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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; Bischof Pedro Casaldaliga &#8211; Brasilien</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Brasiliens befreiungstheologischer Bischof Dom Pedro Casaldaliga, beim Interview in Sao Felix do Araguaia. &#8222;Bischof, Poet und Widerständler&#8220;.</title>
		<link>http://www.hart-brasilientexte.de/2012/07/26/brasiliens-befreiungstheologischer-bischof-dom-pedro-casaldaliga-beim-interview-in-sao-felix-do-araguaia/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jul 2012 22:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Pedro Casaldaliga - Brasilien]]></category>

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		<description><![CDATA[2003 &#8211; Casaldaliga im Interview über die Lula-Regierung: Vieles in dieser Regierung ist heterogen und zweifelhaft &#8211; schließlich entstand sie durch Abmachungen hinter den Kulissen, Allianzen, Konzessionen. Ich bin besorgt über Brasiliens derzeitigen neoliberalen Kurs.&#8220; http://pt.wikipedia.org/wiki/Pedro_Casald%C3%A1liga Casaldaliga 2003 zum Irakkrieg:  &#8222;Mas os EUA têm necessidade de que esta guerra aconteça, para que possam investir na [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/07/pedrocasaldaliga.jpg" alt="pedrocasaldaliga.jpg" /></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/07/casaldaligatext1.jpg" alt="casaldaligatext1.jpg" /></p>
<p><span id="more-13253"></span></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2012/07/casaldaligatext2.jpg" alt="casaldaligatext2.jpg" /></p>
<p><strong>2003 &#8211; Casaldaliga im Interview über die Lula-Regierung: Vieles in dieser Regierung ist heterogen und zweifelhaft &#8211; schließlich entstand sie durch Abmachungen hinter den Kulissen, Allianzen, Konzessionen. Ich bin besorgt über Brasiliens derzeitigen neoliberalen Kurs.&#8220;</strong></p>
<p><a href="http://pt.wikipedia.org/wiki/Pedro_Casald%C3%A1liga"><strong>http://pt.wikipedia.org/wiki/Pedro_Casald%C3%A1liga</strong></a></p>
<p>Casaldaliga 2003 zum Irakkrieg:</p>
<p><strong> &#8222;Mas os EUA têm necessidade de que esta guerra aconteça, para  que possam investir na fabricação de armas e ainda assegurar o petróleo  e o domínio do Oriente Médio. Esta guerra é uma guerra de negócio,  armas e petróleo. Saddam é só uma grande desculpa. Eu conheço a Guiné  Equatorial, por exemplo, e os EUA se dão bem com o ditador de lá, porque  ele deixa que os americanos assumam o controle do petróleo. O próprio  Saddam Hussein foi criado por eles, os ditadores da América Latina foram  criados por eles. A Inglaterra tinha o Pinochet, aquele ditador  sanguinário do Chile, e o deixou ir. Agora quer livrar o Iraque da  ditadura? É perversidade, cinismo e burrice, tudo junto. E o que é pior,  em nome de Deus, o que já se torna blasfêmia.&#8220; </strong></p>
<p><!--more--></p>
<p><font face="Arial" size="6"><strong>Progressive Katholiken Brasiliens kritisieren Johannes Paul den Zweiten &#8211; Erwartungen an den Nachfolger(Hintergrund)</strong></font></p>
<p><font face="Arial" size="6"><strong> </strong></font><font face="Arial" size="5"> &#8222;Kontrolle, Gesetz des Schweigens, Zentralisierung&#8220;<br />
</font></p>
<p align="justify">	Im größten katholischen Land der Erde zieht  der progressive, befreiungstheologisch orientierte Flügel der Kirche  derzeit eine außerordentlich kritische Bilanz der Amtszeit von Johannes  Paul dem Zweiten.  Die &#8222;Progressistas&#8220; hoffen jetzt auf ein  Wiederaufleben der vom Papst wiederholt kritisierten Befreiungstheologie  in Drittweltstaaten wie Brasilien. Anhänger dieser Strömung in Kirchen  und Basisgemeinden des Tropenlandes hätten sich die letzten Jahre in  Wartestellung  befunden, analysiert Bischof Tomas Balduino, Präsident  der Bodenpastoral, die an der Seite der Landlosenbewegung MST für eine  gerechte Aufteilung des Großgrundbesitzes kämpft. Doch jetzt sei auf  einmal die Möglichkeit gegeben, daß sich verschiedenste Richtungen,  darunter die Befreiungstheologie, deutlicher manifestieren könnten.  Fernando Altemeyer, jahrelang Sprecher  des progressiven  Kardinals  Evaristo Arns in Sao Paulo und heute Theologe an der Katholischen  Unversität der Stadt, ist sogar von einem &#8222;neuen Frühling für das  katholische Denken&#8220; überzeugt &#8211; für die Theologen dürften jetzt bessere  Zeiten anbrechen. &#8222;Der Winter ist vorbei, neuer Sauerstoff ist für die  Kirche lebenswichtig.&#8220; Der neue Papst könne unmöglich das &#8222;Risiko  intellektueller Sterilität&#8220; eingehen. Als große politische  Herausforderung nannte Altemeyer den &#8222;nordamerikanischen Imperialismus&#8220;.  Der Nachfolger von Johannes Paul dem Zweiten müsse sich diesem  &#8222;Totalitarismus&#8220; entgegenstellen.       Leonardo Boff, einer der bekanntesten Theoretiker der  Befreiungstheologe, erklärte: &#8222;Der Papst wollte das Volk von der Gefahr  des Kommunismus befreien, begriff aber nicht, daß der  Raubtierkapitalismus, unsere reaktionären Eliten die eigentliche Gefahr  waren und sind.&#8220; Erst am Ende seines Lebens habe dies Johannes Paul der  Zweite verstanden und die Befreiungstheologie, deren Vater oder Pate  keineswegs Karl Marx sei, nicht mehr verurteilt.</p>
<p>Die profundeste Kritik kam erwartungsgemäß von Pedro Casaldaliga,  der als progressivster Bischof Brasiliens gilt und derzeit in den  Ruhestand wechselt. &#8222;Wir haben ein Pontifikat hinter uns, in dem  Kontrolle und das Gesetz des Schweigens,  Uniformisierung und  Zentralisation herrschten &#8211; es gab deshalb sogar Angst vor den  Vatikanstrukturen&#8220;, analysiert der 77-jährige Casaldaliga in seiner  Prälatur von Sao Felix de Araguaia, einer der archaischsten Regionen  Brasiliens. &#8222;Weltweit wurden etwa zweihundert Theologen zum Schweigen  gebracht, der interreligiöse Dialog, die Theologie der Befreiung  entweder verboten oder behindert. Der Papst war ein Mann vieler großer  Gesten, viele schöne ökumenische darunter &#8211; doch nur zu oft sah dann die  vatikanische Politik im Alltag hinterher ganz anders aus, stand dazu im  Widerspruch. Das Pontifikat zeigte aber auch, daß die Probleme mehr in  der Struktur des Papsttums liegen als im Papst persönlich. &#8222;Casaldaliga  zählt in Brasilien zu den Symbolfiguren des Kampfes gegen die  21 Jahre  währende Militärdiktatur, aber auch gegen den Neoliberalismus &#8211; dreimal  wollte das Militärregime den streitbaren Bischof und  Menschenrechtsaktivisten ausweisen, der sogar Mordanschläge überlebte.  Dreimal intervenierte der Vatikan, sorgte dafür, daß Casaldaliga bleiben  konnte &#8211; und erhielt sich damit gleichzeitig einen seiner schärfsten  Kritiker.</p>
<p>&#8222;Mit Befreiungstheologen sprang man um, wie dies kein Gericht  akzeptieren würde &#8211; ohne Recht auf Verteidigung, nur sehr allgemein  gehaltene Urteilssprüche. Ich selbst war von einem solchen Prozeß  betroffen &#8211; wegen meiner Solidaritätsarbeit für Zentralamerika,  besonders für Nicaragua, meiner den Indianern, den Schwarzen gewidmeten  Messen, mußte darüber auch mit Kardinal Ratzinger diskutieren. Bis ich  in einem bestimmten Moment sagte, meine Herren, wir sind erwachsene  Leute, sie sind Bischöfe wie ich, wir alle tragen Mitverantwortung,  keiner hat hier Interesse, das kirchliche Leben durcheinanderzubringen.  Selbst die Präsidenten und Generalsekretäre der brasilianischen  Bischofskonferenz litten über Jahrzehnte unter dem Vatikan,  hatten mit  Rom ihre Schwierigkeiten, standen unter Verdacht.&#8220;       Im Vatikan habe man angenommen, wir arbeiteten dem atheistischen  Kommunismus in die Hände, der sich in die lateinamerikanische Kirche  eingeschlichen habe. Nur sei eben die brasilianische Realität anders als  die polnische unter der damaligen kommunistischen Regierung. &#8222;Hier  mischen sich erklärte Christen mit erklärten Marxisten zugunsten einer  gemeinsamen Sache, der Menschlichkeit.&#8220;<br />
Und der nächste Papst? Bischof Casaldaliga nennt sich einen  Realisten &#8211; da das Kardinalskollegium mehrheitlich konservativ geprägt  sei, dürfe man Kontinuität erwarten. &#8222;Andererseits gibt es in der  Weltkirche den Willen, Freiheit zu atmen, Freiheit zu manifestieren,  selbstkritisch bislang verbotene Fragen zu diskutieren. Einer unserer  Kardinäle, der nun wirklich kein Revolutionär ist, Claudio Hummes aus  Sao Paulo, hat das sogar betont. Jetzt sei die Stunde gekommen, über all  das zu sprechen, worüber man bisher zu schweigen hatte. Das betrifft  Themen der Wissenschaft, aber auch die Theologie. Mein Traum ist ein  echter ökumenischer Dialog, Kollegialität, Autonomie der  Mitgliedskirchen, Anerkennung ihres Reichtums an Pluralität.&#8220;</p>
<p>Denn für Bischof Casaldaliga hat Lateinamerika bislang immer noch  eine kolonisierte Kirche, mit viel zu wenig eigener Persönlichkeit,  eigenem Profil. Er legt dies auch Johannes Paul dem Zweiten zur Last,  seinem Hang zur Kontrolle. Andererseits habe gerade die brasilianische  Kirche bereits bestimmte charakteristische Züge gewonnen:       &#8222;Die Aktionen zugunsten der Armen, die Sensibilität für die Kultur  der Indianer, der Schwarzen, die Teilnahme der Laien, besonders der  Frauen, am kirchlichen Leben. Und dann unsere Sozialpastoralen, unsere  Basisgemeinden &#8211; all das ist unumkehrbar. Deshalb bin ich voller  Hoffnung.&#8220;       Befreiungstheologe Frei Betto nennt Casaldaliga einen &#8222;Heiligen  und Helden&#8220;, der den neoliberalen Kapitalismus zur schwersten, zudem  tödlichen Sünde erklärt habe.</p>
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