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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Gringos</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>&#8222;Rio Summer &#8211; festa para gringo ver&#8220;. (O Globo)</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 14:58:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Laut brasilianischer Qualitätspresse wurde beim PR-und Mode-EventÂ &#8222;Rio Summer&#8220; mit den üblichen Rio-Klischees regelrecht Mißbrauch getrieben, habe man indessen ausländische Medien und Modeeinkäufer sehr gut anlocken können. Im Ohrwurm-Jingle hieß es &#8222;Everybody loves Rio&#8230;We are the soul of Brazil.&#8220;Â  Â  &#8222;Os gringos vieram e gostaram que viram.&#8220; Die Zeitung &#8222;Estado de Sao Paulo&#8220; wies auf die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Laut brasilianischer Qualitätspresse wurde beim PR-und Mode-EventÂ &#8222;Rio Summer&#8220; mit den üblichen Rio-Klischees regelrecht Mißbrauch getrieben, habe man indessen ausländische Medien und Modeeinkäufer sehr gut anlocken können. Im Ohrwurm-Jingle hieß es &#8222;Everybody loves Rio&#8230;We are the soul of Brazil.&#8220;Â </p>
<p><span id="more-1181"></span>Â  &#8222;Os gringos vieram e gostaram que viram.&#8220; Die Zeitung &#8222;Estado de Sao Paulo&#8220; wies auf die seit langem üblichen Methoden zum Erzielen erwünschter PR-Effekte etwa in Europa:&#8220;Compradores e imprensa estrangeiros receberam tratamento de primeira, hospedados no Hotel Fasano e com paparicos e festas sem fim.&#8220; Pazetto, Kreativ-Direktor von &#8222;Rio Summer&#8220;: &#8222;Para ele, era preciso apostar nos clichés para firmar a imagem `que somos brasileiros e fazemos bem biquinis`.&#8220;</p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/07/naomi-campbell-top-model-meinungsmacherin-ich-habe-brasilien-immer-geliebt-die-brasilianer-sind-herzlich-zartlich-sind-freunde-und-haben-stil-sie-haben-hervorragende-arzte-und-ein-exzellentes/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/07/naomi-campbell-top-model-meinungsmacherin-ich-habe-brasilien-immer-geliebt-die-brasilianer-sind-herzlich-zartlich-sind-freunde-und-haben-stil-sie-haben-hervorragende-arzte-und-ein-exzellentes/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/05/a-sensational-country-watch-the-official-video-anklicken/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/05/a-sensational-country-watch-the-official-video-anklicken/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/04/tropa-de-elite-elite-squad-trailer-englisch/#more-1156">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/11/04/tropa-de-elite-elite-squad-trailer-englisch/#more-1156</a></p>
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		<title>Brasilien: Granatenexplosionen, MG-Feuer an der Copacabana. &#8222;Die Gringos rannten weg nach allen Seiten, alle waren in Panik.&#8220;(Os Gringos corriam para todos os lados. Todos estavam em panico.&#8220; Schöne neue Lula-Welt.</title>
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		<pubDate>Fri, 23 May 2008 19:17:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gringos]]></category>
		<category><![CDATA[Rio de Janeiro]]></category>
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		<description><![CDATA[An der Copacabana in der Scheiterhaufenstadt Rio de Janeiro kämpfen derzeit erneut rivalisierende Banditenkommandos um die Vorherrschaft über die dortigen Hangslums mit den Verkaufspunkten für harte Drogen. Die lokalen Zeitungen berichten von &#8222;Nächten des Krieges&#8220;, MG-Feuer und Granatenexplosionen. Werk von MÃ¡rcio Atherino, der unweit der Geschehnisse sein Atelier hat und mit seinen Bildern hinter die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An der Copacabana in der Scheiterhaufenstadt Rio de Janeiro kämpfen derzeit erneut rivalisierende Banditenkommandos um die Vorherrschaft über die dortigen Hangslums mit den Verkaufspunkten für harte Drogen. Die lokalen Zeitungen berichten von &#8222;Nächten des Krieges&#8220;, MG-Feuer und Granatenexplosionen.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2008/05/at9.jpg" alt="at9.jpg" /><strong>Werk von MÃ¡rcio Atherino, der unweit der Geschehnisse sein Atelier hat und mit seinen Bildern hinter die scheinheilige Klischee-Fassade Rios, Brasiliens blickt.</strong></p>
<p><span id="more-562"></span>Wichtige Straßen, darunter die berühmte Avenida Princesa Isabel, müssen von der Polizei wegen der Feuergefechte zeitweilig gesperrt werden. Leuchtspurmunition aus MGs erreiche auch die Strandpromenade, wodurch Touristen und Einheimische, die sich dort an den offenen Bars vergnügten, zu panischer Flucht gezwungen worden seien. Auch auf dem Sand trainierende Fußballmannschaften rannten weg. Zitiert werden Augenzeugen:&#8220;Era muito tiro, muita granada explodindo. Os Gringos corriam para todos os lados. Todos estavam em panico. E vi tres balas tracantes passando em cima da mesa em que nos estavamos.&#8220;</p>
<p>Kurioserweise werden derartige Fakten vonÂ bestimmten Â europäischen Medien auch aus wirtschaftspolitischen Interessen, zum Schutze des &#8222;Investitionsklimas&#8220; seit vielen JahrenÂ  permanent verschwiegen. Teile der lateinamerikanischenÂ Gemeinde in Europa behaupten, derartige Berichte seien sensationalistisch aufgebauscht bzw. schlichtweg erlogen und sollten lediglich dazu dienen, dem Image Brasiliens zu schaden. Die Existenz der Scheiterhaufen-Kultur (Microondas, siehe Berlinale-Sieger &#8222;Tropa de Elite&#8220;) wird gewöhnlich ebenfalls abgestritten, obwohl Rios Medien auch darüber regelmäßig detailliert berichten.Â</p>
<p>&#8211;Mordopfer per Müllabfuhr beseitigt&#8211;</p>
<p>An der Copacabana war erst kürzlich an der vielen Touristen bestens bekannten Straßenecke Rua Bolivar/Rua Domingos Ferreira der Rumpf eines Schwarzen in einem Plastiksack für die Müllabfuhr abgelegt worden. Kopf und GliedmaßenÂ hatte man zuvorÂ abgehackt und vermutlich in anderen Müllsäcken deponiert. Lediglich rein zufällig hatte ein Straßenkehrer den Plastiksack geöffnet. Die Qualitätszeitung O Globo veröffentlichte ein Foto des an einem Bürgersteig-Baum abgelegten Leichen-Sackes.</p>
<p>Sich auf diese Weise Mordopfern zu entledigen, die gewöhnlich von den Müllwagen auf die Abfallhalden gekippt werden, ist in Rio seit vielen Jahren Praxis und Teil der von Sozialwissenschaftlern und der Kirche angeprangerten Gewaltkultur.</p>
<p>Brasiliens Qualitätszeitungen berichten derzeit über eine Ausschreibung der Lula-Regierung, die Medien-und PR-Unternehmen mit Millionensummen für die Förderung des Landesimages im Ausland honorieren will. &#8222;Intencao é que noticiario positivo na midia do exterior atraia investimento.&#8220;</p>
<p>Hintergrund:</p>
<h2>Junge schwangere Obdachlose wurde in Rio de Janeiro lebendig verbrannt, zweiter Obdachloser starb an schweren Brandwunden. Fast täglich Morde an Obdachlosen in der Scheiterhaufenstadt.Â <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=491" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p>Am Pfingstsonntag haben Unbekannte unter einer City-Hochstraße Rio de Janeiros zwei junge Obdachlose angezündet. Eine junge schwangere Frau ist dabei lebendig verbrannt, während ein junger Mann im Hospital den schweren Brandverletzungen erlag.Â Das Verbrennen von Bettlern und Obdachlosen zählt in Rio, aber auch anderen brasilianischen Großstädten Â zu den alltäglichen Verbrechen. Anfang Mai waren in Vitoria, der Hauptstadt des Rio benachbarten Teilstaates Espirito Santo, zudem drei schlafende Obdachlose erschossen worden.</p>
<p>Polizeivideo zeigt, wie ein Obdachloser Rios erschlagen wird: <a href="http://g1.globo.com/Noticias/Rio/0,,MUL463676-5606,00.html">http://g1.globo.com/Noticias/Rio/0,,MUL463676-5606,00.html</a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2008/05/obdachloserbettsp.jpg" alt="obdachloserbettsp.jpg" />Kranker Obdachloser in der City von Sao Paulo, in der Tausende von Obdachlosen derzeit bei Temperaturen unter zehn Grad teils in Gruppen zu 15 Personen unter Hochstraßen nächtigen. Straßenkinder betteln barfuß, nicht wenige sterben deshalb an Erkältungen. Sao Paulo ist die reichste Stadt der zehntgrößten Wirtschaftsnation, zudem die reichste ganz Lateinamerikas.</p>
<p>Gewöhnlich werden die Opfer, welche nachts in großer Zahl in der City auf den Bürgersteigen schlafen, mit Benzin oder anderen brennbaren Flüssigkeiten überschüttet und dann angezündet. Schlafende Obdachlose werden zudem erschossen oder mit Knüppeln und Eisenstangen erschlagen. AlsÂ Täter werden häufig Todesschwadronen sowie Geschäftsleute und Ladenbesitzer vermutet, welche die Bettler und Obdachlosen als störend empfinden, sogenannte ”soziale Säuberungen veranlassen. Die in diesem Miserestadium sehr oft völlig verrohten, animalisierten ”Moradores da Rua, Straßenbewohner, verüben indessen auch gegeneinander Gewalttaten, etwa im Streit um Essen oder einen Schlafplatz. Ein Obdachlosen-Massaker von Sao Paulo ist nach mehreren Jahren immer noch nicht aufgeklärt. Der weltbekannte Menschenrechtspriester Julio Lancelotti aus Sao Paulo organisiert deshalb immer wieder öffentliche Protestaktionen. Nennenswertes Interesse an derartigen Menschenrechtsverletzungen Brasiliens Â existiert in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie anderen Ländern der Ersten WeltÂ nicht &#8211; kirchliche Menschenrechtsaktivisten wie Bischof Erwin Kräutler konstatierenÂ  ein hohes Maß an Gleichgültigkeit sowie Unsensibilität in Europa Â gegenüber derartigen Zuständen. Rio de Janeiro hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie derÂ  Karibikstaat Kuba, indessen völlig andere Sozialindikatoren. Im letzten halben Jahr hat sich laut amtlichen Angaben die Zahl der Bettler und Obdachlosen im Zentrum Rio de Janeiros verdreifacht.</p>
<h2>Banditenterror und Menschenrechte in Brasilien : Eine Fotoserie der Zeitung ”O Dia zeigt mit Zielfernrohr-Mpis und Handgranaten bewaffnete Banditenkommandos an der Copacabana. Siehe Berlinale-Sieger ”Tropa de Elite.Â <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=424" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p>Tags:</p>
<p><a href="http://odia.terra.com.br/rio/galeria_foto/250404chapeu_mangueira/">http://odia.terra.com.br/rio/galeria_foto/250404chapeu_mangueira/</a></p>
<p><strong>Bandit der Scheiterhaufen-und Lepra-Stadt verprügelt Rauschgiftkunden &#8211; Kokain und Crack sind in Rio de Janeiro, das etwa doppelt soviele Einwohner wie Paraguay hat, Â vergleichsweise spottbillig: <a href="http://odia.terra.com.br/rio/galeria_foto/250408_tapa_usuario/">http://odia.terra.com.br/rio/galeria_foto/250408_tapa_usuario/</a></strong></p>
<p><strong>”Droge der Verzweiflung</strong></p>
<p><strong>Unter der Regierung Lula ist der Konsum von Crack in Lateinamerikas größter Demokratie laut nationalen Presseberichten sehr stark angestiegen. Rauschgiftexperten bezeichnen Crack als ”Droga do Desespero, Droge der Verzweiflung. Eine Portion Â Crack, genannt Pedra, kostet derzeit inÂ  Sao Paulo umgerechnet 1,6 Euro, in Rio de Janeiro maximalÂ 6 Euro. Bereits der Konsum von einer ”Pedra führt zu irreparablen Hirnschädigungen &#8211; Crack zerstöre einen Menschen in einem halben bis einem ganzen Jahr, betonen Fachleute. Â Kinder und Jugendliche sind in Brasilien die Mehrheit der Crack-Konsumenten, rauchen Crack-Pfeifen in Gruppen bis zu fünfzig Personen in aller Öffentlichkeit. In Rio de Janeiro zählt dazu der ”Largo do Sao Francisco in der Altstadt. Das demokratisch regierte Rio de Janeiro hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie der Karibikstaat Kuba, indessen andere Sozialindikatoren auch im Drogen-und Kriminalitätsbereich. Rios Mordrate ist etwa dreißigfach Â höher als in Deutschland, laut Angaben von 2008 werden täglich über 180 Raubüberfälle auf Passanten verübt, Tendenz steigend.</strong></p>
<h2>Carla Rocha, mutige investigative  Journalistin in Rio de Janeiro, Kampf für Menschenrechte der  Slumbewohner. Recherchieren unter Lebensgefahr. Preis von Transparency  International. Gesichter Brasiliens. <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=3308" title="Beitrag bearbeiten">**</a></h2>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/tag/transparency-international/" rel="tag"> </a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/10/carlarochalacht1.jpg" alt="carlarochalacht1.jpg" /></p>
<p><strong>Carla Rocha bei der Preisverleihung in Sao Paulo</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/07/rogerio-reis-microwaves-microondas-fotoinstallation-uber-scheiterhaufen-brasiliens-vom-maison-de-la-europeenne-de-la-photographie-in-paris-angekauft/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/07/rogerio-reis-microwaves-microondas-fotoinstallation-uber-scheiterhaufen-brasiliens-vom-maison-de-la-europeenne-de-la-photographie-in-paris-angekauft/</a></p>
<p><strong>Populärer Scheiterhaufen-Rap aus Rio de Janeiro zum Anklicken:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/16/rio-de-janeiro-popularen-scheiterhaufen-rap-microondas-der-scheiterhaufen-stadt-anklicken-vacilou-bem-na-favela-microondas-te-torrou-a-tua-chance-acabou/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/16/rio-de-janeiro-popularen-scheiterhaufen-rap-microondas-der-scheiterhaufen-stadt-anklicken-vacilou-bem-na-favela-microondas-te-torrou-a-tua-chance-acabou/</a></p>
<p><strong><font size="3">Unten, an den Stränden von Copacabana und  Ipanema, tummeln sich auch Touristen, Diplomaten,Â Leute aus dem  NGO-Business EuropasÂ “ doch schon in Sichtweite, oben in den Hangslums  von Rio, lodern seit Jahrzehnten regelmäßig die Scheiterhaufen.  Banditenkommandos stapeln Autoreifen über die gefesselten Opfer,  übergießen sie mit Benzin, entzünden ein Streichholz. </font><font size="3">In  der größten Demokratie Lateinamerikas beschränkt die neofeudale  Herrschaft des organisierten Verbrechens über erhebliche Teile der  brasilianischen Städte die Pressefreiheit, die Recherchemöglichkeiten  der Journalisten brutal. Falls sie die Aktivitäten der Banditenkommandos  im Parallelstaat der Slums konkret kritisieren, droht ihnen die  Ermordung. 2002 wurde der bekannte Fernsehreporter Tim Lopes per  „Mikrowelle” bestialisch liquidiert. Seine Kollegin Carla Rocha vom  Medienkonzern „Globo”, eine der führenden investigativen Journalistinnen  des Tropenlandes, hat gemeinsam mit ihrem Team für eine unter hohem  Lebensrisiko recherchierte Artikelserie just über die Slum-Diktatur den  wichtigsten brasilianischen Menschenrechts-und Medienpreis erhalten. Der  „Premio Vladimir Herzog” erinnert an einen jüdischen Journalisten, der  vom brasilianischen Militärregime ermordet worden war. </font><font size="3">Kurz  vor der Auszeichnung in der Megametropole Sao Paulo hatte im fernen  ParisÂ  die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen”  Â Brasilien auf ihrer neuesten Rangliste über Medienfreiheit vom 75.  Platz im Vorjahr auf die 84. Position heruntergestuft. Denn Gewalttaten  gegen brasilianische Journalisten nehmen deutlich zu. In keinem Land der  Erde sind zudem mehr Gerichtsprozesse gegen Journalisten im Gang. An  der Peripherie Brasilias wurdeÂ ein Attentat auf den Reporter Amaury  Ribeiro verübt, der wie Carla Rocha anschauliche Analysen über die  Slum-Diktatur Â publizierte und deshalb Morddrohungen erhielt.</font><font size="3">„Eine  solche Serie zu schreiben, ist für mich auch Kampf für Menschenrechte”,  sagt Carla Rocha im Website-Interview zu ihren Motiven. „Millionen  leben in einer grauenhaften Realität, die viele Bessergestellte hier in  Brasilien und auch im Ausland einfach nicht sehen wollen, einfach  verdrängen. Ich kann das nicht, ich will diese Zustände ändern,  wenigstens dazu beitragen.”</font></strong></p>
<p><strong><font size="3">Die Serie „Os Brasileiros que ainda vivem na  Ditatura” (Brasilianer, die noch in der Diktatur leben) macht  fassunglos, verstört angesichts der auch von deutschsprachigen Medien,  der Tourismuswerbung massiv gepflegten Brasilienklischees. </font></strong><font size="3"><strong>“In  diesen Slumregionen gelten weder Gesetz noch Verfassung, nur das Diktat  bewaffneter Gruppen. Der Staat ist nicht präsent und läßt zu, daß dort  Verbrecherorganisationen, Gangsterbosse, paramilitärische Milizen die  Regeln bestimmen. Wer sich deren Normen widersetzt, wird sogar mit dem  Tode bestraft, lebendig verbrannt, auf diesen Microondas aus Autoreifen.  Folter ist weit verbreitet &#8211; all dies ist mittelalterlich, eine  Barbarei.”</strong></font></p>
<p><font size="3"><strong>In Europa begeistern sich viele an Rap,  HipHop, Theater aus den Rio-Slums, halten das  fürÂ eigenständige,Â genuine, unabhängigeÂ Kulturproduktion.</strong></font><font size="3"><strong>“Â HipHop  und Funk sind heute die typische Musik der Slums von Rio, es gibt viele  Gruppen, Bands. Doch die gesamte kulturelle Produktion der Ghettos wird  heute vom organisierten Verbrechen kontrolliert, zensiert. Dies geht  soweit, daß DJs, HipHop-Formationen eines Slums auf keinen Fall den  Namen eines anderen Slums nennen dürfen, weil dort eine rivalisierende  Gangsterorganisation herrscht. Es ist verboten, in eine Band Mitglieder  aus gegnerischen Slums aufzunehmen. Und natürlich darf in den  Musiktiteln nur die Polizei kritisiert werden, nie das organisierte  Verbrechen. Andernfalls würden die Musiker mit dem Tode bestraft. Um die  Kontrolle über den Informationsfluß des Slums zu halten, hören die  Banditenorganisationen die Telefongespräche der Bewohner ab, selbst die  an Telefonzellen. Sogar der Austausch von E-Mails wird überwacht.  Gangsterkommandos befehlen, daß Kleidung bestimmter Marken, aus  bestimmten Geschäften nicht getragen werden darf. Eine große  Gangsterorganisation Brasiliens heißt `Rotes Kommando` &#8211; rivalisierende  Syndikate verbieten daher die Farbe Rot in ihren Herrschaftszonen, etwa  Kleidung mit Rottönen. Dies geht soweit, daß in manchen Slums verboten  ist, Spaghetti a Bolognesa zu essen, weil die Soße ja rot ist.Â  Die  NGOs dort müssen sich ebenfalls dem Normendiktat unterwerfen. Doch im  Ausland denkt man, Brasilien sei das Land von Samba, Fußball,  fröhlichen, glücklichen, sonnengebräunten Menschen.”</strong></font><font size="3"> </font><font size="3"><font size="3"><strong>Das  Protestpotential der Elendsviertel werde erstickt, eine Politisierung,  Selbstorganisation der Slumbewohner verhindert “ ganz im Sinne der  Machteliten. </strong></font><font size="3"><strong>Carla Rocha belegt  in ihrer Serie, daß Gewalt heute in Brasilien viel mehr Menschen trifft  als unter dem Militärregime, daß die Zahl der Verschwundenen viel höher  ist als in den 21 Diktaturjahren. </strong></font><font size="3"><strong>Seit  2002 Tim Lopes in der „Mikrowelle” endete, gehen Rios Journalisten  nicht mehr in die Slums hinein. „Recherche ist sehr schwierig geworden,  da wir das Leben unserer Interviewpartner “ und unser eigenes &#8211; Â nicht  gefährden wollen. In der Serie wird der Präsident einer  Bewohnerassoziation genannt, der uns Informationen gab “ jetzt haben sie  ihn ermordet. Selbst fern der Slums ist unser Lebensrisiko hoch, doch  schwer kalkulierbar. Da ich gegen die Interessen der Verbrecherbanden  handele, muß ich ständigÂ  Sicherheitsregeln einhalten: Routineabläufe  im Alltag vermeiden. Aufpassen, ob ich verfolgt werde. Kontakte nur zu  vertrauenswürdigen Personen halten.”</strong></font></font></p>
<p><font size="3"><font size="3"><strong>Bei lediglichÂ mehr  alsÂ doppelt so hoher Einwohnerzahl wie Deutschland, werden in Brasilien  jährlich über 55000 Menschen ermordet, nicht einmal fünf Prozent der  Fälle aufgeklärt. </strong></font></font><font size="3"><font size="3"><strong>Carla  Rocha ist bedrückt, daß die in ihrer Serie genau dokumentierten  Menschenrechtsverletzungen im Ausland keinerlei Echo fanden. Wer die  Lage im europäischen Journalismus,Â im NGO-Business kennt, Â wundert  sich nicht. </strong></font></font><font size="3"><font size="3"><strong>”In  Rio de Janeiro ist es unmöglich, all diese Vorgänge, diese Tatbestände  nicht wahrzunehmen. Daher finde ich es traurig, daß es dafür kein  internationales Interesse gibt. Denn internationaler Druck ist am  wichtigsten, damit sich an der Lage in den Ghettos etwas ändert.  Unglücklicherweis wird wohl bis dahin noch sehr viel Zeit vergehen,  werden bis dahin noch sehr viele Menschen getötet.” </strong></font><font size="3"><strong>Carla  Rochas Kollege, der mehrfach preisgekrönte Fotograf Rogerio Reis,  stellte im Pariser Haus der europäischen Photographie eine schockierende  Bildserie über jene modernen Scheiterhaufen Rio de Janeiros aus, mit  denen auch Millionen von Slumbewohnern eingeschüchtert werden sollen: </strong></font><font size="3"><strong>”Daß  da willkürlich Menschen gefoltert, außergerichtlich zum Tode verurteilt  und schließlich verbrannt werden “ das darf man doch nicht hinnehmen.  Der Fernsehjournalist Tim Lopes, der dieses Schicksal erlitt, war mein  enger Freund. Ich will mithelfen, diese Zustände zu beseitigen, ich will  die ganze Welt aufmerksam machen. Der brasilianische Staat hat  sämtliche Machtmittel, um diese </strong></font><font size="3"><strong>Barbarei sofort zu beenden “ doch dazu fehlt politischer Wille.”</strong></font><font size="3"><strong>Â </strong></font><font size="3"><strong>Â </strong></font></font><font size="3"><font size="3"><strong>Carla  Rocha, in Rio geboren, studierte Kommunikation und Geschichte,  arbeitete bei verschiedenen Qualitätszeitungen, stieg dort stets rasch  zum Chefreporter auf. Wie jetzt bei „O Globo”, von dessen  Redaktionsfenstern man direkt auf einige der überÂ 1000 Slums von Rio  blickt, in denen selbst Jugendliche mit NATO-Feuerwaffen und  Handgranaten patrouillieren. O-Globo-Reportagehubschrauber können ebenso  wie andere zivile Helikopter große Teile des Stadtgebiets nicht  überfliegen, weil die Banditenkommandos schwere Luftabwehr-MGs besitzen.</strong> </font><font size="3">Â </font><font size="3">Â </font></font><font size="3"><strong>Der  Musiker und Poet Marcelo Yuka wurde von neun Banditenkugeln getroffen,  sitzt gelähmt im Rollstuhl, wird in Carla Rochas Artikelserie häufig  zitiert. Nicht nur die Musikzensur sei heute oft schlimmer als in den 21  Jahren der Militärdiktatur.</strong><strong>Â ”Betrete ich einen Slum  und benutze verbotene Begriffe, verbotene Kleidung, kann ich ermordet  werden. Zudem verhängen die Banditenkommandos Besuchsverbote für  gegnerische Armenviertel.Â  Musiker ihres Herrschaftsbereichs dürfen  dort nicht auftreten. Das Verbrennen von Menschen mittels Autoreifen,  das Zerstückeln von Opfern, die Folter sind heute in den Slums  alltäglich. In einem Jahr werden mehr Menschen umgebracht als in der  gesamten Diktaturepoche. Ich bin eingeladen worden, über diese Realität  in der UNO zu sprechen.”</strong><strong>Auf seiner CD  “Sangueaudiencia”, erschienen bei Sony-BMG, beschreibt Marcelo Yuka all  diese Zustände &#8211; auf dieser wohl sozialkritischsten brasilianischen CD  der letzten Jahre sind auch Mano Chao, Marisa Monte und selbst der  Landlosenführer Joao Pedro Stedile zu hören.</strong></font></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/11/bosshartmpikinder.JPG" alt="bosshartmpikinder.JPG" />Zeitungsausriß NZZ.</p>
<p><font size="3"><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/07/31/globo-serie-uber-die-diktatur-in-den-brasilianischen-slums-erhalt-transparency-international-preis/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/07/31/globo-serie-uber-die-diktatur-in-den-brasilianischen-slums-erhalt-transparency-international-preis/</a></font></p>
<p><font size="3"><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/23/parabens-carla-rocha-und-kollegen-noch-ein-medienpreis-fur-artikelserie-uber-brasiliens-slum-diktatur-unter-lula/">http://www.hart-brasilientexte.de/2008/10/23/parabens-carla-rocha-und-kollegen-noch-ein-medienpreis-fur-artikelserie-uber-brasiliens-slum-diktatur-unter-lula/</a></font></p>
<p><font size="3"><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2009/10/microondaspensionista.jpg" alt="microondaspensionista.jpg" /></font></p>
<p><font size="3"><font size="3"><strong>Scheiterhaufen-Opfer  in Rio de Janeiro &#8211; die Lokalzeitungen veröffentlichen noch weit grausamere Fotos.</strong></font></font></p>
<h2>”Das Leben in Brasilien ist leicht und unbeschwert. Probieren Sie es      selbst.” Deutschsprachige Tourismuspropaganda. Was in      Kommerz-Reiseführern fehlt…</h2>
<p><font size="3"><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/08/jose-murilo-de-carvalho-mitglied-der-brasilianischen-dichterakademie-fuhrender-historiker-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/06/08/jose-murilo-de-carvalho-mitglied-der-brasilianischen-dichterakademie-fuhrender-historiker-brasiliens/</a></font></p>
<p><font size="3"><strong>Günter Nooke:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/04/07/unsagliche-folterpraxis-in-brasilien-gunter-nooke-menschenrechtsbeauftragter-der-deutschen-bundesregierung-kritisiert-in-brasilien-folter-und-andere-menschenrechtsverletzungen-druck-ist-noti/</a></font></p>
<p><font size="3"> </font><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/12/wolf-grabendorff-es-gibt-kaum-eine-lateinamerikanische-regierung-die-sich-nicht-zu-mehr-sozialer-demokratie-bekennt-aber-die-bereitschaft-das-umzusetzen-vor-allem-wenn-es-um-den-steuerbereich/#more-3296">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/12/wolf-grabendorff-es-gibt-kaum-eine-lateinamerikanische-regierung-die-sich-nicht-zu-mehr-sozialer-demokratie-bekennt-aber-die-bereitschaft-das-umzusetzen-vor-allem-wenn-es-um-den-steuerbereich/#more-3296</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/10/jardim-da-luz-sao-paulo-gesichter-brasiliens/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/10/10/jardim-da-luz-sao-paulo-gesichter-brasiliens/</a></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/31/renommierte-brasilianische-menschenrechtsaktivisten-fotoserie/">http://www.hart-brasilientexte.de/2009/08/31/renommierte-brasilianische-menschenrechtsaktivisten-fotoserie/</a></p>
<p><strong>Militäroperationen 2010:</strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/29/rechtsexperte-jose-de-souza-martins-uber-den-militar-zirkus-von-rio-de-janeiro-droge-de-combate-die-niederlage-der-slumbevolkerung-ist-offensichtlich/">http://www.hart-brasilientexte.de/2010/11/29/rechtsexperte-jose-de-souza-martins-uber-den-militar-zirkus-von-rio-de-janeiro-droge-de-combate-die-niederlage-der-slumbevolkerung-ist-offensichtlich/</a></p>
<p><strong>Köln schließt eine Städtepartnerschaft mit Rio de Janeiro:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/rio-film-tropa-de-elite-2-fur-oscar-nominiertbester-auslandischer-streifen-stadtepartnerschaft-koln-rio-de-janeiro-trailer-anklicken/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2011/09/20/rio-film-tropa-de-elite-2-fur-oscar-nominiertbester-auslandischer-streifen-stadtepartnerschaft-koln-rio-de-janeiro-trailer-a</strong></a><!--adsense--></p>
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