Klaus Hart Brasilientexte

Aktuelle Berichte aus Brasilien – Politik, Kultur und Naturschutz

Brasiliens Wahrheitskommission über Diktaturverbrechen wird 44 angebliche „Selbstmorde“ von Regimegegnern anfechten. Der Fall des Juden Vladimir Herzog. Die Beziehungen Bonns zur Militärdiktatur. Brasiliens Schriftsteller Verissimo zu den Atomwaffenplänen, dem Atomtestgelände in Amazonien.

Mittwoch, 27. November 2013 von Klaus Hart

Wie es zur Diktaturzeit offiziell hieß, hätten sich die Regimegegner in der Haft aufgehängt, die Pulsadern aufgeschnitten, sich gar erschossen. 

Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff benannte zwei Militärs, die sie während der Diktatur gefoltert hatten – die Militärs  Mauricio Lopes Lima und Homero Machado werden laut Landesmedien von der Wahrheitskommission vorgeladen. 

Simon-Wiesenthal-Zentrum und Brasilien:  http://www.hart-brasilientexte.de/2009/01/07/lulas-arbeiterpartei-ist-solidarisch-mit-antisemitismus-und-terrorismus-kritisiert-simon-wiesenthal-zentrum-arbeiterpartei-kooperiert-mit-syriens-baath-partei-die-adolf-eichmanns-helfer-alois-bru/

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In einer großen Ausstellung in der City Sao Paulos erinnerte die Qualitätszeitung an die beiden für das Jahr 1975 bedeutenden historischen Fakten – die Unterzeichnung des Atomvertrages unter Schmidt-Genscher mit der brasilianischen Militärdiktatur sowie die Folterung und Ermordung des jüdischen Journalisten Herzog durch das Militärregime unter dem deutschstämmigen General Ernesto Geisel. Die Herzog-Familie war aus Jugoslawien vor dem Nazismus nach Brasilien geflüchtet – die brasilianische Militärdiktatur war laut Historikerbewertung nazistisch-antisemitisch orientiert.

Helmut Schmidt/SPD – Mitherausgeber des Wochenblatts DIE ZEIT, 2015 gestorben – was alles in den Nachrufen fehlt:http://www.hart-brasilientexte.de/2015/11/10/helmut-schmidtspd-2015-gestorben-was-alles-in-den-nachrufen-fehlt/

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Die Amtszeit von Diktator Ernesto Geisel: Das offizielle Foto vom angeblichen Selbstmord des jüdischen Journalisten und Fernsehdirektors von TV Cultura, Vladimir Herzog 1975 in einer Zelle der politischen Polizei Sao Paulos – in Wahrheit wurde er totgefoltert.  Bundesrichter Marcio José de Morais annullierte 1979 das offizielle Dokument der Diktatur über die Todesursache, gab indessen Zeugen recht, denen zufolge Herzog gefoltert worden war, machte den Staat für den Tod des Juden verantwortlich. Unterdessen wurde ermittelt, daß unter Geisel gefolterte Regimegegner auch durch Giftspritzen umgebracht wurden, das Militär zahlreiche Oppositionelle außergerichtlich exekutierte.

Herzog war 1937 in Kroatien geboren worden, floh im zweiten Weltkrieg mit den Eltern Zigmund und Zora Herzog wegen der Besetzung durch die Nazis über Italien nach Brasilien.

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    NEU: Fotoserie Gesichter Brasiliens

    Fotostrecken Wasserfälle Iguacu und Karneval 2008

    23' K23

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