Augen der Verantwortlichen in Depots der besonders von Erdrutschen heimgesuchten Stadt Blumenau systematisch hochwertige Kleidung, Schuhe und andere Gegenstände sowie Lebensmittelspenden aussuchten. Alles wurde dann in große Rucksäcke, Supermarktkarren sowie in den Kofferraum von Autos verstaut und ungehindert abtransportiert. </font></strong></p>
<p><font face="Arial"><strong><span id="more-1408"></span>Spendenräuber ließen sich sogar beim Anprobieren von Sportschuhen  und Textilien filmen. Mittelschichtsfrauen erläuterten skrupellos, mit welchen Hilfsgütern sie die eigenen Kinder beschenken wollten. Ein Soldat sagte: &#8222;Was mache ich mit diesen BHs hier? Einen kriegt meine Mutter, den anderen meine Freundin.&#8220;</strong></font></p>
<p><strong> &#8222;Was ist das für ein Land, in dem man Obdachlose bestiehlt&#8220;, titelt die Qualitätszeitung &#8222;O Globo&#8220; und führt eine Leser-und Expertendiskussion über ethische Grenzen,  Werte und Landesmentalität. Ethik-Uni-Professor Roberto Romano:&#8220;Seit 1500 ist brasilianische Tradition, aus allem Vorteil zu ziehen. &#8220; Schlechte Beispiele, vorgegeben von Politikern, Richtern und Unternehmern, ließen das Gefühl entstehen, daß alles erlaubt sei. PUC-Psychologieprofessorin Ana Bock aus Sao Paulo fragt:&#8220;Wann brechen wir diesen Zyklus? Es besteht das Risiko, daß solches Verhalten zur Epidemie wird.&#8220; Was soll man von einem Land des am meisten Gerissenen, des am meisten Gaunerhaften erwarten, wo man sich am besten steht, indem man auf andere tritt, hieß es weiter.</strong></p>
<p><strong>Zilda Arns, Präsidentin der bischöflichen Kinderpastoral, nannte sich beschämt angesichts der skandalösen Spendendiebstähle. Spenden kommen auch aus Ländern wie Deutschland. Befürchtet wird, daß der Spendenklau bei jenen schlecht ankommen wird, die regelmäßig nationale und internationale Hilfsaktionen unterstützen. Daß große Teile von Spendengeldern aus Europa für manche sogenannten NGO-Sozialprojekte in Brasilien immer wieder in privaten Taschen landen, für privaten Autokauf, für private Wohnungsrenovierungen etc. zweckentfremdet werden, ein beträchtlicher Teil der brasilianischen NGO unehrlich agiert, ist ein alter Hut, längst bekannt, wird zudem immer wieder in brasilianischen Medien ausführlich beschrieben. Immer wieder wurde zudem nachgewiesen, wie NGO-Sozialprojekte in Slums mit dem organisierten Verbrechen zusammenarbeiten &#8211; der Berlinale-Sieger &#8222;Tropa de Elite&#8220; zeigt dies erstmals exemplarisch.</strong></p>
<p><strong>Laut Zeitzeugen ist der Raub von Sachspenden aus Europa in Brasilien seit Jahrzehnten üblich. So ist aus Nordostteilstaaten wie Ceará bekannt, daß bei der Ankunft von Kleiderspenden aus europäischen Ländern wie Deutschland erst einmal Betuchte sich die besten Stücke aussuchen. &#8222;Erst sind immer die Dondocas aus der gehobenen Mittelschicht über die Spenden drübergegangen, für uns blieben dann nur noch die schlechten, teils zerrissenen Sachen&#8220;, schildert eine heute vierzigjährige ehemalige Slumbewohnerin des Nordostens Szenen aus ihrer Kindheit.</strong></p>
<p><strong>Aus einem Hintergrundtext über Rio-NGO:&#8220;Als aus einem Projektgebäude ein Videogerät gestohlen wurde, drohten die sich einmischenden Gangster damit, so lange Menschen zu erschießen, bis der Apparat wieder auftaucht. Dies war erst nach dem achten Toten der Fall.&#8220;</strong></p>
<p><strong>Brasilianer im In-und Ausland diskutieren häufig über teils bizarre Fälle von Fehlverhalten, Ethik und Moral: So hatte eine Südbrasilianerin ihren Freundinnen als Ziel der eigenen Lebensplanung erklärt, in eine Großstadt zu ziehen, sich als Hausangestellte in einer möglichst gutbetuchten Familie zu verdingen, sich dort von einem der Männer schwängern zu lassen, auf dem Klagewege eine möglichst hohe Alimentenzahlung zu erreichen und künftig davon gut zu leben. Die Südbrasilianerin setzte den Plan zügig um, ließ sich vom Sohn der betreffenden Familie schwängern, brauchte allerdings für den Erfolg der Klage etwa fünf Jahre. Denn während mehrerer Verfahren Â gelang es der Familie, per Bestechung immer wieder den Vaterschaftstest fälschen zu lassen. Die Südbrasilianerin, ihrer Sache sicher, betrieb die Klage indessen ausdauernd bis zum Erfolg. &#8222;Jetzt habe ich für immer ausgesorgt.&#8220; Brasilianer und Brasilianerinnen erklärten dazu, Kinder dürften nicht nur Mittel zum Zweck sein und wiesen auf den hohen Prozentsatz brasilianischer Kinder, die nicht geplant, keine Wunschkinder seien, sowie auf die hohe Rate von Kindesmißhandlungen durch Eltern.</strong></p>
<p><strong>Eine in einer deutschen Großstadt lebende Dunkelhäutige sagte im Interview, nicht wenige deutsche Männer &#8222;levavam tanto na cabeca&#8220; von Brasilianerinnen, daß sie inzwischen deutliche Distanz wahrten. Die hohe Zahl brasilianischer Prostituierten in Deutschland schade zudem dem Ruf der brasilianischen Frauen. Eine in Deutschland tätige Prostituierte wies diese Auffassung scharf zurück. Brasilianische Sexarbeiterinnen stärkten vielmehr das positive Image von den sinnlichen, sexy Frauen Brasiliens.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/21/somos-todos-ladroessind-wir-alle-diebe-joao-ubaldo-ribeiro-daad-stipendiat-uber-spendenklau-in-blumenau-und-andere-soziokulturelle-aspekte/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/21/somos-todos-ladroessind-wir-alle-diebe-joao-ubaldo-ribeiro-daad-stipendiat-uber-spendenklau-in-blumenau-und-andere-soziokulturelle-aspekte/</a></p>
<p><a href="http://g1.globo.com/Noticias/Brasil/0,,MUL923951-5598,00-EXERCITO+VAI+INVESTIGAR+MILITARES+SUSPEITOS+DE+FURTO+DE+DONATIVOS+EM+SC.html">http://g1.globo.com/Noticias/Brasil/0,,MUL923951-5598,00-EXERCITO+VAI+INVESTIGAR+MILITARES+SUSPEITOS+DE+FURTO+DE+DONATIVOS+EM+SC.html</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/03/hochwasserkatastrophe-in-brasilien-katholische-kirche-gibt-politischen-verantwortlichen-die-schuld-stadtkosmetik-illegale-bebauung-waldvernichtung/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/03/hochwasserkatastrophe-in-brasilien-katholische-kirche-gibt-politischen-verantwortlichen-die-schuld-stadtkosmetik-illegale-bebauung-waldvernichtung/</a></p>
<p><a href="http://www.estadao.com.br/cidades/not_cid294289,0.htm">http://www.estadao.com.br/cidades/not_cid294289,0.htm</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/16/siemens-der-bestechung-in-brasilien-verdachtigt-melden-brasilianische-medien-sehr-gunstiges-neoliberales-korruptionsklima-in-brasilien-laut-transparency-international/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/16/siemens-der-bestechung-in-brasilien-verdachtigt-melden-brasilianische-medien-sehr-gunstiges-neoliberales-korruptionsklima-in-brasilien-laut-transparency-international/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/17/weiter-stimmenkauf-mit-autofuhrerscheinen-in-brasilien-uber-40000-verkehrstote-jahrlich/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/12/17/weiter-stimmenkauf-mit-autofuhrerscheinen-in-brasilien-uber-40000-verkehrstote-jahrlich/</a></p>
<p>Schönheitsdiktatur: <a href="http://www.bpb.de/themen/AG8OHL,0,Brasiliens_Widersprüche.html">http://www.bpb.de/themen/AG8OHL,0,Brasiliens_Widerspr%FCche.html</a></p>
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		<title>Japaner in Brasilien, die asiatische Minderheit &#8211; Kultur und Werte als Faktor des Erfolgs. Vor hundert Jahren kamen die ersten Japaner ins Land.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2008/03/27/brasiliens-asiatische-minderheit-kultur-und-werte-als-faktor-des-erfolgs-vor-hundert-jahren-kamen-die-ersten-japaner-ins-land/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Mar 2008 00:35:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Das Lachen der Starken” 1908 brachte der Dampfer „Kasatu Maru” die ersten 165 japanischen Einwandererfamilien nach Brasilien, viel später folgten Chinesen und Südkoreaner. Bis heute sind Asiaten die dynamischste, erfolgreichste Bevölkerungsgruppe des kosmopolitischen Landes. Ihr wirtschaftlicher und sozialer Aufstieg ist erstaunlich, Lebensstandard und Bildungsniveau sind überdurchschnittlich hoch. http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/30/chinesisches-neujahrsfest-in-sao-paulo-bairro-liberdade-gesichter-brasiliens/ http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/das-piano-in-brasilien-und-china-immer-weniger-interesse-im-tropenland-immer-mehr-unter-den-chinesen/ Vergewaltigungskultur in Entwicklungsländern. Neues Gesetz über Indianerverbrechen: http://www.hart-brasilientexte.de/2015/10/09/brasilien-2015-spektakulaeres-politisch-unkorrektes-gesetz-gegen-indianer-verbrechen-von-abgeordnetenhaus-in-brasilia-erlassen-buerger-staatliche-institutionen-und-ngo-muessen-indio-verbrechen-anz/ [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Das Lachen der Starken”</strong></p>
<p><strong>1908 brachte der Dampfer „Kasatu Maru” die ersten 165 japanischen Einwandererfamilien nach Brasilien, viel später folgten Chinesen und Südkoreaner. Bis heute sind Asiaten die dynamischste, erfolgreichste Bevölkerungsgruppe des kosmopolitischen Landes. Ihr wirtschaftlicher und sozialer Aufstieg ist erstaunlich, Lebensstandard und Bildungsniveau sind überdurchschnittlich hoch.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/30/chinesisches-neujahrsfest-in-sao-paulo-bairro-liberdade-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/30/chinesisches-neujahrsfest-in-sao-paulo-bairro-liberdade-gesichter-brasiliens/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/das-piano-in-brasilien-und-china-immer-weniger-interesse-im-tropenland-immer-mehr-unter-den-chinesen/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/05/10/das-piano-in-brasilien-und-china-immer-weniger-interesse-im-tropenland-immer-mehr-unter-den-chinesen/</a></p>
<p><strong>Vergewaltigungskultur in Entwicklungsländern.</strong> <strong>Neues Gesetz über Indianerverbrechen: </strong><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2015/10/09/brasilien-2015-spektakulaeres-politisch-unkorrektes-gesetz-gegen-indianer-verbrechen-von-abgeordnetenhaus-in-brasilia-erlassen-buerger-staatliche-institutionen-und-ngo-muessen-indio-verbrechen-anz/">http://www.hart-brasilientexte.de/2015/10/09/brasilien-2015-spektakulaeres-politisch-unkorrektes-gesetz-gegen-indianer-verbrechen-von-abgeordnetenhaus-in-brasilia-erlassen-buerger-staatliche-institutionen-und-ngo-muessen-indio-verbrechen-anz/</a></p>
<p><span id="more-234"></span><strong>Was die Japaner anpacken, so lautet ein gängiges Urteil, funktioniert. Die Japaner haben die Ernährungsgewohnheiten Brasiliens grundlegend verändert &#8211; kein Eßtisch einer brasilianischen Familie ohne mindestens eine fernöstliche Beifügung. Die Papaya-Frucht und selbst italienischer Wein, schwarzer Pfeffer und Tee kamen erst mit den Japanern ins Land. Lateinamerikas wirtschaftliche Führungsmacht hat rund 185 Millionen Einwohner, doch nicht einmal ein halbes Prozent davon sind Asiaten, zu über 95 Prozent Japaner. Selbst in den offiziellen Bevölkerungsstatistiken unterscheidet man zwischen Schwarzen, Mischlingen, Indios und Weißen, nennt die Asiaten die Amarelos, die Gelben. In den Slums, überhaupt in der Unterschicht, im Heer der Bettler, Obdachlosen  und Straßenkinder wird man sie vergeblich suchen &#8211;  in den begehrtesten, bestbezahlten Berufen, in den Chefetagen trifft man sie jedoch geradezu häufig.Besonders frappierend ist: Gerade Brasiliens Japaner haben durchweg kleinbäuerliche Vorfahren aus ärmsten Verhältnissen. Kaizo Beltrao vom staatlichen Forschungsinstitut Ipea in Rio de Janeiro hat ausführlich untersucht, was die „Japoneses” bis heute von den anderen Bevölkerungsgruppen deutlich unterscheidet.”Ich denke, es ist vor allem die Bildung, die Ausbildung, der die Japaner hier besonders hohen Wert beimessen. Durch Lernen, durch Studieren im Leben voranzukommen &#8211;  diese Denkweise haben die Einwanderer aus Japan mitgebracht. Sie waren Kleinbauern und haben im brasilianischen Hinterland sofort ordentliche Schulen für ihre Kinder gegründet, haben diese später zum Studieren in die Stadt geschickt. Jede japanische Gemeinde in Brasilien hat sich dafür zusammengetan, Geld gesammelt &#8211;  es war eine kollektive Anstrengung, aus Gemeinschaftssinn. Soviel Zusammenhalt, solche Werte gab es im Rest der Bevölkerung nicht.  Die Japaner waren eine homogenere Gruppe als Weiße, Schwarze und Mischlinge.” Ein brasilianischer Durchschnittsschüler verbringt pro Tag etwa fünf Stunden mit Unterricht und Hausaufgaben, der japanische indessen etwa doppelt so viel. Ein beträchtlicher Teil der Heranwachsenden Brasiliens bleibt häufig sitzen, verläßt die Schule vor der achten Klasse. Meist schlichtweg aus mangelnder Lust am Lernen, wie eine neue Studie ergab. Vor allem in den öffentlichen, aber auch in vielen privaten Schulen herrschen enorme Disziplin-und Gewalt-Probleme &#8211;  für Schulen mit hohem Asiatenanteil gilt dies nicht. Und wie in der Einwanderergeneration tun die Eltern alles, damit ihre Kinder zu den Klassenbesten gehören. Lernen ist eine Art kultische Handlung, die besten Ergebnisse zu erreichen, eine Frage der Ehre. Nur 26 Prozent aller Brasilianer können ausreichend lesen und schreiben. Kaizo Beltrao hat die Daten der asiatischen Minderheit parat.”In keiner anderen Bevölkerungsgruppe macht ein so hoher Anteil der Heranwachsenden sämtliche Schulabschlüsse, selbst das Gymnasium &#8211; und zwar weit früher als im Landesdurchschnitt. Die übrigen Brasilianer sind da deutlich im Rückstand. 37 Prozent aller asiatischen Schüler absolvieren später erfolgreich die Universität.  Das sind viereinhalbmal so viel wie im Durchschnitt der anderen Bevölkerungsgruppen. Ja, auch an den Universitäten hat sich der Vorsprung der Asiaten stetig vergrößert.”  Im Alltag bedeutet dies auch, daß den weit besser gebildeten Japanern der Gesprächsstoff, die Anknüpfungspunkte mit dem weit weniger gebildeten großen Rest der Bevölkerung rasch ausgehen &#8211; sie haben da ähnliche Probleme wie die ebenfalls weit überdurchschnittlich gebildete jüdische Gemeinde in Städten wie Rio oder Sao Paulo. </strong></p>
<p><strong>Fallen die Japaner auf dem Arbeitsmarkt durch aggressives Wettbewerbsverhalten, Konkurrenzdenken, Ellenbogenmentalität auf? Kaizo Beltrao verneint dies: ”Ich sehe nach wie vor eher Gemeinschaftssinn, den Geist der Kooperation in der japanischen Gemeinde. Die Japaner Brasiliens sind materiell besser gestellt als der Durchschnitt, zählen aber nicht zur reichsten Schicht.”</strong></p>
<p><strong>Anders als die Vorfahren, arbeiten heute von den rund 1,3 Millionen Japanern nur noch etwa zehn Prozent in der Landwirtschaft, haben diese jedoch revolutioniert und umgekrempelt. Japanische Landwirte, größtenteils in Kooperativen zusammengeschlossen, produzieren heute in Brasilien das meiste Geflügel, Obst und Gemüse.</strong></p>
<p><strong>Als 1988 das Datum der japanischen Einwanderung groß gefeiert wurde, ließ die Gemeinde in den Zeitungen eine große Fotoanzeige veröffentlichen. Abgebildet war eine japanische Familie 1930 irgendwo auf dem Lande, beim kargen Mittagsmahl, alle lachen. Darunter in großer Schrift: „Das Lachen der Starken. Söhne Japans. Seit achtzig Jahren beweisen sie, daß aus Brasilien etwas werden kann.”</strong></p>
<p><strong>Zu den großen sozialen Problemen Brasiliens zählt die für mitteleuropäische Begriffe schwer vorstellbare Zerrüttung, Verwahrlosung eines beträchtlichen Teils der  Familien, besonders in den rasch wachsenden Slums. Auf Brasiliens Japaner, auch die Juden, trifft das indessen nicht zu &#8211; man beobachtet dies auch in der Mittelschicht bei den verschiedensten Gelegenheiten. Typisch für japanischstämmige Eltern ist, daß sie sich ständig, und besonders in der Freizeit, intensiv um ihre Kinder kümmern, didaktisch-spielerisch mit ihnen umgehen, stets darauf bedacht, daß ihr Nachwuchs wichtige Dinge für das Leben lernt. Sport, körperliche Bewegung verschiedenster Art zählen dazu. Und dies in einem Land, in dem sportliche Betätigung unpopulär ist. Etwa in geschlossenen Freizeitanlagen der Mittelschicht die Kinder sich selbst zu überlassen, kommt für Japaner nicht in Frage.</strong></p>
<p><strong>Während die Mehrheit der Brasilianer inzwischen übergewichtig bis fett ist, trifft dies auf die Japanischstämmigen nicht zu &#8211; wichtigen Anteil hat daran bereits die zumeist sehr gesunde Ernährung in dieser Bevölkerungsgruppe. </strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2008/03/japonesesmittel.jpg" alt="japonesesmittel.jpg" /></p>
<p><strong>Japanerinnen in Sao Paulos Asiatenviertel &#8222;Liberdade&#8220;.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/30/juden-02-prozent-der-weltbevolkerung-20-prozent-der-gewinner-des-nobelpreises-fast-ein-drittel-der-studenten-in-harvard-und-mit-betont-brasiliens-folha-de-sao-paulo/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/30/juden-02-prozent-der-weltbevolkerung-20-prozent-der-gewinner-des-nobelpreises-fast-ein-drittel-der-studenten-in-harvard-und-mit-betont-brasiliens-folha-de-sao-paulo/</a></p>
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