Bei den deutsch-brasilianischen Wirtschaftstagen 2008 in Köln hat Brasilia die übliche positive Sicht der Ethanol-Treibstofferzeugung aus Zuckerrohr verbreitet und teilweise in Medien durchgeschaltet. Von Sklavenarbeit und anderen gravierenden Menschenrechtsverletzungen war ebensowenig die Rede wie von der Urwaldzerstörung infolge des Ethanolbooms.
Atlantischer Regenwald stirbt für Zuckerrohr – Ethanolproduzenten für illegale Regenwaldabholzung bestraft
 Weil sie illegal Atlantischen Regenwald in Nordostbrasilien für Zuckerrohrplantagen abholzten, müssen 24 Zucker- und Ethanolfabriken nun insgesamt rund 50 Millionen Euro Strafe zahlen. Dies entschied am 1. Juli 2008 Brasiliens neuer Umweltminister Carlos Minc. (more…)
Der Amazonas werde von der Ethanolindustrie nicht angetastet! So die an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichteten jüngsten Verlautbarungen der brasilianischen Regierung. Der Bundesumweltminister gab sich vergangene Woche damit zufrieden – ohne selbst genau hinzusehen. Denn tatsächlich breitet sich die Ethanolbranche längst auch in der Amazonasregion aus.
Versteckt in einem wenig gesehenen, mitternächtlichen  Informationsprogramm von TV Globo, wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihrer Brasilienreise von dem investigativen, sozialkritischen Reporter William Waack im Interview auf ansonsten unerwähnte Tatbestände direkt angesprochen. William Waack:“Die Reise von Angela Merkel nach Brasilien ist eine Übung in politischem Ausgleich. Die Kanzlerin vermeidet Kritik am Agro-Treibstoff-Programm Brasiliens, welches sie selbst positiv findet und das der Stolz Präsident Lulas ist. Aber sie kann auch nicht Kritiken aus Deutschland und Europa ignorieren, die die Produktion von Ethanol mit Sklavenarbeit, die Agrotreibstoffe mit dem Hunger in der Welt und der Abholzung Amazoniens assoziieren.“
Die Umweltminister Deutschlands und Brasiliens, Sigmar Gabriel und Marina Silva, kündigten Ende April 2008 die Unterzeichnung eines deutsch-brasilianischen bilateralen Energieabkommens noch im Mai dieses Jahres, anläßlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel in Brasilien, an. Der Bundesumweltminister zeigte sich angetan von den brasilianischen Beteuerungen, „nur 1 Prozent der Ackerfläche“ Brasiliens werde für Ethanolkraftstoffanbau genutzt, und „bestehende Kriterien“ würden die „Nachhaltigkeit“ brasilianischen Ethanols gewährleisten. „Von dem, was ich gehört habe, können wir am Import festhalten“, sagte Gabriel, und ergänzte, man müsse den Brasilianern die „Chance geben, uns durch Zertifikate zu beweisen, dass es machbar ist“. Soziale Bewegungen und Organisationen Brasiliens laufen gegen die Äußerungen der beiden Umweltminister und das geplante Abkommen Sturm.
Wenige Tage nach dem rund einwöchigen Besuch des deutschen Umweltministers Sigmar Gabriel hat dessen brasilianische Amtskollegin, die zu einer Wunderheilersekte zählende Marina Silva, gegenüber der Presse eingeräumt, daß die illegale Urwaldrodung 2008 gegenüber 2007 zunehmen werde. Zu den Gründen zählte sie u.a. die Verteuerung von Lebensmitteln.Â
Adital – Etanol: Você ainda vai beber à s refeições
Hoje, podem tranqüilamente anunciar que um dia você beberá etanol à s … Claro, até o dia que só restar etanol para beber e bolinho de barro para comer. …
Adital – Mundo: Bush, Lula e a embriaguez do etanol
A parceira que vamos inaugurar é ambiciosa e voltada para todos os aspectos ligados à incorporaçáo definitiva do etanol na matriz energético de nossos …
Laut Angaben des „Handelsblatts“ steigen derzeit immer mehr deutsche Unternehmen in die hoch lukrative Ethanolerzeugung des Tropenlandes ein. So werde der börsennotierte Hamburger Konzern „Conergy AG“ gemeinsam mit einem alteingesessenen brasilianischen Zucker-und Alkoholkonzern zwei Ethanolfabriken für rund 200 Millionen Dollar errichten.
„Gabriel (und der sehr geschaetzte Jean Ziegler) haben sich leider von der brasilianischen Ethanol-Biodiesel-Lobby einwickeln lassen. Was aber auch schon im Vorfeld des Gabriel-Besuchs 100 Prozent klar war – Â sind es doch gerade auch deutsche Experten (GTZ), die Bioenergie in Brasilien mit eingefuehrt haben und sich weiter dafuer in Brasilien (unter dem Vorzeichen der Kleinbauernfoerderung) einsetzen.Ausserdem geht es effektiv um mehrere Milliarden US-Dollar, die von grossen Finanzfonds und Spekulanten wie George Soros in die brasilianische Bioenergieproduktion seit 2005 gepumpt wurden. Falls Deutschland, bzw. Europa auf brasilianisches Ethanol (und in der 2. Phase auf brasilianischen Biodiesel aus Soja und Palmoel) verzichtet haette, waeren diese Millliarden Dollar in den SAND gesetzt…“Â Hintergrund:
Am 13. Mai kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Brasilien, um ein bilaterales Energieabkommen zu unterzeichnen.
Die Bodenpastoral(CPT) der brasilianischen Bischofskonferenz hat jüngste Stellungnahmen der Umweltminister Deutschlands und Brasiliens zur Produktion des Agro-Treibstoffs Ethanol aus Zuckerrohr als unwahr und komplett falsch bezeichnet. Der CPT-Generalsekretär, Priester Antonio Canuto, sagte in Goiania, die Herstellung von Ethanol fördere die Amazonas-Zerstörung und senke die Lebensmittelproduktion.
http://www.focus.de/politik/ausland/brasilien-auf-der-seite-der-maechtigen_aid_159132.html