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	<title>Klaus Hart Brasilientexte &#187; &#8222;Alternative Kraftstoffe&#8220;</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>&#8222;Alternative Kraftstoffe&#8220; &#8211; Regierungen in Berlin und Brasilia beschließen Absichtserklärung.  &#8222;&#8230;das vorliegende Instrument Ausdruck des politischen Willens beider Seiten und rechtlich nicht bindend ist.&#8220; Deutsch-brasilianische Atomkooperation. Teurer &#8222;Biosprit&#8220; großes Diskussionsthema in Brasilien.</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 13:02:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[GEMEINSAME ABSICHTSERKLÄRUNG ÜBER DEN AUSTAUSCH IM BEREICH ALTERNATIVE KRAFTSTOFFE UND INNOVATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN ZWISCHEN DEM MINISTERIUM FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN DER FÖDERATIVEN REPUBLIK BRASILIEN UND DEM BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND http://www.hart-brasilientexte.de/2011/01/26/dieser-weltmarkt-heute-will-garnicht-wissen-ob-das-zuckerrohr-von-sklavenarbeitern-geerntet-wurde-ob-man-die-plantagen-umweltfeindlich-abfackelte-mario-mantovani-prasident-der-renommierten-umw/ http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/09/e-10-woruber-jetzt-in-der-offentlichen-diskussion-ganz-gezielt-nicht-geredet-diskutiert-wird-ethanol-aus-brasilien-und-die-folgen-fur-umwelt-natur-menschen/ Teurer &#8222;Biosprit&#8220;:  http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/noch-mehr-kritik-an-dem-in-deutschland-von-interessierter-seit-hochgelobten-brasilianischen-biosprit-in-brasilien-bereits-teils-teurer-als-benzin/ Zuckerrohranbau in Amazonien &#8211; das Beispiel Presidente Figueiredo: http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/09/coca-cola-in-amazonien-und-die-zuckerrohrfarm-ohne-umweltlizenz-coca-cola-bedroht-amazonaswald-zuckerrohr-und-sklavenarbeit-xavier-plassat/ Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Föderativen Republik [&#8230;]]]></description>
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<p><strong>GEMEINSAME ABSICHTSERKLÄRUNG ÜBER DEN AUSTAUSCH IM BEREICH ALTERNATIVE KRAFTSTOFFE UND INNOVATIVE ANTRIEBSTECHNOLOGIEN ZWISCHEN DEM MINISTERIUM FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN DER FÖDERATIVEN REPUBLIK BRASILIEN UND DEM BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/04/canabrand2.JPG" alt="canabrand2.JPG" /></p>
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<p><strong>Teurer &#8222;Biosprit&#8220;: </strong> <a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/noch-mehr-kritik-an-dem-in-deutschland-von-interessierter-seit-hochgelobten-brasilianischen-biosprit-in-brasilien-bereits-teils-teurer-als-benzin/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/30/noch-mehr-kritik-an-dem-in-deutschland-von-interessierter-seit-hochgelobten-brasilianischen-biosprit-in-brasilien-bereits-teils-teurer-als-benzin/</a></p>
<p><strong>Zuckerrohranbau in Amazonien &#8211; das Beispiel Presidente Figueiredo:</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/09/coca-cola-in-amazonien-und-die-zuckerrohrfarm-ohne-umweltlizenz-coca-cola-bedroht-amazonaswald-zuckerrohr-und-sklavenarbeit-xavier-plassat/"><strong>http://www.hart-brasilientexte.de/2009/12/09/coca-cola-in-amazonien-und-die-zuckerrohrfarm-ohne-umweltlizenz-coca-cola-bedroht-amazonaswald-zuckerrohr-und-sklavenarbeit-xavier-plassat/</strong></a></p>
<p><span id="more-9201"></span></p>
<p>Das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Föderativen Republik Brasilien und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der Bundesrepublik Deutschland würdigen die langjährige gegenseitig vorteilhafte und gleichberechtigte bilaterale Zusammenarbeit zwischen den Staaten.</p>
<p>Die Sicherung der Energieversorgung, die Bedeutung der Förderung nachhaltiger Entwicklung, die Notwendigkeit, die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren und die Bezahlbarkeit von Mobilität stellen den Verkehrsbereich in Brasilien, Deutschland und der ganzen Welt vor große Herausforderungen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund beabsichtigen das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Föderativen Republik Brasilien und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der Bundesrepublik Deutschland die laufende Zusammenarbeit im Verkehrsbereich bei Grundsatzfragen alternativer Kraftstoffe und innovativer Antriebstechnologien für eine zukunftsfähige Mobilität auf der Grundlage des deutsch-brasilianischen Abkommens über Zusammenarbeit im Energiesektor mit Schwerpunkt auf erneuerbarer Energie und Energieeffizienz zu vertiefen.</p>
<p>Beide Partner stimmen darin überein, dass alle möglichen Kraftstoff- und Technologieoptionen auf Basis erneuerbarer Energien betrachtet werden müssen.</p>
<p>Die Zusammenarbeit soll zunächst im Rahmen eines gemeinsamen Fachforums mit folgenden Themenstellungen erfolgen:</p>
<p>&#8211;        Austausch zu den Potenzialen innovativer Antriebstechnologien und alternativer Kraftstoffe für den Straßen-, Schienen-, See- und Luftverkehr. Hierbei sollen aussichtsreiche Optionen, die auch ein hohes Mengenpotenzial aufweisen, identifiziert und die spezifischen Anforderungen der unterschiedlichen Verkehrsträger besonders beachtet werden.</p>
<p>&#8211;        Verständigung über mittel- und langfristige Perspektiven fossiler Kraftstoffe und solcher auf Basis erneuerbarer Energien, sowie der hierzu erforderlichen Antriebstechnologien und Infrastrukturen;</p>
<p>&#8211;        Planung und Realisierung gemeinsamer Aktivitäten zur Aufklärung und Förderung von Biokraftstoffen und Flex-Fuel-Fahrzeugen;</p>
<p>&#8211;        Erfahrungsaustausch über nachhaltige Produktion und Vermarktung von Biotreibstoffen;</p>
<p>&#8211;        Beteiligung maßgeblicher Akteure aus Privatwirtschaft und Wissenschaft.</p>
<p>Beide Seiten erklären, dass</p>
<p>&#8211;        innerhalb von 60 Tagen eine bilaterale Expertengruppe zusammen entreten wird, die über die Arbeitschwerpunkte und das weitere Vorgehen beraten wird;</p>
<p>&#8211;        das vorliegende Instrument Ausdruck des politischen Willens beider Seiten und rechtlich nicht bindend ist.</p>
<p>Diese Gemeinsame Erklärung wird in zweifacher Ausfertigung, jeweils in portugiesischer und deutscher Sprache, unterzeichnet.</p>
<p>Brasilia, den 31 Marz. 2011.</p>
<p>FÜR DAS MINISTERIUM FÜR AUSWÄRTIGE ANGELEGENHEITEN DER FÖDERATIVEN REPUBLIK BRASILIEN</p>
<p>FÜR DAS BUNDESMINISTERIUM FÜR VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND (BMVBS)</p>
<p><strong>“Biosprit” und die Selbstverbrennung von Francelmo </strong></p>
<p><strong>2005 verbrennt sich Francisco Anselmo de Barros, genannt   Francelmo, selbst, um ein Zeichen gegen die immer brutalere Umwelt-und   Naturvernichtung in Brasilien zu setzen. Francelmo ist einer der   wichtigsten, bekanntesten Umweltaktivisten des Tropenlandes. Direkter   Anlaß seines Protests ist die Ausweitung der Ethanolproduktion auf   Kosten der Natur.Unter der Lula-Regierung erklärt Francelmo, „in  Umweltfragen  werden wir heute hintergangen durch Interessen schlechter  Politiker,  schlechter Unternehmer. In Bezug auf Brasilien sehen wir,  wie das Schiff  untergeht – doch niemand sagt etwas dagegen. In den  Süden werden  genmanipulierte Pflanzen eingeschmuggelt – und die  Regierung unterstützt  das. Brandrodungen in Amazonien – die Regierung  ist unempfindlich,  gleichmütig.  Es gibt Leute mit Landbesitz so groß  wie ein Teilstaat –  und es gibt die Landlosen. Der Rio Sao Francisco  wird umgeleitet, statt  ihn zu revitalisieren.“</strong><strong> Brasiliens  Umweltministerin  Marina Silva gehört einer großen Wunderheilersekte an  – die Resultate  von Silvas Politik sieht, spürt man in Amazonien  genauso wie in Sao  Paulo. </strong><strong>Europäische Alibi-Umwelt-und   Menschenrechtsorganisationen, die der Öffentlichkeit vorgaukeln  sollen,  daß sich jemand für Natur und Bürgerrechte engagiert, belassen  es wie im  Falle der Selbstverbrennung Francelmos gewöhnlich bei  Alibi-Erklärungen  – echte, wirksame Aktionen werden, weil unerwünscht,  unterlassen. Wie  es um Deutschlands Natur, die biologische Vielfalt,  die Artenentwicklung  und den Schutz der Landschaften dank des  „Engagements“ dieser teils  hoch gesponserten Alibi-Organisationen  steht, zeigen die Fakten  überdeutlich. </strong><strong>Und daher ist  auch Francelmo in Europa so  gut wie unbekannt, wird sein Name, sein  Protest in der Diskussion um  „Todes-Sprit“ (Frei Betto) nur selten  erwähnt. „Menschen ernähren, nicht  Autos“, fordern hunderte  Umweltgruppen Lateinamerikas, zudem einen  EU-Verzicht auf  Agrotreibstoffe wie Ethanol.  Doch Wirtschaftsinteressen  von  Minoritäten setzen sich durch – mehr Autos, mehr Agrotreibstoffe  statt  Schutz von Umwelt und Gesundheit.</strong></p>
<p><strong>Francelmo setzte sich auch für den bedrohten Nordost-Strom   Rio Sao Francisco ein – 2005, im Jahr der Selbstverbrennung, startet   dort Bischof Luiz Flavio Cappio seinen ersten Hungerstreik gegen jenes   gigantische Umleitungsprojekt der Regierung.</strong></p>
<p><a href="http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/areva-frankreichs-staatlicher-atomkonzern-und-brasilien-die-deutsch-brasilianische-atomkooperation/">http://www.hart-brasilientexte.de/2011/03/31/areva-frankreichs-staatlicher-atomkonzern-und-brasilien-die-deutsch-brasilianische-atomkooperation/</a><!--[if gte mso 9]&gt;     Normal   0   21         false   false   false                             MicrosoftInternetExplorer4   &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;     &lt;![endif]--><!--[if gte mso 10]&gt;   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:"Tabela normal"; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:""; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-ansi-language:#0400; 	mso-fareast-language:#0400; 	mso-bidi-language:#0400;}  &lt;![endif]--></p>
<p><strong>Hintergrund von 2008:</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Kirche appelliert an Europas Christen: Schweigt nicht zu diesen Zuständen hier.  </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Sklavenarbeit, Umweltvernichtung, teure  Nahrungsmittel und Misere in  Brasilien – für volle Auto-Tanks in  europäischen Staaten wie  Deutschland? Die katholische Kirche des  Tropenlandes hat jetzt an die  deutschen Gläubigen appelliert, zu den  unmenschlichen Bedingungen bei  der Erzeugung des Kraftstoffs Ethanol  aus Zuckerrohr nicht zu schweigen.  Padre Antonio Garcia Peres,  Generalsekretär der brasilianischen  Wanderarbeiter-Seelsorge, sagte,  die deutschen Kirchen müßten die  Öffentlichkeit über die gravierenden  Hintergründe und Folgen der  Ethanolproduktion aufklären, vor allem  brutale  Menschenrechtsverletzungen  sowie Umweltzerstörung anprangern.  Padre  Peres lebt, arbeitet seit vielen Jahren nahe der  Wirtschaftsmetropole  Sao Paulo mitten in einer traditionellen  Landwirtschaftsregion. „Die  Böden im Teilstaat Sao Paulo zählen zu den  fruchtbarsten der Erde –  deshalb wurden hier früher alle wichtigen  Grundnahrungsmittel, von  Bohnen bis Reis, Getreide aller Art, angebaut.  Wenn ich mich jetzt  umschaue – ein wahrer Ozean von Zuckerrohr zur  Ethanolerzeugung. Es ist  der reine Wahnsinn – pure Geld-und Profitgier  hat diesen absolut  verrückten Ethanolboom ausgelöst, das muß man  entlarven!“ Durch die  Ethanolproduktion werde die Nahrungserzeugung  stark reduziert, erhöhten  sich die Lebensmittelpreise. In Sao Paulo,  Brasiliens größter Stadt,  seien schwarze Bohnen, ein wichtiges, sehr  nährstoffhaltiges  Grundnahrungsmittel im Lande, in den letzten zwölf  Monaten um 168  Prozent verteuert worden. Mit  zunehmenden  Ethanolexporten  auch nach  Deutschland  werde all diese negative  Entwicklung weiter forciert.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Ist das die einsame Position eines  Provinzpadres, der die Welt, die  neuen Zeiten nicht mehr versteht?  Schließlich rühmt auch Deutschlands  Wirtschaft jenes Ethanol als  „Biosprit“, als sauber, umweltfreundlich,  fortschrittlich. Padre Peres  ist längst gefragter Experte, reist häufig  in europäische Länder, wird  von Nichtregierungsorganisationen ebenso wie  von der UNO regelmäßig  konsultiert. Nicht zufällig nennt diese die  Erzeugung von  Agro-Treibstoffen sogar „ein Verbrechen gegen die  Menschheit“ –  Lateinamerika werde ebenfalls von der neuen, weltweiten  Hunger-und  Nahrungsmittelkrise erfaßt.  Padre Peres hat die gesamte   Bischofskonferenz Brasiliens hinter sich, arbeitet eng mit kirchlichen,   nicht-kirchlichen Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten zusammen. Und   beruft sich stets auf Jesus Christus: „Er hat uns gelehrt, brüderlich zu   handeln, für christliche Werte zu kämpfen. Kirche darf nicht heißen,   nur Gottesdienste zu zelebrieren, eine leere Spiritualität zu predigen.   Echter Glaube zeigt sich in der täglichen Praxis! Deshalb darf die   Kirche jetzt Jesus Christus nicht verraten, darf nicht mithelfen, diese   unerträglichen Zustände zu verstecken oder zu bemänteln, sondern muß   ganz im Sinne von Jesus klar Position beziehen, muß informieren und   hinterfragen, hat dort in Deutschland jetzt eine ganz wichtige Rolle.“   Vor dem Hintergrund der Nahrungskrise müßten die Kirchen zudem ein   weltweites Netz der Solidarität knüpfen, auf die Einhaltung der   Menschenrechte dringen. „Die Wohnlager der Zuckerrohrarbeiter erinnern   mich an deutsche KZs – nur durch abstoßendes, inhumanes Sozialdumping   sind brasilianisches Ethanol, brasilianischer Zucker auf dem Weltmarkt   so billig!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Padre Peres beobachtet, wie nicht nur im  Teilstaate Sao Paulo mit  seinen deutschen Auto-Multis von VW bis  Mercedes-Benz europäische,  darunter deutsche Investoren Milliarden Euro  in die Ethanolerzeugung  stecken. „Pflegt man in Deutschland nicht  diesen wunderschönen Diskurs  von der sozialen Verpflichtung des  Eigentums, vom Wert des human factor –  vergißt das aber in Brasilien?“,  fragt er ironisch. Und richtet auch an  die Investoren einen  Appell:“Sie dürfen nicht nur auf rasche  Superprofite schauen, sondern  müssen hier beim Respektieren von  Menschenrechtsnormen und  Sozialstandards ein Beispiel geben! Mit  Menschenleben darf man nicht  spielen – Investoren sollten sich nicht zu  Komplizen skandalöser  Zustände machen!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Brasilien ist die zehntgrößte  Wirtschaftsnation, Sao Paulo ihr  reichster , ökonomisch führender  Teilstaat. „Und dennoch verdeckte  Sklaverei, viele Arbeiter sterben vor  Erschöpfung!“ Kaum zu fassen, aber  Zuckerrohrarbeiter auf den endlosen  Plantagen verdienen monatlich  allerhöchstens umgerechnet etwa 300  Euro. Wer als Zuckerrohrschneider  mit dem schweren Haumesser pro Tag  nicht mindestens acht Tonnen schafft,  fliegt raus. Immer mehr Arbeiter  nehmen deshalb harte Drogen wie Crack,  um durchzuhalten, die  körperlichen Schmerzen zu ertragen. „Das sind  bitterarme, häufig  schlecht ernährte Wanderarbeiter aus dem tausende  Kilometer entfernten  Nordosten – man braucht sich nur vorzustellen, wie  die am Ende des  Arbeitstages aussehen – fix und fertig!“ Unter den  Zuckerrohrplantagen  liegt das bis Argentinien reichende, weltgrößte  Süßwasservorkommen.  „Das wird durch den massiven Pestizideinsatz  kontaminiert.“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Über dreitausend Kilometer von Padre Peres  entfernt, fordert in  Amazonien der aus Österreich stammende Bischof  Erwin Kräutler sogar  einen Stopp für weitere Zuckerrohrplantagen,  kritisiert den Ethanolboom  ebenfalls scharf. „Wer im Weg ist, wird  erschossen“, sagt Kräutler zu  den vielen Morden an Umwelt-und  Menschenrechtsaktivisten, die sich den  Vernichtern der Schöpfung in den  Weg stellten. Der Bischof selbst  überlebte Attentate, ist von Mord  bedroht, wird rund um die Uhr durch  Polizisten bewacht. Daß man in  Europa meist so gleichgültig gegenüber  den Zuständen in Lateinamerika  ist, erbittert ihn. „Es ist kurzsichtig  zu sagen, damit habe ich nichts  zu tun! Wir sind in einer einzigen Welt.  Wir tragen auch Verantwortung  für andere Teile der Welt und die  Menschen, die dort leben.  Gerechtigkeit heißt, daß wir uns gerade für  diese Völker, die heute im  Abseits stehen, einsetzen – und das ist auch  Aufgabe der Kirche.  Profitgier zerstört Amazonien!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Aber was stimmt denn nun? Deutsche  Politiker, deutsche  Wirtschaftsexperten sagen doch immer, die  Ethanolproduktion schädige  Brasiliens Regenwälder nicht, in Amazonien  wachse gar kein Zuckerrohr,  nur viel weiter südlich – und Brasiliens  Staatschef Lula sagt das auch.  Der französische Menschenrechtsanwalt  und Franziskaner Xavier Plassat,  der in Brasilien die  Anti-Sklaverei-Aktionen der Bischofskonferenz  leitet, widerspricht   diesen „Experten“ und auch Lula:“Das ist die  Unwahrheit. Lula sagte  all dies in Europa just an dem Tag, als auf einer  Zuckerrohrplantage in  Amazonien über eintausend Sklavenarbeiter befreit  worden sind! Ein  alter Hut, daß in vier Amazonas-Teilstaaten seit  Jahren Zuckerrohr  angebaut wird!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Moment mal: Sagen nicht Lula, seine zu  einer Wunderheilersekte  zählende Umweltministerin Marina Silva, zudem  europäische Politiker  nicht immer, Ethanol-Treibstoff werde nachhaltig  erzeugt, europäische  Nachhaltigkeitskriterien für den Ethanol-Import  würden bereits erfüllt?  „Allein der massive Einsatz von  Sklavenarbeitern bei der  Ethanolerzeugung beweist, daß von  Nachhaltigkeit keine Rede sein kann“,  betont Padre Antonio Canuto,  Generalsekretär der bischöflichen  Landpastoral (CPT). „Wenn unsere  Ministerin Marina Silva der deutschen  Seite erklärt, daß die  Ethanolproduktion weder zu Lasten des Regenwaldes  noch der  Nahrungserzeugung gehe, sagt sie nicht die Wahrheit!“ Roberto  Malvezzi,  Umweltexperte der Bischofskonferenz und Misereor-Partner, ist  gerade  von einer Vortragsreise durch Deutschland zurückgekehrt, stimmt  im  Interview Padre Canuto zu, weist auf die grauenhafte Ausbeutung   ungezählter Sklavenarbeiter. „Der Zuckerrohranbau zerstört nicht nur   Amazonien, sondern auch unsere wertvollen Savannenregionen und das   Pantanal!“ In dieses tierreichste Feuchtgebiet der Erde reisen auch   viele europäische Touristen – manche bemerken, wie man auch das   zerstört. Dort hatte sich bereits 2005 der bekannte brasilianische   Umweltaktivist Francisco Barros aus Protest gegen die forcierte   naturvernichtende Ethanolproduktion selbst verbrannt.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Bischofskonferenz Brasiliens für Rückverstaatlichung von Minenkonzern Vale</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Die katholische Kirche Brasiliens hat das  Plebiszit von 2007  über  eine Rückverstaatlichung des Minenkonzerns  „Vale“ als Erfolg bezeichnet.  Gegen den scharfen publizistischen  Widerstand aller kommerziellen  Medien sowie gegen den Willen der  Regierung hatte die  Bischofskonferenz(CNBB) gemeinsam mit den  nationalen Sozialbewegungen  die einwöchige Aktion gestartet. Gemäß den  vorläufigen Resultaten  votierten über vier Millionen Brasilianer. Rund  97 Prozent sind dafür,  daß das zweitgrößte Bergwerksunternehmen der  Welt, zugleich größter  Eisenerzexporteur der Erde, wieder in  öffentlichen Besitz übergeht.  Gemäß einer neuen Studie ist über die  Hälfte der Brasilianer ebenfalls  dieser Auffassung &#8211;  in einem Land mit  extrem niedrigem Bildungsniveau  wußten mehr als zwanzig Prozent bei  der Meinungsumfrage keinerlei  Antwort. Laut einer anderen seriösen  Studie sind 62 Prozent der  Brasilianer gegen Privatisierungen  staatlicher Unternehmen und nur 25  Prozent dafür.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Brasiliens Caritas-Präsident, der für die   CNBB-Sozialpastoralen verantwortliche Bischof Demetrio Valentini und   Joao Pedro Stedile, Führer der Landlosenbewegung MST, sowie der   katholische Jurist Fabio Konder Comparato hatten  bei Audienzen im   Präsidentenpalast, im Nationalkongreß und im Obersten Gericht die   Plebiszitergebnisse erläutert und entsprechende politische Schritte   gefordert. Valentini und Stedile hatten zuvor in einer gemeinsamen   Erklärung betont, ein strategisches, mit öffentlichen Geldern   errichtetes Unternehmen wie “Vale” dürfe niemals privatisiert werden.   Die “phantastischen Gewinne” des Konzerns müßten allen Brasilianern   zugute kommen und nicht nur einer Gruppe von Investoren und Banken. Mit   den derzeit realisierten Profiten könnte man 167 Krankenhäuser und über   200000 Wohnungen bauen sowie 1,6 Millionen Landlose ansiedeln. Nach   Darstellung renommierter Rechtsexperten, hieß es in der Erklärung   weiter,  basierte die Privatisierung von 1997 auf Betrug. “Dies bedeutet   Landesverrat durch einen Teil der damaligen sozialdemokratischen   Regierung, die sich dafür eines Tages vor den Gerichten dieses Landes   verantworten muß.” Zudem werden die Argumente des früheren, inzwischen   verstorbenen CNBB-Präsidenten Luciano Mendes bekräftigt, der die   Privatisierung als antiethisch und unverantwortlich bezeichnet hatte.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Das Unternehmen, so Bischof Valentini,  sei  für ein Dreißigstel des  tatsächlichen Wertes verhökert worden. So habe  man allein die  Eisenerz-und Bauxitvorkommen bei der entsprechenden  Ausschreibung  fälschlich um zehn Milliarden Tonnen niedriger angegeben.  Die Regierung  von Präsident Luis Inacio Lula da Silva unterwerfe sich  nach wie vor dem  internationalen Finanzkapital. Dadurch werde eine  echte Sozialpolitik  nahezu verhindert.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Chico Whitaker, Träger des Alternativen  Nobelpreises von 2006  sowie Mitglied der CNBB-Konferenz für  Gerechtigkeit und Frieden,  sagte:”Vale do Rio Doce sollte wieder ein  Staatsunternehmen werden &#8211; die  Gewinne könnten dann sozialen Zwecken  dienen.”</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Angesichts der öffentlichen Kritik hatte  sich der Bergbaukonzern  immer wieder als patriotisch, sozial und  umweltfreundlich bezeichnet,  für entsprechende landesweite PR-Kampagnen  auch den in Europa sehr  bekannten Weltmusik-Star Carlinhos Brown  eingespannt.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Das Plebiszit wurde vor allem in katholischen Kirchengemeinden, aber auch auf öffentlichen Plätzen abgehalten.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Laut Presseberichten hatte Lula im  Präsidentschaftswahlkampf von 2002  versprochen, den Konzern wieder zu  verstaatlichen, war indessen später  davon abgerückt. Zu Lulas  Überraschung hatte ein Kongreß seiner  Arbeiterpartei im September mit  großer Mehrheit eine Beteiligung an dem  Plebiszit beschlossen. Lula  selbst und die gesamte PT-Führung lehnten es  dagegen öffentlich als  schädlich und „irreal“ ab. Der Minenkonzern  hatte 2006 Lulas  Wiederwahlkampagne mitfinanziert.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Seit 1997 erfuhr „Vale“ gemäß Börsenangaben einen Wertzuwachs von über 3000 Prozent.</strong></p>
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