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	<title>Klaus Hart Brasilientexte</title>
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	<description>Aktuelle Berichte aus Brasilien - Politik, Kultur und Naturschutz</description>
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		<title>Rio + 20:&#8220;Biosprit E 10 schadet laut Studie dem Klima&#8220;. Für Brasiliens kirchliche Experten von Anfang an Fakt.  &#8222;Biosprit ist Todessprit&#8220; &#8211; katholischer Befreiungstheologe Frei Betto. Demokratie und gezielte Naturvernichtung.</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 15:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Klaus Hart]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA["Biosprit"]]></category>
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		<description><![CDATA[http://www.derwesten.de/auto/biosprit-e10-schadet-laut-studie-dem-klima-id5193268.html Was heute als “Bio” gilt &#8211; Abbrennen einer Zuckerrohrplantage kurz vor der Ernte, 2011. Mario Mantovani, Präsident der Umweltstiftung »SOS Mata Atlantica«, in Sao Paulo, zum Abfackeln der Zuckerrohrplantagen kurz vor der Ernte, was auch die Naturschutzgebiete kaputt macht. Denn das Feuer gerät außer Kontrolle, frisst sich in Schutzzonen und Wälder. »Alle denkbaren Vorteile von Ethanol [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.derwesten.de/auto/biosprit-e10-schadet-laut-studie-dem-klima-id5193268.html"><strong>http://www.derwesten.de/auto/biosprit-e10-schadet-laut-studie-dem-klima-id5193268.html</strong></a></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/09/canabrand1.JPG" alt="canabrand1.JPG" /></p>
<p><strong>Was heute als “Bio” gilt &#8211; Abbrennen einer Zuckerrohrplantage kurz vor der Ernte, 2011.</strong></p>
<p><strong>Mario Mantovani, Präsident der  Umweltstiftung »SOS Mata Atlantica«, in Sao Paulo, zum Abfackeln der Zuckerrohrplantagen kurz vor der Ernte, was auch die Naturschutzgebiete kaputt macht. Denn  das Feuer gerät außer Kontrolle, frisst sich in Schutzzonen und Wälder.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>»Alle denkbaren Vorteile von Ethanol werden allein durch das  Abfackeln aufgehoben. Der Ausstoß an Dioxin und ­klimaschädlichen Gasen  ist immens. Die Gesundheitsposten bei Sao Paulo sind voll von Leuten,  die schwere Atemprobleme haben, Sauerstoffbehandlungen brauchen.«</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>2007 löste der Dominikaner Frei Betto mit seiner provozierenden  Formel »Biosprit ist Todessprit« in Europa sogar Parlamentsdebatten aus.  Der viel gerühmte Öko-Treibstoff soll Armen und Hungernden rund um den  Erdball den Tod bringen? </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Viele hielten Frei Bettos These für überdreht, realitätsfremd. Dass  viele Lebensmittel in Brasilien teurer als in Deutschland sind,  unerschwinglich für Arme, wird verdrängt. </strong></p>
<p><span id="more-11350"></span></p>
<p><strong> </strong><strong>Derzeit gibt es erneut ­brutale Preissprünge – und spürbare Klimaveränderungen wegen massiver Abholzung im Amazonasgebiet.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Erneutes Nachfragen deshalb im Dominikanerkloster Sao Paulo bei Frei  Betto, der zu Brasiliens führenden Intellektuellen gehört und zahlreiche  in- und ausländische Menschenrechts- und Literaturpreise erhielt. </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>»Ja – die Landnutzung für Zuckerrohr bewirkt den Tod vieler Menschen!  Wenn man die Ackerfläche für Nahrungsmittel verkleinert, steigen deren  Preise, sterben viele Menschen, die sich keine guten Grundnahrungsmittel  leisten können.« </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Frei Betto zitiert UNO-Daten, wonach die Zahl der chronisch  Hungernden in der ganzen Welt auf über eine Milliarde anwuchs. Aber  sicherlich ist doch Brasilien, immerhin achtgrößte Wirtschaftsnation der  Welt, davon ausgenommen?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<h5><strong>Frei Betto bleibt  dabei: »Biosprit ist Todessprit«</strong></h5>
<p><strong> </strong><strong>Frei Betto verneint: »Unsere Regierung räumt offiziell ein, dass es  noch 16,2 Millionen Hungernde in absolutem Elend gibt – doch aus meiner  Sicht sind es doppelt so viele!« Zwei Jahre hatte er im  Präsidentenpalast von Brasilia sein Büro nur einige Türen vom damaligen  Staatschef Lula da Silva entfernt, arbeitete für das  Anti-Hunger-Programm. Als es zum Stimmenkaufprogramm deformiert wird,  Bedürftige von Regierungsalmosen abhängig macht, legt Frei Betto den  Posten nieder.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Brasilien ist weit weg, muss uns in Deutschland das wirklich  interessieren? »Bei Euch redet alles von Klimaänderung,  Treibhaus-Effekt. Ethanol aus Zuckerrohr wie im E10 treibt ihn voran«,  kontert der Dominikaner und hat wissenschaftliche Studien parat: Wegen  der Zuckerrohrplantagen wurden riesige Urwaldgebiete Amazoniens  abgeholzt, was das ökologische Gleichgewicht in Nord- und Südamerika  schädigt, sich auf die ganze Welt negativ auswirkt. Denn Amazoniens  Regenwald ist der größte des Planeten. Und die Regenfälle, ob im Süden  Floridas oder Argentiniens, hängen von der Verdunstung in Amazonien ab.</strong></p>
<p><strong> Die Megacity Sao Paulo zählt über 2000 rasch wachsende Slums. Auch  das hat für Frei Betto mit Ethanol, mit E10 zu tun – denn mehr  Zuckerrohranbau bewirkte Vertreibung von Kleinbauern, Landarbeitern:  »Ein Heer von Arbeitslosen zieht im Lande umher und verdingt sich bei  der Zuckerrohrernte, haust den Rest der Zeit aber in Slums mit Drogen,  Gewalt, Prostitution.</strong></p>
<p><img src="http://www.hart-brasilientexte.de/wp-content/uploads/2011/10/e10blumenau.JPG" alt="e10blumenau.JPG" /></p>
<p><strong>Blumenau/Sachsen.</strong></p>
<p><strong>Bischof Coelho in Deutschland:</strong></p>
<p><strong>Er erzählte von einem Land, in dem nur einige wenige Familien   nahezu alle  wesentlichen gesellschaftlichen Bereiche beherrschten und   Korruption an der  Tagesordnung sei: „Die Kirche hat die wichtige   Aufgabe, der armen Bevölkerung  bei ihren existenziellen Problemen   gegenüber der Profitgier von Wenigen zu  helfen.“ Menschen würden von   ihrem Land vertrieben, sie hätten kaum Rechte und  Umweltschutz   existiere nicht.</strong> <strong>(Münstersche Zeitung)</strong></p>
<p><strong>Hintergrund von 2008:</strong></p>
<p><strong>Brasiliens Kirche appelliert an Europas Christen: Schweigt nicht zu diesen Zuständen hier.  </strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Sklavenarbeit, Umweltvernichtung, teure Nahrungsmittel und Misere in  Brasilien – für volle Auto-Tanks in europäischen Staaten wie  Deutschland? Die katholische Kirche des Tropenlandes hat jetzt an die  deutschen Gläubigen appelliert, zu den unmenschlichen Bedingungen bei  der Erzeugung des Kraftstoffs Ethanol aus Zuckerrohr nicht zu schweigen.  Padre Antonio Garcia Peres, Generalsekretär der brasilianischen  Wanderarbeiter-Seelsorge, sagte, die deutschen Kirchen müßten die  Öffentlichkeit über die gravierenden Hintergründe und Folgen der  Ethanolproduktion aufklären, vor allem brutale  Menschenrechtsverletzungen  sowie Umweltzerstörung anprangern. Padre  Peres lebt, arbeitet seit vielen Jahren nahe der Wirtschaftsmetropole  Sao Paulo mitten in einer traditionellen Landwirtschaftsregion. „Die  Böden im Teilstaat Sao Paulo zählen zu den fruchtbarsten der Erde –  deshalb wurden hier früher alle wichtigen Grundnahrungsmittel, von  Bohnen bis Reis, Getreide aller Art, angebaut. Wenn ich mich jetzt  umschaue – ein wahrer Ozean von Zuckerrohr zur Ethanolerzeugung. Es ist  der reine Wahnsinn – pure Geld-und Profitgier hat diesen absolut  verrückten Ethanolboom ausgelöst, das muß man entlarven!“ Durch die  Ethanolproduktion werde die Nahrungserzeugung stark reduziert, erhöhten  sich die Lebensmittelpreise. In Sao Paulo, Brasiliens größter Stadt,  seien schwarze Bohnen, ein wichtiges, sehr nährstoffhaltiges  Grundnahrungsmittel im Lande, in den letzten zwölf Monaten um 168  Prozent verteuert worden. Mit  zunehmenden Ethanolexporten  auch nach  Deutschland  werde all diese negative Entwicklung weiter forciert.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Ist das die einsame Position eines Provinzpadres, der die Welt, die  neuen Zeiten nicht mehr versteht? Schließlich rühmt auch Deutschlands  Wirtschaft jenes Ethanol als „Biosprit“, als sauber, umweltfreundlich,  fortschrittlich. Padre Peres ist längst gefragter Experte, reist häufig  in europäische Länder, wird von Nichtregierungsorganisationen ebenso wie  von der UNO regelmäßig konsultiert. Nicht zufällig nennt diese die  Erzeugung von Agro-Treibstoffen sogar „ein Verbrechen gegen die  Menschheit“ – Lateinamerika werde ebenfalls von der neuen, weltweiten  Hunger-und Nahrungsmittelkrise erfaßt.  Padre Peres hat die gesamte  Bischofskonferenz Brasiliens hinter sich, arbeitet eng mit kirchlichen,  nicht-kirchlichen Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten zusammen. Und  beruft sich stets auf Jesus Christus: „Er hat uns gelehrt, brüderlich zu  handeln, für christliche Werte zu kämpfen. Kirche darf nicht heißen,  nur Gottesdienste zu zelebrieren, eine leere Spiritualität zu predigen.  Echter Glaube zeigt sich in der täglichen Praxis! Deshalb darf die  Kirche jetzt Jesus Christus nicht verraten, darf nicht mithelfen, diese  unerträglichen Zustände zu verstecken oder zu bemänteln, sondern muß  ganz im Sinne von Jesus klar Position beziehen, muß informieren und  hinterfragen, hat dort in Deutschland jetzt eine ganz wichtige Rolle.“  Vor dem Hintergrund der Nahrungskrise müßten die Kirchen zudem ein  weltweites Netz der Solidarität knüpfen, auf die Einhaltung der  Menschenrechte dringen. „Die Wohnlager der Zuckerrohrarbeiter erinnern  mich an deutsche KZs – nur durch abstoßendes, inhumanes Sozialdumping  sind brasilianisches Ethanol, brasilianischer Zucker auf dem Weltmarkt  so billig!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Padre Peres beobachtet, wie nicht nur im Teilstaate Sao Paulo mit  seinen deutschen Auto-Multis von VW bis Mercedes-Benz europäische,  darunter deutsche Investoren Milliarden Euro in die Ethanolerzeugung  stecken. „Pflegt man in Deutschland nicht diesen wunderschönen Diskurs  von der sozialen Verpflichtung des Eigentums, vom Wert des human factor –  vergißt das aber in Brasilien?“, fragt er ironisch. Und richtet auch an  die Investoren einen Appell:“Sie dürfen nicht nur auf rasche  Superprofite schauen, sondern müssen hier beim Respektieren von  Menschenrechtsnormen und Sozialstandards ein Beispiel geben! Mit  Menschenleben darf man nicht spielen – Investoren sollten sich nicht zu  Komplizen skandalöser Zustände machen!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Brasilien ist die zehntgrößte Wirtschaftsnation, Sao Paulo ihr  reichster , ökonomisch führender Teilstaat. „Und dennoch verdeckte  Sklaverei, viele Arbeiter sterben vor Erschöpfung!“ Kaum zu fassen, aber  Zuckerrohrarbeiter auf den endlosen Plantagen verdienen monatlich  allerhöchstens umgerechnet etwa 300 Euro. Wer als Zuckerrohrschneider  mit dem schweren Haumesser pro Tag nicht mindestens acht Tonnen schafft,  fliegt raus. Immer mehr Arbeiter nehmen deshalb harte Drogen wie Crack,  um durchzuhalten, die körperlichen Schmerzen zu ertragen. „Das sind  bitterarme, häufig schlecht ernährte Wanderarbeiter aus dem tausende  Kilometer entfernten Nordosten – man braucht sich nur vorzustellen, wie  die am Ende des Arbeitstages aussehen – fix und fertig!“ Unter den  Zuckerrohrplantagen liegt das bis Argentinien reichende, weltgrößte  Süßwasservorkommen. „Das wird durch den massiven Pestizideinsatz  kontaminiert.“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Über dreitausend Kilometer von Padre Peres entfernt, fordert in  Amazonien der aus Österreich stammende Bischof Erwin Kräutler sogar  einen Stopp für weitere Zuckerrohrplantagen, kritisiert den Ethanolboom  ebenfalls scharf. „Wer im Weg ist, wird erschossen“, sagt Kräutler zu  den vielen Morden an Umwelt-und Menschenrechtsaktivisten, die sich den  Vernichtern der Schöpfung in den Weg stellten. Der Bischof selbst  überlebte Attentate, ist von Mord bedroht, wird rund um die Uhr durch  Polizisten bewacht. Daß man in Europa meist so gleichgültig gegenüber  den Zuständen in Lateinamerika ist, erbittert ihn. „Es ist kurzsichtig  zu sagen, damit habe ich nichts zu tun! Wir sind in einer einzigen Welt.  Wir tragen auch Verantwortung für andere Teile der Welt und die  Menschen, die dort leben. Gerechtigkeit heißt, daß wir uns gerade für  diese Völker, die heute im Abseits stehen, einsetzen – und das ist auch  Aufgabe der Kirche. Profitgier zerstört Amazonien!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Aber was stimmt denn nun? Deutsche Politiker, deutsche  Wirtschaftsexperten sagen doch immer, die Ethanolproduktion schädige  Brasiliens Regenwälder nicht, in Amazonien wachse gar kein Zuckerrohr,  nur viel weiter südlich – und Brasiliens Staatschef Lula sagt das auch.  Der französische Menschenrechtsanwalt und Franziskaner Xavier Plassat,  der in Brasilien die Anti-Sklaverei-Aktionen der Bischofskonferenz  leitet, widerspricht  diesen „Experten“ und auch Lula:“Das ist die  Unwahrheit. Lula sagte all dies in Europa just an dem Tag, als auf einer  Zuckerrohrplantage in Amazonien über eintausend Sklavenarbeiter befreit  worden sind! Ein alter Hut, daß in vier Amazonas-Teilstaaten seit  Jahren Zuckerrohr angebaut wird!“</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Moment mal: Sagen nicht Lula, seine zu einer Wunderheilersekte  zählende Umweltministerin Marina Silva, zudem europäische Politiker  nicht immer, Ethanol-Treibstoff werde nachhaltig erzeugt, europäische  Nachhaltigkeitskriterien für den Ethanol-Import würden bereits erfüllt?  „Allein der massive Einsatz von Sklavenarbeitern bei der  Ethanolerzeugung beweist, daß von Nachhaltigkeit keine Rede sein kann“,  betont Padre Antonio Canuto, Generalsekretär der bischöflichen  Landpastoral (CPT). „Wenn unsere Ministerin Marina Silva der deutschen  Seite erklärt, daß die Ethanolproduktion weder zu Lasten des Regenwaldes  noch der Nahrungserzeugung gehe, sagt sie nicht die Wahrheit!“ Roberto  Malvezzi, Umweltexperte der Bischofskonferenz und Misereor-Partner, ist  gerade von einer Vortragsreise durch Deutschland zurückgekehrt, stimmt  im Interview Padre Canuto zu, weist auf die grauenhafte Ausbeutung  ungezählter Sklavenarbeiter. „Der Zuckerrohranbau zerstört nicht nur  Amazonien, sondern auch unsere wertvollen Savannenregionen und das  Pantanal!“ In dieses tierreichste Feuchtgebiet der Erde reisen auch  viele europäische Touristen – manche bemerken, wie man auch das  zerstört. Dort hatte sich bereits 2005 der bekannte brasilianische  Umweltaktivist Francisco Barros aus Protest gegen die forcierte  naturvernichtende Ethanolproduktion selbst verbrannt.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Bischofskonferenz Brasiliens für Rückverstaatlichung von Minenkonzern Vale</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Die katholische Kirche Brasiliens hat das Plebiszit von 2007  über  eine Rückverstaatlichung des Minenkonzerns „Vale“ als Erfolg bezeichnet.  Gegen den scharfen publizistischen Widerstand aller kommerziellen  Medien sowie gegen den Willen der Regierung hatte die  Bischofskonferenz(CNBB) gemeinsam mit den nationalen Sozialbewegungen  die einwöchige Aktion gestartet. Gemäß den vorläufigen Resultaten  votierten über vier Millionen Brasilianer. Rund 97 Prozent sind dafür,  daß das zweitgrößte Bergwerksunternehmen der Welt, zugleich größter  Eisenerzexporteur der Erde, wieder in öffentlichen Besitz übergeht.  Gemäß einer neuen Studie ist über die Hälfte der Brasilianer ebenfalls  dieser Auffassung &#8211;  in einem Land mit extrem niedrigem Bildungsniveau  wußten mehr als zwanzig Prozent bei der Meinungsumfrage keinerlei  Antwort. Laut einer anderen seriösen Studie sind 62 Prozent der  Brasilianer gegen Privatisierungen staatlicher Unternehmen und nur 25  Prozent dafür.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Brasiliens Caritas-Präsident, der für die  CNBB-Sozialpastoralen verantwortliche Bischof Demetrio Valentini und  Joao Pedro Stedile, Führer der Landlosenbewegung MST, sowie der  katholische Jurist Fabio Konder Comparato hatten  bei Audienzen im  Präsidentenpalast, im Nationalkongreß und im Obersten Gericht die  Plebiszitergebnisse erläutert und entsprechende politische Schritte  gefordert. Valentini und Stedile hatten zuvor in einer gemeinsamen  Erklärung betont, ein strategisches, mit öffentlichen Geldern  errichtetes Unternehmen wie “Vale” dürfe niemals privatisiert werden.  Die “phantastischen Gewinne” des Konzerns müßten allen Brasilianern  zugute kommen und nicht nur einer Gruppe von Investoren und Banken. Mit  den derzeit realisierten Profiten könnte man 167 Krankenhäuser und über  200000 Wohnungen bauen sowie 1,6 Millionen Landlose ansiedeln. Nach  Darstellung renommierter Rechtsexperten, hieß es in der Erklärung  weiter,  basierte die Privatisierung von 1997 auf Betrug. “Dies bedeutet  Landesverrat durch einen Teil der damaligen sozialdemokratischen  Regierung, die sich dafür eines Tages vor den Gerichten dieses Landes  verantworten muß.” Zudem werden die Argumente des früheren, inzwischen  verstorbenen CNBB-Präsidenten Luciano Mendes bekräftigt, der die  Privatisierung als antiethisch und unverantwortlich bezeichnet hatte.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Das Unternehmen, so Bischof Valentini,  sei für ein Dreißigstel des  tatsächlichen Wertes verhökert worden. So habe man allein die  Eisenerz-und Bauxitvorkommen bei der entsprechenden Ausschreibung  fälschlich um zehn Milliarden Tonnen niedriger angegeben. Die Regierung  von Präsident Luis Inacio Lula da Silva unterwerfe sich nach wie vor dem  internationalen Finanzkapital. Dadurch werde eine echte Sozialpolitik  nahezu verhindert.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Chico Whitaker, Träger des Alternativen Nobelpreises von 2006  sowie Mitglied der CNBB-Konferenz für Gerechtigkeit und Frieden,  sagte:”Vale do Rio Doce sollte wieder ein Staatsunternehmen werden &#8211; die  Gewinne könnten dann sozialen Zwecken dienen.”</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Angesichts der öffentlichen Kritik hatte sich der Bergbaukonzern  immer wieder als patriotisch, sozial und umweltfreundlich bezeichnet,  für entsprechende landesweite PR-Kampagnen auch den in Europa sehr  bekannten Weltmusik-Star Carlinhos Brown eingespannt.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Das Plebiszit wurde vor allem in katholischen Kirchengemeinden, aber auch auf öffentlichen Plätzen abgehalten.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Laut Presseberichten hatte Lula im Präsidentschaftswahlkampf von 2002  versprochen, den Konzern wieder zu verstaatlichen, war indessen später  davon abgerückt. Zu Lulas Überraschung hatte ein Kongreß seiner  Arbeiterpartei im September mit großer Mehrheit eine Beteiligung an dem  Plebiszit beschlossen. Lula selbst und die gesamte PT-Führung lehnten es  dagegen öffentlich als schädlich und „irreal“ ab. Der Minenkonzern  hatte 2006 Lulas Wiederwahlkampagne mitfinanziert.</strong></p>
<p><strong> </strong><strong>Seit 1997 erfuhr „Vale“ gemäß Börsenangaben einen Wertzuwachs von über 3000 Prozent.</strong></p>
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